Daniela Drescher: Aquamarinchen

Aquamarinchen, das ist eine Meerjungfrau, die gemeinsam mit ihrem Freund, dem Seehund Homer, unter und über Wasser in zauberhafte Welten entführt. Seepferdchen, ein Oktopus, eine  Schildkröte und ein Wal kreuzen ihre Wege, am Ende ist es bei funkelndem Sternenglanz, der sich auf den Wellen des Meeres bricht, Zeit, schlafen zu gehen.

Empfohlen ab 2 Jahren ist es eine wunderschön gestaltete Gutenachtgeschichte; die für Dreschers Stil minimalistisch und dennoch lebhaft gehaltenen Bilder lassen sich aber auch alleine durchblättern, die dickeren Pappseiten ideal für neugierige Kinderhände. Es ist genau richtig viel los, um für einen Bilderbuchanfänger nicht überfordernd und gleichzeitig detailreich und spannend zu sein.

Die Illustrationen sind ruhig, liebevoll und wie immer bei Drescher ein wenig magisch. Die beruhigenden Blautöne haben sich selbst auf mich als Erwachsene positiv ausgewirkt (sicher auch aufgrund der kühlenden Farben in der aktuellen Hitzewelle); als Kind hätte ich, dessen Lieblingstiere unangefochten bis heute Seehunde sind, das Buch geliebt!

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Cecilia Davidsson, Alex Haridi, Maya Jönsson: Die Mumins und der verbotene Park

Es ist Mittsommernacht. Ganz nach skandinavischem Brauch sind Mumin, der Schnupferich und die Kleine Mü unterwegs, um neun Blumen zu sammeln, denn legt man diese in dieser Nacht unter das Kopfkissen, werden die Träume wahr. Doch was ist das? Plötzlich stehen sie vor dem Eingang zu einem Park. „Betreten verboten“ steht da, und das ist bei Weitem nicht alles, was in dem seltsamen Park verboten ist, wie sie bald herausfinden müssen: Man darf nicht im Sand buddeln, nicht laut lachen, den Rasen nicht betreten und keine Pfeife rauchen.

Die drei sind davon wenig angetan und fassen einen Entschluss: Weg mit den Verboten!

Die Mumins von Tove Jansson sind eine Institution; dieses Bilderbuch, das sich an einer Erzählung der Autorin orientiert, versucht, die Magie der herzerwärmenden Troll-Geschichten wieder aufleben zu lassen. Die Illustrationen sind großartig, stark in der Ausdruckskraft, lustig und detailliert; Maya Jönsson bleibt bewundernswert authentisch an den Originalzeichnungen und erschafft trotzdem etwas ganz Eigenes. Davidsson und Haridi hingegen meistern den schriftstellerischen Part des Bilderbuches nicht ganz so souverän.

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Elle Kennedy: The Mistake: Off-Campus 02

Übung macht den Meister und Elle Kennedy hat in ihrer schriftstellerischen Laufbahn eine Menge gelernt, wie dieser wiederaufgelegte Roman von 2015 zeigt.

Spätestens seit der Off Campus Serie auf Amazon Prime ist die Reihe in aller Munde; die schicke Sonderausgabe vom Piper Verlag scheinbar so beliebt, dass ich die Lektüre mit dem zweiten Band anfangen musste, weil der erste noch im Nachdruck war. Die Spin-Off Reihe „Briar U“ habe ich vor einer Weile gelesen und war so begeistert davon, dass der erste Band 2024 im Silvester-Special unter meinen Jahreshighlights aufgeführt ist. Ich hab ihn sogar zweimal zu Geburtstagen verschenkt. Entsprechend begeistert und erwartungsvoll war ich, dieses Buch zu lesen, das sich als pastellfarbene Enttäuschung herausgestellt hat. Die silber-metallic Prägung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Leser gerade 22 Euro für nichts ausgegeben hat.

Eigentlich beginne ich meine Rezensionen gerne mit einer neutralen Inhaltsangabe, damit jeder Leser sich selbst ein Bild machen kann, bevor er meine eingefärbte Meinung zu hören bekommt. Aber was soll ich machen, wenn in dem Buch einfach nichts passiert? Ich könnte an dieser Stelle natürlich den Klappentext einfügen, der nach einer ganz tollen Geschichte klingt, aber nicht wirklich etwas mit dem Buch zu tun hat.

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Shalini Abeysekara: This Monster of Mine

Mit 14 Jahren wagt sich Sarai in die Hauptstadt des Landes, um ihrem Elend und ihrer Armut in der Heimat zu entkommen – doch ihr Triumph währt kurz, statt ihre Träume zu verwirklichen, stirbt sie beinahe bei einem Attentat. Bei einem Sturz vom höchsten Turm der magischen Akademie verliert sie so gut wie jede Erinnerung an diesen Tag; alles, was ihr bleibt, ist der Wunsch nach Rache.

Nun, Jahre später, kehrt sie zurück nach Edessa, mit dem festen Vorhaben, ihren Attentäter zu stellen. Ihre einzige Möglichkeit dazu ist die Stelle als Petitorin einer der vier Herrscher des Landes; eine Position, in der sie auf magische Weise zwischen Lüge und Wahrheit unterscheidet. Doch die letzten Petitoren sind alle auf mysteriöse Weise verstorben und ausgerechnet Kadra, der Herrscher, dem Sarai zugeordnet wird, steht im Verdacht, etwas damit zu tun zu haben. Außerdem ruft Kadras Stimme lange verschollene Erinnerungen an jene Nacht in Sarai wach …

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Alexandria Bellefleur: Count Your Lucky Stars

Es ist elf Jahre her, seit Margot und Olivia zuletzt miteinander gesprochen haben. Ihre Freundschaft von damals wurde durch ihre Affäre unterbrochen – und durch die Tatsache, dass Olivia Margot für ihren Exfreund verlassen hat. Frisch geschieden läuft Olivia also durch Zufall ihrer ersten Liebe über den Weg; äußere Umstände leiten in die Wege, dass sie kurz darauf sogar bei Margot einzieht. Beide sind sich sicher: Zwischen ihnen sind keine Gefühle mehr, alles ist viel zu lange her, was soll also schon passieren? Doch manchmal verschwinden Gefühle eben nicht einfach so und Dinge, die nie geklärt wurden, haben auch Jahre später noch das Potenzial, alles auf den Kopf zu werfen …

„Count Your Lucky Stars“ ist eine schöne, leichte Liebesgeschichte – und es ist so wichtig, queere Geschichten zu normalisieren; Geschichten, die nicht tragisch enden, die einfach nur süß und witzig und sexy sind, ohne einen explizit politischen Zweck zu erfüllen. Dass ein großer Verlag wie Piper so ein Buch veröffentlicht, begeistert natürlich. Auch wenn das queere Angebot in den Buchhandlungen steigt, fokussieren sich leichte Romanzen größtenteils auf Beziehungen zwischen zwei Männern, weil das etwas ist, was auch die Hetero-Leserin begeistert. Hier also mein Aufruf an eben diese jungen Frauen, genauso wie an alle queeren Leserinnen und Leser: Lest dieses Buch!

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V. L. Bovalino: The Second Death of Locke

Seit Locke, die Insel der Macht, von der alle Magie ausgeht, vernichtet wurde, herrscht Krieg zwischen den Ländern. Seit der Vernichtung wurde keine neue Quelle mehr geboren und ohne die sind Magier nicht in der Lage, Magie zu wirken. Jeder sucht nach dem verschollenen Erben, der als einziger in der Lage sein soll, die Insel und damit die Macht wiederherzustellen.

In einem der unzähligen Kriegslager lebt die Quelle Grey mit ihrem Magier Kier; zusammen kämpfen sie jeden Tag in einem endlosen Krieg – und versuchen dabei, ihre unzähligen Geheimnisse zu hüten. Auf einer gefährlichen Mission drohen diese alle ans Licht zu kommen und sie bringen nichts als Tod und Zerstörung mit sich …

„The Second Death of Locke” ist ein Fantasyroman, der ein wenig an einen mittelalterlichen Ritterroman erinnert, wir lernen viel Rüstungsjargon und sehen viel Blut. Das Buch hat seine Anlaufschwierigkeiten, richtig spannend wird es dann nach den ersten 100 Seiten. Es wird mit sehr drastischen Bildern gearbeitet, sehr viel anschauliche Brutalität. Die Protagonistin denkt ausgesprochen oft über die Innereien ihres Love-Interests nach, der Leser lernt diese relativ zu Anfang auch selbst kennen. Das muss man aushalten können. Wer darüber hinwegsehen kann (oder es sogar genießt – gibt es diese Leser?), findet hier durchaus eine atmosphärische Welt, die sich nach und nach erschließt und zu einem faszinierenden Ganzen zusammensetzt. Die Verbindungen, die sich zwischen den Figuren entwickeln, sind stark, echt, und wunderschön anzusehen. Gleichzeitig muss der Leser sich aber auch auf eine ordentliche Portion Heartbreak vorbereiten; ein Wohlfühlroman ist es definitiv nicht.

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Justine Pust: Whispers of Destiny

Justine Pust entführt in die nahe Zukunft und damit in dystopische Zustände: Menschen sind in Klassen unterteilt; die unteren Schichten haben nur die Wahl, an den geringen Nahrungsrationen oder der nächsten Flut zu sterben. Krankheiten werden nur noch diagnostiziert, jedoch nicht mehr geheilt. In einer Welt, in der alles bis zur Überspitzung kapitalisiert ist, hat der Tod selbst ein Callcenter eröffnet, in dem seine menschlichen Angestellten darüber entscheiden, wer lebt und wer stirbt.

Blue hasst Death Call mehr als alles andere – was bleibt ihr auch anderes übrig, wenn sie außer ihrer besten Freundin Iris alle verloren hat, die ihr je nahestanden? Doch als in ihrem Gehirn ein Tumor diagnostiziert wird, ist ein Job im Callcenter des Todes ihre einzige Hoffnung, denn die Angestellten sind gegen den Tod immun – eine Fähigkeit, die den Mächtigen der Welt nicht behagt …

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Freya Dawn: Shadowbound: Acadamy of Death 01

Liora ist von einer weiteren Universität geflogen und nun bleibt ihr keine Wahl, als an die mysteriöse Eliteuniversität zu gehen, die ihr Großvater gegründet hat. Bei ständigem Gewitter wirken die alten gotischen Gebäude etwas zu unheimlich für Lioras Geschmack, aber wo soll sie sonst hin?

Doch bald muss sie feststellen, dass der Campus weit unheimlichere, tödlichere Geheimnisse verbirgt, als sein Erscheinen auch nur ahnen lässt. Wieso nennen ihre Mitstudenten die Universität Academy of Death? Warum warnt Lioras Mitbewohnerin sie davor, allein in den Wald zu gehen? Und halten die drei heißen Männer, die es auf Liora abgesehen zu haben scheinen, wirklich satanische Rituale in der alten Kirche ab?

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Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion

Marc-Uwe und das Känguru rebellieren. Gegen die Zustände. Ihr Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich von der Rebellion zu überzeugen, und dabei werden sie ziemlich kreativ. So kreativ, dass sogar ein CDU-Politiker mitmacht. Und die Frau an der Kasse. Herta aus der Eckkneipe widmet der Mission sogar einen ganzen Podcast. Es geht um die Klimakrise, um Steuerhinterziehung der Superreichen, um Tech-Monopole und rechtsradikale Tendenzen in der Gesellschaft. Vielleicht willst du ja auch mitmachen?

Dieses Buch lässt mich mit Tränen in den Augen zurück: Lachtränen, Tränen über die Zustände der Welt – und ein bisschen leider auch Tränen der Enttäuschung. Gut, abgesehen von den tatsächlich aufgetretenen Lachtränen ist das übertrieben, fasst meine Gefühle zu dem Werk jedoch sehr treffend zusammen.

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Christian Handel: Feenfluch

Produktbild: Feenfluch – Dein Wunsch soll erfüllt werden ...

Als einzige Bewohnerin des Schlosses ist Kaelith dem Fluch der Herrin der Rosen und Dornen entgangen. Als sich vor sieben Jahren die undurchdringliche Dornenhecke über das Schloss erhob, befand sie sich im Dorf – und lebt dort noch immer, denn wo soll sie hin, wenn alle, die sie liebt, unter der Hecke schlafen?

Als zwei Feenwesen ihr erklären, sie sei die Einzige, die die Herrin der Rosen und Dornen herausfordern und den Fluch brechen könne, macht sie sich auf den Weg ins Feenreich. Auf der Reise begleiten sie Thorn, der Magier (der aber viel zu jung und gutaussehend für einen Magier ist, wie Kaelith findet), und Rufus, dessen Werkaninchen. Die Hilfe wird dringend benötigt, denn Menschen ist es untersagt, sich in den Wald der Feen zu begeben, und seine Königin ist alles andere als erfreut darüber, von Kaelith herausgefordert zu werden …

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