Marie Menke: Spielverderberin

Die Freundinnen Sophie und Lotte wohnen im selben Dorf. Das ist ihr Lebensbereich, der sie durch ihre Kindheit trägt und Rückhalt gibt. Hier auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung.

Als in der Oberstufe Romy plötzlich im Dorf wohnt, wird schleichend alles anders. Romy ist wie ein Magnet. Beide Mädchen buhlen abwechselnd um die Gunst der Zugezogenen aus der Großstadt mit Akademikereltern.

Drei sind, wie so häufig, eine zu viel. Die Dreierfreundschaft gestaltet sich nicht gleichlaufend, nimmt mitunter fast toxische Züge an. Das Unheilvolle ist erahnbar, entwickelt sich schleichend. Lotte verliert nach einem Unfall eine Zeit lang den Anschluss an die beiden Freundinnen, die sich durchs Abitur kämpfen.

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Rachel Khong: Real Americans

Rachel Khongs Roman Real Americans erzählt die Geschichte einer Familie, die sich über drei Generationen hinweg mit Herkunft, Zugehörigkeit und den langfristigen Folgen persönlicher Entscheidungen auseinandersetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur das Leben zwischen zwei Kulturen – der chinesischen und der amerikanischen –, sondern auch Fragen nach Liebe, Ehrgeiz und dem Vermächtnis, das Eltern ihren Kindern hinterlassen, ob bewusst oder ungewollt.

Worum es geht

Zentral ist die Figur Lily, eine junge Frau chinesischer Herkunft, die in den 1990er-Jahren in New York lebt. Sie verliebt sich in Matthew, einen wohlhabenden und ehrgeizigen Mann aus einer völlig anderen gesellschaftlichen Welt. Aus dieser Beziehung geht ihr Sohn Nick hervor, der sich Jahre später auf die Suche nach seinem Vater begibt – und dabei nicht nur familiären Geheimnissen begegnet, sondern auch mit seiner eigenen Identität konfrontiert wird.

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Graham Norton: Eine wie Frankie

Mehr oder weniger fesselnde Lebensgeschichte einer Frau von den 1950er-Jahren bis heute

Graham Norton, dessen Roman „Ein Ort für immer“ mich mit seiner Vielschichtigkeit, Spannung und seinem subtilen Humor begeistert hatte, erzählt in seinem neuen Buch die Lebensgeschichte der Irin Frances, deren Leben von zahlreichen Höhen und Tiefen geprägt ist.

Im Grunde handelt der Roman von einem recht typischen Frauenleben. Die Protagonistin, die später von allen nur noch Frankie genannt wird, ist eine sympathische, oft scheue und wenig selbstsichere Frau.

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Philipp Spielbusch: Ich hab da nur kurz draufgeklickt und jetzt ist alles weg

Inhalt

Von einfachen Softwareproblemen bis zu kniffeligen Fällen: Philipp Spielbusch erlebt als IT-Dienstleister die ganze Bandbreite seines Berufsalltags. Ob ein Smart Home, das seine Eigentümer aussperrt, ein sich ständig drehender Handybildschirm oder mangelhaft funktionierende Avatar-Apps – Spielbusch findet eine Lösung. Und wenn man als Kundin oder Kunde Glück hat, schafft man es sogar ins nächste Buch. ;o)

Rezension

Spielbuschs Schreibstil ist locker, selbstironisch und trocken. Inhaltlich reiht er nicht nur Anekdoten aneinander, sondern schildert typische Alltagssituationen aus seinem Job als IT-Dienstleister. Wie das Cover bereits andeutet: definitiv kein einfacher Beruf. Die oft humorvollen Begebenheiten werden durch informative Merk- und Infokästen ergänzt, etwa mit „Goldenen Regeln im Umgang mit Kunden“ oder zusätzlichen Hinweisen zu Technik und Tools. Darunter finden sich unter anderem Anleitungen, wie sehr alte Spiele auf modernen Rechnern wiederbelebt werden können oder wie sich ein PC seniorengerecht einrichten lässt.

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Patricia Grob: Wellen, Sittich und ein Mord: Tante Tilli ermittelt

Tante Tilli hat sich inzwischen in dem kleinen Ort an der dänischen Ostseeküste akklimatisiert. Sie fühlt sich wohl in der kleinen Pension, deren Besitzerin mittlerweile eine Freundin geworden ist, und mit Jacob Jakobsen, den sie zunächst als etwas grummeligen Reisebüromitarbeiter kennengelernt hatte und der inzwischen ihr Freund und Partner ist. Die Pension, an die Jakobsen sie vor ein paar Monaten verwiesen hatte, als Tilli zufällig und eher unfreiwillig in dem Ort gestrandet war, weil sie in den falschen Flieger gestiegen ist, ist ihr zu einem neuen Zuhause geworden. Sie fühlt sich hier angekommen und würde gerne bleiben. Doch in wenigen Wochen läuft ihr Touristenvisum ab, dann wird sie wohl zurück nach Sachsen müssen. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit, und Tilli hat nicht vor, sich jetzt schon mit Dingen zu beschäftigen, die noch in der Zukunft liegen.

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Marissa Meyer: Star Crossed Hearts

Catherine Pinkerton kann zwei Dinge besonders gut: backen und denken. Das macht ihr Leben als Tochter einer adligen Familie nicht eben einfacher. Sie träumt davon, eine eigene Bäckerei zu eröffnen und das Land des Herzkönigs mit unvergleichlichen Backwaren zu verwöhnen. Ihre Eltern hingegen träumen davon, dass sie den Herzkönig heiratet. Den kann Catherine allerdings nicht leiden. Dann lernt sie Jest kennen – den witzigen, geheimnisvollen und mitfühlenden Joker. Catherines Wunsch, über ihr eigenes Schicksal entscheiden zu können, wird immer stärker, und gemeinsam suchen die beiden nach einem Ausweg.

Marissa Meyer hat Star Crossed Hearts im Setting von Alice im Wunderland angelegt und erzählt die Vorgeschichte der Herzkönigin. Wir wissen also von Beginn an, dass es für Catherine nicht gut ausgehen wird – und für Catherine und Jest schon gar nicht. Trotzdem gelingt es Marissa Meyer, dass ich mit den beiden mitgefiebert habe.

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Kim Leopold: The Worst Kind of Perfect

Gabriella steht kurz vor ihrem großen Traum: dem Launch ihrer eigenen Dessous Kollektion für kurvige Frauen. Dass sie dies ohne ihren Mann Lio nie geschafft hätte, ist ihr durchaus bewusst und so möchte sie ihn nun bei seinem großen Traum auch unterstützen. Er wolle schon immer professioneller Freerunner sein. So wird ihre gemeinsame Zeit schnell immer knapper, ihr Leben gerät aus der Balance. Können sie es schaffen Karriere und Beziehung gleichermaßen unter einen Hut zu bringen?

Im Grunde setzt die Geschichte da an, wo andere enden Nämlich beim Happy End. An jenem Punkt, wo die Charaktere eigentlich schon alles haben und glücklich zu sein scheinen.

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C. L. Clark: Ambessa: Chosen of the Wolf: ARCANE League of Legends

Mit Ambessa – Chosen of the Wolf gelingt C. L. Clark ein packender High-Fantasy-Roman, der nicht nur die bekannte und beliebte Figur Ambessa Medarda aus dem League-of-Legends-Universum weiter beleuchtet, sondern ihr eine Tiefe verleiht, die weit über ihre bisherigen Auftritte – insbesondere in der gefeierten Serie Arcane – hinausgeht. Das Buch schlägt eine Brücke zwischen Videospiel, animierter Serie und eigenständigem Roman, ohne dabei Vorkenntnisse der Leserinnen und Leser vorauszusetzen. Tatsächlich steht der Roman so sehr für sich, dass selbst völlige Neulinge in Runeterra – wie ich – die fesselnde und emotional komplexe Geschichte genießen können.

Im Zentrum des Plots steht Ambessa, eine gefürchtete noxianische Generalin, die nach einem triumphalen Sieg in die Heimat zurückeilt, da ihr Großvater, der bisher den Clan angeführt und geprägt hat, im Sterben liegt.

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Katharina Herzog: A Taste of Cornwall: Ein Löffel Glück

Ein schöner, leichter, gut geschriebener und flott zu lesender Roman mit ernstem Hintergrund.
Die Me-Too-Debatte wird hier geschickt in die Geschichte eines Models eingesponnen, das vor einer Neuausrichtung seines Lebens steht und nicht so recht weiß, wie es nach einer mehr oder weniger beendeten Modelkarriere und einem Burn-out weitergehen soll. Annabelle, einst gefeiertes und bekanntes Model, steht vor der Frage, was sie in Zukunft machen will, was sie vom Leben erwartet und was sie bereit ist zu geben. Ihr Versuch, ein eigenes Restaurant zu betreiben, das mehr von ihrem Namen als von ihrem gastronomischen Können lebt, ist grandios gescheitert, nachdem Sophie, damals Londons bekannteste Restaurantkritikerin, einen bösen Verriss veröffentlicht hatte.

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Ulrich Holbein und Ralf Simon (Hrsg.): Weltall im Krähwinkel: Ein Jean-Paul-Lesebuch

Der fränkische Autor Jean Paul (1763–1825) wurde unter dem bürgerlichen Namen Johann Paul Friedrich Richter in Wunsiedel geboren. Seine Bewunderung für Jean-Jacques Rousseau veranlasste ihn, den Künstlernamen Jean Paul zu wählen. Aus literaturgeschichtlicher Perspektive sind seine umfassenden Werke zwischen den Epochen Klassik und Romantik einzuordnen. Über seinen Lehrer, den protestantischen Pfarrer Erhard Friedrich Vogel, wurde er mit den Ideen der Aufklärung vertraut, sodass er von Anfang an offen und frei bestehende Regeln hinterfragte. In jungen Jahren erwarb er sich durch das Lesen vieler Bücher ein umfangreiches Wissen. Dieses Privileg dürfte ein Vermögen wert gewesen sein, da Bücher zu jener Zeit extrem teuer waren. Während seines Studiums der Theologie in Leipzig begann Jean Paul mit seiner schriftstellerischen Arbeit. Erste Veröffentlichungen erschienen 1783 und 1784.

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