An einem Tag fragt Avery, die Klassenbeste aus gutem Hause, Ryle, den Versager der Schule, nach einer Waffe – am nächsten wird ihre größte Konkurrentin tot aufgefunden. Erschossen. Für Ryle ist klar, dass Avery ihre Finger im Spiel hatte. Für Avery ist klar, dass sie Ryle vom Gegenteil überzeugen muss. Denn auch wenn sie das andere Mädchen nicht ermordet hat, darf die Polizei auf keinen Fall einen näheren Blick auf ihr Leben werfen. Die Geheimnisse, die sie hütet, könnten dieses für immer zerstören.
Also versucht Avery – mit der überraschenden Hilfe Ryles – den Mord aufzuklären und ihre eigene Unschuld zu beweisen. Doch das ist gar nicht so einfach in einer Stadt voller Superreicher, die die Polizei nach Lust und Laune lenken und sich ungeprüft Alibis ausdenken können …
Die Lektüre von „Liars All Around Me“ ist eine echte Achterbahnfahrt. Das Buch läuft langsam an, hat dann eine Durststrecke, nimmt auf den letzten 60 Seiten nochmal an Fahrt auf, lässt einen mitfiebern, sich die Haare raufen, kommt mit einer kurzen Enttäuschung um die Ecke, lässt einen auf den letzten drei Seiten die Kinnlade runterklappen und überrascht aufschreien – nur um einen dann am Ende recht verwirrt zurückzulassen. Ja. Keine Ahnung, wie ich dieses Buch bewerten soll. Es läuft eben sehr langsam an, wird aber am Ende enorm spannend. Die unerwartete Wendung ist ganz großartig gelungen (der ursprünglich eröffnete Mörder war schon ein wenig enttäuscht, weil einigermaßen vorhersehbar), aber eben mehr in der Theorie, weniger in der Ausführung. Der große Knall im letzten Satz, so genial er sein mag, bringt leider mit sich, dass der Geschichte keine Zeit mehr bleibt, irgendetwas zu erklären.
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