Emma Cline: In die Schweiz

Die US-amerikanische Schriftstellerin Emma Cline (Jahrgang 1989) hat nach zwei Romanen („The Girls“, „Die Einladung“) und einem Erzählband („Daddy“) ihren dritten Roman mit dem Titel „In die Schweiz“ geschrieben. Das Buch ist am 18. August 2026 im Carl Hanser Verlag erschienen. Nikolaus Stingl hat es aus dem Englischen übersetzt.

David Hastings letzte Reise führt „In die Schweiz“
„Switzy“, so der englische Originaltitel des Romans, steht auf der Longlist zum diesjährigen Booker Prize. Und das, das sei schon vorab gesagt, völlig zurecht.

David Hastings, Mitte siebzig und ehemaliger Finanzvorstand eines großen Unternehmens in den USA, ist auf dem Weg „In die Schweiz“. Mit dem Privatjet seines ehemaligen Geschäftspartners Stearns fliegt er zunächst nach London, um seine Tochter Rebecca und seinen Enkel Rainer zu besuchen und dann weiter zur begleiteten Sterbehilfe nach Zürich, nicht ohne vorher noch seinen alten Schulfreund Tom zu treffen, mit dem er sich nach vielen Jahren aussöhnen möchte. Es ist Davids Abschiedstour, er ist an Demenz erkrankt und wird seinen Verstand verlieren. Sein langjähriger Assistent Cody, von ihm nur „der Junge“ genannt, begleitet ihn.

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Edgar Selge: Juras letzter Winter

Edgar Selge wird den meisten von uns als Charakterdarsteller am Theater, im Film und im TV bekannt sein. Nach seinem erfolgreichen, hochgelobten Debüt „Hast du uns endlich gefunden“ hat er nun, mit fünf Jahren Abstand, seinen zweiten Roman vorgelegt. Grundlage für dieses Buch ist ein Tagebuch des fünfzehnjährigen Jura Rjabinkin.

Dieses Tagebuch erwähnt der russische Schriftsteller Daniil Granin am 27. Januar 2014 im Deutschen Bundestag in seiner sehr bewegenden Rede anlässlich des siebzigsten Jahrestages der Beendigung der Blockade von Leningrad. Daniil Granin war zum damaligen Zeitpunkt fünfundneunzig Jahre alt. Jura begann das Tagebuch im Juni 1941, sein letzter Eintrag war ein halbes Jahr später, am 8. Januar 1942. Edgar Selge hat dieses Tagebuch seit Jahren immer wieder gelesen, es hat ihn nicht losgelassen. Er greift die historischen Fakten auf und beginnt einen imaginären Gesprächsaustausch mit Jura. Es gelingt dem Autor, die größtmögliche Nähe zu seinem Protagonisten aufzubauen. Edgar Selge hält Zwiesprache mit Jura, der vor seinem inneren Auge Gestalt annimmt, und kommuniziert mit ihm, als säße er ihm gegenüber. Nicht immer gelingt die Kontaktaufnahme zu Jura, manchmal bleibt er dem Erzähler fern. Je tiefer es Selge aber gelingt, in Juras Leben einzutauchen, desto lebendiger erscheint ihm dieser und desto mehr zieht er Vergleiche zu sich und seiner eigenen Jugend. So werden der Erzähler selbst wie auch Jura zur Romanfigur. Selge und Jura haben durchaus Gemeinsamkeiten. Sie kommunizieren über ihre Träume, über Literatur oder über ihre Mütter. Dadurch entsteht eine sehr enge Verbindung zwischen beiden Personen und Nähe zu den Lesern.

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Micha Lewinsky: Freunde von früher

„Alle werden alt“ – so lautet ein Song des Technoduos Schrotthagen. Ein Song, der auch hervorragend zu diesem Buch passen könnte. Was wird aus unseren Träumen und Ansichten, wenn wir älter werden? Wollen wir in einer Welt des schnellen Wandels und der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten uns überhaupt je festlegen, verankern und richtig „erwachsen werden“?

Vom WG-Mieter zum Wohneigentümer?
Micha Lewinsky verpackt Selbstfindungskrisen zur Lebensmitte äußerst treffsicher und gewitzt!  Als das Haus verkauft werden soll, in dem Béla mit seiner WG die wohl besten Jahre seines Lebens verbracht hat, werden wehmütige Erinnerungen wach. Denn Béla weiß immer noch nicht, wo er eigentlich steht. Er – der einst coole Bandgitarrist, überzeugte Linke, Technoliebhaber, Nachtschwärmer, Dokumentarfilmer und Kreative – fühlt sich nicht so alt, wie die Zahl in seinem Ausweis: Fünfzig. Doch mit der Generation seiner rund 20 Jahre jüngeren Freundin Kaja hat er ebenfalls Probleme, sie erscheint ihm zu brav, zu angepasst. Als sein Freund Serdar plant, das ganze Gebäude zu kaufen und die alte WG als Genossenschaft wieder aufleben zu lassen, treffen sich die einstigen Freunde wieder. Doch nach über 30 Jahren ist es nicht einfach, wieder an die alten Zeiten anzuknüpfen. Damals lautete ihr Slogan „Alles wird gut“. Wird es das wirklich?

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Heinrich Steinfest: Die Linkshänderinnen

„Es lag eine Art hoffnungsfrohe Art von Erfolg über dem ganzen Unternehmen, das ja genau genommen durch den Tod von Noras Eltern, durch die Betrügereien von Ruths Mann sowie die wissenschaftlich-privaten Querelen Tildas in Heidelberg begründet worden war. Als würde aus einem tiefen Unglück ein triumphales Gewächs hochschießen.“

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Ruth, orientierungslos nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann, Wissenschaftlerin Tilda und die abergläubische Nora. Nach einem Zwischenfall müssen sie auf andere Plätze im Flugzeug ausweichen und kommen als Sitznachbarinnen ins Gespräch. Nora sieht eine Bestimmung in dieser zufälligen Begegnung, doch die einzige Gemeinsamkeit scheint zu sein, dass die Frauen Linkshänderinnen sind. Als sich einige Zeit später alle drei nach einem Neuanfang sehnen, entsteht die Idee einer gemeinsamen Cocktailbar, deren Gerätschaften und Abläufe vollständig auf Linkshändigkeit ausgerichtet sind. In einem österreichischen Dorf angesiedelt, ist es wieder einem Zufall zu verdanken, dass diese Bar – Elsbeths Hoffnung – zu Ruhm und überregionaler Bekanntheit aufsteigt.
Als eine Gruppe französischer Fachleute auf den Gebieten der Floristik und der Psychoanalyse – zusammengebracht durch eine zufällige Doppelbuchung des Tagungsraumes im örtlichen Hotel – nach einem abendlichen Umtrunk bei den „Elsbeth-Frauen“ spurlos verschwindet, ruft das nicht nur die Polizei, sondern auch die internationale Presse auf den Plan. Doch der Zufall – oder das Schicksal, wenn es nach Nora geht – ist den Protagonistinnen erneut hold und beschert ihnen neben so manchem Liebesglück auch die Auflösung nicht nur dieses einen scheinbar unlösbaren Kriminalfalls.

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Belle Burden: Fremde: Die Geschichte einer Ehe

Eine fesselnde, herzergreifende Lektüre“, ist als Kommentar von Joyce Carol Oates auf dem Buchcover zu lesen. Das macht natürlich neugierig, zumal „Fremde“ zum monatelang gefeierten New-York-Times-Bestseller avancierte.

Joyce Carol Oates las, wie Belle Burden erläutert, regelmäßig eine Kolumne der New York Times über Beziehungen, in der auch Belle Burdens Text veröffentlicht wurde. Sie war begeistert von Belles Text und postete ihn auf Twitter. Nun muss noch erwähnt werden, dass die Autorin einer wohlhabenden, bekannten New Yorker Familie entstammt, was möglicherweise den Run auf die Geschichte ihrer gescheiterten Beziehung beförderte.

Fremde“ ist Belle Burdens erster Roman, in dem sie rückblickend über ihre gescheiterte Ehe schreibt, was für die Autorin selbst sicher auch eine Form von Aufarbeitung war. Belle Burden gewährt ihren LeserInnen darin Einblicke in ihr gemeinsames Leben, mit James. Sie schreibt von ihrem Kennenlernen, weiter über ihre leidenschaftliche Beziehung und die schnell folgende Heirat, bis zum unerwarteten, bitteren Ende nach zwanzig Ehejahren. „Ich weiß nicht, warum er mich verlassen hat, und ich werde es wohl auch nie erfahren“, ist auf den letzten Seiten der Geschichte (E-Book S. 177) zu lesen. Verzweifelt reflektiert sie, dass auch ihre Großmutter und ihre Mutter von ihren Männern betrogen wurden. Alles wurde still erduldet.

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Kyra Groh: The Iced Caramel Coffee Agreement

Darum geht es: Eleonora hat genug davon, immer nur als der brave, brave Sonnenschein ihrer kleinen Heimatstadt abgestempelt zu werden. Sie will ausbrechen, mutiger sein und endlich aus sich herauskommen. Die perfekte Gelegenheit dazu bietet sich, als plötzlich Dex in der Stadt auftaucht. Er ist genau der Musiker, für den Eleonora schon seit Jahren heimlich schwärmt. Doch Dex ist alles andere als glücklich: Er steckt in einer tiefen kreativen Krise, fühlt sich ausgebrannt und befindet sich auf der Flucht vor dem erdrückenden Ruhm seiner berühmten Familie. Eleonora erkennt die perfekte Chance für eine Win-Win-Situation und schlägt ihm einen Deal vor. Sie hilft ihm dabei, seine Inspiration wiederzufinden und sich neu zu erden, während er ihr zeigt, wie man die eigenen Grenzen sprengt und mutiger durchs Leben geht. Zwischen spannenden Mutproben und den stressigen Vorbereitungen für ein lokales Festival knistert es gewaltig. Die beiden merken schnell, dass ihre Gegensätze sie eigentlich viel näher zusammenbringen, als sie dachten. Doch über allem schwebt eine große Frage: Kann Eleonora ihr Herz wirklich an jemanden verlieren, für den ihre kleine Welt am Ende vielleicht immer zu klein sein wird?

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Valeria Luiselli: Anfang Mitte Ende

Die Schriftstellerin Valeria Luiselli wurde 1983 in Mexiko geboren. Heute lebt und arbeitet sie in New York. In ihrem letzten Roman „Archiv der verlorenen Kinder“ (2019) beschreibt sie eine amerikanische Mittelklasse-Familie, die  Zeuge eines Flüchtlingsdramas von Kindern aus Zentralamerika und Mexiko wird. Am 14. August 2026 ist ihr neuer Roman „Anfang Mitte Ende“ im Rowohlt Verlag erschienen. Brigitte Jakobeit hat ihn aus dem Englischen übersetzt.

„Anfang Mitte Ende“ gliedert sich in vier Teile, die nach den Mittelmeerwinden Levante, Ponente, Scirocco und Mistral benannt sind. Wobei die ersten drei Teile den Roman bilden und der letzte Teil so etwas wie einen Anhang mit Material (Prima Material) wie Postkarten und Polaroids darstellt. Am Ende des Buches gibt es einen QR-Code hinter dem sich Tonaufnahmen verbergen.

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Christina Walker: Verteidigung eines Gartens

Zufluchtsort Schrebergartenkolonie

Hinter dem verheißungsvollen Namen „Neu-Amerikaverbirgt sich nicht etwa eine gefragte Urlaubshochburg, sondern eine schlichte Schrebergartensiedlung. „Neu-Amerika“ wird aus der Not heraus zum neuen Wohnort von Marianne, Didi und dem Obmann Herrn Gregor. Alle drei haben nichts gemeinsam außer einem Bett in ihrer jeweiligen Hütte in der Gartenanlage am Stadtrand. Dort treffen ihre  unterschiedlichen Schicksale aufeinander.

Marianne avanciert zur typischen durchs-Netz-gefallenen Dauerbewohnerin der Schrebergartensiedlung. Obwohl die Bäckersgattin früher täglich hinter der Ladentheke stand und frische Backwaren verkaufte, steht sie plötzlich vor dem Nichts. Nach dem Desaster, das ihr verstorbener Mann ihr hinterlassen hat, kann sie sich keine noch so kleine Mietwohnung leisten. Doch sie kann sich anstrengen wie sie will, das Dilemma, in dem sie steckt, wird in Neu-Amerika nicht kleiner. Glücklicherweise erweist sich die junge Didi, die sich in die Behausung ihrer Oma eingenistet hat, mehr als einmal als unerwartete Retterin.

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Jo Cheetham: Love and Rent

Mitte Dreißig und ständig pleite
Der Roman der englischen Autorin Jo Cheetham wird als „Bridget Jones für eine neue Generation“ gefeiert. Eine passende Beschreibung! Gemeinsam ist der herrlich britische Humor und die liebenswerten Charaktere, welche alles andere als perfekt sind. Während die „echte“ Bridget Ende der 1990er Jahre erstmals nach ihrem Mr. Right suchte, geht es bei Protagonistin Hannah jedoch weniger um Romantik, als ums nackte Überleben. Angestellt in einem unterfinanzierten Museum, kann sie sich den Alltag in der Großstadt Sheffield nicht mehr leisten. Ständig pleite, ständig mit den Rechnungen in Verzug, ständig Angst, aus ihrer Mietwohnung zu fliegen – und das mit Mitte Dreißig.

Daten im Zeitalter von Dickpics
Obwohl sie Filme hasst, in denen ein Mann zur Rettung herbeieilt, wünscht sie sich doch insgeheim, mal relaxed eine Pizza zu kaufen, ohne befürchten zu müssen, dass ihre Kreditkarte abgelehnt wird. Wenn ihr ein gut situierter Partner dies bieten könnte… wäre sie zu einer Ausnahme bereit. Doch Hannah muss sich mit Dingen herumschlagen, die Bridget Jones vor fast 30 Jahren noch nicht kannte. Zum Beispiel absurde Tinder-Profile oder die Schrecken ungefragter Dickpics! Dieser Roman zeigt deutlich: Das Dating-Leben ist nicht leichter geworden. Aber dafür umso amüsanter.

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Kasie West: Worst date ever

Darum geht es: Als angehende Literaturagentin möchte Margot nicht nur den nächsten Romance-Bestseller entdecken, sondern auch selbst die perfekte Liebesgeschichte erleben. Ihre große Liebe will sie auf keinen Fall über eine App kennenlernen, denn das wäre einfach unromantisch. Ihr Dating-App-Match Oliver war das schlechteste Date ihres Lebens – gefolgt von der heißesten Make-out-session ihres Lebens. Margot und Oliver sind absolut nicht kompatibel, doch das Knistern zwischen ihnen lässt sich nicht leugnen …

Meine Meinung:

Das Cover dieses Buches verspricht genau das, wonach mein Leserherz sich sehnte: eine süße, herzerwärmende Rom-Com in der wunderbaren Kulisse der Bücherwelt. Als absoluter Buchliebhaber sprach mich das Design sofort an, und ich ging mit der Erwartung an die Geschichte, eine lockere, leichte Lektüre für zwischendurch zu bekommen. Genau das liefert das Buch auch ab. Es ist der perfekte Roman, um für ein paar Stunden den Alltag zu vergessen und in eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre einzutauchen.

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