Alexander Barons „Der Tagedieb“ ist ein wiederentdeckter Roman aus dem Londoner East End. 1963 erstmals erschienen, liegt „The Lowlife“ nun in der Übersetzung von Holger Hanowell erstmals auf Deutsch vor. Im Mittelpunkt steht Harryboy Boas, ein jüdischer Kriegsveteran Mitte vierzig, der in einem heruntergekommenen Boarding House in Hackney lebt. Sein Alltag besteht aus Gelegenheitsjobs, Zola-Lektüre und vor allem: Wetten.
Harryboy ist ein Spieler, ein Charmeur und ein Meister der Selbsttäuschung. Mit Witz, Wortgewandtheit und immer neuen Ausflüchten hält er sich über Wasser – während seine Schulden wachsen und er zunehmend in die Kreise von Kredithaien und Gangstern gerät. Als eine junge Familie in das Haus einzieht, übernimmt Harryboy unerwartet Verantwortung für den kleinen Gregory. Ausgerechnet der Junge bringt ihn dazu, über sein bisheriges Leben und die Folgen seiner Entscheidungen nachzudenken.
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