Alastair Reynolds: Das Schiff der flüsternden Träume

Dr. Silas Coade begegnet uns zum ersten Mal auf der „Demeter“, einem Segelschiff des 19. Jahrhunderts. Als Schiffsarzt angeheuert, begleitet er eine Expedition, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein mysteriöses „Bauwerk“ in einem engen Fjord Skandinaviens zu suchen und zu erkunden. Zwar werden sie fündig, stoßen dort jedoch auf ein havariertes Schiff, das die Fundstelle vor ihnen erreicht hat, und werden schließlich von den eisigen Springfluten eingeholt.

Das nächste Mal begegnen wir unserem wackeren Doktor samt seiner Gefährten an Bord des Zeppelins „Demeter“, der sich Jahrzehnte später im ewigen Eis Patagoniens dem verdreht wirkenden „Bauwerk“ nähert – auch hier kommt es zur Katastrophe.

Wieder einige Zeit später nähert sich das Raumschiff „Demeter“ einem Asteroiden – mitsamt dem dort befindlichen, umgestülpt wirkenden gigantischen Bau und den Überresten einer gescheiterten Vorgängermission. Auch dieser Expedition ist kein Erfolg beschieden.

Schließlich betreten unsere Forscher, unter ihnen auch Dr. Silas, auf einem Jupitermond das Bauwerk – und Silas muss sich einer unangenehmen, existenziellen Wahrheit stellen. Warum erlebt er ein ums andere Mal Expeditionen der „Demeter“ zum Bauwerk, die allesamt tragisch und mit seinem Tod enden? Und was nur ist dieses „Bauwerk“, in dem sie auf die Überreste ihrer Vorgänger stoßen …? Weiterlesen

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Wir werden jung sein

Inhalt

Was wäre, wenn man sich mithilfe von einem Medikament biologisch verjüngen könnte? Dieser Grund-Frage geht Maxim Leo in „Wir werden jung sein“ nach. Vier Protagonisten mit Herzmuskelproblemen nehmen an einer medizinischen Studie zu einem neuen Medikament teil – und werden dabei verjüngt. Das zieht nicht nur eine Änderung der Lebenspläne der Probanden mit sich, sondern entfacht auch gesellschaftlich eine große Debatte. Die Situation bezüglich dieser unerwarteten Nebenwirkungen verschärft sich zunehmend – mit unvorhersehbaren Konsequenzen.

Schreibstil

Maxim Leo schreibt in klarer, verständlicher Sprache über dieses spannende Gedankenspiel. Komplizierte medizinische und biologische Vorgänge werden clever eingebettet in die Diegese auch für Nicht-Naturwissenschaftler erklärt. Leos Schreibstil wirkt dabei wie einzelne Bildstreifen, fragmentarische Bruchstücke aus dem Leben der Protagonisten. Nach und nach verbinden sie diese Stücke, geben dem Leser ein umfassendes Bild über die Thematik.

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Carla Kaspari: Das Ende ist beruhigend

In der Welt des Jahres 2130 gibt es nicht viele Anlässe, sich zu beruhigen. Außer in Spes 1, einem abgeschirmten Utopia-Dorf in Norditalien. Hier sind die Menschen – ausgewählte kreative, innovative Geister – glücklich, weil sie unter einer topmodernen Schutzglocke leben, die den unwirtlichen Bedingungen des Klimawandels trotzt. Doch das Leben im „Außen“ ist akut lebensbedrohlich. Kann so ein Experiment gelingen? Wie agieren Menschen in diesem Mikrokosmos? Woher kommt die Hoffnung? Kann Glück nur entstehen, wenn alles Unglück ausgeblendet wird? Die Kölner Autorin Carla Kaspari, Jahrgang 1991, verleiht der Zukunft eine unglaublich kraftvolle Stimme. Man kauft der Autorin jedes Wort ab. So oder so ähnlich könnten sich die Dinge wirklich entwickeln. Ein Roman, teils erschreckend, teils ironisch, immer faszinierend.

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Simon Stålenhag: Swedish Machines

Etwas abseits der Zentren, auf einer kleinen Insel, erwarb der schwedische Rüstungskonzern Swedish Machines Ende der 1960er-Jahre Land, auf dem er bis 1979 eine Forschungs- und Erprobungsanlage errichten ließ, die ihresgleichen suchte. Hier forschte man an neuartigen Waffen, an innovativen Ideen, Menschen umzubringen und Städte zu zerstören. Und man war erfolgreich. Eine neuartige Strahlenkanone sollte ihre Ziele quer durchs Erdinnere erreichen können.

Ein abschließender Test sollte den Erfolg beweisen. Der Tetraeder, die Abschusseinrichtung, wurde auf eine Militärstation der Amerikaner in Nevada geflogen, der Zielpunkt lag auf der Insel.

Man schrieb den 12. Juli 1980, als die Waffe ausgelöst wurde. Es wurde eine dermaßen starke Explosion ausgelöst, dass sich Raum und Zeit ineinander verwanden, dass die Grenze zu Paralleluniversen durchlässig wurde, dass die Rauchsäule noch in 40 Kilometern Entfernung sichtbar war. Danach wurde das Gebiet weiträumig gesperrt. Wissenschaftler, die den Vorgang vor Ort untersuchen wollten, erkrankten unheilbar.

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Rainer Zitelmann: 2075: Wenn Schönheit zum Verbrechen wird

Im Jahr 2075 hat die Menschheit begonnen den Mars zu besiedeln und der Mond ist ein beliebtes Ausflugsziel, leicht – wenn auch teuer – von der Erde aus zu erreichen. Auf der Erde macht gerade die politische Bewegung „Movement for Optical Justice“ von sich reden. Ihr – sehr radikales – Ziel besteht darin, die Privilegien auszugleichen, die sehr schöne Frauen – ja nur Frauen – im Leben durch ihre angeborene Schönheit haben. Sie gehen sogar so weit, diese besonders schönen Frauen durch einen chirurgischen Eingriff im Alter von 15 Jahren verstümmeln zu wollen, damit dieser Vorteil eben wegfällt. Als die Partei, die sie unterstützt, an die Macht kommt, steuert die Gesellschaft auf eine Gleichheitsdiktatur zu.

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Lily Braun-Arnold: The Last Bookstore On Earth

Da ich düstere Dystopien sehr liebe und natürlich Bookstores, klang dieses Buch nahezu perfekt für mich!

In diesem Buch begleiten wir Liz in eine Welt, die von einem apokalyptischen Sturm zerstört wurde.

Liz verschanzt sich in ihrer liebsten Buchhandlung und kämpft hier um ihr Überleben …

Die gesamte Grundstory des Buches gefiel mir wirklich wahnsinnig gut. Das Buch wird aus Lizˋ Perspektive erzählt und wechselt immer mal wieder zwischen vor und nach dem Sturm. Dadurch erhält man einen wunderbaren Einblick in Lizˋ Gefühle und kann sehr viel besser nachvollziehen, was ihr zugestoßen ist.

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Anika Beer: We Burn The Sun

Willkommen in der Zukunft. Wir schreiben das Jahr 2091. Die Welt versinkt buchstäblich in schmelzendem Eis. New York existiert nur noch in einigen riesigen Plastikbauten, deren Fundamente tief in den Meeresboden gerammt wurden, um das Leben oberhalb des Wassers zu ermöglichen. Peu à peu sollen die Menschen in wassersichere neue Städte umgesiedelt werden – ein Riesengeschäft für die Konzerne. Wer zu spät dran ist, kann schwimmen lernen.

Natürlich gilt dies nicht für die Schönen und Reichen, die in ihrer schwimmenden Stadt im Luxus und in Sicherheit leben.

Störend sind da die Piraten, die ein ums andere Mal Städte angreifen, Ressourcen entwenden und Robin-Hood-mäßig den Armen spenden.

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Suzanne Collins: Die Tribute von Panem L: Der Tag bricht an

Dieses Mal geht es um die Spiele von Haymitch Abernathy, der im ersten Band der Panem-Reihe Katniss und Peeta als Mentor beistehen soll und sich als haltloser Säufer erwies. In diesem Band geht es um seine Spiele und sein Schicksal. Es sind die 50. Hungerspiele und dieses Jubiläum soll gefeiert werden. Dem Kapitol fällt da nur ein, einfach die Anzahl der Tribute zu verdoppeln. Und mit einem Schlenker kommt so auch Haymitch zu der Ehre. Er rechnet sich keine großen Chancen aus.

Da es sich bei „Der Tag bricht an“ um ein Prequel handelt, weiß der Leser ja schon manches. Haymitch wird überleben und da Katniss und Peeta die ersten Tribute waren, die zu zweit überlebt haben, wird er auch alleine überleben. Trotzdem ist Suzanne Collins noch einiges Neue eingefallen, ebenso wie sie Altbekanntes einflicht und uns so manchen Protagonisten in früheren Jahren vorstellt. So lernen wir Katniss Eltern kennen, auch den Vater, der zu Kantniss Hungerspielen längst tot war. Neu ist auch der Versuch, in die Arena zu gehen, um sie zu zerstören, um die Hungerspiele ein für alle Mal zu beenden. Wir wissen, dass das nicht gelingen wird, wir wissen aber auch, dass Haymitch gewinnen wird. Die Spannung nährt sich viel aus diesem Widerspruch.

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Kaliane Bradley: Das Ministerium der Zeit

Zeitreisen sind Realität. Das erfährt eine (lange namenlose) junge Frau, die sich auf einen Job bewirbt, von dem sie erst nach der Einstellung erfährt, um was es geht. Es ist dem „Ministerium der Zeit“ gelungen, Menschen aus verschiedenen Epochen in die Gegenwart zu holen. Menschen, die in ihrer eigenen Zeit ohnehin sehr bald gestorben wären, sodass die Auswirkungen auf die Geschichte marginal sind. Glaubt man. So auch der Polarforscher Graham Core, Mitglied der katastrophal geendeten Expedition um die Schiffe „Terror“ und „Erebus“. Graham sollte 1847 sterben und jetzt soll er in unserem Jahrhundert leben.

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Tom Hillenbrand: Thanatopia

Thanatos ist der griechische Gott des sanften, natürlichen Todes. In Tom Hillenbrands dritten Band der Hologrammatica-Reihe geht es genau darum: um das Leben nach dem Tod beziehungsweise die Möglichkeit eines ewigen Lebens durch den Einsatz von KI. Was wäre, wenn wir unser Gehirn digitalisieren und in gesunde, junge Körper verpflanzen könnten? Wäre dadurch Unsterblichkeit möglich? Ist diese überhaupt erstrebenswert?

Damit befasst sich Roman, der in der nahen Zukunft spielt. Genauer im Wien des Jahres 2095. Die Welt ist voll von Hologrammen, Klonen, Cogits, Digits, menschlichen „Gefäßen“. Realität und künstliches Abbild verschwimmen zusehends. Die Klima-KI „Aether“ hat sich selbstständig gemacht und wenige Jahre zuvor zum digitalen Zusammenbruch der Gesellschaft geführt. Einigen Verschwörungstheorien zufolge sitzt sie nun im Weltall und plant von dort, die Welt neu zu gestalten. Gleichzeitig ist der Planet ein unwirtlicher Platz geworden, da der Klimawandel nicht aufgehalten werden konnte. Sibirien ist der neue Place-to-be, während andere Weltzonen schlicht unbewohnbar geworden sind, da die Temperaturen regelmäßig über 50 Grad klettern. All das schildert der Autor erschreckend nachvollziehbar und glaubhaft.

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