Matt Dinniman: Operation Bounce House: Kampf um New Sonora

Vor 200 Jahren brachen die Generationsschiffe von der Erde in die Weiten des Alls auf. Ihre Mission: der Menschheit neuen Lebensraum zu erschließen. Damals wurde nach 133 Jahren Flug auch New Sonora besiedelt; vor einigen Jahrzehnten erfolgte die Wiederanbindung an die Heimat via Transfertor, dem sogenannten Nadelöhr.

Der junge Farmer Oliver Lewis lebt hier und erwartet immer noch das einst verheißene goldene Zeitalter, das nach der Wiederanbindung an die Erde eigentlich anbrechen sollte. Stattdessen erklärt die Erdregierung die Kolonisten zu Terroristen und beauftragt den Megakonzern Apex Industries mit ihrer „Räumung“.

Apex macht daraus, nicht dumm, ein Geschäft. Wohlhabende Spieler auf der Erde dürfen eigene Kampfroboter entwerfen und diese per Fernsteuerung gegen die „Terroristen“ einsetzen. Die Invasion wird als spektakuläres Online-Spiel vermarktet – „Operation Bounce House“.

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James Corey: Der Glaube der Bestien: The Captive´s War 2

Die Autoren Ty Franck und Daniel Abraham, die nach „The Expanse“ nun unter dem gemeinsamen Pseudonym James S. A. Corey die Reihe „The Captive’s War“ veröffentlichen, setzen die Handlung des Auftaktbands vorliegend nahtlos fort.

Nach der Eroberung der Menschenwelt Anjiin – selbst eine verlorene Menschenkolonie mit geheimnisvoller Vergangenheit – durch die übermächtige außerirdische Spezies der Carryx wird ein Achtel der Bewohner gefangen genommen und versklavt. Die Aliens entführten dabei gezielt die führenden Köpfe der Gesellschaft, während jene zurückblieben, die das tägliche Funktionieren der Zivilisation sicherstellten. Die Verschleppten sollen als potenzielle Vasallen für die endlosen Expansionskriege der Carryx getestet werden.

Die Menschen sind in ihrer Rolle als Sklaven keineswegs allein. Seit Jahrtausenden unterwerfen die Carryx zahllose eroberte Spezies und pressen sie in ein erbarmungsloses Herrschaftssystem, das ganz auf den ewigen Krieg gegen die geheimnisvollen „Unsterblichen“ ausgerichtet ist.

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Sam Hughes: Wir haben keine Antimemetik Abteilung

Was wäre, wenn … – eine Frage, die die Menschheit beschäftigt, seit der erste Primat begann, Intelligenz zu entwickeln.

Was wäre, wenn es da draußen anderes, intelligentes Leben gäbe?

Was wäre, wenn es auf der Erde einst Hochzivilisationen gegeben hätte?

Was wäre, wenn das, was wir wahrnehmen, nur einen Bruchteil einer viel größeren Vielfalt auf unserem Heimatplaneten darstellte?

Doch all diese durchaus vorstellbaren Fragen reichen nicht weit genug – sonst gäbe es keine Antimemetik-Abteilungen. Denn zwischen Himmel und Erde existiert weit mehr, als wir wahrnehmen können oder wollen.

Dinge, Ideen, Konzepte von solcher Größe und Fremdheit, dass sie dem menschlichen Begreifen grundsätzlich entzogen bleiben. Vergessene Kriege gegen andere Wesenheiten. Niederlagen, an die sich niemand erinnern kann.

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Maja Lunde: Für immer

Zum Inhalt

Ein weltweiter Ausnahmezustand: kein Mensch kann mehr sterben, Krankheiten sind eingefroren und Geburten ausgesetzt. Bringt dieser Zustand auf den ersten Blick viele Vorteile mit sich, zeigen sich im Laufe der Zeit jedoch auch die vielfältigen sozialen, psychologischen, wirtschaftlichen, biologischen Nachteile, mit denen jeder Protagonist und jede Protagonistin hadert.

Rezension

Mit „Für immer“ öffnet Maja Lunde ein interessantes Gedankenspiel. Um dem Leser die gesamte Tragweite dieser Überlegung zu vermitteln, werden verschiedene Hauptprotagonisten in der Erzählung „begleitet“. Insgesamt wird das Leben der Figuren langsam erzählt, erst nach und nach entfaltet sich das eigentliche Hauptthema des Buches. Mit dieser langsamen Erzählweise kann der Leser besonders gut in die Lebensrealität der Figuren eintauchen, mit ihnen fühlen und die Situation miterleben.

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Stuart Turton: Der letzte Mord am Ende der Welt

Gibt es einen Krimi, den ich sofort kaufen würde, ohne überhaupt den Klappentext gelesen zu haben? Gibt es – so lange er von Stuart Turton stammt! Jedes seiner Bücher überzeugt, gerade weil sie so verschieden sind bezüglich Setting, Epoche und Charakteren. Turton ist kein Autor, der sich ständig reproduziert. Er erfindet in jedem Buch eine eigene Welt, die zwischen zum Nägel kauenden Krimi, Fantasy und Science Fiction angesiedelt ist. Allen gemeinsam sind atemberaubende Plot Twists, umrahmt von einer Geschichte, die uns immer wieder hinters Licht führt.

Nichts ist, wie es scheint
So auch in diesem Buch: Auf einer einsamen Mittelmeerinsel wohnen 122 Menschen oder vielmehr Überlebende einer Apokalypse. Ihre Insel ist umgeben von einem tödlichen Nebel, der den Rest der Menschheit ausgerottet hat. Geleitet wird die Insel von den drei „Ältesten“. Sie verfügen über das technische Wissen der zerstörten alten Welt. Dabei haben sie eine Zivilisation geschaffen, die einfach lebt, Landwirtschaft und Handwerk betreibt, in der die Menschen aber gleichzeitig sehr glücklich sind, jeden Tag feiern, musizieren und tanzen. Eine Welt ohne Gier und Gewalt. Bis eines Tages eine der Ältesten tot aufgefunden wird. Dieser Vorfall bringt unglaubliche Geheimnisse ans Licht, welche die Existenz der Inselbevölkerung in ein völlig neues Licht rücken.

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Jacqueline Harpman: Ich, die ich Männer nicht kannte

Produktbild: Ich, die ich Männer nicht kannte

Ein Buch, das sich in den Kopf brennt. Dieser moderne Buchklassiker aus dem Jahr 1995 wird gerade weltweit von BookTok gehypt. Völlig verständlich. Jaqueline Harpman kreiert Brutalität, ohne dass ein Tropfen Blut fließt oder körperliche Gewalt stattfindet. Sie schafft eine atemberaubende Spannung, obwohl der Handlungsspielraum der Protagonistinnen extrem eingeschränkt ist. Die Atmosphäre des Grauens funktioniert so gut, weil Harpman am größten Triggerpunkt ansetzt: der menschlichen Phantasie. Atemlos lesen wir uns durch ein postapokalyptisches Szenario um 40 Frauen, die ohne Erinnerung daran, wie sie hierher gelangt sind, jahrelang in einem unterirdischen Keller gefangen gehalten werden. Wie sie mit dieser Extremsituation umgehen, welche Dynamik sich unter ihnen entwickelt, was sie am Leben erhält: Jaqueline Harpman spielt mit Urängsten und Alpträumen. Prädestiniert durch ihren Beruf als Psychoanalytikerin hat sie eine literarische Tour de Force zu Papier gebracht, die Sie niemals vergessen werden. Gerne darf das Buch auch als feministische Hymne gelesen werden.

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Harlan Ellison (Hrsg.): Gefährliche Visionen: Phantastische Erzählungen

Wir schrieben das Jahr 1967, als in den USA ein Buch erschien, das erstmals Science-Fiction-Geschichten enthielt, die ausschließlich für eben diese Anthologie verfasst worden waren. Bis dato wurden Erzählungen zunächst in Magazinen publiziert; die „Zweitauswertung“ erfolgte anschließend durch die Aufnahme in Anthologien.

Nun also ging der frühere Edel-Fan und spätere Autor Harlan Ellison einen anderen Weg.

Sein Ziel war schlicht und einfach, die besten zeitgenössischen Autoren dazu zu animieren, ihm eine neue, zeitgemäße Story zur Verfügung zu stellen – und dazu noch ein kurzes Nachwort zu verfassen.

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Kali Wallace: Dead Space

Alles begann damit, dass eine wissenschaftliche Expedition zum Titan von Terroristen sabotiert wurde. Die allermeisten Wissenschaftler und alle Terroristen kamen dabei ums Leben, die wenigen Überlebenden benötigten teure medizinische Behandlung.

Seitdem ist Hester Marley, die durch den Anschlag ein Auge und einen Arm verlor, bei Parthenope Enterprises, die ihre Behandlung bezahlt haben, hoch verschuldet. Sie unterschrieb einen Fünfjahresvertrag. Statt KIs zu entwickeln, dient sie nun auf einer abgelegenen Raumstation als Security-Offizierin.

In dieser Funktion erfährt sie, dass ein weiterer Überlebender auf einer Asteroidenmine brutal ermordet wurde. Als sie am Tatort ankommt, stößt sie auf eine Mauer aus Schweigen, Verleumdungen und Geheimnissen. Ihr alter Freund hat etwas entdeckt – etwas, das ihn sein Leben gekostet hat, etwas, das Parthenope unter allen Umständen geheim halten will und wofür der Konzern im wahrsten Sinne des Wortes bereit ist, über Leichen zu gehen …

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Ursula K. LeGuin: Der Tag vor der Revolution: 25 Science-Fiction-Storys

Ursula K. Le Guin gehört unbestritten zu den wichtigsten Autorinnen unserer Zeit. Ihre Werke genießen, weit über die Science-Fiction-Fanbase hinaus, Anerkennung; ihre Stimme fand bei Leserinnen und Lesern jedweder Nationalität und Herkunft Gehör.

Ich lernte sie über ihre „Erdsee-Romane“ kennen und lieben (zunächst erschienen auf Deutsch bei Heyne, dann in einer Neuauflage bei Piper; später folgte eine tolle Neuübersetzung in einem Band bei Fischer TOR).

Erst später entdeckte ich ihre bahnbrechenden Romane, die zunächst bei Heyne aufgelegt wurden. In den letzten Jahren haben Fischer TOR sowie der Carcosa Verlag die Autorin neu entdeckt und sowohl Neuauflagen als auch bisher unveröffentlichte Titel publiziert.

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H.G. Wells: Die Zeitmaschine

Inhalt

Der Traum der Menschheit ist es seit jeher, in der Zeit zu reisen. Im späten 19. Jahrhundert gelingt das einem Wissenschaftler: mit einer selbst gebauten Zeitmaschine reist er in das Jahr 802.701. Während seinem Aufenthalt dort erlebt er erstaunliche Dinge. Doch plötzlich ist seine Zeitmaschine verschwunden – und somit die Rückreise ins 19. Jahrhundert ungewiss …

Rezension

„Die Zeitmaschine“ zählt heute zu den allerersten Science-Fiction-Romanen und als großes Vorbild vieler nachfolgender Autoren. So erinnert sie inhaltlich z.B. ein wenig an E.M. Forsters Kurzgeschichte „The Machine stops“ (1909): in beiden Büchern geht es um dystopische Zukunftsszenarien, in denen der Mensch unter der Erde lebt.

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