Juno Dawson: Der Hexenzirkel Ihrer Majestät 02:  Die falsche Schwester

Im Dezember 22 ist die Urban-Fantasy-Trilogie „Der Hexenzirkel Ihrer Majestät“ von Juno Dawson gestartet. Nun, nur sechs Monate später, folgt schon Band zwei, „Die falsche Schwester.“

Der titelgebende Haupthandlungsstrang dreht sich um Ciara Kelly, die im ersten Band ihre Zwillings-Schwester Niamh ermordet hat, und nun mit dunklen Motiven unerkannt deren Leben weiterführt.

Andere Hexen haben mit versehentlich zu Stein gewordenen Ehemännern oder mächtigen und bösen Zauberern zu tun.
Und weil die Handelnden allesamt über große Kräfte verfügen, steht am Ende nichts weniger auf dem Spiel als die Weiterexistenz der gesamten Menschheit. Es kommt zum actionreichen Showdown …

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Christian Handel/Andreas Suchanek: Spiegelstadt 01

Die beiden deutschen Fantasy-Autoren Christian Handel und Andreas Suchanek haben sich zusammengetan, um gemeinsamen einen Zweiteiler zu verfassen: „Spiegelstadt“. Band 1, „Tränen aus Gold und Silber“ ist nun erschienen.

Grundgedanke dabei: Berlin gibt es gleich zweimal. Neben unserer heutigen Welt existiert noch eine gespiegelte Stadt, die in den 20er-Jahren stehengeblieben ist. „Babylon Berlin goes Fantasy“ – so wirbt der Droemer-Knaur-Verlag für das Buch.

Hauptfigur Max wird nach dem Tod seiner Großmutter in das andere Berlin katapultiert, wo er auf eine ganze Reihe von unterschiedlichen Feenwesen trifft und jede Menge Abenteuer bestehen muss.

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Alison Bechdel: Das Geheimnis meiner Superkraft

Alison Bechdel, geboren 1960, ist eine US-amerikanische Comic-Zeichnerin, die 2006 mit ihrer gezeichneten Autobiografie „Fun Home“ den Durchbruch schaffte. Auch ihr neuestes Werk „Das Geheimnis meiner Superkraft“ ist wieder eine autobiografische „Grapfic Novel“, was Lesern, die weniger Erfahrungen mit diesem Genre haben, ein ungewohntes Lese-(Seh-)Erlebnis verschafft. Man hat gleich die Bilder zum Text – und umgekehrt.

Vordergründig geht‘s um die Erfahrungen der Autorin mit Sport: Krafttraining, radfahren, joggen, Berge besteigen und einiges mehr. Etwas hintergründiger handelt dieses Buch vom gesamten Leben Alison Bechdels von 60er- bis in die 2010er-Jahre. Dazu gehören ihr problematisches Elternhaus mit einem verdeckt homosexuellen Vater sowie ihr eigenes Coming Out und ihre Erlebnisse mit wechselnden Partnerinnen.

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Richard Russo: Mohawk

„Mohawk“ ist eine fiktive Kleinstadt im Hinterland New Yorks. Und „Mohawk“ heißt auch der erste Roman des US-amerikanischen Bestsellerautors Richard Russo aus dem Jahr 1986. Nun ist er auf Deutsch erschienen.

Es ist ein tristes Kaff in den 60er- und 70er-Jahren, in dem die Krebsrate wegen der Gerbereien, von denen viele Menschen leben, deutlich höher ist als im Landesdurchschnitt. Wir lernen einige Bewohner dieses Städtchens kennen. Sie alle sind durch Hass aufeinander, geheime Liebschaften oder dunkle Geheimnisse, die in der Vergangenheit schlummern, miteinander verbunden. Wie der zurückgebliebene Bill, der vernarrt in Anne ist, die ihrerseits aber den Rollstuhlfahrer Dan liebt – oder Dallas, einen unzuverlässigen Loser, oder den gewaltbereiten Rory.

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John Irving: Der letzte Sessellift

Wenn man den neuen Roman von John Irving, Der letzte Sessellift heißt er, positiv sehen will, so kann man sagen: Er ist ein starkes Plädoyer für Toleranz gegenüber alternativen Lebensformen abseits der traditionellen Familie, für den Zusammenhalt von Menschen und für die Liebe. Homosexualität und Transgender-Themen spielen eine große Rolle. Der 1942 geborene amerikanische Autoren-Superstar bleibt seiner Linie treu, für die ihn seine Fans lieben: Sein Text, in dem der Sex eine hohen Stellenwert einnimmt, ist voll von skurrilen Figuren und Situationen, die oft zum Schreien komisch sind. Und sein Personal scheint ihm immer ans Herz gewachsen zu sein. Er stellt es durchweg positiv und mit viel Herzenswärme dar. Das alles macht seinen Roman sympathisch.

Ist man gegenüber diesem 1000-Seiten-Wälzer jedoch etwas negativer eingestellt, so lässt sich genauso gut sagen: Er steckt voller Wiederholungen, die es gelegentlich schwer machen, die lange Lesestrecke durchzuhalten. Eine Figur namens Elliot wandert gerne im Schnee – unzählige Male wird sie deshalb als „Schneeläufer“ bezeichnet. Irgendwann nervt’s. Auch kommt einem vieles bekannt vor – so, als hätte man es so oder so ähnlich schon in anderen Irving-Romanen gelesen.

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Ayanna Lloyd Banwo: Als wir Vögel waren

Einen ungewöhnlichen Debütroman legt die aus Trinidad stammende Autorin Ayanna Lloyd Banwo vor. „Als wir Vögel waren“ ist zugleich Geister- als auch Liebesgeschichte. Es ist viel die Rede vom Tod sowie von alten Mythen.

Auf einem Friedhof in einer fiktiven Stadt Trinidads verlieben sich Darwin und Yejide Hals über Kopf ineinander. Er ist Totengräber und kommt nur schlecht mit seinen Kollegen zurecht, die in irgendwelche dunklen Machenschaften verstrickt sind. Mit seiner Mutter hat er sich verkracht. Yejide kommt aus einer Familie, in der seit jeher die Frauen das Sagen haben, und – wenn sie gestorben sind – hin und wieder als Geister erscheinen.

Das alles ergibt einerseits eine recht krude Mischung, die nicht jedermanns Fall sein dürfte, andererseits geht von dieser Geschichte auch ein eigentümlicher Sog aus, der sich vermutlich aus Ayanna Lloyd Banwos Schreibstil ergibt, der – besonders zu Beginn – die Farben und das bunte Leben auf den Straßen Trinidads transparent und nachvollziehbar macht.

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Jens Sparschuh: Nicht wirklich

Jens Sparschuh, ein 1955 geborener Autor aus Chemnitz, lässt in seinem Roman „Nicht wirklich“ einen Aushilfsprofessor in Philosophie über sein Leben nachdenken und darüber, aus wie vielen Irrtümern es bestanden hat. Die Frage „Was wäre, wenn …?“ lauert stets im Hintergrund. In einem anderen Leben hätte er zum Beispiel Claudia nicht kennengelernt, die ihn dann auch nicht hätte verlassen können.

Er begibt sich dabei auf die Spuren des vergessenen Philosophen Hans Vaihinger, einem Philosophen, der von 1852 bis 1933 gelebt hat und sich der „Philosophie des Als ob“ gewidmet hat. Und man spürt, dass Sparschuh selbst einen fachlichen Hintergrund hat. Er hat Philosophie und Logik in Leningrad studiert und später sogar in Berlin promoviert.

Es könnte dennoch durchaus Leser geben, denen derartige Gedanken-Plänkeleien zu realitätsfremd, zu verschroben, zu abseitig erscheinen. Aber auch die sollten an diesem mit leisem Humor geschriebenen Roman Gefallen finden.

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Kaelo Michael Janßen, Thomas Nicolai: Nackt auf Usedom

Dem Roman „Nackt auf Usedom“ des Dortmunders Kaelo Michael Janßen und des gebürtigen Leipzigers Thomas Nicolai liegt eine interessante Fragestellung zugrunde: Wie unterschiedlich war es eigentlich, in den 80er-Jahren in der Bundesrepublik beziehungsweise in der DDR aufzuwachsen?
Torsten aus dem Ruhrpott wird von seiner Lehrerin genötigt, eine Brieffreundschaft mit einem Jugendlichen aus der DDR aufzunehmen. Er soll aus erster Hand etwas aus dem anderen Deutschland erfahren.

Etwas widerwillig macht er sich ans Werk, schließlich hat er mit Bier trinken, den Mädchen nachsteigen und dem Versuch, eine Band zu gründen, genug zu tun. Andreas aus Leipzig trinkt zwar kein Bier, macht aber ebenfalls gerade die ersten Erfahrungen mit Mädchen und steigt auch in eine Band ein.

„Nackt auf Usedom“ spielt gekonnt mit den bekannten Ost-West-Klischees, um sie dann genauso geschickt wieder aufzulösen. Vor allem sprachlich ist der Roman ein humoristischer Hochgenuss, bei dem man aus dem Grinsen nicht mehr herauskommt. 

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Frank Goosen: Spiel ab!

In seinem neuen Roman „Spiel ab!“ widmet sich der Bochumer Ruhrpott-Romantiker und -Nostalgiker Frank Goosen dem Jugendfußball.

Die Freunde Fränge, Förster und Brocki, die eifrige Goosen-Leser schon aus früheren Romanen kennen, verschlägt es in die C-Jugend. Als Trainerteam übernehmen sie eine schwächelnde Truppe, die gegen den Abstieg aus der Kreisliga A kämpft.

Und alle Leser, die jemals mit dem Amateur-Fußball in kleineren Vereinen zu tun hatten, werden beim Lesen gleich mehrere Wiedererkennungseffekte erleben. Da gibt es üble Treter-Truppen, unfähige Trainer, vereiste Plätze, die Würstchenbude, den verbissenen Vater, der von seinem Sohn den Sprung in den Profi-Fußball erwartet, oder auch den Ball, der nach einem missratenen Schuss in die benachbarte Kleingarten-Anlage fliegt.

In der wohl lustigsten Szene des Romans muss der Kapitän mitten im alles entscheidenden Spiel mal kurz das Feld verlassen, weil er seiner Mutter einen Haustürschlüssel aushändigen muss.

Man spürt, dass Frank Goosen selbst früher einmal eine solche Jugend-Mannschaft trainiert hat. Das alles wirkt glaubhaft.

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Anselm Oelze: Pandora

Ein vielschichtiges, komplexes Werk legt der Leipziger Autor Anselm Oelze mit seinem Roman „Pandora“ vor. Der dreht sich um die Frage, warum Menschen so oder so handeln, obwohl ihnen doch die Vernunft etwas anderes sagt. Pandora ist eine Figur aus der griechischen Mythologie und wird als „schönes Übel“ bezeichnet. Sie ist im Besitz der „Büchse der Pandora“, die allerlei Schlechtes enthält.

Wir begleiten abwechselnd vier Menschen, die zunächst wenig miteinander zu tun haben: den Schriftsteller David Rubens, der von seiner Frau verlassen worden ist, den Priester Telmo Schmidt, den sein sexueller Fetisch in Schwierigkeiten bringt, die Ethnologin Carline Macpherson, die um die Zukunft des Planeten bangt, und den Astronomen Jurij Bogić, der mit der Vergangenheit seines Vaters im Jugoslawien-Krieg zu kämpfen hat.
Durch die vielen Perspektivwechsel erfordert der Roman einiges an Konzentration.

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