Silvesterspecial 2025

Jedes Jahr lesen wir Rezensentinnen und Rezensenten etliche Bücher. Gute und weniger gute, spannende und langweilige, dramatische, berührende, witzige und traurige, fesselnde, unterhaltsame, informative und interessante. Und immer findet sich darunter dieses eine Buch, das Highlight des Jahres. Das Buch, das besonders im Gedächtnis bleibt, das nachwirkt, aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Diese Bücher, die uns in diesem Jahr 2025 so beeindruckt haben, stellen wir heute am letzten Tag des Jahres vor:

Sabine Bovenkerk-Müller:

Im Tal der Bärin von Clara Arnaud
Eindrucksvoll und umfassend beschreibt die Autorin Lebensformen, die so weit weg von der Zivilisation sind, dass man bei der Lektüre einen Eindruck gewinnt, wie hoch der Preis und der Verlust einer ausufernden Kommerzialisierung sein kann. Der spannende und schön zu lesende Roman ist ein Blick durch ein Fenster, das im Alltag nicht mehr wahrgenommen werden kann.

Andreas Schröter:

John Boyne: Elemente-Zyklus
Mit „Wasser“, „Erde“, „Feuer“ und „Luft“ hat Boyne ein in sich geschlossenes erzählerisches Projekt geschaffen, das in thematischer Tiefe beeindruckt. Jedes Element verkörpert eine Facette menschlicher Existenz. Im Zusammenspiel entfalten die vier Novellen ein literarisches Panorama über die Spuren von Missbrauch – in Individuen, Familien und Gesellschaft. Boyne gelingt es, aus wiederkehrenden Motiven ein erzählerisches Gewebe zu spinnen, das persönliches Leid in universelle Fragen über Schuld, Vergebung und menschliche Verantwortung überführt.

Rena Müller:

Florian Illies – Wenn die Sonne untergeht: Familie Mann in Sanary
Das Buch über das sechsmonatige Exil der Manns ins Südfrankreich liest sich wie ein spannender, humorvoller und sehr sensibler Roman. Die Sprache des Autors ist genial, unglaublich witzig, sein Blick auf die Stimmungen, die Manieriertheiten der Literaten und Künstler klar und gleichzeitig auch auf eine gewisse Weise liebevoll.

Katja Plattner:

Henri Faber: Locked In 
Der Autor kreierte ein aufregendes und durchgängig mitreißendes Werk, das glaubwürdige Figuren und eine stimmige Atmosphäre aufweist. Es wird präzise in kurzen Kapiteln erzählt, die meist mit einem Cliffhanger enden, weshalb es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Man fragt sich zum Teil, was nun Realität und was Irrsinn ist.

Isabella M. Banger:

Sara Hashem: The Jasad Heir
„The Jasad Heir“ ist ein Fantasyroman mit einer arabisch angehauchten Welt, die fesselt, verstört und einem den Schlaf raubt – und ich habe jede Seite davon geliebt! Es ist eine Geschichte über Trauma, Gerechtigkeit und der Weg einer Antiheldin zu sich selbst.

Sabine Sürder:

Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters
ist eine ernste und wuchtige Geschichte über eine Alkoholiker-Familie, die am Abgrund balanciert. Überzeugend!

Sabine Ertz:

Nina George: Die geheime Sehnsucht der Bücher
Ein wunderbares Buch für alle, die sich auch gerne mal auf ein „Märchen für Erwachsene“ einlassen. Die Idee einer „pharmacie littéraire“ des Buchhändlers Monsieur Perdu hat mich gleich fasziniert. Er verkauft die Bücher passend zur Stimmung seiner Kunden. Perdu hat ein besonderes Gespür für Menschen, genau wie seine Assistentin Pauline. Auch Kinder kommen auf dem Bücherschiff auf ihre Kosten und lernen, sich nicht nur von schönen Worten einlullen zu lassen, sondern zu hinterfragen. Humorvoll, liebevoll, realistisch und tröstend. Ein Buch über die Kraft der Bücher und die Macht der Freundschaft.

Ein Special von Rena Müller mit Beiträgen von Sabine Bovenkerk-Müller, Andreas Schröter, Katja Plattner, Isabella M. Banger, Sabine Sürder und Sabine Ertz.

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