November 1967: Die vierzehnjährige Marsibil hat einen heimlichen Brieffreund, der sich mit ihr treffen will. Sie verabredet sich mit ihm, ist aber nervös, denn sie hat sich als ihre ältere Schwester Stina ausgegeben, und am verabredeten Abend schafft sie es nicht zu dem Treffen. Dafür verschwindet ihre Schwester spurlos. Nur ihre blutbefleckte Anorakjacke wird an dem Ort gefunden, an dem Marsi sich mit ihrem Brieffreund verabredet hatte.
Zehn Jahre später bleibt Stinas Verschwinden weiterhin ungelöst. Marsi hat bisher aus Scham geschwiegen. Da erhält sie einen Brief – von ihrem ehemaligen Brieffreund. Jetzt muss sie die Wahrheit ans Licht bringen, auch wenn sie sich dabei nicht auf ihre eigenen Erinnerungen verlassen kann. Denn der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß.
Wer bei diesem Buch einen klassischen, nervenzerreißenden Thriller erwartet, wird enttäuscht. Für mich entpuppte sich die Geschichte letztlich vielmehr als ein Familiendrama im Gewand eines Kriminalromans. Leider fiel es mir dadurch über weite Strecken schwer, richtig in die Handlung hineinzufinden. Die erhofften tiefen, psychologischen Abgründe blieben aus, und auch die für Thriller typische, durchgehend düstere Grundstimmung wollte sich nicht recht einstellen. Das führte dazu, dass sich viele Passagen sehr langatmig gestalteten und das Buch stellenweise zäh und schwer lesbar wurde.
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