Melissa Wiesner: The Storm in Our Hearts

Inhalt: In der Highschool waren Jane und Nik unzertrennlich. Zwischen geteilten Träumen und einem ersten, heimlichen Kuss schien ihre Zukunft besiegelt. Doch eine einzige Nacht zerstörte alles und zwang Jane zur Flucht aus Linden Falls. Nik ließ sie dabei ohne ein Wort des Abschieds oder der Erklärung zurück.

Zehn Jahre später kehrt Jane anlässlich des Todes ihres Vaters in die Kleinstadt zurück – im Gepäck eine kleine Tochter und das Trauma einer toxischen Beziehung. Los Angeles sollte ihre Zuflucht sein, doch der charmante Clubbesitzer Matteo zeigte schnell sein wahres, grausames Gesicht. Nun plant Jane erneut die Flucht, dieses Mal endgültig. Doch als sie in Linden Falls ausgerechnet Nik begegnet, flammen die alten Gefühle sofort wieder auf. Aber die Monster der Vergangenheit sind ihr dicht auf den Fersen. Haben Jane und Nik überhaupt eine Chance, oder wird die Dunkelheit sie endgültig auseinanderreißen?

Ein Blickfang mit tiefgründigem Inhalt
Schon das Cover ist ein absoluter Hingucker und zieht die Aufmerksamkeit sofort auf sich. Doch der schöne Schein trügt nicht über den ernsten Kern hinweg: Diese Geschichte ist definitiv keine leichte Kost. Die Autorin greift das sensible und schwere Thema häusliche Gewalt auf. Es ist handwerklich hervorragend umgesetzt, geht tief unter die Haut und nimmt den Leser emotional vollkommen mit.

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Marc Raabe: Im Morgengrauen

Nach dunkel-lila, knallgrün und orange dann jetzt strahlend hellgelb! Wie immer mit schwarzem Farbschnitt und einem düsteren Tier auf dem Cover. Trotz der strahlend hellen Farbe wirkt auch dieses Cover wieder ein bisschen unheimlich, wie eben auch immer. Das Tier ist diesmal eine Eule. Welche Bedeutung sie in dem packenden Thriller hat, wird recht bald klar. Ein weiterer Fall für das ungleiche, aber sympathische Ermittlerduo Art Mayer, der es einem nicht leicht macht, ihn zu mögen mit seiner verschlossenen, schrulligen Art und seiner Neigung zu Alleingängen, mit denen er sich nicht selten in Schwierigkeiten bringt und Nele Tschaikowsky, die inzwischen Mutter ist, der aufgeschlossenere Part des Duos und wohl eine der ganz wenigen Menschen, die Art nicht nur als Kollegen, sondern als Freund bezeichnen und das auch so meinen. Auf Nele kann er zählen. Immer wieder und trotz all seiner gefährlichen Alleingänge, seiner Unzugänglichkeit zum Trotz.

Auch dieser Fall wird wieder ziemlich persönlich für Art, nicht nur, weil es wieder einmal um seine Bekanntschaft, ja frühere Freundschaft mit Bundeskanzler Henrik Westphal und seiner Frau Juli geht, sondern weil Art in Verdacht gerät, etwas mit dem Verschwinden des Kanzlers zu tun zu haben.

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Mac P. Lorne: Robert Surcouf: Der Tiger des Indischen Ozean

Zwischen Galgenstrick und Heldenepos: Die Welt der Korsaren

Piraten, Freibeuter, Korsaren – diese Begriffe rufen sofort Bilder von rauer Seefahrerromantik in den Kopf. Doch historisch betrachtet war die Kaperfahrt ein knallhartes Politikum. Die großen Seefahrernationen wie England, Spanien und Frankreich nutzten diese Männer mit „Lizenz zum Töten“ als strategische Waffen auf den Weltmeeren. Mit einem staatlichen Kaperbrief in der Tasche wandelte sich der gemeine Seeräuber zum legitimen Instrument der Kriegsführung. Die gezielte Störung feindlicher Handelswege, das Erbeuten wertvoller Ladungen und die Übernahme stolzer Schiffe formten diese Männer zu einer widersprüchlichen Spezies: Gehetzte Kriminelle zwischen Freiheit und Galgen auf der einen Seite, gefeierte Entdecker, hochdekorierte Offiziere und strahlende Legenden auf der anderen.

Aus dem Schatten der Geschichte: Robert Surcouf

Eine dieser schillernden, aber heute seltsam verblassten Figuren ist der französische Korsar Robert Surcouf. Während der Napoleonischen Epoche feierte er als Kaperfahrer beispiellose Erfolge, verschwand danach jedoch weitgehend im blinden Fleck der Historie. Dem Autor Mac P. Lorne, der sich durch temporeiche, maritime Abenteuerromane einen Namen gemacht hat, verdanken wir es, dass dieser historischen Figur nun wieder eine literarische Bühne geboten wird.

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Cecilia Davidsson, Alex Haridi, Maya Jönsson: Die Mumins und der verbotene Park

Es ist Mittsommernacht. Ganz nach skandinavischem Brauch sind Mumin, der Schnupferich und die Kleine Mü unterwegs, um neun Blumen zu sammeln, denn legt man diese in dieser Nacht unter das Kopfkissen, werden die Träume wahr. Doch was ist das? Plötzlich stehen sie vor dem Eingang zu einem Park. „Betreten verboten“ steht da, und das ist bei Weitem nicht alles, was in dem seltsamen Park verboten ist, wie sie bald herausfinden müssen: Man darf nicht im Sand buddeln, nicht laut lachen, den Rasen nicht betreten und keine Pfeife rauchen.

Die drei sind davon wenig angetan und fassen einen Entschluss: Weg mit den Verboten!

Die Mumins von Tove Jansson sind eine Institution; dieses Bilderbuch, das sich an einer Erzählung der Autorin orientiert, versucht, die Magie der herzerwärmenden Troll-Geschichten wieder aufleben zu lassen. Die Illustrationen sind großartig, stark in der Ausdruckskraft, lustig und detailliert; Maya Jönsson bleibt bewundernswert authentisch an den Originalzeichnungen und erschafft trotzdem etwas ganz Eigenes. Davidsson und Haridi hingegen meistern den schriftstellerischen Part des Bilderbuches nicht ganz so souverän.

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Ronja von Rönne: Alles Liebe

Die deutsche Autorin und Moderatorin Ronja von Rönne (Jahrgang 1992) hat ein neues Buch geschrieben. Auf diesem Blog haben wir zuletzt ihren Roman „Ende in Sicht“ aus dem Jahr 2022 besprochen. Am 2. Juli 2026 veröffentlichte dtv ihren aktuellen Roman mit dem Titel „Alles Liebe“.

Ronja von Rönnes „Alles Liebe“ bietet Erschreckendes über die menschliche Liebe

Schon das Buchcover gibt den Lesenden einen Hinweis darauf, dass nicht alles, was unter dem Deckmantel der Liebe in menschlichen Beziehungen daherkommt, auch Liebe ist. Ein eingeschnürtes dickes und rotes Herz steht für die negativen und sogar schädlichen Formen der Liebe. So erzählt Ronja von Rönne von Menschen, deren Vornamen die Überschriften der Kapitel liefern, in beiläufigem Ton Erschreckendes über die menschliche Liebe.

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Rachel Reid: Heated Rivalry

Worum geht es?

Shane Hollander lebt für den Eishockeysport. Als Kapitän der Montreal Voyageurs zählt für ihn nur der Sieg. Doch sein größter Rivale bringt ihn komplett aus dem Konzept: Ilya Rozanov, der selbstbewusste Superstar der Boston Bears. Auf dem Eis sind sie erbitterte Gegner. Abseits davon können sie die intensive Anziehungskraft zwischen sich kaum leugnen. Was als geheimes, riskantes Spiel beginnt, bedroht bald ihre Karrieren und ihre gesamte Zukunft. Was passiert, wenn das heißeste Geheimnis der Liga auffliegt?

„Heated Rivalry“ ist offiziell der zweite Band der „Game Changers“-Reihe von Rachel Reid. Überraschenderweise wurde dieser Teil im Deutschen vor Band eins veröffentlicht. Da er gleichzeitig als Vorlage für die geplante Serie dient, funktioniert der Einstieg hier jedoch wunderbar unabhängig.

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Romain Haas: Jagd durch Luxemburg

Man kann sein Vermögen – so man eines hat – ja eigentlich hinterlassen, wem man möchte. Man kann es gerecht oder ungerecht aufteilen, einer Stiftung vermachen oder eine gründen, man kann es aber auch an Bedingungen knüpfen. So wie der exzentrische, berüchtigte Multimillionär Charles Cannes. Man könnte sagen, er macht sich einen perfiden Spaß daraus, seine geldgierige Familie, die eh schon fast allesamt von seinem Geld leben, zu einer Art Schnitzeljagd durch Luxemburg zu zwingen, sofern sie erben möchten. Mit einer guten Portion schwarzen Humors beschließt Charles Cannes, wer erben möchte, soll sich sein Geld verdienen. Eigentlich würde er ja gerne seiner Schwester, seiner Lieblingsenkelin und auch seiner Pflegerin ein bisschen mehr zukommen lassen als den anderen, aber dann würde sich der Rest der „lieben Familie“ auf die drei stürzen wie die Geier. Mit seinem seltsamen Testament möchte er erreichen, dass sich zeigt, wer tatsächlich würdig sein wird, mit so viel Geld umzugehen. Die Rede ist immerhin von einhundert Millionen. Bei der Testamentseröffnung ist die Überraschung denn auch groß. Charles hat für jeden einen Umschlag vorbereitet mit einem Rätsel, das es zu lösen gilt. Wer den Umschlag annimmt, verpflichtet sich, mitzuspielen. Wer ihn verweigert, ist raus. Die Rätsel sind kryptisch, philosophisch, erfordern geschichtliches, kulturelles und Allgemeinwissen, außerdem eine gute Kombinationsgabe und manchmal auch ziemlich viel Risikofreude. Charles‘ Idee dahinter war: entweder sie schlossen sich zusammen oder sie stürzten sich gegenseitig ins Unglück. „Sich zusammenschließen“ ist in Charles‘ Familie allerdings anscheinend keine Option. Hier kämpft lieber jeder für sich und gegen die anderen, um möglichst wenig abgeben zu müssen. Bis auf Gertrud, Charles‘ Schwester, nehmen alle den Umschlag und damit die Herausforderung an. Auch Charlie, seine Enkelin. Sie ist als einzige bereit, zu teilen und sich Hilfe beim Rätseln zu holen. Während die Verwandtschaft skrupellos versucht, an das Geld zu kommen, geht Charlie mit Scharfsinn und gerne auch mit Unterstützung von außen vor.

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Michal Tallo: Alles in Ordnung, Liebe überall

Vier ehemalige Schulkameraden treffen sich in einem abgeschiedenen Häuschen am See und haben sich nichts zu sagen. In einer Stadt sind geheimnisvolle Rattenfänger am Werk. Eine Frau erzählt eine erfundene Geschichte über sich und eine Großmutter. Jemand hofft, eine bestimmte Begegnung vermeiden zu können. Ein Mann fährt Woche für Woche ins Hospiz zu seiner Mutter.

In den Geschichten des slowakischen Autors Michal Tallo haben die Menschen keine Namen und leben an unbestimmten Orten. Sie leben einen Alltag wie jedermann und offenbaren seelische Abgründe wie jedermann. Dabei ist Tallos Blick auf seine Protagonisten zugewandt und voller Verständnis.

Die Geschichten sind wie eingefrorene Bilder. Sie zeigen Menschen, die irgendwie in einem endlosen Kreislauf aus Zwängen und Notwendigkeiten gefangen sind und auf einen Abgrund zusteuern, der dann aber doch nicht kommt. Die an ihren Selbstansprüchen scheitern. Sie sind Opfer und zugleich Erschaffer der Umstände, in denen sie leben.

Auch wenn Personen und Orte keine Namen haben, die Geschichten sind nicht beliebig. Sie sind wie Parabeln, nur ohne Lehre – die muss ich mir selbst verordnen und dabei bieten sich in jedem Fall verschiedene Denkanstöße bzw. Deutungsansätze.

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Matt Haig: Die Mitternachtsreise

Eine Zugfahrt Richtung Vergangenheit

Wenn ein Roman mit dem Tod des Protagonisten beginnt, ist dieser in den meisten Fällen nicht auf natürliche Weise eingetreten, und uns erwartet im weiteren Verlauf der Geschichte die kriminologische Aufklärung dieses und eventuell weiterer Verbrechen.
Nicht so in Die Mitternachtsreise: Wir begegnen dem einundachtzigjährigen Wilbur Budd zwar zunächst an seinem Todestag, doch ist sein Ende zugleich auch der Anfang seiner Fahrt mit dem Mitternachtszug. Von diesem Zug aus kann Wilbur wichtige Stationen seiner Vergangenheit besuchen und sein jüngeres Ich in Schlüsselszenen seines Lebens beobachten. Das Ziel: im Reinen mit sich selbst in die Ewigkeit überzugehen.
Für die Rückschau vom Jenseits aus gibt es jedoch gewisse Regeln, deren Einhaltung für das Zeitengefüge von äußerster Bedeutung ist. Aber was wäre, wenn Wilbur ihnen zum Trotz versuchen würde, die Vergangenheit zu ändern?

„Um ein gutes Leben zu führen, sollte man wissen, wann man Erwartungen einfach ignorieren muss. Auch wenn das bedeutet, die Regeln zu brechen.“

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Maxim Leo: Einatmen. Ausatmen.

Die Absurditäten der Moderne in tiefsinnigem Humor verpackt – Maxim Leo ist ein Autor, dem diese Kombination bestens glückt. In seinem neusten Roman müssen erfolgreiche Menschen feststellen, dass sie nicht glücklich sind. Erfolg ist eben nicht alles, manchmal sogar das Gegenteil von Erfüllung. Doch die Erkenntnis, worauf es im Leben wirklich ankommt, lässt sich nicht so stringent wie ihre Karrieren erarbeiten. Diese Aha-Momente lauern in ungewöhnlichen Begegnungen, welche gefährliche Waldspaziergänge, jugendliche Klimaaktivisten oder außer Rand und Band geratene Tierrudel beinhalten. Ein köstlicher Roman, der aufzeigt, dass Selbstoptimierung ein Geschäftsmodell ist, welches das Leben komplizierter statt einfacher macht.

Achtsamkeitsseminar wider Willen
Spitzenmanagerin Marlene steht mit 39 Jahren kurz davor, als Unternehmensnachfolgerin zur neuen CEO ihrer Firma aufzusteigen. Fachlich genießt sie eine einwandfreie Reputation, sie beschert der Firma riesige Gewinne und steht ihr an 365 Tagen zur Verfügung. „Marlene hatte die Grundidee von Urlaub nie verstanden dass man da extra irgendwo hinfährt, um gar nichts zu tun.“ (S. 6). Dumm nur, dass Marlene zu einem zweiwöchigen „Zwangsurlaub“ beziehungsweise Achtsamkeitsseminar in einem brandenburgischen Schloss verdonnert wurde. So gut Marlene mit Zahlen umgehen kann, so schlecht kann sie es mit Menschen. Kollegen und Kolleginnen bezeichnen sie als kaltherzig, unempathisch und jemanden, der nur Druck aufbaut. Folge: Marlene muss sich menschlich bei dem berühmten Mental Coach Alex Growe weiterentwickeln, wenn sie den Job als CEO bekommen will.

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