Kathy Biggs:  Wie Schiffe auf stürmischer See

Tränenreicher und kitschiger, aber spannender Schmöker um eine traumatisierte Tränenreicher und kitschiger, aber spannender Schmöker um eine traumatisierte Familie

Auch wenn in diesem Roman strömeweise die Tränen fließen, auch wenn mir die Protagonistin irgendwann ziemlich auf die Nerven geht wegen ihrer weinerlichen, panischen Art, so habe ich dieses Buch dennoch verschlungen. Denn es ist ein rechter Schmöker, der ziemlich geschickt Spannung aufbaut.

Grace lebt mit ihrem Vater, der immer mehr in der Demenz versinkt, auf der heruntergekommenen Farm der Familie. Sie arbeitet zeitweise in einem Anwaltsbüro, kümmert sich jedoch hauptsächlich um den Vater, der fast rund um die Uhr betreut werden muss. Ihre Mutter ist vor einigen Jahren gestorben, und ihr Bruder starb beim Untergang seines Schiffes. So zumindest bisher der Glaube von Grace und ihrem Vater.

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Anna Schneider: Grenzfall: Ihr Grab in den Fluten

Heftige Unwetter und Naturkatastrophen erleben wir in den letzten Jahren ja leider immer häufiger. Das wird sich wohl auch nicht mehr zum Positiven ändern.

Ein solches Unwetter hat Anna Schneider, inspiriert von der Flutkatastrophe im Ahrtal, als Setting für ihren 6. „Grenzfall“ genommen. Eine Reihe, die in der Karwendelregion auf deutscher wie auf österreichischer Seite spielt und die Zusammenarbeit zwischen der Kripo Weilheim und dem LKA Tirol auch mal außerhalb der bürokratischen Hürden gut gelingen lässt. Dank der sympathischen und liebevoll gezeichneten Charaktere der Beamten auf beiden Seiten der Grenze: zum einen Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Kollege Florian Huber auf deutscher Seite und Kommissar Bernhard Krammer vom LKA Tirol mit seiner Kollegin Rosa, die auch mal fünf gerade sein lassen, um in einer Ermittlung weiterzukommen. Bernhard hat sich damit in letzter Zeit den ein oder anderen Rüffel eingefangen, das stört ihn aber nicht weiter. Seit Kurzem wissen Bernhard und Alexa außerdem, dass sie Vater und Tochter sind, behalten das aber möglichst für sich; lediglich Rosa weiß Bescheid und unterstützt auch den ein oder anderen väterlichen Alleingang, wenn Bernhard meint, Alexa beistehen zu müssen. Dass er sich ab und zu auch in ihr Privatleben einmischt, missbilligt Rosa zwar, aber verhindern kann sie es nicht. Die Vaterrolle ist eben noch recht neu und entsprechend ungewohnt.

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Amber Hamilton: Seven Deadly Thorns: Ein Herz so schwarz wie Ebenholz

Einst waren die Nachbarn Verbündete, vielleicht gar Freunde. Doch dann gerieten die beiden Reiche in einen Konflikt, der desaströse Auswirkungen für Aragoa hatte.

Ein magisch verursachter, giftiger Nebel zog durch das Reich – hinterließ vergiftete Felder und Plantagen sowie verlassene, tote Ortschaften. Diejenigen, die sich retten konnten, flohen in die magische Schutzkuppel, welche die Magier Aragoas um die königliche Burg errichtet hatten. Doch die Nahrung wird immer knapper, die Ressourcen schwinden. Das Königshaus ließ, um einem vermeintlichen Verrat zuvorzukommen, alle eigenen Magier zu Verrätern erklären und sie jagen und meucheln.

Als der König vor Kurzem einfach tot umfiel, veranlasste dies seine Gemahlin, ihren Attentäter – gemeinhin nur als „der Jäger“ bekannt – und ihre Truppe auf die Suche nach allen Magiern in der Burg zu entsenden. Ihre Mission: finden und töten.

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R.C. Sherriff: Vor uns die Zeit

R.C. Sherriffs Klassiker „Vor uns die Zeit“ aus dem Jahr 1936 (Original: „Greengates“) ist ein stilles, sehr genau beobachtetes Buch über den Schock des Ruhestands, die Furcht vor dem Bedeutungsverlust – und die unerwartete zweite Chance in einem Neubaugebiet auf dem Land. Hinter der unscheinbaren Geschichte eines Londoner Durchschnittsehepaars verbirgt sich ein erstaunlich modernes Buch über Neubeginn, Wohnträume und soziale Zugehörigkeit im Älterwerden.​

Inhalt

Im Zentrum steht Tom Baldwin, der nach rund vier Jahrzehnten als Angestellter einer Londoner Versicherung in den Ruhestand geht und sich ausmalt, wie nun endlich die „eigene Zeit“ beginnt. Die Realität sieht anders aus: Lange Nachmittage, Langeweile, kleinliche Reibereien mit seiner Frau Edith – das vertraute Heim wird zum Schauplatz einer Sinnkrise, die sich bedrohlicher anfühlt, als Tom erwartet hatte.​

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Josephine Johnson: Ein Jahr in der Natur (1969)

Josephine Johnson wurde 1910 in Missouri geboren und verstarb 1990 in Ohio. Mit gerade 24 Jahren wurde ihr 1924 der Pulitzer-Preis für ihren Debütroman Die November-Schwestern verliehen.

Bereits Ende der sechziger Jahre, als Josephine Johnson „Ein Jahr in der Natur“ geschrieben hat, störte sie sich an Ausbeutung und Ungleichheit der Welt; sie empfand alles Leben wider die Natur. So betrachtete sie es als dringlich und notwendig, die Natur zu schützen und die Welt um sie herum zumindest schriftlich aufzuzeichnen und damit festzuhalten.

In „Ein Jahr in der Natur“ thematisiert Johnson ihr Leben in Ohio auf dem Grund einer einsamen, unbewirtschafteten Farm. Johnson bezeichnet ihr bewaldetes Stück Land mit den zwei Bächen und den kleinen Schluchten als ihr Lebenselixier. Ihr Ziel ist, dieses Stück Natur sich selbst zu überlassen, damit die Wildnis zurückkomme und sich ein Naturschutzgebiet entwickeln kann.

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Julia Wolf: Du, hier – Stories

Julia Wolf (Jahrgang 1980) ist Autorin und Übersetzerin z.B. für die Kurzgeschichten „Stories 2“ und den Roman „In der Gnade“ von Joy Williams oder den Roman „Umlaufbahnen“ von Booker-Prize-Trägerin Samantha Harvey, die wir auch hier besprochen haben. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Heute erscheinen ihre „Stories“ unter dem Titel „Du, hier“ bei dtv.

In „Du, hier“ erzählt Julia Wolf Geschichten von Frauen

Julia Wolf hat elf Kurzgeschichten geschrieben, deren Hauptfiguren überwiegend Frauen um die vierzig sind. Wie in der ersten Geschichte „Pfirsich, Tropfen, Faust“, in der die Protagonistin den zweiundvierzigsten Geburtstag ihrer Freundin in einer Bar feiert und spät abends oder früh am Morgen betrunken und angeschlagen nach Hause kommt und in das Gitterbettchen ihrer Tochter klettert.

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Karen Sander: Die Tiefe: Versunken

Mit dem Ermittlungsduo Tom Engelhardt und Mascha Krieger geht die erfolgreiche Thrillerautorin Karen Sander in die dritte Runde für eine weitere Serie an der Ostsee, die den Titel Die Tiefe trägt. Der erste Teil der neuen Serie mit dem Untertitel Versunken beginnt wieder in dem fiktiven Ort Sellnitz. Räumlich und zeitlich nah werden Menschen ermordet. Die Suche nach Motiven und Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Opfern beginnt. Und wieder treffen bekannte Charaktere aus den vorherigen Büchern aufeinander. Manche von ihnen sind untereinander verfeindet und intrigieren aus persönlichen Gründen. Tom, Mascha und ihre jeweiligen Ermittlungsteams stehen unter Zeitdruck und werden zum Spielball der Presse und vermutlich verschiedener Täter.

Für Mascha beginnen schwierige Zeiten. Dies liegt unter anderem an dem rachsüchtigen Stiefbruder Holger, ihrem neuen Ermittlungsleiter. Holger weiß offenbar, wer Maschas Mutter ist. Aber er schweigt und lügt in Absprache mit dem gemeinsamen Vater. Ohne den Grund zu wissen, entwickelt sich Maschas private Recherche nach ihrer unbekannten Mutter zu einem gefährlichen Unterfangen.

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Arno Strobel: Welcome Home

Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht das Haus, das viel mehr als ein Schauplatz sein wird. Es vermittelt Angst und Manipulation. Ines und Marco Winkler sind überglücklich, ihr neues Heim betreten zu können. Eines Nachts wacht Ines auf und hat das Gefühl, beobachtet zu werden, aber da ist niemand, wie sie feststellen muss, als sie die Augen aufschlägt. Kurz darauf glaubt sie, im noch leeren Nachbarhaus einen Schatten zu sehen. Sie schiebt es auf den Umzugsstress, dass sie sich Sachen einbildet. Doch dann wird ein Mensch umgebracht, und sie weiß: Den Schatten hat sie sich nicht eingebildet.

Der Einstieg in das Buch gelang schnell, die Atmosphäre ist passend, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Beim Lesen hatte ich eigentlich durchgehend ein ungutes Gefühl im Bauch, die Spannung war teils fast nicht auszuhalten. Es geht weniger blutig her, dafür gibt es aber eben den gut aufgebauten Spannungsbogen, wenn es teils auch ein wenig zu oberflächlich war.

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Darcy Coates: The Whispering Dead: Gravekeeper Band 01

Ganz nett

Und genau das ist leider das Problem. Ich wollte dieses Buch mögen. Wirklich. Denn obwohl alles da ist – Friedhof, Geister, düstere Atmosphäre, geheimnisvolle Protagonistin – bleibt „The Whispering Dead“ für mich zu vorhersehbar und austauschbar. Eher wie eine gemütliche Mystery-/Gruselgeschichte für Jugendliche.

Kieras Fähigkeit, Geister zu sehen, hätte bei mir eigentlich ein faszinierendes Kribbeln auslösen sollen, wirkt aber überraschend leblos und fühlt sich wie ein bekanntes Horror-Template an.

Slow Burn? Ja. Spannend? Nein. Gruselig? Auch nicht wirklich. Stattdessen weichgespült. Die Figuren wirken unreif, die Dialoge oft kitschig, die Handlung plätschert. Ich bin durch die Seiten gegangen, aber nie wirklich drin gewesen. Es bleibt nichts hängen. Keine Neugier auf Band 2, kein inneres „Ich muss wissen, wie es weitergeht“.

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Linus Geschke: Das Camp

Spannend, packend, neugierig machend auf die Fortsetzung, dank eines – wie schon im ersten Teil – offenen Endes. Tolle, starke Charaktere mit Ecken, Kanten und einem weichen Kern.

Im zweiten Teil der „Donkerbloem-Trilogie“, „Das Camp“, steht die Hamburger Kriminalkommissarin Frieda Stahnke im Mittelpunkt, die schon im ersten Teil, „Der Trailer“, eine wichtige Rolle gespielt hat. Die schrecklichen Ereignisse, die sie damals nach Camp Donkerbloem geführt hatten, wo sie auch den eigensinnigen Kölner Barbesitzer Wout, der nach wie vor gerne auch mal ein paar „kleine Geschäfte“ nebenher macht, seine Untermieterin Kathinka, IT-lerin, die nach wie vor versucht, den Mord an ihrer Schwester Julia endlich aufzuklären, und Tayfun, den ehemaligen Boxer und Wouts guten Freund, kennengelernt hat, sind zwar Vergangenheit, aber vergessen hat sie keiner der vier.

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