Page, Murphy: Der Trau-dich-Tiger

Mika kann nicht einschlafen. Zu viele Gedanken über den kommenden Tag schwirren in seinem Kopf herum und machen ihm das Leben schwer. Was nur soll er am morgigen Mitbringtag mitnehmen? Fast noch schlimmer ist, dass er dann dazu vor allen anderen Kindern auch noch etwas erzählen soll.

Auf einmal taucht in seinem Zimmer ein Tiger auf und Mika bekommt noch mehr Angst. Doch der Tiger ist freundlich und stellt sich dem Jungen als sein „Trau-dich-Tiger“ vor. Zusammen mit dem Trau-dich-Tiger erkundet Mika nun den Urwald, der plötzlich in seinem Zimmer gewachsen ist. Von dem Tiger lernt Mika, wie er sich lautlos durch den Urwald bewegen kann und was es dort alles zu entdecken gibt. Welche Gerüche umgeben ihn? Was kann man alles hören und sehen,  wenn man sich darauf konzentriert?

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Jodi Picoult: Ich wünschte, du wärst hier

Diana hat ihr Leben im Griff. Trotz der Mutter, die ihr Kind immer wieder zu vergessen schien, während sie als Fotografin um die Welt reiste und einen Preis nach dem anderen gewann. Diana arbeitet bei Sotherby’s und es ist ihre Aufgabe, in Frage kommende Bilder zu begutachten, die Todesanzeigen im Auge zu behalten und potentielle Verkäufer zu überreden. Ihr Verlobter Finn arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus und da Diana alles plant, weiß sie, dass er sie auf der bevorstehenden Reise um ihre Hand bitten wird.

Wir schreiben den März 2020. Finn bittet sie, alleine zu fahren, da er aufgrund eines neuartigen Virus im Krankenhaus unabkömmlich sei. Kaum ist Diana auf den Galapagos-Inseln angekommen, fällt die Welt in den Lockdown. Sie sitzt fest, mit kaum Handyempfang, ohne WLAN und mit geschlossenen Hotels und Geschäften. Sie lernt Gabriel und seine Teenager-Tochter kennen. Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen Monaten. Aus sporadischen E-Mails ihres Freundes Finn erfährt sie, wie dramatisch die Lage in New York inzwischen ist. Ihre Mutter stirbt an Corona im Pflegeheim. Sie lernt, Gabriel zu lieben. Und dann dreht sich die Welt plötzlich weiter.

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Die lange Reise des alten Gnoms

„… Da erschien über den Bergen der Mond, und der alte Gnom erblickte im tiefschwarzen Seewasser sein eigenes Spiegelbild. Obwohl er schon viele, viele Jahre auf der Erde war – sein Gesicht hatte er noch nie gesehen.“

Wie wäre es, einen kurzen Einblick in den Zauber der finnischen Sagenwelt zu gewinnen? Es ist eine wundersame Welt, in der die Natur ein Zuhause für Bäume, Tiere und die Wurzelgnome ist.

Die Familie der Wurzelgnome wohnt zwischen den Baumwurzeln in behaglichen Höhlen und wenn sie nach oben kommen, kümmern sie sich um die Bäume und Pflanzenwelt. Nur für wachsame Augen sind sie sichtbar. Denn die Gnome sind sehr klein und ihre langen silbrigen Haare bedecken ihre Gesichter und Körper, nur die Knollennase teilt die bis zum Boden reichenden Strähnen.

Kurz vor dem Wintereinbruch erklärt der Älteste seiner Großfamilie, dass er auf eine lange Reise gehen müsse. Weiterlesen

Jo Nesbø: Blutmond: Harry Hole ermittelt 13

Über den norwegischen Schriftsteller Jo Nesbø (1960) muss man nicht mehr viel sagen, dafür ist er zu bekannt bzw. berühmt. Über seinen Protagonisten Harry Hole auch nicht, oder doch? Am 24. November 2022 erschien bei Ullstein Buchverlage der „neue“ Harry Hole mit dem Titel „Blutmond“. Neu ist auch der Untertitel „Harry Hole ermittelt“ statt wie bisher „Ein Fall für Harry Hole“. Übersetzt wurde der Krimi wie gewohnt von Günther Frauenlob.

Nachdem Harry Hole sich am Flughafen sitzend in Jo Nesbøs letztem Krimi „Messer“ verabschiedet hat, ist er nun in Los Angeles (USA) gelandet. Nach dem Tod von Rakel betäubt er sich dort mit Alkohol. Bis er eine gealterte Schauspielerin kennenlernt. Lucille hat Schulden bei der Mafia. Und Harry will ihr helfen. Da kommt ihm das Angebot eines reichen Osloer Immobilienmaklers gelegen. Markus Røed steht im Verdacht, zwei Frauen ermordet zu haben. Er hofft, dass Harry seine Unschuld beweisen kann. Dafür verlangt Hole exakt die Summe Geld, die Lucille ihren Gläubigern schuldet. Er bekommt zehn Tage Zeit.

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Klüpfel, Kobr: Die Unverbesserlichen

Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur LipaireNicht das Allgäu, sondern Südfrankreich ist der Schauplatz des neuen Buchs von dem berühmten Autoren-Duo, das damit ganz offensichtlich eine neue Reihe beginnt. Es steht zu erwarten, dass sie nicht weniger erfolgreich wird als die Kluftinger-Romane, ist doch das Ensemble, das hier zusammentrifft, nicht minder skurril, sonderbar und sympathisch.

Dennoch hat der Roman mich nicht so recht erreicht, fand ich den Zugang nicht. Mag es daran liegen, dass in einem Einstiegsband das Personal erst umfangreich eingeführt werden muss, das Setting ausführlich beschrieben und die Hintergrundgeschichten detailliert erzählt werden müssen – die Spannung und das Tempo blieb für mich dadurch auf der Strecke.

Der Hallodri Guillaume Lipaire, der eigentlich Wilhelm Liebherr heißt, versorgt offiziell diverse Wohnungen, Feriendomizile und herrschaftliche Villen während der Abwesenheit ihrer Besitzer. Dass er dabei in die eigenen Tasche wirtschaftet, die Unterkünfte auch schon einmal untervermietet und sich aus den fremden Vorräten bedient, sorgt für sein Auskommen. Weiterlesen

Joachim B. Schmidt: In Küstennähe

Larus ist dreiundzwanzig und lebt an der Westküste Islands. Nach mehreren Jobwechsel findet er eine Stelle als Gehilfe des Hausmeisters in einem Seniorenheim. Das ist zwar auch nicht das, was er bis ans Lebensende machen möchte, aber die Anforderungen sind verkraftbar und er bekommt regelmäßig ein Gehalt. Seine Haupteinnahmequelle ist allerdings der Drogenhandel. Er passt höllisch auf, dass er den Stoff nur vertrauenswürdigen Personen verkauft. Selbst hält er sich von gefährlichen Dingen fern.

Nur alkoholtechnisch stürzt er gelegentlich ab. Mit den Mädchen klappt es auch nicht recht. Soffia, Pflegefachkraft im Heim, gefällt ihm zunehmend. Er vergrault sie aber mit seinen lockeren Sprüchen und schließlich bringt sie ein Missverständnis nicht einander näher, sondern separiert sie immer mehr. Weil in Zimmer 37-A ein Heizkörper kaputt ist, kommt Larus in Kontakt mit Grimur, dem Schlächter. Demalten Fischer eilt der Ruf voraus, er habe eine inzestuöse Beziehung mit seiner Halbschwester gehabt und diese bei einer Fahrt auf seinem Boot umgebracht. Grimur ist im Dorf Zeit seines Lebens ein einsamer, in sich gekehrter und wortkarger Außenseiter geblieben, ohne Familie, ohne soziale Kontakte.

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Jon Steinhagen: Kafka und der Tote am Seil

Frank Kafka liegt mit gerade einmal 40 Lenzen im Lungen-Sanatorium. Eigentlich ist es nur eine Frage von Stunden, bis der Arzt das Leintuch über sein Gesicht ziehen wird. Doch dann passiert etwas Unerwartetes, etwas Ungewöhnliches, etwas Merkwürdiges. Kafka erwacht, das erste Mal seit Jahren, mit einer freien Lunge. Er atmet tief durch und verspürt, ebenfalls seit Monaten unbekannt, ein merkwürdiges Gefühl – ist es, ja es ist profaner Hunger!

Dass ein lebensgroßes Insekt, offensichtlich eine Kakerlake mit Namen Gregor, sich bei ihm im Zimmer aufhält – wen schert’s? Jetzt wird erst einmal geschlemmt – mit Leberwurst und das ihm, als damit ehemaligem Vegetarier. Die Situation wird noch skurriler, als ein Inspektor ihn als Privatermittler für die Aufklärung einer mysteriösen Mordserie verpflichten will. Beide, ein Mensch, dessen Körper zwischen der männlichen und der weiblichen Form changiert, setzt ihn auf eine Mordserie an, die Wien erschüttert. Leichen werden aufgefunden, die erdrosselt wurden. Offensichtlich wurden sie erhängt – nur, kein Abschiedsbrief, kein Seil, kein rechter Tatort – von einem nachvollziehbaren Motiv wollen wir einmal gar nicht sprechen. Irgendwie scheinen die Toten mit einem Künstler zusammenzuhängen, der sich allabendlich im Varieté erhängt – und danach munter von dannen schreitet … Weiterlesen

Patrick Aryee: 30 Tiere, die uns klüger machen

Endlich mal positive, bewusstseinserweiternde Inspirationen! Sie haben genug von schlechten Nachrichten und Krisen aller Art? Dann werden Ihnen die 30 atemberaubenden Episoden aus dem Tierreich die Augen öffnen. Denn was wäre, wenn die Lösungen für viele unserer gegenwärtigen Probleme in der Natur liegen – seit Beginn der Evolution erprobt, perfektioniert, sogar unter extremen Überlebensbedingungen? Ein Best-Practice-Kandidat ist das Bärtierchen, das Jahrzehntelang ohne einen Tropfen Wasser überleben kann! Die Panzerschuppen des prähistorischen Fischs Arapaima im Amazonas halten sogar dem Biss eines Piranhas stand, während der Kopf eines Spechts der 1000-fachen Schwerkraft ausgesetzt ist, ohne dabei Schaden zu nehmen. Ob Energiewende, Tarnanzüge, Schutzausrüstung, Gebäudeeffizienz, Langlebigkeit oder Marsbesiedelung – vieles, was noch nach Zukunftsmusik klingt, könnte dank Inspirationen aus dem Tierreich bald Wirklichkeit werden.

Hier lernen LeserInnen nicht nur die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Tieren kennen, sondern auch, wie wir diese für technische Innovationen umsetzen können. Die Rede ist von dem faszinierenden Feld der „Bionik“, auch „Biomimikry“ genannt. Die Rezensentin verspricht: Dieses Buch wird ihre Vorstellungskraft sprengen. Im Kapitel mit dem Bombadierkäfer sogar sprichwörtlich…

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Yeva Skalietska: Ihr wisst nicht, was Krieg ist

Ihr wisst nicht, was Krieg istDas Tagebuch einer Zwölfjährigen, die vor den Bomben aus der Ukraine geflüchtet ist. Yeva ist ein ganz normales junges Mädchen mit ganz normalen Wünschen und Träumen. Die sich alle in Staub auflösen am 24. Februar 2022, als Russland die Ukraine überfällt.

Yeva, die bei ihrer Großmutter aufwächst, wird von einem Tag auf den anderen aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Ihre Schule wird getroffen von den Bomben, die auf Charkiw, ihre Heimatstadt, fallen. Ihre Mitschüler und sie tauschen sich über WhatsApp aus über das, was sie erleben in diesen ersten Kriegstagen. Als auch das Wohnhaus, in dem sie mit ihre Oma wohnt, getroffen wird, fliehen sie zu einer Freundin der Großmutter.

Dort müssen sie immer wieder im Keller ausharren, wenn ein neuer Angriff der Russen über die Stadt hereinbricht. Yeva lernt, was es bedeutet, unter ständigem Beschuss leben zu müssen, lernt, was es heißt, für die nötigsten Lebensmittel lange anstehen zu müssen. Sie erfährt, was es bedeutet, im Krieg zu leben. Weiterlesen

Robert Menasse: Die Erweiterung

Bei meinem letzten Besuch in Wien habe ich eine Sehenswürdigkeit verpasst. Dort gibt es im Kunsthistorischen Museum einen besonderesAusstellungsstück zu bestaunen – den Helm des Skanderbeg. Das auffälligste Element an diesem aus Weißgold gefertigten und mit einem vergoldeten Kupferband und goldenen Rosetten verzierten Helm ist ein auf dem Scheitel aufsitzender gehörnter Ziegenkopf aus vergoldeter Bronze.Diese Figur gilt als Herrschaftssymbol und der Träger des Helmes, Gjergj Kastrioti Skanderbeg, war ein albanischer Fürst, dem es im 15 Jhdt. gelang, die albanischen Fürstentümer gegen die Osmanen zu vereinen. Unter seiner Führung konnten in den nächsten 25 Jahren bzw. bis zum Tode des Fürsten, die Heere des Osmanischen Reiches immer wieder zurückgedrängt werden. Skanderbeg ist der Nationalheld der Albaner.

Bei meinem letzten Besuch in Wien habe ich eine Sehenswürdigkeit verpasst. Dort gibt es im Kunsthistorischen Museum einen besonderesAusstellungsstück zu bestaunen – den Helm des Skanderbeg. Das auffälligste Element an diesem aus Weißgold gefertigten und mit einem vergoldeten Kupferband und goldenen Rosetten verzierten Helm ist ein auf dem Scheitel aufsitzender gehörnter Ziegenkopf aus vergoldeter Bronze.Diese Figur gilt als Herrschaftssymbol und der Träger des Helmes, Gjergj Kastrioti Skanderbeg, war ein albanischer Fürst, dem es im 15 Jhdt. gelang, die albanischen Fürstentümer gegen die Osmanen zu vereinen. Unter seiner Führung konnten in den nächsten 25 Jahren bzw. bis zum Tode des Fürsten, die Heere des Osmanischen Reiches immer wieder zurückgedrängt werden. Skanderbeg ist der Nationalheld der Albaner.

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