Penelope Douglas: Corrupt: Dunkle Versuchung

Rika zieht zum Studieren in die Großstadt, das erste Mal im Leben ist sie auf sich alleine gestellt. Was sie nicht ahnt ist, dass in der Großstadt jemand bereits auf sie wartet, es ist der Mann, in den sie schon immer heimlich verliebt ist, der sie aber immer mit Verachtung gestraft hatte. Er und seine Freunde warten seit drei Jahren darauf, Rika für das bezahlen zu lassen, was sie ihnen damals angetan hat. Michael weiß, dass Rika ihn will und beginnt ein böses Spiel mit ihr.

Ich habe gelernt, dass Dark Romance definitiv nicht mein Genre ist, ein paar Szenen in dem Buch fand ich schon ziemlich heftig. Vor allem, dass Rika sich alles gefallen ließ, störte mich. Der Großteil des Buches ist langatmig oder einfach nur anstrengend. Mehr als einmal habe ich mich schwergetan mit der Geschichte, und ich werde die Reihe auf keinen Fall weiter verfolgen. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, sodass man die Charaktere besser kennenlernen konnte und auch die Hintergründe besser verstehen konnte.

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Vera Buck: Das Baumhaus

Vera Bucks neuer Thriller „Das Baumhaus“ hat bereits vor seiner Veröffentlichung hohe Erwartungen geweckt. Doch hält er, was er verspricht?

In unserer neuen Doppel-Rezension nehmen wir das Buch aus zwei verschiedenen Lese-Blickwinkeln unter die Lupe.

Während unsere Rezensentin Olivia Grove die Spannung vermisste und sich durch Nebenerzählstränge verloren fühlte, sieht Renate Müller Potenzial, das jedoch durch überkonstruierte Elemente und schablonenhafte Charaktere getrübt wird.

Rezension von Olivia Grove:

Suspense aller erster Klasse? Für mich definitiv nicht.

„Bullerbysyndromet“. So nennt man die überzogene Liebe der Deutschen zum idyllischen Heile-Welt-Schweden. Einem Schweden, das sich direkt aus Kindergeschichten speist.“ (S. 32)

Vera Bucks neuer Thriller „Das Baumhaus“ verspricht einen idyllischen Urlaub in Schweden, der sich schnell in einen Albtraum verwandeln soll.

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Eleanor Elliot Thomas: Das Gegenteil von Erfolg

Es ist einfach zu köstlich, mitzuerleben, wie zwei Freundinnen unaufhaltsam auf die größten Katastrophen ihres Lebens zusteuern. Sämtliche Versuche das Unglück abzuhalten, sind absolut kontraproduktiv und befeuern die Probleme eher. Könnte allerdings auch an den gewählten Methoden liegen. Denn weder Alkohol noch Affären, weder modische Jumpsuits noch eine erfundene „Schamkrebs“-Erkrankung, weder übereifrige Streberkollegen noch militante Klimaaktivsten tragen zur Deeskalation der Sachlage bei.

Selten war Scheitern witziger!

Eigentlich sollte es der Tag des Triumphs für die 38-jähriger Australierin Lorrie werden. Die zweifache Mutter hat zwar mit einigen Pfunden zu kämpfen, doch sie hat einen Mann, der sie liebt, zwei bezaubernde Töchter und nun auch noch eine Beförderung als Teamleiterin bei der Stadtverwaltung in Aussicht. Zudem soll heute Abend ihr Projekt „Green Cities“ eingeweiht werden – großflächige Dachbegrünungen auf dem Glup Center for Contemporary Art. Das Gebäude gehört einem nicht ganz unumstrittenen Öl-Magnaten, Multimillionär und Mitsponsor des Projektes. Leider entwickelt sich der schicksalsträchtige Tag ganz anders, als erwartet.

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Leonie Schöler: Beklaute Frauen

Haben Sie schon mal was von Clara Immerwahr, Cécile Vogt, Mileva Maric gehört? Wahrscheinlich eher nicht. Schade eigentlich, denn diese und eine Unzahl anderer Frauen sollten eigentlich mindestens so bekannt sein wie die Männer, mit denen oder für die sie gearbeitet, geforscht haben oder künstlerisch tätig waren. Bis zum 20. Jahrhundert wurden Frauen leider in der Regel belächelt und nicht für fähig gehalten, eigenständig zu denken, geschweige denn Großes zu leisten.

Weder in der Wissenschaft, noch in der Kunst. Pablo Picasso z.B. sprach den Frauen dieses Können ganz offen ab, ließ sich aber gerne von ihnen inspirieren oder nutzte sie als Muse. Ebenso Karl Marx, der seine Familie entsprechend „ausnutzte“. Bertolt Brecht arbeitete intensiv mit Elisabeth Hauptmann zusammen, einer jungen Schriftstellerin, die als seine Assistentin arbeitete und ihn auf die „Beggar’s Opera“ aufmerksam machte und die sie dann für ihn übersetzte. Auf der Übersetzung dieser Gesellschaftssatire basierte dann die „Dreigroschenoper“.  Elisabeth Hauptmann erhielt für ihre Mitarbeit ein Honorar, ihre inhaltliche Mitarbeit wurde nie erwähnt. Oder Mileva Maric, die in Zürich Mathematik und Physik studierte, gemeinsam mit Albert Einstein.

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Saša Stanišić: Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne

„Bitte der Reihe nach lesen.“

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad im ehemaligen Jugoslawien geboren. 1992 flüchtete er mit seinen Eltern nach Heidelberg. Aktuell lebt Saša Stanišić mit seiner Familie in Hamburg. 2014 erhielt er für seinen Roman „Vor dem Fest“ den Preis der Leipziger Buchmesse. Für das Buch „Herkunft“ aus dem Jahr 2019 bekam er den Deutschen Buchpreis. Nun erschien am 30. Mai 2024 im Luchterhand Literaturverlag Stanišićs neuestes Werk mit dem langen Titel „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“. Darin sind zwölf Episoden, die – so die Bitte des Schriftstellers an die Leserinnen und Leser – „nach der Reihe“ gelesen werden sollen.

„Aber wo war vorne?“

Das fragt sich Gisela, „gern nur Gisel“, beim Abstellen der Gießkanne am Grab ihres Ehemannes Hermann, das sie trotz Knieschmerzen und Traurigkeit seit vier Jahren jeden Tag besucht, in der Titelgeschichte des Buches. Und auch Herr Leip, Johann Leip, der Friedhofsbesucher und Witwer mit der Schiebermütze und dem Fischgrätenjackett, kennt den Gießkannencode. Und er ist „Landesmeister von Schleswig-Holstein im Schmieren von Broten“.

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Chris Morton: Deep Sleep 02: The Whisperer

John war Teil des geheimen Projektes „Deep Sleep“. Kinder wurden als Agenten ausgebildet und dann führten sie als Schläfer ein normales Leben, bis sie benötigt und geweckt werden. Während ihres normalen Lebens wissen sie nichts von ihrer Ausbildung und einmal geweckt, kennen sie nur noch ihren Auftrag. John ist es gelungen, sich aus dieser Konditionierung zu lösen, und er arbeitet jetzt zusammen oder im Auftrag des „Whisperers“, um herauszufinden, was die alte Geheimorganisation plant und sie möglichst zu stoppen.

Sein neuer Auftrag führt ihn auf ein Frachtschiff nach Marseille und sehr bald merkt er, dass er bereits von einem feindlichen Agenten verfolgt wird. John muss ich entscheiden: Mit Connor zusammenarbeiten, versuchen ihm zu helfen oder ihn umbringen. Keine leichte Entscheidung.

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Eric Pfeil: Ciao Amore, Ciao

Musikalischer Reiseführer der besonderen Art

Sehnsuchtsland Italien. Ein Land mit 1000 Widersprüchen, denen Eric Pfeil auch mit seinem zweiten Buch nach „Azzurro“ auf musikalischem Wegen nachgeht. Ob die Liebe für Bars, Essen und Mode, der Hang zu großen Gesten, permanentem Hupen oder lautstarker Kommunikation, Italien steht für überschäumende Lebensfreude. Genauso wie für unliebsame Geschichtskapitel vom Faschismus über linksradikale Anschläge bis zu umstrittenen Persönlichkeiten wie Silvio Berlusconi oder Georgia Meloni. Von Mafia bis Gelato, von Sanremo bis Palermo, von Adriano Celentano über Ennio Morriconeund Jovanottibis Calcutta, dieses Buch ist für jeden Italienfan ein Muss! Was sich hier auf Musikfestivals und im TV tut, würden Sie nicht für möglich halten! Stets auf dem Drahtseil des guten Geschmacks tänzelnd, sind manche Darbietungen des Italo-Pop nicht nur Nostalgie, sondern Kult. Die Süße im literarischen Espresso dieses Werkes liegt zweifelsohne in Pfeils humorvoller, lautmalerischer Fabulierkunst. Wer Italien verstehen will, sollte seine Musik verstehen. Eric Pfeil erweist sich hier als überragender Guide und geleitet mit 100 alten und neuen Songs durch Italien.

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Tami Fischer: Pretty Scandalous: Heißer als Rache

Für Sarah bricht eine Welt zusammen, als ihre Zwillingsschwester nach einem Jahr Funkstille mit blauen Flecken übersät und high vor ihrer Haustür auftaucht. Payton wollte sich in New York den Traum vom Architekturstudium erfüllen, doch ihre neuen elitären Freunde haben sie zugrunde gerichtet. Wutentbrannt beschließt Sarah, sich als Payton auszugeben, nach New York zu fahren und den High-Society-Zöglingen das Handwerk zu legen. Sie ahnt nicht, wie sich in New York die Skandale und Geheimnisse häufen und welche Wahrheiten sie erfahren wird. Dann stolpert Sarah auch noch dem attraktiven Monroe in die Arme, dieser könnte weitaus mehr gefährden als nur ihre Rachepläne.

Die ganzen Intrigen, Skandale und vor allem die Wendungen, gepaart mit ein bisschen Spice hier und da, ergeben einen wundervollen Cocktail, der das Buch so gut machten.  Ich war sofort in der Geschichte drinnen und konnte das Buch schwer aus der Hand legen. An einigen Stellen wurde ich sehr überrascht. Man fragt sich während des Lesens mehr als einmal, wer nun die Wahrheit sagt und wen man vertrauen kann.

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Rebekka Eder: Hyazinthenschwestern

Alba Sonntag lebt mit ihren vier Schwestern, mit denen sie allerdings zerstritten ist, auf Gut Boxhagen, nicht weit von Berlin. Jede für sich mit eigenem Anwesen, inmitten riesiger Hyazinthenfelder. Die Familie lebt vom Verkauf der bunten Blumen, aber lediglich Alba lebt für die Anzucht und Veredelung der Blumen, das Gärtnern. Sie drückt sich gerne in der Sprache der Blumen aus, jede Blume und Pflanze hat eine ganz eigene Bedeutung, aber auch jede Farbe einer Blume kann etwas Besonderes ausdrücken. So sagen weiße Hyazinthen etwa: „Ich lieb allein die Gleichgesinnten“, die blauen: „Du bleibst mir ewig eine schmerzliche Erinnerung“, Eisenkraut meint: „Verzeih mir“, die Nelke bedeutet Liebe und Mut. Und so weiter und so fort.

Alba kennt alle Bedeutungen und nutzt sie intensiv zur Kommunikation – nicht nur mit ihren Schwestern. Die Bedeutung der Blumen spielt eine zentrale Rolle in diesem historischen Roman, der uns mitnimmt in eine schwierige, zerstrittene Familie mit einigen dunklen Geheimnissen, über die wir im Laufe der Erzählung dann mehr erfahren. Alba leidet ganz offensichtlich unter diesen

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Bonnie Leben: Eine Bonnie kommt niemals allein: Meine Leben mit dissoziativer Identitätsstörung

Es ist nur so: Die eine Welt möchte von der anderen nichts wissen.

„Wir sind nicht gefährlich oder krank. Wir sind viele, weil andere Menschen gefährlich und krank uns gegenüber waren.” (S. 158 | Delia)

Bonnies Geschichte hat mich sofort berührt, emotional gepackt. Aufgerüttelt.

„Manchmal ist die Gefahr zu verteilt, um sie an der Wurzel vernichten zu können.” (S. 48 | 46)

Sie offenbart faszinierende, erschreckende und vielschichtige Lebensrealitäten. Ihr Werk lässt uns alle tiefe Einblicke in eine Diagnose gewinnen, die für viele nur in schemenhaften Umrissen existiert. Absolut beeindruckend, wie die Bonnies aus all ihren Perspektiven ein tiefschürfendes Verständnis für diese Thematik vermitteln.

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