Christiane Hoffmann: Die Träume, die wir hatten

Christiane und ihre Freundin kennen sich seit ihrer Studienzeit Ende der achtziger Jahre. Sie werden beste Freundinnen, lernen die russische Sprache und die russische Literatur lieben. Sie bereisen die Sowjetunion über viele Jahre. Dabei erlebt vor allen Dingen die Erzählerin Christiane, die in Russland viele Jahre lebt, als Journalistin arbeitet, dort auch heiratet, wie sich das politische Leben durch den Fall des Eisernen Vorhangs verändert. Sie teilte die Hoffnung der russischen Bürger auf echte Demokratie und ein friedliches Europa.

Währenddessen schreibt ihre Freundin ihre Doktorarbeit, um danach an der Universität wissenschaftlich zu arbeiten. Sie heiratet einen russischen Künstler und organisiert für ihn Ausstellungen.

Die Autorin Christiane Hoffmann arbeitet ebenfalls als Journalistin, ist politisch aktiv in ihrer Eigenschaft als Osteuropa-Expertin. Nach ihrem erfolgreichen Buch über die Flucht ihres Vaters widmet sie sich in ihrem aktuellen Buch einem weiteren persönlichen Thema. Es handelt vom Scheitern und Schuldgefühlen.

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Ayla Dade: Wanna be my lover

„Sie tanzt, um zu vergessen. Er kämpft, um zu fühlen.“

Als eine der begabtesten Tänzerinnen, Ophelia, und der ehemalige Navy Seal Maddox an der University aufeinandertreffen, funkt es zwischen ihnen sofort. Beide tragen tiefe Wunden in sich. Doch während eine explosive Nähe zwischen ihnen entsteht, droht Ophelias Vergangenheit das zarte Band zu zerstören…

Meine Meinung: Es fällt mir wirklich schwer, diese Rezension zu schreiben. Alles an diesem Buch deutet im Vorfeld darauf hin, dass es für mich zu einem absoluten Highlight werden könnte. Dass es mich am Ende so gar nicht abholen würde, hätte ich im Leben nicht erwartet. Wenn ich das Buch in wenigen Worten beschreiben müsste, dann wäre es: es war mir einfach zu viel von allem.

Maddox und Ophelia als Protagonistin hätten so viel Potenzial für viele tiefgründige und emotionale Gespräche gehabt. Leider hat die Autorin diesen Platz lieber mit unwichtigen Dingen gefüllt. Das Buch wirft in kürzester Zeit zu viele Charaktere und zu viele verschiedene Themengebiete in den Raum. Zudem fühlt sich das Setting erzwungen an – das ständige Betonen, dass die Geschichte in den Neunzigern spielt, war mir schlichtweg zu viel des Guten. Auch die teilweise sehr vulgäre Sprache hat mich beim Lesen gestört.

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Jess Ryder: Die Touristin

Juno ist Ende 30 als sie beschließt, nach Griechenland zu reisen, um endlich ihren Vater kennenzulernen oder zumindest mehr über ihn zu erfahren. Ihre Mutter hat ihr nicht viel erzählt. Juno weiß nur, dass Estelle, ihre Mutter 1984 und 1985 einige Zeit auf der (fiktiven) griechischen Insel Inios verbracht hat, sich dort in einen jungen Griechen namens Niko verliebt hat, der offenbar ihr Vater ist. Details hat Estelle, die heute in Portugal lebt, nicht erzählt. Überhaupt hat sie wenig über ihre Zeit auf der Insel, über ihre Liebe zu Niko und warum sie nicht zusammen geblieben sind, gesprochen. Juno reist mit ein paar Koffern und einigen Briefen, die Estelle damals an ihre Eltern geschrieben hatte, auf diese traumhaft schöne Insel und hofft, Antworten zu finden auf Fragen, die sie sich seit Jahren stellt. Sie kennt den Namen der Familie, die auch heute noch sehr einflussreich ist auf der Insel, die ein schickes Hotel besitzt und anscheinend eine Menge Geheimnisse hat. Juno schafft es, im Hotel der Zimiris einen Job als Hochzeitsplanerin zu bekommen, obwohl sie von dem Metier eigentlich überhaupt keine Ahnung hat. So hat sie die Chance, ihre Verwandtschaft ein bisschen näher kennenzulernen, ohne ihnen gleich zu sagen, wer sie ist und was sie sucht.

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Alex Schulman: Jetzt beginnt das Leben

In seinem Heimatland Schweden wird Alex Schulmans Roman „Jetzt beginnt das Leben“ als Bestseller Nr. 1 gehandelt.

Die Handlung entspringt einem nicht aufgearbeiteten Kindheitstrauma des Protagonisten Vidar. Der Autor arbeitet dabei mit einem raffinierten Kunstgriff, indem er autofiktionale mit fantastischen Elementen verwebt.

Vidar ist Lehrer. Als er einen Streit zwischen zwei Schülern schlichten will, eskaliert die Situation und Vidar wird vom Schuldienst suspendiert, weil Videoaufnahmen beweisen, dass er Gewalt gegenüber einem der Jungen ausgeübt hat. Auslöser für Vidars groben Übergriff war – so glaubt er später – eine Äußerung, die der Junge an ihn richtete. Jedoch kann er sich weder sein rabiates Einschreiten erklären, noch sich an die Worte des Jungen erinnern.

Durch die berufliche Krise beschäftigt sich Vidar mit seiner Kindheit, die er im Sommerhaus seiner Familie verbracht hat. Er muss unbedingt wissen, was damals dort passiert ist, denn das Gesagte aus dem Mund des Schülers hängt damit zusammen, weiß er.

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Silvia Trippolt: Das Glück beginnt in Istrien

Vor der wunderbaren Kulisse Istriens ist es nicht schwierig, sich in einen Urlaub zu träumen. Falls Sie also noch Lektüre für den Sommer brauchen, dieser leichte, unterhaltsame Roman bietet sich an. Leichtes Gepäck für den Urlaubskoffer, aber flott geschrieben, witzig und durchaus berührend, einfühlsam und dennoch deutlich. Die Sprache klar und schnörkellos, die Charaktere sehr plastisch und realistisch. Eine Pension wie Darias Bed & Breakfast „Vista Mare“ in Rovinj gibt es zwar wohl eher nicht, aber man kann sich gut vorstellen, dass sie existiert und diese bunte Mischung aus sehr unterschiedlichen Gästen sich dort wohlfühlt. Daria wird als einfühlsame, lebenskluge, offene und warmherzige Gastgeberin mit wunderbaren kulinarischen Fähigkeiten beschrieben, die gleich sieht, was ihren Gästen „fehlt“. Nicht im Sinne von Krankheiten, nein, eher die seelischen Verwundungen betreffend, die alle, die da wohnen, in irgendeiner Weise mit sich rumschleppen.

Egal ob Stacey, die Heimatlose, Isabell, die vermeintlich so erfolgreiche Stimme hinter Film- und Fernsehstars, arbeitslos und am Leben verzweifelt, oder Sebastian, der Weinkenner und -händler, den sein Mann grade zugunsten einer Frau verlassen hat oder eben Linda, um die es hier geht. Sie steht sozusagen vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens. Glanz und Glamour, ein reicher Verlobter mit toller Wohnung, ein guter Job als Rezeptionistin in einem guten Hotel – alles weg. Jordi, ihr Verlobter, hat sich als Millionenbetrüger entpuppt, sitzt inzwischen in Haft, die tolle Wohnung ist weg, der Ruf ruiniert, und deshalb hat Linda auch ihren Job im Hotel verloren. Sie ist nicht mehr tragbar als Rezeptionistin.

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Alex Capus: Querfeldein

Familiengeschichte, Gerichtsreport, historischer Roman – auf Capus-Art erzählte Geschichte

Er hat einfach einen ganz eigenen Erzählstil, der erfolgreiche, mehrfach ausgezeichnete Schweizer Autor Alex Capus. Immer ein wenig aus der Distanz, ein wenig abgehoben, leicht süffisant, beurteilend ohne zu verurteilen und vor allem wählt er immer interessante Themen und/oder interessante Figuren.

Im neuen Roman erzählt er von Arnold und seiner Familie. Arnold findet, nach Jahren des Herumreisens und ständigen Arbeitswechsels, nachdem er zu Geld gekommen ist, eine Heimat. Er übernimmt einen Gasthof, der den Namen „zur Moskau“ bekommt und direkt an der Grenze zu Deutschland liegt.

Was dazu führt, dass – die Geschichte beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts – Arnold sowohl vom regen Grenzverkehr wie auch vom ebenso regen Schmuggel durchaus profitiert. Er heiratet und bekommt mehrere Kinder. Doch nur eines, die Älteste Clara, tritt im weiteren Verlauf des Romans in Erscheinung, die anderen werden bestenfalls mal am Rande erwähnt.

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Annette Mingels: Evas Tochter

Eines Tages steht ein Zelt auf dem Fußweg, direkt vor dem schicksten Grundstück der Straße, der Villa der Familie von Clüver. Es wird beobachtet, es wird getuschelt, und schon bald wissen alle, wer dort das Lager aufgeschlagen hat: Sophie, die unangepasste Tochter der von Clüvers, seit Jahren verschwunden und seit jeher als schwierig bekannt. Ist es ein beabsichtigter Affront gegenüber den Eltern oder Heimweh, das die junge Frau zur Rückkehr bewogen hat?

Auf der Suche nach einem eigenen Platz in der Welt

Die Bewohnerinnen der Straße begegnen Sophie auf unterschiedliche Weise – neugierig, mitfühlend oder abweisend. Sie kommen ins Grübeln über ihr eigenes Leben und so manche fragt sich, ob der Weg, den sie gerade geht, wirklich der richtige für sie ist oder ob es an der Zeit wäre, mutiger, aufrichtiger, unbequemer zu werden.

„Und dass sie wirklich geglaubt hatte, sie könnte alles auf einmal haben: die Kinder, die Kunst, vielleicht sogar Erfolg. Dass sie es, wenn sie ehrlich war, immer noch glaubte. Als wäre sie naiv. Oder ein Mann.“

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Nina Schilling: And Midnight Fades To Dawn

Nach den dramatischen Ereignissen der Tag-und-Nacht-Spiele befinden sich beide Höfe in größter Gefahr. Trotz der Feindschaft ihrer Völker bleibt Cass und Nox daher nichts anderes übrig als zusammenzuarbeiten, nachdem sie sich unverhofft allein am Dritten Hof wiederfinden. Dabei versuchen die Lichtkriegerin und der Schattenprinz noch immer, über die verbotene Anziehung zwischen ihnen hinwegzukommen – und den Schmerz, den sie sich gegenseitig zufügten. Doch nur gemeinsam kann es ihnen gelingen, ihre Reiche vor dem Untergang zu bewahren. Also müssen sie über den Hass hinwegsehen, zu dem sie erzogen wurden, und über den Verrat, der zwischen ihnen steht. Die unaufhaltsamen Gefühle darunter könnten ihre Rettung sein – oder zur Vernichtung aller Höfe führen.

Da es sich hierbei um das Finale einer zusammenhängenden Reihe handelt, ist es erforderlich den ersten Band zu kennen. Die Geschichte startet ohne Umschweife und schließt nahtlos an das Ende des Vorgängers an. Ohne das Vorwissen ist der Einstieg in diese Geschichte somit unmöglich.

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Philipp Gurt: Engadiner Rache: Ein Fall für Corina Costa

Jella, eine junge mittellose Aussteigerin, erbt völlig unerwartet ein Haus im Oberengadin. Sie hat keine Ahnung, wie sie zu diesem unverhofften Reichtum kommen könnte, die alte Frau, die ihr das millionenwerte Haus vermacht hat, kennt sie nicht, den Namen hat sie nie gehört, mit der Schweiz oder gar dem Oberengadin verbindet Jella rein gar nichts. Doch alles ist wohl besser als weiterhin in Berlin als Straßenkünstlerin zu versuchen, über die Runden zu kommen und mit ihren beiden Freundinnen in einer abrissreifen Bruchbude zu hausen. An das Erbe ist allerdings die Bedingung geknüpft, dass Jella insgesamt fünf Jahre im Haus in Silvaplana leben muss, bevor sie entscheiden darf, ob sie es behält oder verkaufen möchte. Auch das ist sicher besser als mittellos in Berlin. Gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen zieht Jella also um nach Silvaplana. Die neuen Mitbewohnerinnen haben es nicht leicht. Ihr Auftreten, ihr Lebensstil passt so gar nicht ins total konservative Dorf!

Sie werden ziemlich kritisch beäugt und können keinen Schritt tun, der nicht beobachtet würde. Sie wohnen noch nicht lange in dem doch eher heruntergekommenen, aber dennoch richtig wertvollen Haus, da wird eines frühen Morgens die Leiche des attraktiven und äußerst beliebten Dorfpfarrers in ihrem Vorgarten gefunden. Mit einem Eispickel hinterrücks erstochen, nackt. Der Skandal scheint perfekt! Corina Costa, Bergbäuerin aus Leidenschaft und Alpinpolizistin von Beruf übernimmt den seltsamen Fall. Nur wenig später passiert ein weiterer Mord im sonst so beschaulichen Dorf Silvaplana, und wieder stehen die drei Außenseiterinnen im Zentrum des Interesses der Dorfbewohner.

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Oliver Pötzsch: Der Totengräber und der Orden des Teufels

Ein brillanter historischer Kriminalroman, der tief in die Abgründe der Belle Époque blickt und die Vorboten einer globalen Katastrophe seziert.

Die Existenz von Geheimbünden ist längst kein Mythos mehr, sondern eine fundierte historische Realität. Für Außenstehende bleiben sie dennoch seit jeher ein faszinierendes Mysterium – ein fruchtbarer Nährboden für wilde Spekulationen über okkulte Rituale, elitäre Aufnahmeprozesse und drakonische Strafen bei Verrat. Auch wenn vieles davon, befeuert von Schauerliteratur und Verschwörungsmythen, ins Reich der Fiktion gehört, lässt sich eine Tatsache kaum leugnen: Komplexe, im Verborgenen agierende Netzwerke ziehen oft als graue Eminenzen die Fäden und beeinflussen entscheidende Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Militär.

Die wahren Motive hinter dem Okkulten

Oft eilt diesen elitären Zirkeln der Ruf voraus, sich dunklen Mächten oder gar der Teufelsanbetung hinzugeben. Zwar mag dies in Einzelfällen einen makabren, okkulten Kern haben, doch die tatsächlichen Triebfedern dieser Logen sind zutiefst weltlich und erschreckend menschlich. Es ist der unstillbare Hunger nach Macht, nach Einfluss und bedingungsloser gesellschaftlicher Dominanz, der als wahrer Motor hinter dem Streben steht, die Weltordnung nachhaltig nach den eigenen Vorstellungen zu verändern.

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