Natalie Labarre und Gosia Herba: Penicillin und andere unglaubliche Missgeschicke, von denen du (wahrscheinlich) noch nie gehört hast 

Dieses Buch steckt voller Missgeschicke und Überraschungen, denn Fehler gehören ebenso zum Leben wie Erfolge. Vor allem muss sich niemand über Missgeschicke ärgern oder schämen.

Hier erfahren kleine und große LeserInnen von vielen Fehlern, aus denen sogar geniale Erfindungen resultierten. Manche dieser Fehler, die einst gemacht wurden, können heute sogar Leben retten, wie das Medikament Penicillin, um das es unter anderem geht. Weiter lesen wir, wie durch Fehler in der Küche unter anderem Kartoffelchips entstanden oder wie der elfjährige Frank das Eis am Stiel erfand. Es geht aber auch um musikalische Missgeschicke, um Fehler in der Kunst, um wertvolle und teure Fehler. Wir erfahren von Ideen, die schiefgingen, wie dem ersten Flugversuch. Weiter, wie aus einem missglückten Experiment das erste Streichholz entstand, oder wie der Klettverschluss und wie Klebezettel erfunden wurden. Die Liste der unglaublichen Erfindungen ist lang. Die Erläuterungen dazu lassen staunen und lesen sich humorvoll.

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Markus Orths Sarah Garbers: King Karnickel: Die Suche nach dem Druftenschaf

King Karnickel, der 27. seiner Art, ist ein ganz besonderer König: Ein Kaninchen-König eben, mit langen Ohren, klein und pfiffig, und Herrscher über das Land Vergissmeinnicht. Warum das Land so heißt, hat er leider vergessen, aber das ist nicht weiter schlimm – er kennt eigentlich weder sein Land noch seine Untertanen. Er nimmt aber mal an, dass er welche hat.

Eigentlich heißt er auch nicht King Karnickel, sondern hat eine ganze Menge sonderbarer Vornamen, die sich kein Mensch merken kann. Deshalb heißt er einfach „King Karnickel“. Er lebt mit seinem Butler Lothar, einem Kuschelhuhn, in seinem wunderbaren Schloss und hat nicht viel zu tun, wie er selbst sagt. Jeden Morgen muss er seinen Butler wecken, sie machen gemeinsam das immer gleiche Frühstück und regieren ein paar Minuten. Das bedeutet, dass sie feststellen, sich in keinem Krieg zu befinden und dass die Untertanen wohl glücklich sind. Danach haben sie Zeit zu spielen – in einem riesigen Spielzimmer, jeden Tag mit anderen Spielsachen, bis sie eines Tages kein neues Spielzeug mehr haben.

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Rüdiger Bertram, Mateo Dineen: Ninas Monster: Falsch geliefert


Die meisten Kinder kennen die Vorstellung von Monstern unter dem Bett. Nina dagegen hat ein ganz anderes Problem: Sie wünscht sich sehnlichst ein Beschützer-Monster an ihrer Seite. Schon dieser Perspektivwechsel macht Ninas Monster – Falsch geliefert zu einem erfrischenden Kinderbuch, das bekannte Motive auf dem Kopf stellt. Wer eine warmherzige, fantasievolle Geschichte mit viel Witz, liebenswerten Figuren und charmanten Illustrationen sucht, dürfte hier gut unterhalten werden.

In Ninas Welt lassen sich Monster ganz unkompliziert aus einem Katalog bestellen. Doch wie der Titel bereits verrät, läuft nicht alles nach Plan. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es geht um Wünsche, enttäuschte Erwartungen, Freundschaft und darum, aus unerwarteten Situationen das Beste zu machen. Deshalb finde ich das Buch besonders geeignet für Grundschulkinder und für Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern lachen möchten.

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Christine Paxmann, Cornelis Jettke: Was Kacke alles kann: Warum ein Häufchen mehr ist als stinkender Abfall

Auch wenn man es in der Regel ja eher vermeidet, über „Kacke“ oder „Sch…“ zu reden, hier wird’s zum Thema. Es geht „um die Wurst“ und darum, dass dieser Abfall, den unser Körper täglich produziert, weil er ihn nicht braucht, durchaus nützliche Aspekte hat und in der Geschichte der Menschheit durchaus eine Rolle gespielt hat. Zum Beispiel, um Ofen oder Herd zu heizen, Häuser abzudichten oder auf andere Art weiterverwertet zu werden.

Insgesamt 24 Kapitel widmen sich dem, was „mehr ist als stinkender Abfall“. Der Blick in die Geschichte führt unter anderem von den Abortgruben, die oft neben den Brunnen lagen, weshalb das Wasser häufig verseucht war und es zu schlimmen Krankheiten und Epidemien gekommen ist, zur Geschichte der Kanalisation und damit der Verbesserung der Hygiene und Gesundheit bis zur Raumfahrt, zum Klimawandel und dem, was jeder Einzelne tun kann, um „jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten“.

Ein liebevoll getextetes Kinder-Sachbuch, das mit sehr schön gestalteten Illustrationen veranschaulicht, worum es im jeweiligen Kapitel geht. Das macht es Kindern leichter, den kurz gehaltenen Texten zu folgen, aber auch den Erwachsenen einfacher, Kindern, die noch nicht selbst sicher lesen können, zu erklären, worum es jeweils geht. Das Buch richtet sich an Kinder ab 8 Jahren, ist aber durchaus auch für Erwachsene interessant. Vom Mittelalter bis zur Raumfahrt-Technologie werden die unterschiedlichsten Aspekte und Themen angesprochen und erklärt, Zusammenhänge verdeutlicht und erläutert. Begriffe, die sich vielleicht nicht gleich erschließen, werden am Ende des Buches in einem ausführlichen Glossar noch einmal aufgegriffen.

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Daniela Drescher: Aquamarinchen

Aquamarinchen, das ist eine Meerjungfrau, die gemeinsam mit ihrem Freund, dem Seehund Homer, unter und über Wasser in zauberhafte Welten entführt. Seepferdchen, ein Oktopus, eine  Schildkröte und ein Wal kreuzen ihre Wege, am Ende ist es bei funkelndem Sternenglanz, der sich auf den Wellen des Meeres bricht, Zeit, schlafen zu gehen.

Empfohlen ab 2 Jahren ist es eine wunderschön gestaltete Gutenachtgeschichte; die für Dreschers Stil minimalistisch und dennoch lebhaft gehaltenen Bilder lassen sich aber auch alleine durchblättern, die dickeren Pappseiten ideal für neugierige Kinderhände. Es ist genau richtig viel los, um für einen Bilderbuchanfänger nicht überfordernd und gleichzeitig detailreich und spannend zu sein.

Die Illustrationen sind ruhig, liebevoll und wie immer bei Drescher ein wenig magisch. Die beruhigenden Blautöne haben sich selbst auf mich als Erwachsene positiv ausgewirkt (sicher auch aufgrund der kühlenden Farben in der aktuellen Hitzewelle); als Kind hätte ich, dessen Lieblingstiere unangefochten bis heute Seehunde sind, das Buch geliebt!

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Cecilia Davidsson, Alex Haridi, Maya Jönsson: Die Mumins und der verbotene Park

Es ist Mittsommernacht. Ganz nach skandinavischem Brauch sind Mumin, der Schnupferich und die Kleine Mü unterwegs, um neun Blumen zu sammeln, denn legt man diese in dieser Nacht unter das Kopfkissen, werden die Träume wahr. Doch was ist das? Plötzlich stehen sie vor dem Eingang zu einem Park. „Betreten verboten“ steht da, und das ist bei Weitem nicht alles, was in dem seltsamen Park verboten ist, wie sie bald herausfinden müssen: Man darf nicht im Sand buddeln, nicht laut lachen, den Rasen nicht betreten und keine Pfeife rauchen.

Die drei sind davon wenig angetan und fassen einen Entschluss: Weg mit den Verboten!

Die Mumins von Tove Jansson sind eine Institution; dieses Bilderbuch, das sich an einer Erzählung der Autorin orientiert, versucht, die Magie der herzerwärmenden Troll-Geschichten wieder aufleben zu lassen. Die Illustrationen sind großartig, stark in der Ausdruckskraft, lustig und detailliert; Maya Jönsson bleibt bewundernswert authentisch an den Originalzeichnungen und erschafft trotzdem etwas ganz Eigenes. Davidsson und Haridi hingegen meistern den schriftstellerischen Part des Bilderbuches nicht ganz so souverän.

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Theresa Bell: Sepia und der Fluch des Tintendrachen

Willkommen zurück in Flohall – jener Stadt, in der Schneider, Künstler und nicht zuletzt Buchliebhaber und Buchdrucker leben und wirken. Schon zweimal mussten drei Lehrlinge ihre Heimat vor düsteren Mächten retten. Nun jedoch scheint die Lage ernster denn je! Ein unheimlicher Nebel breitet sich in den Gassen aus, verschlingt Häuser, lässt Bücher und Tintenwesen zu Staub zerfallen und bedroht schließlich auch die Menschen.

Schnell wird klar, dass die Ursache nicht aus dieser Welt stammt. Um Flohall zu retten, müssen die drei erneut aufbrechen, die legendäre Drachenschuppe des Tintendrachen finden und das Rätsel um eine Pforte in eine fremde Welt lösen. Dort warten Vögelmenschen, Dämonen und zahlreiche weitere Gefahren – und nicht jede Herausforderung wirkt dabei wirklich neu …

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Ferdinand von Schirach: Alexander

Ein wunderschön erzähltes, warmherziges Kinderbuch, das auch Erwachsene sofort anspricht und zum Nachdenken anregt. Ein modernes Märchen über die Werte des Zusammenlebens, klar und kindgerecht geschrieben, sehr bildhaft und mit federleicht wirkenden, teils farbigen Zeichnungen des Autors veranschaulicht. Die Geschichte von Alexander, der ausgeschickt wird, um herauszufinden, wie man zusammenleben und auf Dauer Kriege vermeiden kann, was „gerechte Gesetze“ sind, sollte eigentlich jeder gelesen haben.

Was sind „gerechte Gesetze“, was braucht es, damit es nie wieder Krieg und Tyrannei gibt? Auf diese Fragen soll Alexander, der Junge aus Kaliste, innerhalb von sieben Tagen Antworten finden. Die Bewohner der schönen Stadt am Meer möchten nie wieder einen Krieg erleben wie den, den ihr tyrannischer König gerade angezettelt hatte und bei dem viele ihre Liebsten, ihre Häuser, ihr Hab und Gut verloren haben. Doch wie geht das? Wer kann das herausfinden? Es wird beratschlagt und entschieden, dass Alexander, der selbst den Vater verloren hat und dessen Haus abgebrannt ist, auf die Reise gehen soll, um Antworten zu finden. Ein Kind soll es sein, weil Kinder unvoreingenommen, offen und ehrlich sind, zuhören und nicht beschönigen.

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Gerda Raidt: Klassenbuch: Wer gewinnt im Spiel des Lebens?

In diesem Buch geht es um gesellschaftliche Bildung, soziale Gegensätze und allgemeine Klassifizierungen im nahen und erweiterten Lebensumfeld. Es beschreibt den Lebensweg von der Geburt über die Schulzeit und die Berufsfindung bis hin zur Einordnung in die Gesellschaft.

Kindgerecht werden große und kleine Unterschiede dargestellt, die verdeutlichen, dass wesentliche Grundsteine für die weitere Entwicklung häufig bereits in der Familie gelegt werden. In manchen Familien herrschen ähnliche Strukturen, in anderen gelten ganz unterschiedliche Regeln und Vorgaben. Auch jüngere Kinder nehmen das schnell wahr und lernen daraus. Ganz nonchalant wird aufgezeigt, welche Kinder ohne eigenes Zutun bevorteilt sind und wer sich von Anfang an stärker anstrengen muss. Äußerlichkeiten, Besonderheiten in der sprachlichen Ausdrucksweise und entsprechendes Verhalten verdeutlichen soziale Unterschiede. Auch bei Wohn- und Freizeitgestaltung registrieren Kinder Gegensätze. Die beschriebenen Situationen zeigen Zugehörigkeiten mit hohem Wiedererkennungswert, aber auch Gegenteiliges oder Fremdartiges und Ungewöhnliches.

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Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 20: Bock auf Party?

Es ist inzwischen schon so etwas wie eine Tradition: Kurz vor Weihnachten kommt die neue Ausgabe von Gregs Tagebuch auf den Markt. Seit 20 Bänden (und einigen Spin-offs) kommen besonders junge Leser durch Greg ans Lesen. Weil es nicht nur Text hat, sondern auch Bilder, die etwas aussagen. Weil es leicht lesbar ist. Weil es witzig ist. Weil es aus dem Leben eines Teenagers gegriffen ist, obwohl Jeff Kinney schon lange keiner mehr ist.

Dieses Buch beginnt mit einer großen Enttäuschung: Seine Familie hat Gregs Geburtstag vollkommen vergessen. Obwohl Greg von seinen Geschenken in den letzten Jahren nicht immer überzeugt war und das mit dem automatischen Wunscherfüllen irgendwie nicht klappen will, freut er sich doch auf den Tag. Nur ist seine Mutter aktuell viel zu sehr mit dem Kuchenbackwettbewerb beschäftigt, um an ihn zu denken. Dabei hat er dieses Jahr einen besonderen Wunsch: eine extrem seltene Sammelkarte.

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