Joey Goebel: Sunset Flip

Produktbild: Sunset Flip

Joey Goebel wagt sich mit „Sunset Flip“ an ein literarisch eher selten behandeltes Thema: den Kampfsport Wrestling. Doch was zunächst nach Nischenstoff klingt, entpuppt sich schnell als klug erzählte Geschichte über Identität, Erfolg – und eine große Liebe, die zunehmend unter Druck gerät.

Im Mittelpunkt steht Auggie Schnuck, der als Wrestler auf der Erfolgsleiter weit nach oben geklettert ist. Karriere, Beziehung, Zukunft – alles scheint sich trotz seines Wunsches, eigentlich Schauspieler werden zu wollen, in die richtige Richtung zu entwickeln. An seiner Seite: Nadine, mit der ihn lange Zeit eine enge, fast unerschütterliche Partnerschaft verbindet. Gerade dieser Erfolg bringt Auggie jedoch ins Wanken. Zunehmend verschwimmen die Grenzen zwischen ihm und seiner Kampffigur „The Aug“ – mit Folgen auch für die Beziehung. Was als stabile Liebe erscheint, wird auf eine harte Probe gestellt.

Weiterlesen

Antje Zimmermann: Das Event

Die einleitende Szene, passend mit Regenfluten und Sturmeswüten, lässt Vergangenes und ein daraus folgendes Verbrechen, ja sogar den Täter/die Täterin erahnen. Doch zunächst dreht sich alles um ein aufgrund des Todes der Besitzer geschlossenes Hotel auf Helgoland, in dem vorübergehend eine Event-Agentur ein Gruselabenteuer inszeniert, bei dem Stephen Kings »Shining« nachgestellt wird. Nicht nur im Hotel »Hummer« geschehen seltsame, wenn auch, wie sich ein ums andere Mal herausstellt, letztlich harmlose Dinge. Oder steckt doch mehr dahinter?

Kommissarin Maxi Adler und Leandra Kern, die neue Polizeichefin der Insel, haben ganz andere Sorgen. Geplagt von allerlei persönlichen Problemen – Maxi wegen ihrer Familie, Leandra mit ihrer durch eine Hormonbehandlung angestachelten Libido – sind sie weit davon entfernt, toughe Ermittlerinnen zu sein. Vogelgrippe, ein abgeschlachtetes Lamm und attackierende Möwen zerren ebenso an ihren Nerven wie die albernen Horrorinszenierungen im »Hummer«. Doch dann tritt zum einen Klaus Kleine auf den Plan, ein bisher unbekannter Erbe des Hotels, das sich Maxis Eltern unter den Nagel reißen wollen; zum anderen taucht Mathis, Maxis verschwundener und für tot erklärter Zwillingsbruder, auf. Beide sorgen für erhebliche Aufregung auf der Insel.

Weiterlesen

Rafik Schami: Das Mosaik der Frauen

Im Zentrum von Rafik Schamis Roman „Das Mosaik der Frauen“ steht Nadim Suri, ein todkranker Syrer im deutschen Exil, der seine Geschichte dem Schriftsteller Said Mardini anvertraut. Kapitel für Kapitel setzt Schami aus den Begegnungen mit Frauen ein literarisches Mosaik zusammen.

Jede Frau steht für eine bestimmte Phase, eine Erfahrung, eine Haltung. Mutter, Geliebte, Gefährtin oder Zufallsbekanntschaft – sie alle prägen Nadims Blick auf die Welt und auf sich selbst. Bemerkenswert ist, dass Schami seine Figuren nicht als bloße Stationen eines Männerlebens anlegt, sondern ihnen Eigenständigkeit und politische wie emotionale Tiefe verleiht. Gerade darin liegt eine der großen Stärken des Romans.

Weiterlesen

Iliana Xander: Der Boss: Ist er ein Monster oder ein Genie?

Natalie Olsen und ihre beste Freundin Cara feiern ausgelassen in einem Club. Dann verschwindet Cara mit einem gutaussehenden Mann. Am nächsten Morgen liegt sie im Koma. Die Polizei tappt im Dunkeln, aber Natalie ist entschlossen, den Mann zu finden, der ihrer Freundin das angetan hat. Als sie den Unbekannten auf dem Cover eines Magazins entdeckt, ist klar: Es handelt sich um den erfolgreichen Unternehmer Geoffrey Rosenberg. Natalie nimmt einen Job in der Villa des charismatischen Millionärs an. Aber kaum betritt sie sein Haus, beschleicht sie ein grauenvoller Verdacht. Sie wollte ihrem neuen Boss eine Falle stellen. Doch was, wenn sie längst in seiner sitzt?

Weiterlesen

Claudia Bardelang: Leben und Sterben in Verona

Wer die Reihe um Commissario Brunetti in Venedig von Donna Leon mag, dem wird sicher auch „der neue“ Kommissar Forlani aus Verona sympathisch sein. Mitte vierzig, aus bestem Hause, früher begehrter Junggeselle mit Hang zur Perfektion, inzwischen jung verheiratet, Vater eines drei Monate alten Sohnes, der die junge Familie auf Trab hält, was besonders problematisch ist, da Grace, Forlanis zwanzig Jahre jüngere Ehefrau wohl noch immer an Wochenbettdepressionen leidet und Forlani nicht nur übernächtigt, sondern auch voller Sorge um die Gesundheit seiner Frau ist.

Doch all das hat mit der Arbeit nichts zu tun – Forlani bemüht sich, seinen Mitarbeitern gegenüber um einen korrekten, entspannten und kollegial-freundschaftlichen Umgang, auch wenn der akute Personalmangel alle zu mehr Überstunden zwingt als gesund wäre. Der Mord an seinem guten Freund, dem renommierten Antiquitätenhändler Palladini und – fast zeitgleich – an dessen Mitarbeiter, der nur wenige hundert Meter entfernt noch in der Werkstatt gearbeitet hat, stellt das Team vor einige Rätsel.

Weiterlesen

Marc-Uwe Kling, Cornelia Funke, et. al. (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen: Mutige Perspektiven auf die Krisen unserer Zeit

Die unterschiedlichen AutorInnen sind sich in einem Punkt einig: Optimismus ist nicht das Gleiche wie Hoffnung. Wenn sie über Hoffnung schreiben, dann beziehen sie sich auf einen Prozess, der sie in die Hoffnung gebracht hat. In der Hoffnung steckt ein Handeln, während Optimismus einen passiven, abwartenden Charakter hat. Nach dem Motto: Es wird schon gut gehen, weil sich andere um das Problem kümmern.

Am Anfang ihres Weges zur Hoffnung empfanden die AutorInnen ein Unbehagen. Sie fühlten sich mitunter alleine: Sehe nur „ich“, dass bestimmte Dinge nicht in Ordnung sind?

Weiterlesen

Dror Mishani: Nicht

Der israelische Autor Dror Mishani, bekannt geworden durch seine Avi-Avraham-Krimireihe, hat einen Liebesroman geschrieben. Und eine Geschichte über einen Mann, der eigentlich alles falsch macht.

Eli, 52, Übersetzer französischer Kriminalromane, erwartet nicht mehr viel vom Leben, lebt eher trübsinnig vor sich hin, nachdem seine Frau gestorben ist. 27 Jahre war er glücklich mit ihr. An eine zweite große Liebe glaubt er nicht. Bis er Lia trifft. Sie spielt Cello in einem Kammerquartett und gibt Kindern Musikunterricht. Sie ist ähnlich zurückhaltend wie Eli, und so entspinnt sich ihre Beziehung zaghaft, aber mit wachsender Zuversicht. Vor allem bei Eli.

Doch dann begeht er einen folgenschweren Fehler und verstrickt sich, statt einfach die Wahrheit zu sagen, bei dem Versuch, seine neue, so verheißungsvolle Liebe zu retten, in ein Geflecht aus Kurzschlusshandlungen und Lügen, das alles gefährdet.

Weiterlesen

Timothy Paul: Eine Liebe ohne Sommer

Unter dem Pseudonym Timothy Paul legt der 1970 geborene Timothy Paul Sonnerhüsken seinen ersten Roman vor. Der langjährige Lektor, Programm- und Verlagsleiter kennt die Mechanismen erfolgreicher Unterhaltungsliteratur genau – und wendet sie in „Eine Liebe ohne Sommer“ routiniert an.

Im Mittelpunkt steht Rosa, Ende dreißig, die an einem grauen Regentag dem charismatischen Nikolas begegnet. Es folgt eine intensive Zeit voller Nähe und Leidenschaft. Doch das Glück endet abrupt: Nikolas stirbt bei einem Autounfall. Rosa bleibt nicht nur mit ihrer Trauer zurück, sondern auch mit vielen offenen Fragen. Also beginnt sie zu recherchieren: Eine eifersüchtige Ex-Freundin reagiert mit spitzen Bemerkungen, der beste Freund blockt ab – und ein rätselhaftes Kind bringt zusätzliche Unruhe. Schritt für Schritt kommt Rosa einem Geheimnis auf die Spur, dessen Auflösung überrascht, sich jedoch bekannter Muster bedient.

Weiterlesen

Arno Strobel: Ungelöst

Medizinstudentin Luise Menkhoff erkennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt sofort. Auch wenn es Jahre her ist, seit ihrer Begegnung stattgefunden hat. Es handelt sich um Nicole Klement, die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat und damals ebenfalls involviert war.

Umgehend wendet sich Luisa an die Münchner Polizei und trifft dort Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade eine neue Cold-Case-Einheit aufbaut, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll. Als er Luisas Schilderungen von damals hört, ist er verblüfft, denn sie kann sich an jedes Detail der Situation erinnern. Das liegt daran, dass sie ein eidetisches Gedächtnis besitzt und sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation erinnern kann. Alles deutet nun darauf hin, dass ihr ehemaliger Entführer jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat. Luisa wird nun als externe Beraterin in den Fall hinzugezogen, bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss, denn es gibt Hinweise darauf, dass es der Entführer gar nicht gewesen sein kann … aber warum fühlt sich die junge Frau dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte …

Weiterlesen

Regine Kölpin: Zwischen Abschied und Neubeginn: Die Hebammensaga

Produktbild: Zwischen Abschied und Neubeginn

Auch der zweite Teil der „Hebammensaga“ um Esther und Luise ist wieder sehr authentisch und schildert realistisch die Probleme, mit denen sich freiberufliche Hebammen in den 1980er-Jahren (und manchmal bis heute) konfrontiert sahen. Die Zusammenarbeit mit den Kliniken war nicht immer einfach, weil ein Großteil der Ärzte die Hausgeburten und die Betreuung durch freiberuflich tätige Hebammen strikt ablehnten. Esther hat nach dem abrupten Ende ihrer Zeit in der Wellenklinik für sich einen guten Weg gefunden. Dank der Unterstützung und Hilfe der älteren Hebamme Luise, die sie in der Silvesternacht kennengelernt hatte, als sie unfreiwillig, aber im Nachhinein Gott sei Dank, bei Freunden von Stefan untergekommen war, ist Esther nicht lange arbeitslos geblieben, sondern konnte sich in Luises Praxis einkaufen und gemeinsam mit ihr werdende und junge Mütter betreuen.

Weiterlesen