Eine Bemerkung vorweg: Mittlerweile ist es bei Verlagen üblich geworden, fast jedes Buch, das sich mit kriminellen Aktivitäten befasst, aus Marketinggründen als »Thriller« zu bezeichnen. Anscheinend glaubt man, allein damit Käufer zu finden, und zwar jene, die Psychopathen, abseitige Psychologie, grausame Morde und eine atemlose Jagd, sprich Nervenkitzel pur, erwarten. Nichts davon findet sich in dem ‚Thriller‘ »Der Clan« (dem ersten Teil einer Trilogie). Nicht einmal einen konkreten Fall gibt es, dessen Aufklärung die Lesenden mit Spannung verfolgen. Solche Erwartungen werden herbe enttäuscht.
Was bedauerlich ist, denn Engman hat einen Roman im besten Sinne geschrieben. Ja, es geht um Verbrechen, einen Teil des Personals kann man auch mit Fug und Recht als Psychopathen bezeichnen, aber Engman geht es nicht um knifflige Ermittlungen und Polizeiarbeit. Im ersten Band gibt es nur zwei Polizisten, eine (zumindest bisher) eher irrelevante Neben- und eine Hauptfigur – von der wir aber lange Zeit nur etwas über ihr Privatleben erfahren! Erst spät wird Hjalmar Norén zum ernst zu nehmenden Widersacher.
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