Julie Caplin: Das kleine Landhotel in Portugal

Auch wenn das kleine idyllische Landhotel „Quinta do Mar“ rein fiktiv ist, so hat sich die Autorin doch von einem real existierenden Wohlfühlhotel an der Algarve inspirieren lassen. Mit großem Erfolg, würde ich mal sagen, denn man fühlt sich im „kleinen Landhotel“, in das Rebecca aus England „flieht“, sofort wirklich wohl. Der neue Roman aus der Reihe „Romantic Escapes“ fügt sich nahtlos ein in die Serie dieser leichten, flott geschriebenen und zum Träumen verführenden Titel, die bisher erschienen sind. Ob wir unterwegs waren in Italien, in Kroatien, in Prag oder wo auch immer – sofort ist man mittendrin im Flair der Stadt, der Region, im Leben der Figuren, die einem unmittelbar sympathisch sind und mit denen man sich freut, mit denen man traurig ist und – in der Regel – einen Neuanfang wagt. So auch hier.

Rebecca ist enttäuscht von einer unerfüllten Liebe, hat viel zu viel Verständnis für den Mann, der ihre Gefühle nicht erwidert und sie lediglich als selbstverständlich in seinem Leben erachtet. Wobei er nur an sich denkt, an seine Bedürfnisse und Befindlichkeiten. Okay, er hat seine Frau verloren, ist noch immer in tiefer Trauer und tut sich schwer, ins Schriftsteller-Leben zurückzufinden. Rebecca respektiert und versteht das alles, dennoch ist sie enttäuscht, dass Will in ihr nur die gute Freundin sieht, die immer für ihn da ist und ihm beisteht.

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Charlotte Jacobi: Manolo Blahnik und der Traum vom Erfolg

Alles begann mit einem winzig kleinen Schühchen, geformt aus der Silberfolie einer Schokoladenverpackung und gedacht für „Senora Eidechse“, damit sie sich die kleinen Füße nicht so verbrannte, wenn sie über die heißen Steine der Bananenplantage flitzte, auf der Manolo Blahnik und seine Schwester Evangelina aufgewachsen sind.

Manolo schaute den Menschen, denen er begegnete immer auf die Füße, auf die Schuhe, in denen sie steckten, und er machte sich ganz automatisch und ohne wirklich darüber nachzudenken, Gedanken, was man ändern müsste, um die betreffenden Schuhe bequem oder nur bequemer zu machen. Eine Leidenschaft, die er schon als kleiner Junge hatte, als er, gemeinsam mit Evangelina, beim Spielen diese kleine Eidechse beobachtete und einen Schuh für sie bastelte. Diesen kleinen Schuh aus Silberpapier trug er später immer wieder bei sich.

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Soraya Lane: Die vergessene Tochter

Der siebte Band der achtteiligen Reihe um die „verlorene Tochter“ führt uns nach Norwegen. Auch wenn Sie die ersten Bände nicht gelesen haben, werden Sie nicht das Gefühl haben, nicht mitzukommen. Jeder Band steht für sich. Jeder ist in einem anderen Land angesiedelt, diesmal also Norwegen.

Im Mittelpunkt stehen Charlotte und ihre Urgroßmutter Amelie, die offenbar Zeit ihres langen Lebens ein Geheimnis gut gehütet hat. Jetzt ist sie leicht dement, lebt in einem Pflegeheim und man muss damit rechnen, dass sie bald sterben wird. Von sich aus hätte Amelie ihre Geschichte wahrscheinlich nicht erzählt, aber ein Zufall will es, dass Charlotte, kurz bevor sie London verlässt, um zurück nach Oslo zu kommen und dort einen neuen Job als Chefköchin in einem ganz neuen Luxushotel anzunehmen, ein kleines Kästchen anvertraut wird, das ihre Urgroßmutter vor vielen Jahren offenbar für ihre Tochter in London hinterlassen hatte. Die Dame, die Charlotte das Kästchen überbringt, erzählt, dass sie es aus dem Haus ihrer Tante Hope hat, die vor Jahren ein Heim für unverheiratete Mütter unterhalten hat, die dort unterkommen konnten mit ihren Babys, bis sie diese zur Adoption freigeben wollten oder eine andere Lösung gefunden hatten.

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Anne Holt: Diamanten und Rost

Wer Hanne Wilhelmsen aus den vorangegangenen Krimis um diese leicht (?) sonderbare Kriminalkommissarin kennt, wird sich nicht wundern, dass wir sie diesmal besonders mürrisch und mies gelaunt erleben. Alle anderen sollten sich nicht davon abhalten lassen, diesen letzten Fall für Hanne trotzdem zur Hand zu nehmen.

Hanne Wilhelmsen ist schon immer etwas sonderbar gewesen, seit sie aber wegen eines Unfalls im Dienst vor inzwischen vielen Jahren an den Rollstuhl gefesselt und offiziell aus dem Polizeidienst entlassen ist, ist sie eher ungenießbar als unwirsch. Man muss sie schon wirklich mögen, um sich auf sie einzulassen. Es ist noch nicht lange her, seit ihre Frau, Nefis, sie zusammen mit der gemeinsamen Tochter Ida kurzerhand verlassen hatte, weil sie das Zusammenleben einfach nicht mehr ertragen konnte. Doch Nefis ist zurückgekommen, gemeinsam mit Ida. Sie lieben Hanne und sind bereit, sie weiterhin mit ihren Marotten und Eigenheiten anzunehmen, aber Hanne musste auch einige Zugeständnisse machen. Zum Beispiel, den Sommer mit der Familie und guten Freunden im Sommerhaus am Meer zu verbringen, das Nefis gekauft und mit viel Liebe renoviert hat. Hanne hasst das Meer, was soll sie da? Der Badesteg, den sie mit dem Rollstuhl nutzen könnte, ist für sie völlig überflüssig, sie geht nicht baden. Die Freunde, die es hier so toll finden, gehen ihr auf die Nerven, kurz: Hanne ist schon wieder schwer erträglich.

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Sophie Irwin: How to Lose a Lord in Ten Days

Eine wunderbare Persiflage auf die britische Upper Class, die bessere Gesellschaft, ihren Snobismus und ihre Konventionen. Spritzig, witzig, pointiert und durchaus auch mal zynisch.

Lydia Hanworth ist nicht wenig erstaunt, als ausgerechnet Lord Ashford, der nach dem Ableben seines Vaters den Titel eines Duke erben wird, um ihre Hand anhält. Der derzeit begehrteste Junggeselle. Warum ausgerechnet sie? Und warum hat sie von seinem Werben so gar nichts mitbekommen? Sie sind sich zwar während der (Ball-)Saison begegnet, haben miteinander getanzt, aber dass er ein besonderes Interesse an ihr haben könnte, hat sie nicht bemerkt. Lydia, „nur“ Kaufmannstochter, wenn auch mit stattlicher Mitgift, hat kaum Zeit, sich zu überlegen, ob sie den recht formlosen, ja eher lieblosen Antrag annehmen möchte – das hat ihre Tante, bei der Lydia und ihr Bruder aufgewachsen sind, bereits entschieden. Völlig ohne Lydia zu fragen, ohne ihre Gefühle zu berücksichtigen, einzig mit dem Argument des gesellschaftlichen Aufstiegs, den eine solche Vermählung mit sich brächte. Noch soll die Verlobung allerdings nicht bekanntgegeben werden. Der Duke, Ashfords Vater, möchte das in zehn Tagen selber tun. Bis dahin sind Lydia und ihr Bruder Pip, eigentlich Philipp, eingeladen, eine Woche als Gäste von Lady Phoebe und Lord Waldo auf deren Anwesen in Hawkscroft zu verbringen. Jedes Jahr veranstaltet dort Ashfords Cousine, Lady Phoebe, eine so genannte mehrtägige Hausparty, zu der adlige Freunde und Bekannte für ein paar unterhaltsame und abwechslungsreiche Tage eingeladen werden. Diesmal eben auch Lydia und Pip. Dass die Tage abwechslungsreich werden, dafür will Lydia auf jeden Fall sorgen.

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Herbstspecial 2026

Was das Wetter schon vor einer Weile beschlossen hat, ist heute offiziell: Der Herbst beginnt! Für einige ist diese Jahreszeit der bunten Blätter, geschnitzten Kürbisse und Kuschelpullis das Highlight des Jahres (meine Cozy-Herbst-Playlist ist fast sieben Stunden lang), einige trauern dem Sommer hinterher – und für alle haben wir unser diesjähriges Herbstspecial konzipiert! Egal ob cozy oder melancholisch; gruselig, nachdenklich, sehnsuchtsvoll: Wir stellen euch hier unsere Lesehighlights vor, die perfekt in den Herbst passen! Kocht euch einen Tee und viel Spaß beim Lesen!

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Chris Carter: Du kriegst mich nicht

Ein Thriller, der die Bezeichnung – mit wenigen Abstrichen – verdient hat. Das Cover verspricht zwar schon Hektik und Stress mit der doppelt-schattierten Frau in Rückenansicht, offenbar wegrennend, mit fliegenden Haaren, aber schon auf den ersten Seiten „rennt“ man quasi mit. Mit Samantha, deren Ehemann ihr bei seiner Verurteilung im Gerichtssaal noch Rache geschworen hat. Samantha hat Nelson hinter Gitter gebracht, wegen Misshandlung in der Ehe und Freiheitsberaubung. Warum sollte man ihr auch nicht glauben? Es gab Beweisfotos, eine Psychiaterin, bei der sie schon länger in Therapie war und die immer wieder auf blaue Flecken und kleine Verletzungen aufmerksam geworden war. Häusliche Gewalt, ganz klar. Als es Samantha dann eines Tages gelungen war, vom Badezimmer aus, in dem sie eingesperrt und an ein Abflussrohr gefesselt war, die Polizei zu rufen, wurde Nelson verhaftet. Dreizehn Jahre soll er hinter Gittern verbringen. Den Ausschlag hat letzten Endes die überraschende Aussage einer Zeugin gegeben, die in letzter Minute aufgetaucht war und sich als Nelsons Geliebte vorgestellt hatte, die ähnliche Erfahrungen mit ihm gemacht habe. Dreizehn Jahre, in denen Nelson zwar im Gefängnis sein würde, in denen Samantha aber auch jeden Tag auf’s Neue Angst haben müsste um ihr Leben, dessen ist sie sich gewiss. Ihr Mann hat einflussreiche Freunde, an Geld mangelt es ebenfalls nicht, er kann also bestimmt auch aus dem Gefängnis heraus agieren.

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Sabine Steck: Das Leuchten der kleinen Momente: Wie ich nach Italien reiste und mich selbst fand

Eine Reise nach Italien wird für Nina eine Reise zu sich selbst. Zum ersten Mal seit sie mit Martin verheiratet ist, steckt Nina nach einem Streit nicht zurück, sondern macht, was sie möchte. Nachdem Martin die gemeinsamen Pläne zu Ninas 50. Geburtstag eigenmächtig geändert hat, weil ihm eine Dienstreise wichtiger ist als ein paar Tage zusammen auf Madeira, setzt Nina sich kurzentschlossen ins Auto und fährt nach Italien. Ein Flyer, den sie im Briefkasten gefunden hat, hat sie auf die Idee gebracht, ein paar Tage in der „Villa Primaluna“ zu buchen. Nach einer langen und anstrengenden Fahrt kommt ihr die Gegend um die venetischen Hügel vor wie eine andere Welt. Die Uhren scheinen anders zu gehen, Stress und Hektik sind hier Fremdworte.

Consilia, die dieses kleine, verwunschene Hotel schon seit Jahrzehnten führt, nimmt Nina mit einer Herzlichkeit auf, der man nicht widerstehen kann. Überhaupt scheint Consilia immer genau zu wissen, was ihre Gäste grade brauchen. Sie drängt sich nicht auf, hat aber immer ein offenes Ohr, eine kleine Mahlzeit, einen Cappuccino …

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Marion Demme-Zech: Meine Auszeiten – Saarland: Durchatmen & Kraft schöpfen

„eine Fläche, so groß wie das Saarland“ – das haben Sie sicher schon mal in irgendwelchen Nachrichten gehört. Leider meistens im Zusammenhang mit irgendwelchen Katastrophen, Bränden, Überschwemmungen oder so. Dabei ist das Saarland so viel mehr als nur ein kleines Bundesland, das sich gut für derartige Vergleiche heranziehen lässt.

Marion Demme-Zech hat sich die Mühe gemacht, die Region, in der sie zuhause und der sie eng verbunden ist, auf ganz besondere Art zu erkunden, wobei sie das „Nichts-Tun“ zur hohen Kunst erhebt und uns siebzig Ideen präsentiert, die zum „Einfach-mal genießen“ einladen. Das reicht von einer kleinen Atempause, die man durchaus schon mit einer Stunde zwischendurch mal einlegen kann bis hin zur echten Frei-Zeit an einem kompletten Wochenende.

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Jo Fischler: Klein, aber tot: Ein Knuffigen-Krimi

Schon der Ortsname Knuffingen verspricht amüsante Unterhaltung. Diese Erwartung wird nicht getrübt in diesem kurzweiligen Cosy-Crime. Die 300 Seiten sind ungeheuer flott gelesen, weil flott geschrieben und mit Personen ausgestattet, die einen immer wieder schmunzeln lassen. Schon die Namen sind „knuffig“: Kriminaloberkommissar Johannes Karl Friedrich Wunder, sein bester Freund, Modellbauer Ecki Schiener, Floristin Liora Märklin – passt alles dazu, dass dieser erste Teil einer neuen Reihe von Regionalkrimis angesiedelt sein soll in der fiktiven Welt des Miniaturwunderlands Hamburg. Das spielt aber beim Lesen überhaupt keine Rolle, Knuffingen wirkt so echt wie jedes andere kleine, eigentlich verschlafene Dorf auch.

Es passiert eigentlich eher mal nichts. Das erklärt dann auch, warum Jojo Wunder als einziger verfügbarer Kommissar in Knuffingen sich um die mysteriöse Brandserie auf Schloss Löwenstein kümmern soll. Alle anderen Kollegen sind krank, auf Fortbildung oder sonstwie verhindert. Einzig Frau Schumann, die Assistentin des Chefs und Jojos ehemalige Grundschullehrerin sowie Buddha der gutmütige Bernhardiner des Chefs, der immer vor dessen Bürotür döst, ist noch auf der Wache anzutreffen und sorgt zuverlässig dafür, dass Jojo sich nicht langweilt. Die Kommunikation läuft überwiegend über Post-its, die Helga Schumann Jojo an den PC heftet – im Namen des Chefs, den interessanterweise keiner mal zu Gesicht bekommt, der aber anscheinend immer bestens über alles informiert ist. Dank Helga wahrscheinlich. Jedenfalls schickt Helga Jojo zu Schloss Löwenstein, wo es wieder mal einen Brandanschlag gegeben hat. Doch bevor er sich näher damit beschäftigen kann, wird Jojo zu einem Leichenfund gerufen. Der Kolumnist des „Knuffinger Tageblatts“, Friedrich Frank wurde ermordet. Frank hat sich mit seiner Kolumne „mit spitzer Feder“ im Ort allerhand Feinde gemacht, Verdächtige gibt es also ausreichend.

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