Iliana Xander: Der Boss: Ist er ein Monster oder ein Genie?

Zum Inhalt

Natalies beste Freundin Cara verschwindet auf einer gemeinsamen Party mit einem fremden Mann und liegt am nächsten Morgen im Koma. Die Polizei kommt mit ihren Ermittlungen nicht weiter. Natalie ist jedoch fest entschlossen, den Fremden zu finden und Cara zu rächen. Ihre Recherche führt sie zu dem berühmten Millionär Geoffrey Rosenberg. Als sie einen Job für Rosenberg annimmt, kann sie ihrem Boss eine Falle zu seiner Überführung stellen – und tappt dabei in Rosenbergs eigene Falle …

Rezension

Die Handlung ist aus zwei Perspektiven geschrieben. Der Leser liest sowohl Natalies Sichtweise als auch die des „großen“ Unbekannten, der sie scheinbar beobachtet und ihr Treiben kommentiert. Die nüchternen, berechnenden Kommentare lassen einen beim Lesen schauern. Er wirkt eiskalt und zu allem bereit.

Die Ermittlung von Natalie an sich wirkt äußerst gefährlich und leichtsinnig. Aber gerade dieser Gegensatz zwischen der äußerst ungewissen Rahmensituation, bei der jeder in Geoffrey Rosenbergs Umfeld in seine Machenschaften verstrickt sein könnte, und den unerfahrenen, unvorsichtigen Nachforschungen von Natalie ist äußerst spannend zu lesen.

Um sich selbst Mut zuzusprechen, wiederholt Natalie am Ende fast jedes Kapitels mantraartig, dass sie vorsichtig ist, ihr daher nichts passieren kann und sie fest davon überzeugt ist, Rosenbergs Geheimnis zu enthüllen. Vermutlich möchte Iliana Xander als Autorin den Leser damit noch tiefer in die Geschichte eintauchen lassen und die Spannung steigern. Jedoch wirken die stets gleichen Phrasen beim Lesen mit der Zeit leer und übertrieben. Auch ihr Vorgehen bei den Ermittlungen wirkt äußerst unbedacht und plump.

Die Figuren wirken größtenteils blass, ausgearbeitet sind lediglich Natalie und Rosenberg. Die einzig wirklich fesselnde Figur ist Rosenbergs Chauffeur Julien.

Interessanterweise bekommt die Handlung im Verlauf des Buches zunehmend einen Dark-Romance-Touch.

Fazit: Insgesamt liest sich der Thriller leicht und schnell, die Handlung ist spannend. Leider fehlt es jedoch den Charakteren an Tiefe, und Natalies zweifelhaftes detektivisches Vorgehen stört beim Lesen eher. Somit ist „Der Boss. Ist er ein Monster oder ein Genie?“ ein spannend zu lesendes Buch, das jedoch einige Schwächen aufweist.

Iliana Xander: Der Boss. Ist er ein Monster oder ein Genie?
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Frank Dabrock.
Penguin, Januar 2026.
336 Seiten, Softcover, 17,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Kati Szangolies.

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