Monika Mansour: Die Wahrheit ruht im Sempachersee

Vogelsterben, ein riesengroßer Umweltskandal, Korruption, Machenschaften von Großkonzernen, menschliche Abgründe, Gier und rücksichtslose Gewissenlosigkeit – das sind die Themen, die Monika Mansour im neuen Fall für Kommissar Cem Cengiz zu einem spannenden Plot verarbeitet. Zu Anfang vielleicht ein bisschen sperrig, zäh, aber im Laufe der Geschichte nimmt die Handlung Fahrt auf und entwickelt eine richtig gute inhaltliche Spannung, ganz ohne überflüssiges Blutvergießen.

Ein sehr persönlicher Fall für Cem Cengiz, der seit drei Monaten versucht, damit klar zu kommen, dass Eva, seine Frau, eine erfolgreiche, ehrgeizige Staatsanwältin, tot sein soll. Mitten in der Nacht war Eva zu einem Treffen mit einem geheimen Informanten zum See gefahren, wo sie bei einer Explosion auf einen Boot ums Leben gekommen sein soll. Cem kann das nicht glauben. Er versinkt in Trauer und Verzweiflung, bis seine Chefin ihn mit den Ermittlungen zu einem mysteriösen Vogelsterben am See beauftragt. Was als Ablenkung für Cem gedacht ist, entwickelt sich zu einem ausgewachsenen Ökoskandal, in den nicht nur ein milliardenschwerer Agrarkonzern verwickelt ist, sondern auch politische Entscheidungsträger aus der Region Luzern und weiter es sind.

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Marie Wowes: Anatomy of a broken heart

Ja, es ist ein etwas vorhersehbares Buch mit einigen Klischees, aber genau das mochte ich an ihm so sehr. Für alle Fans von Grey’s Anatomy das Richtige!

Seit dem Unfalltod ihrer Jugendliebe Flynn hat Gracie nur noch ein Ziel: Notfallsanitäterin werden und Leben retten. Verfolgt von schmerzhaften Erinnerungen hat sie ihrer Heimatstadt den Rücken gekehrt und gibt alles für ihr Studium, um Paramedic werden zu können. Bei ihrem Praxissemester auf einer Feuerwache trifft sie ausgerechnet Holden wieder, Flynns früheren besten Freund. Obwohl sie Holden zunächst gar nicht ertragen kann, trägt er langsam die Schutzmauern ab, die Gracie um ihr Herz errichtet hat. Inmitten nervenaufreibender Einsätze und dem Alltag auf der Wache beginnt es zwischen den beiden zu knistern. Doch kann Gracie sich auf Holden einlassen, obwohl beide so eng mit Flynns Tod verbunden sind?

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Tomer Gardi: Liefern

Ob Istanbul, Tel Aviv, Neu-Delhi, Kenia, Berlin oder Buenos Aires – überall auf der Welt schlängeln sie sich durch den Verkehr. Kuriere übertragen das Digitale ins Reale. Essen via Klick war noch nie so einfach, zumindest für die Auftraggeber. Die Schicksale und Sehnsüchte von jenen, welche Lebensmittel liefern, erzählt der in Berlin lebende, jüdische Autor Tomer Gardi. Ein Traumjob ist es für niemanden. Für manche ist es ein Sprungbrett in ein neues Land, für manche ein notwendiges Übel zum Überleben, für die Dritten eine Einkommensquelle, um sich Träume wie ein Studium zu finanzieren.

Meisterhaft verwebt Tomer Gardi die bewegenden Geschichten über Kontinente hinweg. Mit Feingefühl und leisem Humor versteht es der Autor, die Menschen, die mittlerweile zu jedem Stadtbild gehören und doch übersehen werden, ins Bewusstsein zu rücken. Ein schönes, bewegendes Buch!

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Christian Huber: Solange ein Streichholz brennt

Christian Huber erzählt in „Solange ein Streichholz brennt“ von zwei Menschen, die aus völlig unterschiedlichen Lebensrealitäten stammen – und sich dennoch annähern. Bohm lebt auf der Straße, Alina arbeitet für einen Fernsehsender, steckt jedoch beruflich wie privat in einer Sackgasse. Ihr Aufeinandertreffen ist zunächst ein beruflicher Zufall – sie soll eine Fernseh-Reportage über Obdachlosigkeit erstellen –, entwickelt sich aber zu einer Geschichte über Nähe, Verletzlichkeit und die Hoffnung auf einen Neuanfang.

Der Roman greift damit ein Thema auf, das im literarischen Mainstream oft nur am Rand vorkommt: das Leben ohne festen Wohnsitz. Huber verbindet diesen Blick mit einer kritischen Perspektive auf die Medienwelt, die hier wenig schmeichelhaft dargestellt wird.

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Miguel Silva: Die Tote von Nazaré

Urlaub am Meer – das ist genau, was Maren jetzt braucht. Ruhe und Erholung nach einem langen Klinikaufenthalt und einer längeren Zeit im Koma. Bei einem Banküberfall war Hauptkommissarin Maren Berger angeschossen worden, eine Kugel musste aus ihrem Kopf entfernt werden. Keiner kann sagen, wie schnell sie sich davon erholen wird. Deshalb jetzt Nazaré, wo es – wie Maren gehört oder geträumt hat – die höchsten Wellen gibt, gerade auch im Winter. Ein Paradies für Surfer und Kitesurfer. Dazu gehört Maren zwar nicht, aber vom Strand aus zuzuschauen, das stellt sie sich beruhigend vor.

Ihre Ruhe währt allerdings nicht allzu lange. Eines Morgens, als sie gerade auf dem Weg zum berühmten Praia do Norte ist, wo die Wellen am besten sein sollen, findet sie bei der Surferstatue die Leiche einer jungen Frau. Maren verständigt sofort die örtliche Polizei. Als sie allerdings mit den Beamten zurückkommt, ist die Tote verschwunden. Die Beamten halten sie wahrscheinlich für eine durchgeknallte deutsche Touristin, aber das ist Maren egal. Sie weiß, was sie gesehen hat, und sie erinnert sich auch, dass sie die junge Frau am Abend zuvor in einem Café gesehen hat. Einzig Inspector Joao Ferreira glaubt Marens Aussage und interessiert sich für ihren Bericht. Ferreira spricht gut Deutsch, was es einfacher macht, außerdem macht er einen kompetenten und sympathischen Eindruck, Maren fasst Vertrauen zu ihm.

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Jay Kristoff: Das Reich der Dämmerung – A Tale of Shadows and Betrayal

Jahrzehnte ist es her, dass der Tagestod die Sonne vom Himmel nahm. Kein Sturm, keine Finsternis – etwas ließ das lebensspendende Licht verschwinden, und mit der Dunkelheit traten jene Wesen hervor, die zuvor nur in Legenden existierten: Faerievolk, Hexen, Werwesen und vor allem – Vampire. Sie, einst nach dem Mord an unserem Religionsführer verflucht zu ewigem Leben, haben die Welt der Menschen nahezu vollständig unterworfen. Städte fallen, Bewohner werden wie Vieh verschleppt, und nur noch zwei befestigte Zufluchten halten sich gegen die Herrschaft der Blutsauger.

In dieser sterbenden Welt erzählt Gabriel de León seine Geschichte. Einst legendärer Silberwächter des Ordens Argentum, Krieger, Mischling, Verräter und Gefangener der Vampire, berichtet er von Glauben, Krieg, Verrat und der vergeblichen Suche nach dem Heiligen Gral, der das ewige Dunkel hätte beenden sollen. Was als Rückblick eines gebrochenen Helden beginnt, entwickelt sich zu einem wuchtigen, blutgetränkten Abgesang auf eine Welt, die längst verloren scheint.

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Liza Grimm: Steingladiole. Erde vergisst nie

Band 3 – Ein drittes Mal nach Lort

Nara und Katso kämpfen als Elementgesandte weiterhin an der Akademie. In der Auswahl haben sie es schon weit geschafft, doch der Wettkampf ist längst nicht mehr ihre einzige Sorge. Jemand hat es auf sie und Naras Seelenbuch abgesehen. Und auch Katso wird mit Geheimnissen und unglaublichen Enthüllungen konfrontiert. Beide stellen alles in Frage, was sie je zu wissen geglaubt haben.

Besser als der zweite Band!

Nara und Katso kämpfen weiter und haben mich völlig in den Bann gezogen. Ich glaube, bei diesem Band hatte ich mich tatsächlich vollends mit den Charakteren angefreundet – sowohl mit Haupt- als auch Nebencharakteren. Das war in den Vorgängerbänden nicht ganz so der Fall, aber in diesem konnte ich die Handlung deshalb vollends genießen. Die Entwicklung der Freundschaften war sehr schön mitanzusehen. Und auch wenn Vertrauen in diesem Buch nicht leicht ist, habe ich die meisten Charaktere jetzt doch ins Herz geschlossen. Dadurch wurde die Handlung auch noch fesselnder als bisher. Geheimnisse wurden gelüftet und Fragen beantwortet, sodass ich mich sehr auf die Fortsetzung freue.

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Martin Suter: Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice

Die Business Class ist wieder in Aktion! In diesen 44 höchst amüsanten Geschichten treten die Krawattenträger ständig anderen auf den Schlips – und selbst von einem Fettnäpfchen ins andere. Nach dem Motto „knapp vorbei ist auch daneben“ nutzt die beste Planung nichts, wenn missinterpretierte Genderfragen, mangelndes digitales Know-how oder schonungslos ehrliche Sprösslinge die eigene Karriereleiter auf der letzten Sprosse absägen. Charmant, pointiert und wunderbar bissig zeigt sich Martin Suter mal wieder in Bestform!

Unerwünschte Einblicke beim Zoom-Meeting
Nadelstreifennieten im Krisenmodus: Das Homeoffice stellt sie vor neue Herausforderungen. Da wird extra die Wohnung vor jedem Zoom-Call umdekoriert, möglichst neutral, ohne verräterische Bücher und Bilder, die negative Rückschlüsse auf den Charakter zulassen könnten. Es folgen Spekulationen über die passende Garderobe, während manche bereits an den Tücken der geteilten Bildschirmansicht scheitern. Und plötzlich mehr von sich preisgeben, als ihnen lieb ist.

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Matthias Brandt: Nein sagen

Beeindruckende Gedankengänge über Widerstand und jene, die Widerstand leisten

Dieses Buch entstand nach einer Rede, die der bekannte Schauspieler Matthias Brandt 2025 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee anlässlich des Gedenktages zum 20. Juli 1944 hielt. Er wurde um diese Rede gebeten, nicht zuletzt wegen seines Vaters und seiner Mutter, die beide ebenfalls in jener Zeit im Widerstand waren.

Erst wollte er diese Rede gar nicht halten, hielt sich nicht für berufen, zu einem solchen Anlass zu sprechen. Doch, so schildert er es in diesem nachdenklich machenden Buch, dann änderte er seine Meinung, auch weil ihm bewusst wurde, dass es ganz viele Arten des Widerstands gab, damals während der Nazidiktatur. Eine Art war die, die sein Vater, der spätere Bundeskanzler Willy Brandt, wählte, der aus Selbstschutz nach Norwegen emigrierte und dort seine spätere Frau Rut traf, die Mutter von Matthias, die sich ebenfalls engagierte. Beide waren dadurch auch immer, insbesondere nach der Besetzung Norwegens durch die Deutschen, in Lebensgefahr.

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Michael Hugentobler: Bis die Bären tanzen

Michael Hugentobler erzählt in „Bis die Bären tanzen“ die Geschichte einer Familie, die im Laufe der Jahrzehnte auseinandergerissen wird – räumlich wie innerlich. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg fliehen die Eltern aus Deutschland in die Schweiz. Ihre drei Kinder treibt es später in ganz unterschiedliche Richtungen: Isabelle verschlägt es in den brasilianischen Dschungel, Anne nach Sydney, und Jacob landet als talentierter Turner und späterer Artist im Berlin der NS-Zeit.

Was als Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem weit gespannten Roman über Aufbruch, Sehnsucht und die Suche nach einem Platz im Leben. Hugentobler führt seine Figuren durch die politischen Erschütterungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Weltkrieg, Nationalsozialismus, gesellschaftliche Umbrüche. Dabei bleibt er nicht streng realistisch. Immer wieder mischt er der historischen Kulisse märchenhafte, fast traumartige Elemente bei. Masken tauchen auf, Menschen scheinen zu fliegen, und die Bären aus dem Titel bekommen eine symbolische Rolle.

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