Monika Mansour: Die Wahrheit ruht im Sempachersee

Vogelsterben, ein riesengroßer Umweltskandal, Korruption, Machenschaften von Großkonzernen, menschliche Abgründe, Gier und rücksichtslose Gewissenlosigkeit – das sind die Themen, die Monika Mansour im neuen Fall für Kommissar Cem Cengiz zu einem spannenden Plot verarbeitet. Zu Anfang vielleicht ein bisschen sperrig, zäh, aber im Laufe der Geschichte nimmt die Handlung Fahrt auf und entwickelt eine richtig gute inhaltliche Spannung, ganz ohne überflüssiges Blutvergießen.

Ein sehr persönlicher Fall für Cem Cengiz, der seit drei Monaten versucht, damit klar zu kommen, dass Eva, seine Frau, eine erfolgreiche, ehrgeizige Staatsanwältin, tot sein soll. Mitten in der Nacht war Eva zu einem Treffen mit einem geheimen Informanten zum See gefahren, wo sie bei einer Explosion auf einen Boot ums Leben gekommen sein soll. Cem kann das nicht glauben. Er versinkt in Trauer und Verzweiflung, bis seine Chefin ihn mit den Ermittlungen zu einem mysteriösen Vogelsterben am See beauftragt. Was als Ablenkung für Cem gedacht ist, entwickelt sich zu einem ausgewachsenen Ökoskandal, in den nicht nur ein milliardenschwerer Agrarkonzern verwickelt ist, sondern auch politische Entscheidungsträger aus der Region Luzern und weiter es sind.

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Miguel Silva: Die Tote von Nazaré

Urlaub am Meer – das ist genau, was Maren jetzt braucht. Ruhe und Erholung nach einem langen Klinikaufenthalt und einer längeren Zeit im Koma. Bei einem Banküberfall war Hauptkommissarin Maren Berger angeschossen worden, eine Kugel musste aus ihrem Kopf entfernt werden. Keiner kann sagen, wie schnell sie sich davon erholen wird. Deshalb jetzt Nazaré, wo es – wie Maren gehört oder geträumt hat – die höchsten Wellen gibt, gerade auch im Winter. Ein Paradies für Surfer und Kitesurfer. Dazu gehört Maren zwar nicht, aber vom Strand aus zuzuschauen, das stellt sie sich beruhigend vor.

Ihre Ruhe währt allerdings nicht allzu lange. Eines Morgens, als sie gerade auf dem Weg zum berühmten Praia do Norte ist, wo die Wellen am besten sein sollen, findet sie bei der Surferstatue die Leiche einer jungen Frau. Maren verständigt sofort die örtliche Polizei. Als sie allerdings mit den Beamten zurückkommt, ist die Tote verschwunden. Die Beamten halten sie wahrscheinlich für eine durchgeknallte deutsche Touristin, aber das ist Maren egal. Sie weiß, was sie gesehen hat, und sie erinnert sich auch, dass sie die junge Frau am Abend zuvor in einem Café gesehen hat. Einzig Inspector Joao Ferreira glaubt Marens Aussage und interessiert sich für ihren Bericht. Ferreira spricht gut Deutsch, was es einfacher macht, außerdem macht er einen kompetenten und sympathischen Eindruck, Maren fasst Vertrauen zu ihm.

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Liza Marklund: Das kalte Moor

Das in recht dunklen Farben gehaltene Cover vermittelt einen guten Vorgeschmack auf die Geschichte, die der zweite Teil der Polarkreis-Trilogie erzählt. Düster, geheimnisvoll, aber diesmal wesentlich persönlicher als im ersten Teil, den man im Übrigen nicht gelesen haben muss, um jetzt im zweiten mitzukommen. „Das kalte Moor“ ist gut als Standalone zu lesen, die Geschichte erklärt sich gut und ohne viele Bezüge.

Düster und leicht bedrückend ist die Gegend, in der die Autorin das Geschehen angesiedelt hat. Stenträsk, ein kleiner schwedischer Ort nördlich des Polarkreises und unmittelbar angrenzend an ein Raketenversuchsgelände, das schon an sich geheimnisumwoben ist, weil die, die dort arbeiten, ob aus dem kleinen Ort oder von ihren Firmen irgendwo auf der Welt für eine gewisse Zeit abgeordnet, natürlich nicht über das reden dürfen, was auf dem Gelände passiert oder erforscht wird. Dennoch kommt man natürlich miteinander in Kontakt, immerhin müssen diejenigen, die nur auf Zeit in Stenträsk arbeiten, ja im Hotel wohnen und man trifft sich natürlich auch mal in der Kneipe. Markus, der Sohn des örtlichen Polizeichefs Wiking Stromberg, arbeitet auf dem Versuchsgelände. Was genau er dort macht, darf er auch seiner Familie nicht erzählen, nur so viel: Er soll befördert werden und würde dieses Angebot auch gerne annehmen. Wenn da nicht dieses anonyme Schreiben wäre, das ihn eindringlich davor warnt. Der Schreiber, die Schreiberin bittet ausdrücklich, dass Markus das Schreiben seinem Vater zeigt, der sofort einen bestimmten Verdacht hat, wer der Absender sein könnte.

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Christiane Franke, Cornelia Kuhnert: Matjes al dente

Amüsant, warmherzig und liebevoll wie immer, gewürzt mit einer guten Portion friesischen Charmes. Die Ostfriesenkrimis dieses Autorinnen-Duos sind ein bisschen wie Urlaub an immer dem gleichen Ort. Man kennt die Umgebung, mag die handelnden Personen und die Region und ist gleich mittendrin. Ohne lange Vorrede sind wir auch diesmal wieder beim ersten Todesfall. Postbote Henner findet die tote Reederin Tjalda auf ihrem Schiff, mitten in der Blumendeko für die nächste Seebestattung, die in wenigen Stunden stattfinden soll. Sein Freund Rudi und dessen Polizistenkollege Schnepel stellen eindeutig fest: Tjalda ist erschossen worden. Schnepel, der gerne mal ohne lange nachzudenken Schlüsse zieht, hat auch gleich eine einleuchtende Theorie: Das war ein Mafiamord. Immerhin war Tjalda mit einem Italiener verheiratet, der einen Feinkostladen führt, und sie war im Vorstand des gerade vor Kurzem erst gegründeten Hanf-Vereins in Neuharlingersiel.

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Liv Helland: Die Schloss-Schwestern: Dünen Sommer Liebe

Ein altes Schloss in Ostfriesland, gut in Stand gesetzt, aber nicht gerade ein einfach zu unterhaltendes Häuschen. Drei Schwestern mit ihren jeweils eigenen Biografien und Problemen, ein Testament mit einer bindenden Klausel, die die Schwestern zwingt, zunächst einmal drei Monate gemeinsam auf Schloss Süderholt zu leben, bevor sie entscheiden dürfen, was mit dem Erbe, das ihr Großvater Jörn ihnen zugedacht hat, in Zukunft geschehen soll. Einzig Levke hat von Anfang an eine Vorstellung davon, was sie aus dem Schloss gerne machen würde. Eine Eventagentur soll daraus werden, wenn es nach Levke geht. Doch das ist nicht so einfach umzusetzen. Theo, der Gutachter, den die Behörde zunächst geschickt hat, kommt zu dem Schluss, dass die Vorgaben, die die Denkmalschutz- und die Baubehörde zur Auflage machen, gut umzusetzen sind. Ein neuer, von der Behörde geschickter, sehr eifriger Gutachter kommt allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis. Er unterstellt Theo außerdem, befangen zu sein, weil er mit Levke befreundet ist. Alleine kann Levke die neuen Bedingungen auf keinen Fall erfüllen, sie braucht die Unterstützung ihrer Schwestern.

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Fergus Craig: Betreutes Morden: Ein Fall für Serienkillerin Carol Quinn

Wunderbar skurril, süffisant, stellenweise „very british“, auf jeden Fall sehr unterhaltsam ist dieser leichte Krimi, der uns in die vermeintlich noble Seniorenresidenz Sheldon Oaks führt.

Wer je dachte, das Leben in einer Seniorenresidenz sei nur noch langweilig und trist, der kann sich hier – nicht ganz ernst gemeint – eines Besseren belehren lassen. Sheldon Oaks scheint eine besondere Anziehungskraft zu haben für Menschen, die in ihrem aktiven Berufsleben in irgendeiner Weise mit Kriminalität zu tun hatten. Wie zum Beispiel der ehemalige Kriminalkommissar Geoffrey, der es natürlich nicht lassen kann, den jungen Kollegen mit gut gemeinten Ratschlägen und seiner Erfahrung auf die Nerven zu gehen. Oder Margaret, die einmal Innenministerin gewesen ist und jetzt immer noch über gute Kontakte verfügt, was sich im Laufe der Geschichte als durchaus hilfreich herausstellt, oder Catherine, die ehemalige Pathologin, die mit ihrer langjährigen Erfahrung unterstützt, als es darum geht, einen tragischen Todesfall in Sheldon Oaks aufzuklären. Nicht zu vergessen Carol, die von allen sofort verdächtigt wird, den armen Desmond vom Dach der Residenz gestoßen zu haben, weil sie als die verurteilte Serienmörderin erkannt wird, die sie einmal war.

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Iny Lorentz: Helena: Das Schicksal der Todesschwestern

Geschichte gut verpackt in eine fesselnde Geschichte. Das kennen wir zwar vom Autorenpaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath, alias Iny Lorentz, aber meistens spielen ihre historischen Romane ja im frühen Mittelalter. Das ist diesmal nicht der Fall. „Helena“ geht „nur“ 200 Jahre zurück, ins 19. Jahrhundert, in die Zeit der Freiheitskämpfe und -kriege in Griechenland, die zunächst recht aussichtslos, mit der späteren Unterstützung anderer Völker dann aber doch zur Unabhängigkeit von den Türken führten. Allerdings duldeten weder Russland noch England oder Österreich eine freie Republik Griechenland, weshalb Otto von Bayern, der Sohn Ludwigs I., zum König von Griechenland bestimmt wurde.

In diesem hervorragend recherchierten und gekonnt umgesetzten Roman liegt ein besonderes Augenmerk auf den Frauen, die an den Kämpfen um die Freiheit einen nicht geringen Anteil hatten. Die berühmteste war Laskarina Bouboulina, die die meisten Schlachten auf See für die Griechen gewann und später vom russischen Zaren posthum zum Admiral der russischen Flotte ernannt wurde. Ebenfalls eine wesentliche Rolle spielten die Suliotinnen und die Frauen von Mani, die hier im Roman besondere Bedeutung haben; von ihnen hieß es, dass sie ebenso gut schießen konnten wie die Männer. Sie durften zwar alle mitkämpfen und ihr Leben riskieren, bei der Gestaltung des neuen Staates spielten sie jedoch keine Rolle mehr.

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Julie Caplin: Ein Zuhause im Frühling

Schon das Cover macht fröhlich und sieht nach lauer Frühlingsluft aus. Fröhliches Rot, eine Bank, die zum Träumen im Garten einlädt, und ein Hund, der einen zutraulichen Eindruck macht.

Das fasst die neue Umgebung der Londoner Illustratorin Ella ganz gut zusammen, die für ein halbes Jahr das idyllische Cottage ihrer Patentante in der englischen Countryside hüten soll. Ella ist gerade an einem Punkt, an dem sie sich Gedanken über ihr Leben macht. Einiges ist nicht so gelaufen, wie sie sich das vorgestellt hatte, einiges will sie neu ordnen und sich klar werden, wo ihre Prioritäten liegen sollen. Da kommen das abgelegene Dorf in seiner Überschaubarkeit und Magdas liebevoll gepflegtes, heimeliges Cottage doch gerade recht. Doch mit der Ruhe, von der Ella geträumt hatte, ist nicht viel. Die überaus tatkräftigen und engagierten Dorfbewohner heißen die neue Mitbewohnerin nur allzu gerne und ohne Umschweife, aber auch ohne Ella viel Wahl zu lassen, willkommen und integrieren sie ohne Wenn und Aber in ihre Gemeinschaft. So ungefähr jeden Tag gibt es etwas zu tun, zu organisieren und irgendwo dabei zu sein. Und dann ist da ja auch noch Tess, die gutmütige Labradorhündin, um die Ella sich auch noch kümmern muss. Das wurde ihr so „im Vorbeigehen“ von ihren Eltern aufgedrückt, als diese sie vom nächstgelegenen Bahnhof abgeholt und zu Magdas Cottage gebracht haben. Das passt Ella eigentlich überhaupt nicht in den Kram, mit Hunden hat sie nichts am Hut und kennt sich auch überhaupt nicht damit aus. Das muss sie lernen, ob sie will oder nicht, denn Tess bleibt.

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Sunil Mann: Ziemlich beste Verbrecher

Ein herrlich skurriler, unterhaltsamer, leichter Krimi mit zwei herrlich dargestellten Protagonisten, die sich zwar gegenseitig nicht ausstehen können, aber auch nicht anders können, als weiterhin zusammen in einer Art Wohngemeinschaft miteinander auszukommen. Beide in fortgeschrittenem Alter, da bleiben nicht mehr allzu viele Möglichkeiten, sich eine neue Existenz aufzubauen, wenn die bisherige Arbeitgeberin verstirbt. Alois Mistelzweig, gescheiterter Pianist, verdingt sich hin und wieder als Klavierspieler in Hotelbars oder Lounges, was allein allerdings den doch anspruchsgewohnten Lebensunterhalt nicht sichern kann. Berta Bartok, pensionierte Köchin, ist da eher auf die „Zusammenarbeit“ mit Alois angewiesen. Gemeinsam haben sie ein recht raffiniertes System entwickelt, den ein oder anderen Gast in vornehmen Zürcher Cafés oder Restaurants um sein Bargeld zu erleichtern. Ihre Methode ist ziemlich gezwungenermaßen ausgeklügelt und hat bisher auch immer gut funktioniert – zum Flüchten sind beide immerhin zu alt, da hätten sie keine Chance gegen einen jüngeren Verfolger.

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Regine Kölpin: Zwischen Zuversicht und Leben: Die Hebammensaga

Regine Kölpin erzählt die Geschichte von Esther, einer jungen, engagierten Hebamme, die für die werdenden Mütter, die Wöchnerinnen und ihre Neugeborenen gerne einige Veränderungen erreichen möchte. Leider stößt sie im harten Klinikalltag in der Wesermarsch, wo sie sich gerade in der Probezeit befindet, immer wieder auf den Widerstand und den Widerwillen ihrer Vorgesetzten. Schwester Helma hält streng am Alten fest und ist Esthers Ideen gegenüber alles andere als aufgeschlossen. Es kommt so weit, dass Esther ihre Stelle verliert und nun auf sich gestellt, ohne viele Menschen in der Wesermarsch zu kennen, weil sie erst seit Kurzem dort lebt, zurechtkommen muss. Das gelingt ihr mit Hilfe einer erfahrenen älteren Hebamme, die seit Langem für Neuerungen und Verbesserungen kämpft. Als freie Hebamme hat sie es damit nicht leicht.

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