Martin Suter: Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice

Die Business Class ist wieder in Aktion! In diesen 44 höchst amüsanten Geschichten treten die Krawattenträger ständig anderen auf den Schlips – und selbst von einem Fettnäpfchen ins andere. Nach dem Motto „knapp vorbei ist auch daneben“ nutzt die beste Planung nichts, wenn missinterpretierte Genderfragen, mangelndes digitales Know-how oder schonungslos ehrliche Sprösslinge die eigene Karriereleiter auf der letzten Sprosse absägen. Charmant, pointiert und wunderbar bissig zeigt sich Martin Suter mal wieder in Bestform!

Unerwünschte Einblicke beim Zoom-Meeting
Nadelstreifennieten im Krisenmodus: Das Homeoffice stellt sie vor neue Herausforderungen. Da wird extra die Wohnung vor jedem Zoom-Call umdekoriert, möglichst neutral, ohne verräterische Bücher und Bilder, die negative Rückschlüsse auf den Charakter zulassen könnten. Es folgen Spekulationen über die passende Garderobe, während manche bereits an den Tücken der geteilten Bildschirmansicht scheitern. Und plötzlich mehr von sich preisgeben, als ihnen lieb ist.

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Michael Hugentobler: Bis die Bären tanzen

Michael Hugentobler erzählt in „Bis die Bären tanzen“ die Geschichte einer Familie, die im Laufe der Jahrzehnte auseinandergerissen wird – räumlich wie innerlich. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg fliehen die Eltern aus Deutschland in die Schweiz. Ihre drei Kinder treibt es später in ganz unterschiedliche Richtungen: Isabelle verschlägt es in den brasilianischen Dschungel, Anne nach Sydney, und Jacob landet als talentierter Turner und späterer Artist im Berlin der NS-Zeit.

Was als Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem weit gespannten Roman über Aufbruch, Sehnsucht und die Suche nach einem Platz im Leben. Hugentobler führt seine Figuren durch die politischen Erschütterungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Weltkrieg, Nationalsozialismus, gesellschaftliche Umbrüche. Dabei bleibt er nicht streng realistisch. Immer wieder mischt er der historischen Kulisse märchenhafte, fast traumartige Elemente bei. Masken tauchen auf, Menschen scheinen zu fliegen, und die Bären aus dem Titel bekommen eine symbolische Rolle.

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Bianca Iosivoni: Silver Lights: The more I love you

Niemals hätten Shae und Beck erwartet, dass ihr Fake-Dating-Deal eine solche Wendung nehmen und ihr Leben dermaßen auf den Kopf stellen würde. Gerade waren sie einander noch so nahe wie nie zuvor – jetzt ist eine gemeinsame Zukunft unmöglich. Während Shae ein unvorstellbares Opfer gebracht hat, hofft Beck, zumindest seinen Pub gerettet zu haben. Doch der Schein trügt, denn schon bald holt ihn seine Vergangenheit erneut ein. Und auch Shae muss eine Entscheidung treffen, die alles verändern könnte. Die Angst, nie wirklich frei zu sein, hat sie beide fest im Griff. Und als ein schreckliches Geheimnis ans Licht kommt, drohen Shae und Beck endgültig alles zu verlieren, was ihnen je etwas bedeutet hat …

Hier handelt es sich um den zweiten Band dieser Reihe; er ist nicht unabhängig lesbar.

Die Geschichte geht nahtlos nach Band eins weiter. Nach dem Cliffhanger in Band eins war ich gespannt, wie es für Beck und Shae wohl weitergehen wird. Die Handlung konnte mich jedoch nicht so mitreißen wie bei Band eins.

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Elizabeth Strout: Erzähl mir alles

Die US-amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Strout (Jahrgang 1956) erhielt 2009 den Pulitzer Prize for Fiction für ihren Roman „Olive Kitteridge“. Am 18. März 2026 erschien ihr neuer Roman mit dem Titel „Erzähl mir alles“ im Luchterhand Literaturverlag. Sabine Roth übersetzte ihn ins Deutsche.

Crosby in Maine forever

Elizabeth Strout führt uns in „Erzähl mir alles“ wieder nach Maine in den fiktiven Ort Crosby. Die Schriftstellerin Lucy Barton ist mit ihrem Ex-Mann William hierher zurückgekehrt. Nun unternimmt sie lange Spaziergänge mit dem Anwalt Robert (Bob) Burgess, auf denen sie sich über „das Leben“ unterhalten. Außerdem besucht sie die inzwischen 90-jährige Olive Kitteridge im Seniorenheim, wobei sie sich gegenseitig Geschichten erzählen.

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Christian Haller: Einfallende Dämmerung

Paul Bálint feiert seinen achtzigsten Geburtstag gemeinsam mit befreundeten ehemaligen Kollegen in einem kleinen Bistro in Paris. Trotz vieler warmer Worte und herzlicher Umarmungen spürt er an diesem Abend zum ersten Mal, dass er nicht mehr Teil dieser Gemeinschaft ist. Seine Leistung als Forscher bleibt ihm unbenommen, seinen Rat braucht keiner mehr.

Damit scheint sich die Theorie seines Freundes Steinberg zu bestätigen. Dieser teilt das Alter in zwei getrennte Bereiche, zwei Kammern, die des jungen Alters und die des alten Alters. Ist er jetzt also da angekommen, in dieser zweiten Kammer? Bálint spürt, wie sich die Dinge verändern und wie sich Blickwinkel verschieben. Wie sich die Welt um ihn herum irgendwie neu zusammensetzt.

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Honor Jones: Schlaf

Die US-Amerikanerin Honor Jones arbeitet als Redakteurin und hat nun ihren Debütroman geschrieben. „Schlaf“ ist am 26. März 2026 bei Ullstein in einer Übersetzung von Claudia Voit erschienen.

„Schlaf“ von Honor Jones ist ein ärgerliches Buch

Ich werde mich kurz fassen:

Das Lesen der Geschichte über Margaret und ihre Familie hat mich verärgert zurückgelassen. Dabei hatte Jones sich ein wichtiges Thema vorgenommen: Kindheitstraumata, die ein Leben lang nachwirken.

Aber Honor Jones eiert um das Trauma des sexuellen Missbrauchs im Kindesalter durch Familienmitglieder herum. Margarets Bruder Neal schleicht sich in ihr Bett, wenn er meint, dass sie schläft. Margaret schweigt. Ihre Mutter Elizabeth nimmt ihren Sohn oder auch seine Freunde in Schutz und gibt Margaret immer das Gefühl, sie sei schuldig. Vater Hugh hält sich raus. Jahre später, Margaret ist geschiedene Mutter von zwei Töchtern, versucht sie, sich der Vergangenheit zu stellen.

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Liv Helland: Die Schloss-Schwestern: Dünen Sommer Liebe

Ein altes Schloss in Ostfriesland, gut in Stand gesetzt, aber nicht gerade ein einfach zu unterhaltendes Häuschen. Drei Schwestern mit ihren jeweils eigenen Biografien und Problemen, ein Testament mit einer bindenden Klausel, die die Schwestern zwingt, zunächst einmal drei Monate gemeinsam auf Schloss Süderholt zu leben, bevor sie entscheiden dürfen, was mit dem Erbe, das ihr Großvater Jörn ihnen zugedacht hat, in Zukunft geschehen soll. Einzig Levke hat von Anfang an eine Vorstellung davon, was sie aus dem Schloss gerne machen würde. Eine Eventagentur soll daraus werden, wenn es nach Levke geht. Doch das ist nicht so einfach umzusetzen. Theo, der Gutachter, den die Behörde zunächst geschickt hat, kommt zu dem Schluss, dass die Vorgaben, die die Denkmalschutz- und die Baubehörde zur Auflage machen, gut umzusetzen sind. Ein neuer, von der Behörde geschickter, sehr eifriger Gutachter kommt allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis. Er unterstellt Theo außerdem, befangen zu sein, weil er mit Levke befreundet ist. Alleine kann Levke die neuen Bedingungen auf keinen Fall erfüllen, sie braucht die Unterstützung ihrer Schwestern.

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Lisina Coney: The Brightest Light of Sunshine

Grace weigert sich, ihre Zukunft von einer traumatischen Erfahrung bestimmen zu lassen. Sie will ihr Leben zurückerobern: auf Partys gehen, Männer daten und endlich wieder Spaß haben. Doch dass sie dabei ausgerechnet dem einschüchternden Cal begegnet – und sich zu ihm hingezogen fühlt –, hätte sie nie erwartet.

Je besser sie ihn kennenlernt, desto deutlicher wird, dass hinter seiner harten Fassade mehr steckt, als er zeigt. Cal ist nicht der Mann, für den ihn alle halten.

Aber während Grace beginnt zu glauben, dass zwischen ihnen mehr sein könnte, macht Cal eines unmissverständlich klar: Für Liebe ist in seinem Leben kein Platz. Er hat andere Prioritäten …

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Shelly Kupferberg: Stunden wie Tage

Shelly Kupferberg erzählt in „Stunden wie Tage“ die Geschichte der jungen Widerstandskämpferin Liane Berkowitz – und verknüpft sie mit dem Leben der Hausbesorgerin Martha. Daraus entsteht ein ruhiger, zunehmend eindringlicher Roman über Mut, Schuld und Erinnerung. Die Mischung aus historischer Genauigkeit und literarischer Erzählung gelingt so stimmig, dass die Figuren lange nachwirken.

Im Zentrum steht Martha E., die ab 1925 als Hausbesorgerin in einem Schöneberger Mietshaus arbeitet. Sie ist pflichtbewusst, sparsam und zurückhaltend – Eigenschaften, die sie für ihre Aufgabe prädestinieren. Sie organisiert den Alltag, kassiert Mieten und hält den Betrieb im Haus aufrecht, während sich die politischen Verhältnisse immer weiter zuspitzen.

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Clare Chambers: Heimliche Zeilen

Reicht nicht an ihre anderen Bücher heran – etwas dröge Story um einen Erfolglosen

Von Clare Chambers’ beiden Büchern „Kleine Freuden“ und „Scheue Wesen“ war ich absolut begeistert. Beide zeichnen sich vor allem durch die Sanftheit aus, mit der die Autorin ihre Figuren darstellt, durch das Ausmaß an Empathie, an Verständnis, an Mitgefühl. In beiden Büchern sind Menschen die Protagonisten, die anders sind als die anderen, die scheu sind, zurückhaltend. Ihre Figuren sind liebevoll gezeichnet und wecken Liebe (auch wenn das arg pathetisch klingt) in der Leserin.

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