Rick Riordan: Percy Jackson 06: Der Kelch der Götter

Da sind wir wieder – gestatten, dass ich mich erneut vorstelle (ich weiß ja, dass ihr alle mich schon kennt, aber Höflichkeit und so weiter) Percy Jackson der Name, Halbgott, Sohn von Poseidon und mehrfacher Weltenretter.

Das hilft mir nur leider nicht sonderlich viel, wenn ich auf das College in Neu-Rom gehen will. Zeus hat entschieden, dass er mich nur zulässt, wenn ich ihm neben dem Abschlusszeugnis (auch so ein gewisses Problem) auch noch drei Empfehlungsschreiben von Göttern präsentiere.

Eigentlich kein Problem sollte man meinen, ich habe ja für die vom Olymp schon oft genug die Kohlen aus dem Feuer geholt, nur dass ich für jedes Schreiben einen neuen Einsatz leisten muss!

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Claire Keegan: Reichlich spät

Die Frau in den Augen eines Mannes – erschreckende Erzählung aus Irland

Die Bücher dieser irischen Autorin sind immer etwas ganz Besonderes. Bei ihr sitzt jedes Wort, jedes Bild ist präzise gewählt, jeder Satz eine Aussage, die in Erinnerung bleibt.

Das gilt natürlich genauso für dieses neue schmale Bändchen, das nicht mehr ist als eine Erzählung. Gerade einmal 55 mit großer Schrift bedruckte Seiten umfasst diese Geschichte, in der es um einen Mann und sein Frauenbild geht.

Wir begleiten diesen Mann auf dem Weg in seinen Feierabend, folgen seinen Gedanken während der Busfahrt, beobachten ihn beim Essen und Trinken. Und wir erleben seine Erinnerungen an die Frau, die er eigentlich an diesem Tag heiraten wollte.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Charlotte Jacobi: Blütenweiße Träume

„Onkel Hugo hat mir erzählt, dass ihr an etwas forscht, das meiner Oma beim Waschen hilft. Damit sie nicht mehr so schrumpelige Hände hat.“ …. „Es heißt Natriumperborat, zusammen mit dem Natriumsilikat, das ist das Wasserglas, das Fritz Henkel senior früher verkauft und damit seine Firma begründet hat, sowie Soda und Seife entsteht eine Mischung, die dafür sorgt, dass die Wäsche ganz von selbst sauber wird.“
„Wasserglas“ das war für mich bisher ein Glas, aus dem man Wasser trinkt.

Dass das auch ein Begriff in der Chemie ist, habe ich in diesem Roman über die Familie Henkel und die Entstehung des  Waschmittels „Persil“ erfahren. Genau wie ich einiges gelernt habt über die Herkunft des ein oder anderen Begriffs, zum Beispiel: blaumachen. „Blaumachen“ ist ein Begriff, der beim Stoffe färben entstanden ist. Damit die Stoffe, die vorher mit möglichst alkoholhaltigem Urin gefärbt worden waren (ja, wirklich mit Urin! Der übrigens auch zum Waschen genutzt wurde), blau wurden, mussten sie in der Sonne trocknen. In dieser Zeit hatten die Färber Pause und konnten „blaumachen“.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ann Leckie: Der Rabengott

Willkommen im Königreich Iraden. Hier sind die Büger sicher, werden sie doch von dem Rabengott und seinem menschlichen Statthalter geschützt. Stirbt der Rabe – nicht der Gott, das versteht sich ja von selbst, sondern seine Personifizierung – dann muss der Statthalter ebenso sterben und sein Nachfolger übernimmt zusammen mit einem neuen Raben das Amt. Man kann sich vorstellen, dass die Bewerbungen für das Amt nicht eben deren viele sind, zumeist rekrutieren sich die Statthalter aus einer Familie, die Nachfolger werden zeit ihres Lebens auf ihre Tätigkeit vorbereitet.

Mawat ist der nächste Nachfolger. Zunächst verdiente er sich an der Grenzen zum aggressiven Nachbarreich Meriten, jetzt kehrt er, begleitet von seinem Freund Eolo, in die Hauptstadt Vastai zurück – nur um zu sehen, dass sein Vater verschwunden und sein Oheim auf seinem Platz sitzt!

Das ist etwas, das er weder begreifen noch akzeptieren kann. Als Eolo dann im Turm der Raben noch auf ein Geheimnis stößt, wird es so richtig interessant …

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Andreas Wagner: Wie Treibgut im Fluss

Bewegender Familienroman über weniger bekannte historische Begebenheiten

Ein Roman um Freundschaft und Trennung, um Tradition und Religion, um Aufbegehren und Unterordnen und um Familie und ihre Generationen.

Tief in die Vergangenheit blickt Ich-Erzähler Niklas, um die Geschichte seiner Familie zu ergründen. In der unausgesprochenen Hoffnung, dass sie ihm hilft, sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen, seinem Sohn ein guter Vater zu sein.

Vor fast 300 Jahren beginnt die Geschichte, sie beginnt mit den armen Bauern im Hunsrück, die einer Schimäre nachjagen, als sie davon träumen, nach Amerika auszuwandern, nach Pennsylvanien. Gegen den Willen seiner Frau Catharina schließt sich Peter der Auswanderergruppe an. Doch sie kommen nicht weit. Die Niederlande lassen die Menschen nicht einreisen, nicht durchreisen zum Hafen. So landen sie am Niederrhein, können nicht vorwärts und nicht zurück, beginnen hier zu siedeln.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Blaise Hofmann: Die Kuh im Dorf lassen

Blaise Hofmann wurde 1978 in der französischsprachigen Schweiz geboren. Seine Eltern waren Bauern. Er hat über zehn Bücher geschrieben und unterrichtet am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, aber immer wieder zieht es ihn zurück in die Landwirtschaft. In seinem neuesten Werk „Die Kuh im Dorf lassen oder die Herausforderungen einer nachhaltigen Landwirtschaft in der Schweiz“ macht er sich Gedanken darüber, was sich in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Oftmals nicht zum Guten. In Hofmanns Buch steckt viel Herzblut. Er lässt keinen wunden Punkt unerwähnt, lässt kein kritisches Thema aus. Die Verschuldung der Bauern wird skizziert, ihr Faible für riesige Landmaschinen, die man nur schwer reparieren kann. Die Einsamkeit der Bauern wird angesprochen. Es gibt nur mehr wenig von ihnen in den Dörfern und die sitzen tagelang alleine auf dem Traktor.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

T. J. Klune: Die Außergewöhnlichen

Nick Bell ist sechzehn – kein wirklich einfaches Alter, das wissen alle, die diesen Meilenstein bereits hinter sich gelassen haben. Nick aber hat es noch schwerer, als seine Altersgenossen.

Seine Mutter ist tot, sein Dad bei der Polizei – und er hat mit 15 sein Coming-out gehabt. Ja, Nick ist schwul – eigentlich hat sein Vater wirklich gut und verständnisvoll reagiert, nur, dass er gleich auf geschützten Sex zu sprechen kam, war ja aber auch so etwas von peinlich!

Nick wohnt in Nova City, einer Stadt, in der sich zwei Superhelden gegenseitig jagen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Susanne Esser: Fräulein Liebe und das Glück der Bücher

Lassen Sie sich von Titel und Cover nicht irritieren. Auch wenn es nach seichtem Roman klingt, ganz so ist es nicht. Klar, es ist ein Roman, die Inhalte überwiegend fiktiv, aber dennoch basierend auf realem Hintergrund. Die Autorin selbst ist gelernte Buchhändlerin, was erklärt, dass eine Buchhandlung der wichtigste Ort des Geschehens ist. Mal ein ganz anderer Hintergrund für eine Geschichte, die mehr ist als die Romanze zwischen zwei jungen Leuten.

Geschildert wird das Schicksal einer jungen Frau, die bei einem Bombenangriff auf Berlin ihre komplette Familie verliert und plötzlich vor dem Nichts steht. Wenige Tage zuvor hatte sie sich verlobt, aber Alfred musste unmittelbar danach an die Front. Bei seiner Familie findet Eva zunächst eine Unterkunft. Als allerdings die Nachricht kommt, dass Alfred gefallen ist, setzt sein Vater Eva vor die Tür. Die Eltern wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben. Wohin jetzt? Die einzige Verwandtschaft, die Eva noch hat, kennt sie so gut wie gar nicht, sie weiß lediglich, dass Onkel August eine Buchhandlung in Andernach betreibt. Ganz auf sich allein gestellt macht Eva sich auf den gefährlichen Weg an den Rhein, vorsichtshalber in Männerkleidung und mit kurz geschnittenen Haaren.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Cecilia Rabess: Alles gut

Turbulente Liebesgeschichte aus der Welt der Finanzhais – nicht das Besondere, das man erwartet

Am Ende ist dieser Roman auch nur eine Liebesgeschichte, mit dem üblichen Hin und Her, den Missverständnissen und aufgeblähten Problemchen – nicht unähnlich den Büchern von Ali Hazelwood, wenn auch ohne deren ausschweifende Sexszenen.

Der Unterschied ist lediglich, dass hier die Protagonistin eine Schwarze Frau ist, die eine für Leute ihrer Hautfarbe und für ihr Geschlecht unübliche Karriere anstrebt. Und somit, auch das wenig überraschend, mit den üblichen Schwierigkeiten, Vorurteilen und männlichen Überheblichkeiten zu kämpfen hat.

Jess begegnet an ihrem ersten Arbeitstag bei Goldman Sachs ihrem ehemaligen Studienkollegen Josh wieder. Dieser, obwohl er zunächst mal keine wesentlich andere Ausbildung hat als sie, bekommt mehr Unterstützung, wird gefördert, ergattert die wichtigen und großen Aufträge. Während ihr wenig mehr als Sekretärinnentätigkeiten zugewiesen werden.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Mareike Fallwickl: Und alle so still

Die österreichische Schriftstellerin Mareike Fallwickl (Jahrgang 1983) hat 2022 mit ihrem Roman „Die Wut, die bleibt“ ein sehr erfolgreiches Stück Gegenwartsliteratur geschaffen. Nun erschien am 16. April 2024 „Und alle so still“ bei Rowohlt Hundert Augen. Es knüpft an ihren letzten Roman an, ist jedoch noch ein Stück radikaler und aufwühlender.

Mareike Fallwickl stellt in „Und alle so still“ drei Protagonisten in den Mittelpunkt ihrer Geschichte. Zunächst ist da die Anfang zwanzigjährige Elin, die mit ihrer Mutter Alma in einem Wellness-Hotel lebt, das von ihrer Mutter gemanagt wird. Elin selbst ist erfolgreiche Influencerin mit 1,2 Millionen Followern. Allerdings macht ihr das Leben auf Social Media immer mehr Stress. Sie hat Sex mit zahllosen Männern. Einer davon fickt sie ohne Kondom. Fortan begleitet sie die Furcht vor einer Schwangerschaft.

Nuri ist neunzehn, hat die Schule abgebrochen und schlägt sich als Fahrradkurier, „Bettenschubser“ im Krankenhaus und nachts als Aushilfe in einer Bar durch. Er wohnt bei seinen Eltern, die in Sprachlosigkeit und Schweigen versunken sind.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: