Sabine Steck: Das Leuchten der kleinen Momente: Wie ich nach Italien reiste und mich selbst fand

Eine Reise nach Italien wird für Nina eine Reise zu sich selbst. Zum ersten Mal seit sie mit Martin verheiratet ist, steckt Nina nach einem Streit nicht zurück, sondern macht, was sie möchte. Nachdem Martin die gemeinsamen Pläne zu Ninas 50. Geburtstag eigenmächtig geändert hat, weil ihm eine Dienstreise wichtiger ist als ein paar Tage zusammen auf Madeira, setzt Nina sich kurzentschlossen ins Auto und fährt nach Italien. Ein Flyer, den sie im Briefkasten gefunden hat, hat sie auf die Idee gebracht, ein paar Tage in der „Villa Primaluna“ zu buchen. Nach einer langen und anstrengenden Fahrt kommt ihr die Gegend um die venetischen Hügel vor wie eine andere Welt. Die Uhren scheinen anders zu gehen, Stress und Hektik sind hier Fremdworte.

Consilia, die dieses kleine, verwunschene Hotel schon seit Jahrzehnten führt, nimmt Nina mit einer Herzlichkeit auf, der man nicht widerstehen kann. Überhaupt scheint Consilia immer genau zu wissen, was ihre Gäste grade brauchen. Sie drängt sich nicht auf, hat aber immer ein offenes Ohr, eine kleine Mahlzeit, einen Cappuccino …

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Daniel Wolf: Der Thron der Lilie

Die Tempelritter – kaum ein anderer Orden umgibt eine derartige Aura aus Mythen, Legenden und dem ewigen Flüstern um den Heiligen Gral. Diese elitären Gotteskrieger, die einst als Beschützer von Pilgern begannen und zu den mächtigsten Finanziers Europas aufstiegen, bieten eine faszinierende kulturhistorische und machtpolitische Bühne. Sie waren Männer, die vor ihrer Vergangenheit flohen, gesellschaftliche Ausgestoßene oder tief Gläubige auf der Suche nach Sühne. Doch wer hofft, in Daniel Wolfs zweitem Band „Der Thron und die Lilie“ in diese komplexen historischen Untiefen einzutauchen, wird bitter enttäuscht.

Ein vielversprechendes Setting verkommt zur Seifenoper

Wir schreiben das Jahr 1297. Frankreich ist ein Pulverfass. Während der Papst und König Philipp der Schöne einen erbitterten Kampf um die Vormachtstellung austragen und die Grafschaft Flandern am Rande eines blutigen Aufstands taumelt, werden Constantin Fleury und der Templer Gérard d’Acre von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt.

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Krisz Hardy: September-Kinder 89: Über alle Grenzen

Stell dir vor: Eines Morgens wachst du auf und deine Eltern sind verschwunden. Zurückgelassen haben sie nur eine kurze Nachricht und etwas Geld. Du bist erst 13 Jahre alt und plötzlich der Erwachsene.

„Mein Blick fällt auf einen Briefumschlag, …, für Paul und Michi, von Mama und Papa, steht darauf.“ S. 26

Dieser Satz fährt mir wie ein Stich ins Herz, weil es so unvorstellbar ist, dass eine Mutter oder ein Vater tatsächlich einfach so ihre Kinder im Stich lassen können, nur um „rüberzumachen“, wie damals in der DDR das Abhauen in den Westen so leichthin genannt wurde.

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Marion Demme-Zech: Meine Auszeiten – Saarland: Durchatmen & Kraft schöpfen

„eine Fläche, so groß wie das Saarland“ – das haben Sie sicher schon mal in irgendwelchen Nachrichten gehört. Leider meistens im Zusammenhang mit irgendwelchen Katastrophen, Bränden, Überschwemmungen oder so. Dabei ist das Saarland so viel mehr als nur ein kleines Bundesland, das sich gut für derartige Vergleiche heranziehen lässt.

Marion Demme-Zech hat sich die Mühe gemacht, die Region, in der sie zuhause und der sie eng verbunden ist, auf ganz besondere Art zu erkunden, wobei sie das „Nichts-Tun“ zur hohen Kunst erhebt und uns siebzig Ideen präsentiert, die zum „Einfach-mal genießen“ einladen. Das reicht von einer kleinen Atempause, die man durchaus schon mit einer Stunde zwischendurch mal einlegen kann bis hin zur echten Frei-Zeit an einem kompletten Wochenende.

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Jennifer Bright: Pure Grace Academy: The Final Bow

Darum geht es: Aurélie ist zurück an der Pure Grace mit nur einem Ziel: den Tod ihrer Mutter aufzuklären. Cécile Cardot, gefeierte Primaballerina und Gründerin der angesehenen Ballettakademie in Paris, soll  sich das Leben genommen haben – doch ihre Tochter sieht das anders. Zurück in einer Welt, deren scheinbarer Perfektion Aurélie einst abgeschworen hatte, versucht sie, die Scherben ihrer Familie wieder zusammenzufügen. Dort trifft sie auf ihren ehemals besten Freund Lucian, von dem sie seit ihrem Weggang kein einziges Wort gehört hat. In den smaragdgrünen Augen des Klavierspielers regen sich Gefühle, die auch sie jahrelang verleugnet hat. Doch ihr gemeinsamer Pas de Deux bringt nicht nur seine Fassade zu Fall. Hinter den makellosen Gesichtern des Balletts tanzen noch immer die dunklen Schatten der Vergangenheit, bis der letzte Vorhang fällt – und Aurélie mit ihm.

Meine Meinung: Mit dieser Ballett-Academy hat die Autorin ein ganz besonderes Setting geschaffen. Es ist mal etwas völlig anderes im Romance-Bereich und ich habe mich unglaublich gerne auf diese Welt eingelassen.

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Kerstin Preiwuß: Wir alle

Doppelrezension:

Diese Rezension wurde verfasst von Wolfgang Mebs:

»Books – Food for thought«, steht auf einem Lesezeichen, das mir in einem englischen Laden ins Buch gelegt wurde.

Wie bei Kerstin Preiwuß, die uns in eine Welt aus Gedanken entführt, in eine zunächst undurchsichtige Welt: assoziativ, verwirrend, scheinbar zusammenhanglos. Wie das Leben der Hauptfiguren: Sonja, Inhaberin eines Pfandhauses, sucht nach Orientierung in einer sich verändernden Welt. So wie ihre Kunden: Vivian, eine leicht paranoide, sich in sozialen Medien verlierende junge Frau; der Stichling, der Sonja die mit seinem Detektor auf einem ominösen »Feld« gefundenen Schätze bringt; der Häuptling, ein Rentner, der sein Leben mit Beschäftigung zu füllen sucht.

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Per Petterson: Nach Hause kommen

Per Petterson wurde 1952 in Oslo geboren und zählt zu den erfolgreichsten norwegischen Schriftstellern. Früher arbeitete er als Buchhändler und Übersetzer. Seine Bücher wurden vielfach prämiert.

Pettersons Literatur liest sich oft bedrückend, aber immer mit der nötigen Portion Verständnis der Leser für die Hauptakteure. Dieser Autor schafft es, mit einfachen Worten die meist komplizierten Seelenzustände seiner Protagonisten offenzulegen und bei seinen Lesern das entsprechende Einfühlungsvermögen dafür hervorzurufen. Seine männlichen Protagonisten stecken vornehmlich in einer Krisensituation oder katapultieren sich geradewegs in eine solche hinein.

Die Geschichte in „Nach Hause kommen“ spielt, wie auch in Per Pettersons vorangegangenen Büchern, in seiner Heimat Norwegen.

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Gene Wolfe: Das Buch der Neuen Sonne I & II

Die Welt, rund eine Million Jahre in unserer Zukunft. Die natürlichen Ressourcen sind weitgehend erschöpft, Bergleute durchstöbern die Ruinen längst vergangener Metropolen – Städte, die für uns noch in ferner Zukunft liegen, nach Überbleibseln und Rohstoffen.

Der Mond, nunmehr Lune genannt, ist grün und bewaldet, das Ergebnis uralter Terraforming-Projekte.

Einst bereiste die Menschheit die Sterne, doch diese Zeit ist lang schon vorbei. Irgendetwas geschah – eines der großen Rätsel des Romans –, das die menschliche Zivilisation auf ihre Heimatwelt zurückwarf und zugleich die Sonne verwundete. Seither zehrt Urth, wie die Erde nun heißt, von den letzten Resten ihrer einstigen Größe.

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Eva-Maria Bast: Die letzte Pharaonin

Eine starke Liebe, politisches Kalkül und viele Widerstände, denen die Liebenden trotzen müssen.

All das findet sich in Eva-Maria Basts „Die letzte Pharaonin“. Interessanterweise geht es nicht um die Liebesgeschichte von Kleopatra und Cäsar, sondern um die Beziehung eines seiner Nachfolger und der ägyptischen Königin: Marcus Antonius. Normalerweise wird in der Populärkultur Kleopatras und Cäsars Liebschaft erzählt. Für Cäsar war Ägypten wichtig als Kornkammer Roms. Dafür half er ihr, den Thronstreit gegen ihren Bruder Ptolemaios zu gewinnen. In der Beziehung zu Marc Antonius ging es beiden jedoch vorrangig um die Ausweitung ihres Reiches. Diese Beziehung schien gleichberechtigter zu sein: Kleopatra war weniger abhängig von Marc Antonius, hatte keine grundsätzlichen Existenzängste.

Bast schreibt wortreich, in einem „ausgefüllten“ Erzählstil von der großen Liebe, die ständig Widerständen trotzen muss. Und wenn die beiden endlich gemeinsam einen Winter in Ruhe verbringen können, gibt es anschließend die nächste große Katastrophe. Herrscher eines großen Reichs zu sein, ist wirklich kein leichtes Leben.

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Freida McFadden: Die Ehefrau

Sylvia erhält ein auf den ersten Blick unschlagbares Jobangebot: Sie soll Victoria, die Ehefrau eines berühmten Schriftstellers, pflegen. Victoria ist seit einem schweren Unfall auf Hilfe angewiesen. Doch die anfängliche Routine wandelt sich schnell in ein beklemmendes Gefühl der Ahnungslosigkeit. Sylvia bemerkt, dass die Frau weit mehr mitbekommt als alle ahnen,  und beginnt zu zweifeln: Ist Victoria wirklich so hilflos, wie sie vorgibt zu sein? Als Sylvia schließlich Victorias verstecktes Tagebuch in einer Kommode entdeckt und darin liest, zieht es ihr komplett den Boden unter den Füßen weg. Ein gefährliches Verwirrspiel beginnt …

Spannung pur – Unvorhersehbar bis zur letzten Seite

Dieses Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite ein absoluter Pageturner!

Der Plot entwickelt eine Dynamik, bei der man als Leser zu keinem Zeitpunkt ahnen kann, in welche Richtung sich die Geschichte als Nächstes entwickelt. Man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen.

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