Timothy Paul: Eine Liebe ohne Sommer

Unter dem Pseudonym Timothy Paul legt der 1970 geborene Timothy Paul Sonnerhüsken seinen ersten Roman vor. Der langjährige Lektor, Programm- und Verlagsleiter kennt die Mechanismen erfolgreicher Unterhaltungsliteratur genau – und wendet sie in „Eine Liebe ohne Sommer“ routiniert an.

Im Mittelpunkt steht Rosa, Ende dreißig, die an einem grauen Regentag dem charismatischen Nikolas begegnet. Es folgt eine intensive Zeit voller Nähe und Leidenschaft. Doch das Glück endet abrupt: Nikolas stirbt bei einem Autounfall. Rosa bleibt nicht nur mit ihrer Trauer zurück, sondern auch mit vielen offenen Fragen. Also beginnt sie zu recherchieren: Eine eifersüchtige Ex-Freundin reagiert mit spitzen Bemerkungen, der beste Freund blockt ab – und ein rätselhaftes Kind bringt zusätzliche Unruhe. Schritt für Schritt kommt Rosa einem Geheimnis auf die Spur, dessen Auflösung überrascht, sich jedoch bekannter Muster bedient.

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Christian Huber: Solange ein Streichholz brennt

Christian Huber erzählt in „Solange ein Streichholz brennt“ von zwei Menschen, die aus völlig unterschiedlichen Lebensrealitäten stammen – und sich dennoch annähern. Bohm lebt auf der Straße, Alina arbeitet für einen Fernsehsender, steckt jedoch beruflich wie privat in einer Sackgasse. Ihr Aufeinandertreffen ist zunächst ein beruflicher Zufall – sie soll eine Fernseh-Reportage über Obdachlosigkeit erstellen –, entwickelt sich aber zu einer Geschichte über Nähe, Verletzlichkeit und die Hoffnung auf einen Neuanfang.

Der Roman greift damit ein Thema auf, das im literarischen Mainstream oft nur am Rand vorkommt: das Leben ohne festen Wohnsitz. Huber verbindet diesen Blick mit einer kritischen Perspektive auf die Medienwelt, die hier wenig schmeichelhaft dargestellt wird.

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Michael Hugentobler: Bis die Bären tanzen

Michael Hugentobler erzählt in „Bis die Bären tanzen“ die Geschichte einer Familie, die im Laufe der Jahrzehnte auseinandergerissen wird – räumlich wie innerlich. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg fliehen die Eltern aus Deutschland in die Schweiz. Ihre drei Kinder treibt es später in ganz unterschiedliche Richtungen: Isabelle verschlägt es in den brasilianischen Dschungel, Anne nach Sydney, und Jacob landet als talentierter Turner und späterer Artist im Berlin der NS-Zeit.

Was als Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem weit gespannten Roman über Aufbruch, Sehnsucht und die Suche nach einem Platz im Leben. Hugentobler führt seine Figuren durch die politischen Erschütterungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Weltkrieg, Nationalsozialismus, gesellschaftliche Umbrüche. Dabei bleibt er nicht streng realistisch. Immer wieder mischt er der historischen Kulisse märchenhafte, fast traumartige Elemente bei. Masken tauchen auf, Menschen scheinen zu fliegen, und die Bären aus dem Titel bekommen eine symbolische Rolle.

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Shelly Kupferberg: Stunden wie Tage

Shelly Kupferberg erzählt in „Stunden wie Tage“ die Geschichte der jungen Widerstandskämpferin Liane Berkowitz – und verknüpft sie mit dem Leben der Hausbesorgerin Martha. Daraus entsteht ein ruhiger, zunehmend eindringlicher Roman über Mut, Schuld und Erinnerung. Die Mischung aus historischer Genauigkeit und literarischer Erzählung gelingt so stimmig, dass die Figuren lange nachwirken.

Im Zentrum steht Martha E., die ab 1925 als Hausbesorgerin in einem Schöneberger Mietshaus arbeitet. Sie ist pflichtbewusst, sparsam und zurückhaltend – Eigenschaften, die sie für ihre Aufgabe prädestinieren. Sie organisiert den Alltag, kassiert Mieten und hält den Betrieb im Haus aufrecht, während sich die politischen Verhältnisse immer weiter zuspitzen.

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Charles Lewinsky: Eine andere Geschichte

Mit seinem neuen Roman Eine andere Geschichte beweist Charles Lewinsky einmal mehr, dass er ein Meister darin ist, historische Stoffe mit erzählerischer Fantasie zu verbinden. Diesmal entführt er seine Leser in die frühen Jahre des Films – eine Zeit, in der sich Hollywood gerade erst erfand und Genie, Zufall und technische Neugier oft näher beieinanderlagen als Ruhm und Erfolg.

Im Zentrum steht Curtis Melnitz, eine tatsächlich existierende Figur, die Lewinsky als Ich-Erzähler auftreten lässt. Melnitz blickt zurück auf sein bewegtes Leben zwischen den Anfängen des Stummfilms und den 1950er-Jahren. Dabei begegnet er Größen der Filmgeschichte ebenso wie erfundenen Charakteren. Gerade dieser gelungene Mix aus Fiktivem und Realem macht den besonderen Reiz des Romans aus: Er liest sich zugleich wie ein Stück gelebter Kinogeschichte und wie ein augenzwinkerndes Spiel mit ihren Mythen.

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Daniel Speck: Villa Rivolta

Daniel Speck verknüpft in „Villa Rivolta“ das Schicksal einer Familie mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen im Italien der Nachkriegszeit.

Herausgekommen ist ein opulenter Familienroman über Liebe und Loyalität – spannend, gefühlvoll, gelegentlich etwas zu üppig.

Im Mittelpunkt stehen Piero Rivolta, Sohn eines wohlhabenden Mailänder Auto-Unternehmers, und Valeria, die Tochter des Hausmädchens in derselben Villa. Als Kinder sind sie eng befreundet, doch ihre Wege trennen sich. Piero wird früh zum Erben des Familienunternehmens gedrängt, Valeria verliebt sich in den politisch engagierten Arbeitersohn Flavio. Klassenunterschiede, politische Fronten und alte Loyalitäten geraten unweigerlich aneinander.

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R.C. Sherriff: Vor uns die Zeit

R.C. Sherriffs Klassiker „Vor uns die Zeit“ aus dem Jahr 1936 (Original: „Greengates“) ist ein stilles, sehr genau beobachtetes Buch über den Schock des Ruhestands, die Furcht vor dem Bedeutungsverlust – und die unerwartete zweite Chance in einem Neubaugebiet auf dem Land. Hinter der unscheinbaren Geschichte eines Londoner Durchschnittsehepaars verbirgt sich ein erstaunlich modernes Buch über Neubeginn, Wohnträume und soziale Zugehörigkeit im Älterwerden.​

Inhalt

Im Zentrum steht Tom Baldwin, der nach rund vier Jahrzehnten als Angestellter einer Londoner Versicherung in den Ruhestand geht und sich ausmalt, wie nun endlich die „eigene Zeit“ beginnt. Die Realität sieht anders aus: Lange Nachmittage, Langeweile, kleinliche Reibereien mit seiner Frau Edith – das vertraute Heim wird zum Schauplatz einer Sinnkrise, die sich bedrohlicher anfühlt, als Tom erwartet hatte.​

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Frank Goosen: Lovely Rita

In Lovely Rita bleibt der Bochumer Autor Frank Goosen seiner vertrauten Erzählweise und seinen Themen treu. Im Mittelpunkt steht diesmal das „Haus Himmelreich“, eine der letzten echten Kneipen ihrer Art – mit durchgesessenen Barhockern, Nikotinschatten an den Wänden und Gästen, die seit Jahrzehnten dieselben Plätze einnehmen. Doch nun soll das legendäre Lokal schließen. Für den Ich-Erzähler, der einen Abschiedsartikel schreiben will, werden die letzten beiden Abende zu einer Reise durch Erinnerungen, Gespräche und Geschichten. Sie alle kreisen um eine Frau, die gar nicht anwesend ist: Rita Urbaniak, die Wirtin. Seit den 1970er-Jahren hat sie das Himmelreich geführt, ihre schrulligen Stammgäste durch Hochzeiten und Herzschmerz begleitet und sogar ihre Nichte großgezogen. Doch wo bleibt Rita am vorletzten Abend?

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Rachel Khong: Real Americans

Rachel Khongs Roman Real Americans erzählt die Geschichte einer Familie, die sich über drei Generationen hinweg mit Herkunft, Zugehörigkeit und den langfristigen Folgen persönlicher Entscheidungen auseinandersetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur das Leben zwischen zwei Kulturen – der chinesischen und der amerikanischen –, sondern auch Fragen nach Liebe, Ehrgeiz und dem Vermächtnis, das Eltern ihren Kindern hinterlassen, ob bewusst oder ungewollt.

Worum es geht

Zentral ist die Figur Lily, eine junge Frau chinesischer Herkunft, die in den 1990er-Jahren in New York lebt. Sie verliebt sich in Matthew, einen wohlhabenden und ehrgeizigen Mann aus einer völlig anderen gesellschaftlichen Welt. Aus dieser Beziehung geht ihr Sohn Nick hervor, der sich Jahre später auf die Suche nach seinem Vater begibt – und dabei nicht nur familiären Geheimnissen begegnet, sondern auch mit seiner eigenen Identität konfrontiert wird.

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Peter Schneider: Die Frau an der Bushaltestelle

Peter Schneiders Roman „Die Frau an der Bushaltestelle“ spielt im Westberlin der späten 1960er-Jahre und verbindet eine private Liebesgeschichte mit der aufgewühlten Stimmung der Studentenbewegung. Im Mittelpunkt steht eine Dreiecksbeziehung, die von Liebe, Eifersucht und falschen Entscheidungen geprägt ist – und deren Folgen der Erzähler erst viele Jahre später wirklich begreift.

Ausgangspunkt ist die Erinnerung an eine Begegnung an einer Bushaltestelle. Dort trifft der Erzähler auf Isabel, eine junge Frau, die aus der DDR in den Westen geflohen ist. Sie ist schön, selbstbewusst und voller Sehnsucht nach einem anderen Leben. Isabel verliebt sich in Nick, den besten Freund des Erzählers: einen tatkräftigen, unkomplizierten Mann, der Abenteuer und Sicherheit zugleich verspricht. Der Erzähler selbst fühlt sich ebenfalls zu Isabel hingezogen.

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