Daniela Dröscher: Sprechen

Daniela Dröscher dürfte den meisten Lesern durch ihren 2022 erschienenen Roman „Lügen über meine Mutter“ bekannt sein. In unserem Leselustportal ist die Rezension ihres 2025 erschienenen Romans „Junge Frau mit Katze“ zu finden.

Wie man vom Titel bereits ableiten kann, sind in ihrem Essayband „Sprechen“ die Sprache und das Sprechen ihr zentrales Thema. Hier beleuchtet Daniela Dröscher Sprache von der wissenschaftlichen Seite aus und Sprache im Allgemeinen. Dabei nimmt sie Stellung zu Dialekten, Hochdeutsch, Fachsprache, zur sozialen Herkunft oder zur Tonalität der Worte.

Wie die Autorin selbst anmerkt, legt sie den Fokus dabei auf die Sphäre des Zwischenmenschlichen.

Immer wieder lässt sie Beispiele mit Interna aus ihrer Kindheit, die sie auch schon in ihren Romanen thematisiert hat, einfließen. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Hunsrück, war sie dort mit dem örtlichen Dialekt ebenso konfrontiert wie mit dem Hochdeutschen, das ihre Mutter zu sprechen pflegte. Geprägt von der Mutter, die sich auf ihre ganz eigene Art einst in die Dorfgemeinschaft einbrachte, versuchte auch Daniela Dröscher als Kind, sich präzise auszudrücken. Wir lesen unter anderem von Streitgesprächen in der Familie, vom Nichtverstandenwerden oder von falschen Interpretationen des Gesagten.

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Louisa Bay: New York City Billionaires: Player

Jules West ist das Paradebeispiel einer modernen, zielstrebigen Frau: Als Assistentin im legendären New Yorker Hotel Mayfair ist sie hochprofessionell, effizient und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ihr Ziel ist klar definiert – der Posten der Hotelmanagerin. Doch die Beförderung hängt ausgerechnet von Leo Hart ab, ihrem arroganten Chef, dessen Fokus weit weniger auf dem Prestige des Hauses liegt als Jules’. Als Leo für die Öffentlichkeit eine Verlobte benötigt, entsteht ein strategischer Deal: Jules mimt die Frau an seiner Seite, während Leo ihr im Gegenzug die Chance gibt, sich als Managerin auf Probe zu beweisen. Was als kalkuliertes Geschäft beginnt, entwickelt sich jedoch rasch zu einer emotionalen Zerreißprobe, bei der die Grenzen zwischen Fassade und echter Leidenschaft verschwimmen.

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Theresa Bell: Sepia und der Fluch des Tintendrachen

Willkommen zurück in Flohall – jener Stadt, in der Schneider, Künstler und nicht zuletzt Buchliebhaber und Buchdrucker leben und wirken. Schon zweimal mussten drei Lehrlinge ihre Heimat vor düsteren Mächten retten. Nun jedoch scheint die Lage ernster denn je! Ein unheimlicher Nebel breitet sich in den Gassen aus, verschlingt Häuser, lässt Bücher und Tintenwesen zu Staub zerfallen und bedroht schließlich auch die Menschen.

Schnell wird klar, dass die Ursache nicht aus dieser Welt stammt. Um Flohall zu retten, müssen die drei erneut aufbrechen, die legendäre Drachenschuppe des Tintendrachen finden und das Rätsel um eine Pforte in eine fremde Welt lösen. Dort warten Vögelmenschen, Dämonen und zahlreiche weitere Gefahren – und nicht jede Herausforderung wirkt dabei wirklich neu …

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Moa Berglöf, Joakim Zander: Die Stockholm Protokolle: Gefährliche Beziehungen

Julia hat sich als investigative Politikjournalistin bei einer schwedischen Zeitung einen Namen gemacht. Man kennt sie, man schätzt ihre Artikel. Bis sie eines Tages offenbar ein bisschen zu viel investigativ unterwegs ist. Julia glaubt, Unregelmäßigkeiten entdeckt zu haben, im Terminplan der Flugbereitschaft der schwedischen Regierung. An sich nichts Aufregendes, wären da nicht immer wiederkehrende Ereignisse rund um Aufenthalte des Ministerpräsidenten und seiner engsten Vertrauten in Brüssel. Wie es aussieht, ist die Regierungsmaschine jeweils bereits ein, zwei Tage vor der Rückkehr von Christian Bratt wieder in Stockholm gelandet. Julia treibt die Frage um, was der Ministerpräsident außerhalb des offiziellen Terminplans in Brüssel zu tun hatte. Klingt alles erstmal ziemlich harmlos, kann ja auch völlig belanglos sein, aber daran glaubt Julia nun wieder nicht. Ihre Recherchen scheinen gehörig mehr Staub aufzuwirbeln als es ein privater Grund je tun würde. Julia stößt plötzlich auf eine Mauer aus Schweigen, keiner beantwortet mehr ihre Fragen. Sie wird zur Persona non grata. Nicht nur in Politikerkreisen, auch in der Redaktion. Julia wird aufs Abstellgleis geschoben und muss „zur Strafe für ihr Weiterbohren“ zurück ins Großraumbüro und zu Anfängerterminen.

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V. L. Bovalino: The Second Death of Locke

Seit Locke, die Insel der Macht, von der alle Magie ausgeht, vernichtet wurde, herrscht Krieg zwischen den Ländern. Seit der Vernichtung wurde keine neue Quelle mehr geboren und ohne die sind Magier nicht in der Lage, Magie zu wirken. Jeder sucht nach dem verschollenen Erben, der als einziger in der Lage sein soll, die Insel und damit die Macht wiederherzustellen.

In einem der unzähligen Kriegslager lebt die Quelle Grey mit ihrem Magier Kier; zusammen kämpfen sie jeden Tag in einem endlosen Krieg – und versuchen dabei, ihre unzähligen Geheimnisse zu hüten. Auf einer gefährlichen Mission drohen diese alle ans Licht zu kommen und sie bringen nichts als Tod und Zerstörung mit sich …

„The Second Death of Locke” ist ein Fantasyroman, der ein wenig an einen mittelalterlichen Ritterroman erinnert, wir lernen viel Rüstungsjargon und sehen viel Blut. Das Buch hat seine Anlaufschwierigkeiten, richtig spannend wird es dann nach den ersten 100 Seiten. Es wird mit sehr drastischen Bildern gearbeitet, sehr viel anschauliche Brutalität. Die Protagonistin denkt ausgesprochen oft über die Innereien ihres Love-Interests nach, der Leser lernt diese relativ zu Anfang auch selbst kennen. Das muss man aushalten können. Wer darüber hinwegsehen kann (oder es sogar genießt – gibt es diese Leser?), findet hier durchaus eine atmosphärische Welt, die sich nach und nach erschließt und zu einem faszinierenden Ganzen zusammensetzt. Die Verbindungen, die sich zwischen den Figuren entwickeln, sind stark, echt, und wunderschön anzusehen. Gleichzeitig muss der Leser sich aber auch auf eine ordentliche Portion Heartbreak vorbereiten; ein Wohlfühlroman ist es definitiv nicht.

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Elke Cremer: Heimgehen: Ein Episodenroman in vierundzwanzig Stunden

Alles in diesem Buch spielt sich an einem Donnerstag ab. Die jeweiligen Kapitel sind mit der Uhrzeit des Geschehens überschrieben, denn mehrere Personen sind plötzlich einem einschneidenden Ereignis ausgesetzt. Dadurch werden alle Figuren und Abläufe miteinander verwoben.

Es ist ein Schuss aus dem Gewehr eines Amokläufers, der die Situationen der verschiedenen Protagonisten von jetzt auf nachher verändert. Jede/r von ihnen ist bereits mit einer zentralen Thematik behaftet. Zum einen ist da eine junge Frau, die kurz vor dem Knall noch halb in Angst, halb in Vorfreude vor einem Treffen mit ihrem Vater schwelgt. Weiter geht es mit einem jungen homosexuellen Paar, das eine Krise bewältigen muss, oder um drei Geschäftsmänner, die zusammensitzen, weil sie einen Grund zum Feiern haben. Ganz plötzlich wirft eine Gewalttat alles aus dem Lot. Für alle ist es ein tiefer Einschnitt.

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Olivia Laing: Crudo

Eine rohe, fast gehetzte Sprache; vorwärtstreibende, mal verflochtene, mal stakkatoartige Sätze. Inhaltlich mäandernd, assoziativ. Einen Plot gibt es nicht. Stattdessen einen Parforceritt durch Gedanken und Erinnerungen der Protagonistin, verwoben mit all den schmutzigen Themen der Gegenwart: Umweltzerstörung, Pädophilie, abgehobene Finanzeliten, Faschisten in Charlottesville und im Weißen Haus. Erbarmungslos seziert sie ihre Umwelt, decouvriert Dünkel und Verlogenheit – und sich selbst.

»Crudo« ist das in jeder Hinsicht beeindruckende Romandebüt von Olivia Laing, die sich schon zuvor einen Namen als Memoir-Schreiberin und Essayistin gemacht hat. Ihre literarische Herkunft liegt auch diesem Buch zugrunde, denn ihre Hauptfigur ist eine Melange aus ihr selbst und Kathy Acker, der 1997 verstorbenen »Queen of Punk«, die sie immer wieder ohne Kennzeichnung zitiert (die Quellen finden sich im Anhang).

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Till Raether: Meeresdunkel

Es sollte für zwei Familien ein besonderer Urlaub werden. Die Voraussetzungen waren günstig: Eine Woche auf Mallorca, ein sehr warmer Herbst und ein überraschend günstiges Haus. Jedes Familienmitglied reiste mit konkreten Vorstellungen an. Zwei Personen erhoffen sich, die Risse in ihrer Ehe zu kitten; zwei Personen wollen ihre Vergangenheit weiterhin verbergen, eine weitere Person verlangt Klärung und ein Ende der Lügen, und eine Person hat Angst, einer anderen zu begegnen.

Die Casa de la Vora in Santanyí befindet sich am Ende einer Straße direkt an den Klippen und Felsenplateaus und ist für die zwei anreisenden Familien mehr als nur renovierungsbedürftig. Anfangs verharmlosen sie das offensichtliche Missverständnis. Doch am nächsten Tag stellen die Erwachsenen fest, dass Mallorca in den Herbstferien ausgebucht ist und sie sich in dem großen Haus arrangieren müssen. Unter den schwierigen Umständen hätten die Ehepartner ihre persönlichen Probleme vielleicht lösen können, wenn nicht das Unwetter, die Ermordung eines Familienmitgliedes und die Offenbarung der wahren Gründe ihres Zusammenkommens gewesen wären.

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LJ Andrews: The Ever Queen: Die Versuchung des Meeres

Mit „The Ever Queen“ setzt LJ Andrews die Geschichte fort, die mit „The Ever King“ begann und lose mit der Reihe „The Broken Kingdoms“ verbunden ist.

Im Zentrum steht erneut die Beziehung zwischen Prinzessin Livia und dem zukünftigen Fae-König Erik Blutsänger. Was als Gefangenschaft und Racheplan begann, hat sich längst zu einer schicksalhaften Bindung entwickelt: Nachdem es dem Meerfaekönig gelungen ist, die Barriere zu durchbrechen, die sein Volk gefangen hielt, entführt er Livia in sein Reich – entschlossen, sie zu der Seinen zu machen. Statt Rache entsteht jedoch Liebe, und Livia wird schließlich zur ersten Everqueen der Meerfae.

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Katharina Fuchs: Schwesternland

Den Rahmen für diesen intensiv und toll recherchierten historischen Roman bildet zum einen die Zeit der Verfolgung der Hugenotten im 17. Jahrhundert, nach der Aufhebung des Edikts von Nantes, zum anderen die Geschichte der Familie Barnsdorf im Havelland, heute. Am 100. Geburtstag ihrer Großmutter Henriette macht Antonia die Bekanntschaft einer Großcousine ihrer Großmutter, die – u.a. auf Henriettes Bitte – sich mit Ahnenforschung und dem Stammbaum der Barnsdorfs befasst hat. Maximiliane, eine beeindruckende Frau, die auffällt, schon, weil sie darauf besteht, „Max“ genannt zu werden – und zwar englisch ausgesprochen. Max bringt einen dicken Ordner mit Unterlagen mit zum Familienfest und begeistert damit vor allem Antonia, die gerade daran ist, ihre Masterarbeit zu schreiben, mit dem Thema aber nicht so ganz glücklich ist. Überhaupt ist sie mit ihrem Leben zur Zeit insgesamt nicht im Reinen, sodass die Spur, die Max da aufgetan hat, sie darin bestärkt, Leipzig, wo sie studiert und ihrer Familie in Berlin erst einmal den Rücken zu kehren und nach Lyon zu reisen, wo Max ihr den Kontakt zu einem renommierten Historiker gemacht hat, der ihr bei der Suche nach den Wurzeln ihrer Familie sicher hilfreich sein kann. Monsieur Bellamy verfügt über hervorragende Kontakte, ein riesiges Netzwerk an Bekannten und Freunden, die gerne weiterhelfen.

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