Im Altenheim Rosemary House stirbt eine 78-jährige Bewohnerin. Nichts Ungewöhnliches, sollte man meinen. Bis sich herausstellt, dass nicht Herzversagen zum Tod von Joan Riley führte, sondern eine Überdosis Heroin. DC Smith und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Schnell stellt sich heraus, dass kurz zuvor eine weitere Frau starb, die wie Joan zu den Famous Five gehörte, einer verschworenen Clique von ungewöhnlichen Bewohnern des Altenheims. Doch schon bald ergeben sich Zweifel an der Mordthese. Hat es sich um assistierten Selbstmord gehandelt?
WeiterlesenChristopher Buehlman: Zwischen zwei Feuern
Willkommen im pestgeplagten Frankreich des Jahres 1348. Der ehemalige Ritter Thomas schlägt sich als mittelloser Brigant durchs Leben, als er auf die junge Delphine trifft, deren Familie der Schwarzen Pest zum Opfer gefallen ist. Das Mädchen behauptet, mit Engeln sprechen zu können, und ist überzeugt, dass hinter der Seuche ein Krieg zwischen Himmel und Hölle steckt.
Gemeinsam mit dem sowohl dem Rebensaft als auch den strammen Beinen junger Männer verfallenen Priester Matthieu reist Thomas mit Delphine durch ein verwüstetes Frankreich. Unterwegs begegnen sie nicht nur den Schrecken der Pest, sondern auch dämonischen Kreaturen und allerlei übernatürlichen Bedrohungen. Nach und nach wird deutlich, dass Delphine in dem himmlischen Konflikt eine besondere Rolle spielt.
WeiterlesenValeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle
Ein Wind fuhr durch die Wörter, rüttelte an allen Türen, verwüstete das Haus.
Longlist Deutscher Buchpreis 2026
Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2026
Aspekte – Literaturpreis 2026
Bachmann-Preisträgerin 2023
Es ist, als erzähle eine Stimme direkt und unvermittelt aus unserer bedrohten Gegenwart: Nichts mehr ist sicher, nirgends ein Halt, weder Wissenschaft, Familie, Religion oder gar die Regierungen der Welt geben uns Orientierung, nicht einmal mehr die Demokratie. Wo Fakten gleichwertig neben Fakes stehen, der Algorithmus entscheidet, womit wir uns beschäftigen, wo medizinische Forschung weniger dem lebendigen Menschen dient, sondern sich – wie im Roman und im russischen Imperium – auf die jahrhundertelange Erhaltung eines Leichnams stürzt oder – wie in der fiktiven sowie auch der westlichen Welt – die unendliche Verlängerung des Lebens, den Kampf gegen die Sterblichkeit anstrebt, da wird der einzelne Mensch bedeutungslos. Es herrscht die Materie: Staubschichten, Aktenberge, Plastikplanen, Müllreste, Gewebeschichten, Piroggensubstrate, Hirnmasse. Oder auch Gewalt und Krieg, Oligarchen, Immobilienhaie, überbordende Büro- und Autokratien.
WeiterlesenK. L. Slater: Hilf mir
Saffy lebt gerade mitten in einem wirklich grauenhaften Albtraum! Ihre beste Freundin ist verschwunden. Mit ihr ihre kleine Tochter und ihr Ehemann. Saffy war nachmittags noch kurz bei Leona, nachdem die ihr drei sehr kryptische Nachrichten geschickt hatte mit der Bitte, nicht anzurufen, aber vorbeizukommen, um ihr zu helfen. Als Saffy im Haus der Bannatynes ankommt, tut Leona alles ab und behauptet, von den Nachrichten nichts gewusst und sie ihr sicher nicht geschickt zu haben. Die ganze Situation kommt Saffy seltsam vor, zumal Ash, Leonas Mann, ungewohnt freundlich zu ihr ist, was sonst noch nie vorgekommen ist.
Ohne mehr erfahren zu haben, verlässt Saffy das Haus, fährt einigermaßen beunruhigt nach Hause und bekommt kurz darauf Besuch von der Polizei. Die gesamte Familie sei verschwunden, im Haus sei Blut und Saffy sei die letzte Person gewesen, die die Bannatynes offenbar getroffen habe. Das hat eine Nachbarin ausgesagt, die Saffy am Nachmittag am Haus gesehen hatte. Saffy fühlt sich mehr als unwohl.
WeiterlesenKate Eberle: If Books Could Kill
Darum geht es: Roxie Mitchell liebt Liebesromane – als sicheren Ort für Herzklopfen ohne Risiko. Als sie sich im Scherz wünscht, die Heldin im nächsten Roman ihrer Lieblingsautorin zu sein, ahnt sie nicht, dass ihr Wunsch wahr wird. Mit dem charmanten Jack hat sie ein echtes Traumdate. Doch Jack ist nicht, wer er vorgibt zu sein – und Roxie muss feststellen, dass ihr unbedachter Wunsch sie in einen Thriller katapultiert hat und sie plötzlich völlig planlos um ihr Überleben kämpft. Gemeinsam mit Grant, dem schüchternen Literaturdozenten, den sie auf der Flucht trifft, muss sie irgendwie bis zum Ende des Romans überleben. Und während die Killer ihnen dicht auf der Spur sind, kommen auch Roxie und Grant sich immer näher … Ist Roxie am Ende vielleicht doch in einer Romance gelandet?
Meine Meinung: Der Einstieg in dieses Buch gelingt mühelos. Schon auf den ersten Seiten wird eine Atmosphäre geschaffen, die eine unglaublich spannende Geschichte verspricht. Besonders hervorzuheben ist der erfrischende Mix der verschiedenen Genres. Hier hebt sich das Buch positiv von der Masse ab: Es ist erfreulicherweise mal keine dieser vorhersehbaren Geschichten, bei denen man als Leser von Anfang an genau weiß, wohin die Reise führen wird.
WeiterlesenMartina Hefter: Nach der Sonne schauen
Neuer Roman der Deutschen Buchpreisträgerin
Sie findet die Poesie im Alltäglichen, das Große im Kleinen, den Menschen in der Natur. Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2024 präsentiert in ihrem neuen Roman ihr ganzes schriftstellerisches Können. Ruhig und präzise zugleich, reißt sie die großen Themen der Welt an, indem sie ganz nah in ihrer Umgebung bleibt. Das liest sich unglaublich schön, das berührt auf einer tieferen Ebene beim Lesen.
Zur Story: Iona Bartoschek verbringt den Sommer in einer umgebauten Halle in einer ehemaligen Tagebauregion im Leipziger Neuseenland. Weitestgehend abgeschottet von der Zivilisation möchte die Installationskünstlerin an einem neuen Projekt arbeiten: die Natur der Region in 5000 Jahren. Doch dies ist nur die halbe Wahrheit. Ein Anschlag auf ihr persönlichstes und wichtigstes Kunstwerk, ein Baumhaus, hat sie tief getroffen, ohne dass sie es sich eingestehen will. Ausgerechnet Künstlerkollege Herto Strauss hat es in aggressivem Orange auf einer Ausstellungseröffnung mit dem Schriftzug „Bullshit“ besprüht.
WeiterlesenSebastien de Castell: Pakt der Magier: Für Gold und Magie
Einst war die Welt sicherer, einfacher und geordneter. Inzwischen tragen die Mächte des Guten und die dämonischen Herrscher ihre Kämpfe nicht mehr selbst aus – geht auch gar nicht, können sie doch die Dimension der Menschen gar nicht betreten. Stattdessen nutzen sie Sterbliche, die für sie eintreten.
Zwei von ihnen sind der Söldnermagier Kead und sein Kumpel, der Sturmmagier Korrigan. Sie sind, wie sie selbst als Erste zugeben, nicht die Guten. Mit ihren arkanen Kräften meucheln sie, im Auftrag ihrer in Gold zahlenden Auftraggeber versteht sich, auch schon einmal eine Armee nieder, die sich bereits bedingungslos ergeben hat.
Zurück zu Kead – ein Mann, der eine illustre Vergangenheit hat. Einst in Diensten der Engelkin, besorgt er sich nunmehr seine Zauber, indem er den Dämonen Teile seiner Seele verkauft.
WeiterlesenDörte Hansen: Broder
„Altes Land“, „Mittagsstunde“ und „Zur See“ sind die Titel, mit denen Dörte Hansen (Jahrgang 1964) zur bekannten deutschen Schriftstellerin wurde. Allen Romanen gemeinsam ist, dass sie in Deutschlands Norden spielen.
Dörte Hansen wurde in Husum geboren und lebt aktuell in Nordfriesland.
Nun ist am 9. September 2026 Hansens mit viel Spannung erwarteter vierter Roman erschienen. „Broder“ wurde im Penguin Verlag veröffentlicht.
„Es zählt nur einer auf dem Hof“ in Dörte Hansens Roman „Broder“
Es ist die Geschichte der Zwillingsbrüder Bahnsen, Henning und Broder, der eine Bauer auf dem Familienhof und der andere Tierarzt, der zunächst das Weite sucht, jetzt aber eine Praxis in der Nähe des Dorfes betreibt. Henning, der ältere, bekam den Hof und alle anderen Geschwister gingen leer aus. Broder ist der mit dem Tierverstand und wollte immer Bauer werden. Jetzt beobachtet er den Betrieb des Bruders und sieht einiges, was ihm nicht gefällt. Hochmoderne Landwirtschaft und Tierhaltung getrimmt auf Leistung und Ertrag. Henning hat den Bahnsen-Hof in die Zukunft geführt. Die Altbauern Paul und Marga wohnen im Altenteilerhaus. Ellen, Hennings Frau mit ihrer „Dorfbegabung“, und Maybritt, die Tochter, arbeiten auf dem Hof mit. Broder kümmert sich als Tierarzt um die Herde. Seine französische Frau Marie-Claude malt und verbringt einige Wochen im Jahr in ihrer Heimat Frankreich. Claire, Broders Tochter, studiert Tiermedizin. Vielleicht wird sie Broders Praxis übernehmen.
Hallgrímur Helgason: 60 Kilo Sonntage
Mit diesem dritten Bande endet die herrliche Island-Sage von Hallgrímur Helgason, die ihren Protagonisten Gestur vom Jahrhundertbeginn bis in die 1930er Jahre auf den Weg in die Moderne begleitet. Der letzte Band setzt dem aberwitzigen Plot nochmals die Krone auf. Denn Island hat in den 1920er Jahren mächtig zu kämpfen. Als geografisch abgehängte Insel am nordwestlichsten Zipfel Europas, trifft der Fortschritt hier etwas verspätet ein – und prallt auf eine Bevölkerung, die noch an Zaubersteine und Feen glaubt und deren Genpool ein bisschen mehr Diversität vertragen könnte. So misstrauen die mit spärlichem Haarwuchs geschlagenen Isländer beispielsweise allen Männern mit vollem Haar, einem untrüglichen Zeichen dafür, dass es sich um einen Ausländer handeln muss.
Ein köstlicher Kultur-Clash: Island meets Amerika
Die Heringskrise, die Weltwirtschaftskrise und der beginnende Turbokapitalismus machen dem kleinen Inselvolk schwer zu schaffen. Dazu noch diese ärgerlichen „neumodischen“ Erscheinungen wie Kommunismus, Feminismus, Mindestlöhne für Arbeiter und arbeitsfreie Sonntage. Plus allerlei Weibsbild, das anfängt zu dichten und politisch mitzumischen! Am allerschlimmsten sind die Abstinenzler, Männer mit Bildung, die keinen Alkohol trinken! Für die trinkfreudigen Isländer bricht eine Welt zusammen… bevor sich eine neue auftun kann.
WeiterlesenMichael Robotham: Bruderherz
Arlo Hackett wird nach 12 Jahren aus der Haft entlassen und kehrt nach Yulara, einer australischen Kleinstadt, zurück, was die meisten Menschen als großen Fehler bezeichnen würden. Denn Arlo ist alles andere als willkommen, was ihm durchaus bewusst ist. Sein jüngerer Bruder Luke wurde beschuldigt, eine junge Frau (die Stieftochter eines einflussreichen Politikers) vergewaltigt und umgebracht zu haben, und Arlo wurde wegen Beihilfe und Fluchthilfe verurteilt. Für die meisten Bürger Yularas ist er damit ebenso schuldig wie sein Bruder, der sich noch vor dem Prozess das Leben genommen hat.
Doch Arlo hat einen gewichtigen Grund, zurückzukehren: Er will herausfinden, was wirklich geschah in dieser verhängnisvollen Nacht. Und er leidet unter Schuldgefühlen.
Auf dieser Konstellation baut Robotham seine Geschichte auf. Die Bedrohung ist von Beginn an zu spüren, atmosphärisch und handfest: Er wird willkürlich festgenommen, sein Haus wird beschmiert, er wird von Motorradfahrern gejagt. Aber er lässt sich nicht einschüchtern, nimmt die Warnungen und Attacken fast stoisch hin und findet nicht nur zwei mutige Unterstützerinnen, sondern tatsächlich Spuren, die auf Lukes Unschuld hinweisen.
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