Christina Kaspar: Harpers Ferry: Lose Me Once

Fast zwei Jahre ist es her, dass Emery ihre Heimat Harpers Ferry fluchtartig verlassen hat. Ihre große Liebe Luke hat in jener tragischen Nacht etwas Unverzeihliches getan – und Emery hat alles beobachtet. Um sein dunkles Geheimnis zu bewahren und ihn zu beschützen, hat sie alle Brücken hinter sich abgebrochen.

Nun zwingt sie der Tod ihrer Gran zur Rückkehr in die Kleinstadt. Als sie Luke gegenübersteht, sind all die überwältigenden Gefühle wieder da. Emery will sich von ihm fernhalten, doch die Anziehung zwischen ihnen wird immer heftiger. Aber ist Luke noch der Mann, den sie einst so sehr liebte? Kann Emery vergessen, was er damals getan hat? Oder ist ihre Liebe gegen die Wahrheit machtlos?

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Linwood Barclay: Komm spielen

Sympathische Magie: Die okkulte Idee hinter „Komm spielen“

Deshalb fühlen sich manche Bücher, Gemälde oder Musikstücke „größer“ an als bloße Unterhaltung. Als würde etwas darin wohnen.

Einige Passagen wirken hier auf mich fast wie eine moderne literarische Version alter magischer Prinzipien, nur verpackt in Horrorästhetik.

Denn „Komm spielen“ funktioniert für mich persönlich deshalb so gut, weil der Horror hier nicht einfach aus einer „bösen Modelleisenbahn“ entsteht, sondern aus der zutiefst okkulten Idee, dass Dinge menschliche Essenz speichern und irgendwann ein Eigenleben entwickeln können. Darüber, wie Kunst, Erinnerung und beseelte Materie irgendwann anfangen, sich gegenseitig zu infizieren.

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Gerhard Henschel: Oma Jever

„Oma Jever“ ist kein Roman für Ungeduldige. Gerhard Henschel rekonstruiert darin das Leben einer deutschen Familie vom Nationalsozialismus bis in die Bundesrepublik der 1990er Jahre – und tut das auf eine Weise, die so eigensinnig wie herausfordernd ist. Der Text besteht größtenteils aus einer langen Aneinanderreihung von Briefen, die das Alltagsleben der Titelfigur, der Großmutter des Erzählers, in seiner ganzen ungekürzten Banalität dokumentieren.

Das ist sowohl das Programm als auch das Problem. Henschel setzt auf akribische Detailgenauigkeit: Familienfeiern, kleine Konflikte, Routinen, Gewohnheiten. Große historische Ereignisse tauchen auf, aber stets gebrochen durch die Perspektive von Menschen, die einfach weiterleben. Dieses dokumentarische Verfahren hat durchaus Kraft – wer sich für Alltagsgeschichte interessiert, findet hier ein präzise eingefangenes Zeitbild, dessen Figuren glaubwürdig und oft liebevoll-ironisch gezeichnet sind.

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Thommie Bayer: Gern gesehene Gäste

Thommie Bayer zählt zu jenen Autoren, in deren Romanen man zu Teilen immer irgendeinen Bezug zum Verfasser vermuten kann. Hier nun erfährt man so einige Interna aus dem Literaturbetrieb.

Von folgenden vorangegangenen Romanen sind weitere Besprechungen von Thommie Bayer in unserem Portal zu finden:

Die kurzen und die langen Jahre
Das innere Ausland
Das Glück meiner Mutter
Einer fehlt

Diesmal geht es um den Werdegang des jungen Matteo. Als eher introvertiertes Kind hatte er keine Freunde, obwohl seine Mutter, eine Buchhändlerin, alles versuchte, um ihm Freundschaften zu ebnen. Das Gefühl, Außenseiter zu sein, belastete ihn als Kind. Später konnte er sich gut mit der Situation arrangieren. Zudem fand er früh einen Zugang zu Büchern, womit er Vieles kompensierte.

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Chelsea Abdullah: Der Aschefeuerkönig

Willkommen zurück in einer farbenprächtigen Welt, die uns an den Orient aus Tausendundeiner Nacht erinnert.

Der Mittelband der geplanten Trilogie setzt nahtlos an die Geschehnisse des Auftakttitels an. In zwei parallel laufenden Handlungssträngen erzählt uns Abdullah ihre Mär von Dschinn, Königen, Zauber und Verrat weiter.

Loulie al-Nazari, Prinz Mazen und der Dschinn Rijah finden sich nach den Ereignissen des ersten Bandes im versunkenen Dschinn-Reich wieder. Dieses Reich, das dereinst von einem Ifrit, den mächtigsten der Dschinn, unter dem Sand verborgen und in vermeintliche Sicherheit gebracht wurde, steht kurz vor dem endgültigen Kollaps. Städte zerfallen, magische Schutzmechanismen versagen, und rivalisierende Fraktionen ringen um Macht. Während sie noch versuchen, einen Weg zurück in ihre eigene Welt zu finden, geraten Loulie und Mazen immer tiefer in einen uralten Konflikt zwischen verschiedenen Dschinn-Gruppen. Dabei werden sie erpresst, alte Rätsel und sagenumwogene Zauberutensilien zu suchen, um das Reich so entweder zu retten oder seinen Untergang zu beschleunigen.

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Sybille Baecker: Tod in den Highlands

Ein Krimi um Whisky und schöne Landschaft, mit viel Lokalkolorit und Wissensvermittlung über Herstellung, Brennen, Geschmack und Besonderheiten von schottischem Whisky. Wer sich also für Whisky interessiert, der kommt auf seine Kosten.

Alison Dexter, die es ganz gut brauchen kann, einen Fall zu übernehmen, mit dem ihr Name als Privatermittlerin ein bisschen bekannter wird, soll herausfinden, wer es geschafft und gewagt hat, einen edlen Whisky einer renommierten Destillerie in den schottischen Highlands nicht nur zu fälschen, sondern auch bei einer Auktion mit dieser Fälschung in der markanten, typischen Flasche eine gute Stange Geld zu erzielen. Alison hat, wenn sie auf ihr Konto schaut, keine andere Wahl als den Auftrag anzunehmen, zumal die Brennereibesitzerin verspricht, nicht knauserig mit dem Honorar zu sein, aber von Whisky hat sie leider kaum Ahnung.

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Christoph Peters: Entzug

Der deutsche Schriftsteller Christoph Peters (Jahrgang 1966) studierte Malerei und veröffentlichte 1999 seinen ersten Roman „Stadt Land Fluß“. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Am 18. März 2026 erschien im Luchterhand Literaturverlag Christoph Peters’ neuestes Buch „Entzug“ mit einem von ihm gemalten Motiv auf dem Cover.

Mit Alkohol oder …

„Entzug“ von Christoph Peters ist ein autofiktionaler Roman. Der Protagonist ist Schriftsteller und trägt den Namen des Autors: Christoph Peters. Er ist der Ich-Erzähler der Geschichte. Und die hat es in sich. Sie besteht aus zwei Kapiteln. Das erste, kürzere mit dem Titel „Trinken“ ist für mich als Leserin das beeindruckendere. Das zweite Kapitel „Nicht trinken“ beschreibt den „qualifizierten“ Entzug der Hauptfigur in einem Berliner Krankenhaus.

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Alexandra Flint: Mont Lacroix: Longing for Lelibeth

Worum geht es?

Für die angehende Hotelmanagerin Lelibeth ist das prachtvolle Mont Lacroix nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ihr wahres Zuhause. Um ihren Wert im Familienbetrieb endgültig unter Beweis zu stellen, plant sie ein gewagtes Projekt: Die erste exklusive Hochzeit in der Geschichte des Hauses. Doch der Plan gerät ins Wanken, als alle Floristen absagen. Die Rettung – oder der Untergang? Noah Benz. Er ist talentiert, sieht unverschämt gut aus und macht keinen Hehl daraus, dass er von Lelibeths Hochzeitsplänen absolut nichts hält. Während es zwischen den beiden gewaltig knistert, hütet Noah ein Geheimnis, das alles zerstören könnte: Er ist der Sohn des größten Konkurrenten.

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Leonie Swann: Widdersehen

Ein neuer Schafskrimi – absolut gelungen, herrlich komisch und dabei auch noch tiefgründig

Endlich die Fortsetzung der erfolgreichen Schafskrimi-Reihe von Leonie Swann. Und der neue Band steht dem Beginn in nichts nach – allerdings hätte es nicht geschadet, wenn ich die ersten Romane „Glenkill“ und „Garou“ noch einmal gelesen hätte, bevor ich in „Widdersehen“ eingestiegen bin. Obwohl man das neue Buch auch ganz wunderbar versteht, ohne die ersten Bände zu kennen.

Die Schafherde mit ihrer Schäferin Rebecca ist zurück aus Europa, angekommen wieder auf ihrer alten Weide. Doch zu ihrem Entsetzen grasen dort drei neue Schafe, mit den poetischen Namen Eins, Zwei und Drei. Und nicht nur das, kaum angekommen, verschwindet Rebecca, nachdem sie eine ominöse Nachricht erhalten hat.

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Esther Schüttpelz: Grüne Welle

Eine Frau befindet sich auf dem Heimweg nach einem Kinoabend mit ihrer ältesten Freundin. Durch eine Baustelle verpasst sie die richtige Autobahnauffahrt und fährt einfach immer weiter. Ohne anzuhalten, ohne Plan, ohne funktionierendes Handy. Was ist geschehen, warum wendet die Frau nicht einfach? In diesem außergewöhnlichen Roadtrip entwirft Esther Schüttpelz eine faszinierende Geschichte um eine Frau, die im wahrsten Sinne des Wortes am Scheideweg steht.

Verdichteter Plot mit Sogwirkung
Es gibt Bücher, die entfalten von der ersten Seite an einen gewissen Sog. So ein Buch ist „Grüne Welle“. Dies ist auf die Verdichtung von Raum, Zeit und Handlung zurückzuführen. Der Großteil der Geschichte spielt in einem Auto, die ganze Story umfasst gerade einmal 23 Stunden, aber während dieses Tages tut sich viel – und auch wieder nicht. Die räumliche Bewegung, ganz allein ins Ungewisse zu fahren, setzt in der Frau etwas in Gang. Sie ist gezwungen, sich den Schattenseiten ihres Lebens zu stellen. Von diesen gibt es eine ganze Menge.

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