Timothy Paul: Eine Liebe ohne Sommer

Unter dem Pseudonym Timothy Paul legt der 1970 geborene Timothy Paul Sonnerhüsken seinen ersten Roman vor. Der langjährige Lektor, Programm- und Verlagsleiter kennt die Mechanismen erfolgreicher Unterhaltungsliteratur genau – und wendet sie in „Eine Liebe ohne Sommer“ routiniert an.

Im Mittelpunkt steht Rosa, Ende dreißig, die an einem grauen Regentag dem charismatischen Nikolas begegnet. Es folgt eine intensive Zeit voller Nähe und Leidenschaft. Doch das Glück endet abrupt: Nikolas stirbt bei einem Autounfall. Rosa bleibt nicht nur mit ihrer Trauer zurück, sondern auch mit vielen offenen Fragen. Also beginnt sie zu recherchieren: Eine eifersüchtige Ex-Freundin reagiert mit spitzen Bemerkungen, der beste Freund blockt ab – und ein rätselhaftes Kind bringt zusätzliche Unruhe. Schritt für Schritt kommt Rosa einem Geheimnis auf die Spur, dessen Auflösung überrascht, sich jedoch bekannter Muster bedient.

Timothy Paul schreibt in kurzen Kapiteln, mit pointierten Dialogen und einem Schuss Humor. Das sorgt für Tempo. Inhaltlich allerdings bleibt vieles an der Oberfläche. Große Themen wie Verlust, Täuschung und Neuanfang werden zwar angerissen, aber selten vertieft. Die Figuren wirken eher funktional als vielschichtig, sprachlich bleibt der Text solide, ohne besondere Akzente zu setzen.

„Eine Liebe ohne Sommer“ ist ein unterhaltsames Debüt, das Genreerwartungen erfüllt, ohne sie zu übertreffen – eine leichte Lektüre für entspannte Lesestunden.

Timothy Paul: Eine Liebe ohne Sommer
Rowohlt, Mai 2026
400 Seiten, gebundene Ausgabe, 22 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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