Liane Mars: Freed By Fire

„Wo hat sie denn jetzt auf einmal das Kurzschwert her?“, hallt mein fassungsloser Ruf durch die Wohnung. Meine Mitbewohnerin streckt irritiert den Kopf zur Tür herein. Ich fasse ihr die Handlung von „Freed By Fire“ zusammen:

Nachdem Prinzessin Caja im ersten Band „Bound By Flames“ ihrer Zwangsehe mit König Illian entgehen konnte, indem sie sich den Drachenreitern anschloss, gerät sie nun zu Beginn von Band 2 endgültig in seine Fänge. Auf seiner Burg muss sie feststellen, dass der grausame König bei weitem nicht das schlimmste ist, gegen das sie sich behaupten muss, denn dieser scheint gemeinsam mit der unheimlichen Priesterin Yasmin die Monster zu steuern, die ihre Welt zu vernichten drohen.

Gemeinsam mit den Drachenreitern muss Caja einen Weg finden, sie aufzuhalten, doch die Verwirrungen ihrer Welt erstrecken sich weit tiefer, als sie überschauen können, sodass sie zwischen die Fronten unberechenbarer Magien zu geraten drohen …

Soweit so gut. Was hat es nun also mit dem anfänglich genannten Kurzschwert auf sich? Nichts eigentlich. Woher das Schwert plötzlich kommt, ist nur eine der Fragen, die sich in der Wirren der Zusammenhangslosigkeit verliert, die diesen Text prägt. Es ist, als habe die Autorin ihr eigenes Buch nicht gelesen, so willkürlich und von Logiklücken geprägt wirkt alles. „Ich kannte diese Frau nicht, die da vor mir stand. Nicht wirklich zumindest. Jahrelang hatte ich mir eingebildet, [sie] halbwegs entschlüsselt zu haben, aber jetzt sah ich den Irrtum ein. Sie war eine meisterhafte Schauspielerin“ (S. 353), heißt es hier und dann zwei Absätze weiter auf der gleichen Seite: „Da ich [sie] wirklich sehr gut kannte, durchschaute ich sofort, dass ihre aufgesetzte Fröhlichkeit nur Fassade war“ (S. 353). Und das ist nur eins von vielen, vielen Beispielen, die mich bei der Lektüre letztendlich zu der verbalen Fassungslosigkeit getrieben haben, wegen der nun auch meine Mitbewohnerin über alles Bescheid weiß.

Dabei ist die Geschichte wirklich gut! Der erste Band hat mir großartig gefallen, die Drachen sind iconic, über ihren Kommunikationsstil hätte ich gerne die gesamten 400 Seiten lesen können. Es ist nach „Selbst ist die Fee“ und dem ersten Band das dritte Buch, das ich von der Autorin lese und sonst hat sie mir immer sehr gut gefallen. Hatte das Lektorat Sommerpause? Eine Fertigstellung unter Termindruck mit Schreibblockade? Ich habe sehr gerne von Caja und den Drachenreitern gelesen, aus diesem Buch wäre so viel mehr herauszuholen gewesen. Wer bereits den ersten Band kennt, möchte sicher so oder so wissen, wie die Geschichte endet und der sei auch durch meine Worte nicht davon abgehalten.

Liane Mars: Freed By Fire.

Piper, August 2025.

432 Seiten, Taschenbuch, 17,00€.

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