Elke Becker: Die Erfinderin der Freiheit

Der Glaube an den Fortschritt und sich selbst, daran, dass man etwas erreichen kann, wenn man nicht aufgibt. Dass man große Träume verwirklichen kann. Der stetige Kampf gegen die Dominanz der Männer in der Gesellschaft, die Rückschläge, die Frauen immer wieder hinnehmen mussten, die alltäglichen Probleme, die es so schwer machten, den Glauben an sich selbst und eben sich selbst nicht aufzugeben. Das sind die Themen, die hier in diesem historischen Roman um vier junge Frauen, die jeden Tag kämpfen müssen, um ihre Wohnung bezahlen zu können, sich in ihrem Job zu beweisen und dabei nicht vergessen, dass sie Träume haben, die sie verwirklichen wollen, behandelt werden. Christine und ihre Freundinnen Julia, Lotta und Amalie stehen im Mittelpunkt dieses historischen Romans, der Fakten und Fiktionen gekonnt und spannend zu einer Geschichte spinnt, die uns an den Anfang des 20. Jahrhunderts nach Dresden führt.

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Ella Lindberg: Books & Coffee: An Wunder muss man glauben

Ein unterhaltsamer, leichter Wohlfühlroman, den man so wegliest, ohne viel denken zu müssen. Tut auch mal gut. Locker geschrieben, authentische, sympathische Figuren und eine Story, von der man sich wünscht, das Leben wäre manchmal so. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die gerade vor den Scherben ihres bisherigen Lebens steht – Job weg, Freund weg, WG-Zimmer weg – und keine andere Lösung weiß, als nach Hause zurückzugehen und Unterschlupf bei den Eltern im ehemaligen Kinderzimmer zu suchen. Fürs Erste. Wie das so ist mit Provisorien, sind sie häufig sehr haltbar, so auch in Emilias Fall. Ohne konkrete Pläne für die Zukunft lässt sie sich zunächst mehr oder weniger treiben. Sehr zum Missfallen der zielstrebigen und für ihre Tochter ehrgeizigen Eltern. Mit einem Job im Secondhand-Laden ihrer Tante fängt sie erst mal an.

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Ellen Berg: Gibt’s das auch mit Liebe?

Wie soll man über „nachhaltige Romantik“ schreiben, wenn man mit dem Kapitel definitiv abgeschlossen hat? Unmöglich, oder? Vor genau dieser Frage steht Laura gerade. Erfolgreiche Redakteurin eines Lifestyle-Magazins für Frauen, die keine anderen Probleme zu haben scheinen als ihr Aussehen, ihr Outfit, ihr Haus, ihr Auto, ihren Urlaub! Laura, „geschiedener Single mit Dating-Frust“, hat mit all dem für sich abgeschlossen. Jahrelang hat sie Fotos gefakt, bevor sie sie in den sozialen Medien gepostet hat, nur um einem Mann zu gefallen, der es – wie sie inzwischen erkannt hat – überhaupt nicht wert war! Sie war sogar mit Joe verheiratet!! Wie verblendet kann man sein?? Oder verblödet? Jetzt jedenfalls ist Schluss mit lustig. Laura will das nicht mehr. Sie will nur noch traurig sein, sich verkriechen und von der Welt nichts mehr sehen als ihre schicke Wohnung, ihr Sofa, Taschentücher und vielleicht Rotwein. Ausgerechnet jetzt wird sie von ihrem Chef mehr oder weniger dazu verdonnert, eine Auszeit zu nehmen! Er hat auch schon alles arrangiert. Ausgerechnet mit Vivi, Lauras Schwester, hat er sich verbündet, damit Laura ein paar Wochen zu ihr auf den Biohof kommt und wieder zu sich kommt! Tolle Idee! Außerdem erwartet er einen ausführlichen Artikel von ihr über nachhaltige Romantik. Die Umgebung, in der Vivi lebt, scheint ihm absolut geeignet, ausgerechnet zu diesem bescheuerten Thema recherchieren zu können. Mehr widerwillig und weil Marc eben ihr Chef ist, setzt Laura sich dann doch in den Zug Richtung Pampa.

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Marisa Kashino: Tödliches Angebot

Der Wunsch nach einem eigenen Haus, in dem das so sehr ersehnte, noch nicht geborene Kind aufwachsen soll, wird für Margo übermächtig. Während Jan, ihr Mann, alles deutlich entspannter sieht, entwickelt sich Margos Sehnsucht nach dem Traumhaus zur Obsession. Ihre biologische Uhr tickt, und bislang sind alle Versuche, schwanger zu werden, gescheitert. Ihre Gynäkologin meint, sie setze sich zu sehr unter Druck. Margo denkt darüber nach, Eizellen einfrieren zu lassen – für alle Fälle. Gleichzeitig ist sie fast sicher, dass es mit dem Schwangerwerden klappen wird, sobald sie ihr neues Heim gefunden haben und aus der beengten Wohnung ausziehen können.

Die Erfüllung dieses Wunsches scheint greifbar nah, als Ginny, ihre Maklerin, anruft und von einem Haus in bester Wohnlage erzählt. Es wird noch nicht offiziell angeboten, doch Ginny weiß sicher, dass es verkauft werden soll, weil die Besitzer Washington aus beruflichen Gründen verlassen und nach London ziehen wollen. Das habe ihre Schwägerin berichtet, die mit einem der beiden Eigentümer im selben Fitnessstudio trainiert. Dieser Anruf verändert für Margo alles. Diesmal muss es gelingen.

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Joachim F. Kuck: Mörderney: Das Grab im Sand

Ein unterhaltsamer, leichter, dennoch recht spannender Insel-Krimi.

Zum zweiten Mal begegnen wir auf Norderney der jungen, engagierten Journalistin Tilla, die eigentlich besser Polizistin geworden wäre, weil sie dann offiziell ermitteln dürfte, was sie jetzt wieder auf eigene Faust und zum Missfallen vieler, allen voran ihres Vaters Enno, dem Kommissar auf der Insel, tut. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund, dem etwas weltfremd wirkenden, schüchternen Pfarrer Hark, der vor vier Monaten auf der Insel gestrandet ist und seitdem eigentlich mehr Trübsal bläst, als sich Gedanken darüber zu machen, was er mit seinem Leben in Zukunft anfangen will, und der geflissentlich die Aufforderungen seines Dekans ignoriert, der ihn bittet, endlich in seine Gemeinde zurückzukommen, will Tilla unbedingt den Tod des einzigen Obdachlosen auf der Insel aufklären.

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Anna Schneider: Grenzfall: Ihr Grab in den Fluten

Heftige Unwetter und Naturkatastrophen erleben wir in den letzten Jahren ja leider immer häufiger. Das wird sich wohl auch nicht mehr zum Positiven ändern.

Ein solches Unwetter hat Anna Schneider, inspiriert von der Flutkatastrophe im Ahrtal, als Setting für ihren 6. „Grenzfall“ genommen. Eine Reihe, die in der Karwendelregion auf deutscher wie auf österreichischer Seite spielt und die Zusammenarbeit zwischen der Kripo Weilheim und dem LKA Tirol auch mal außerhalb der bürokratischen Hürden gut gelingen lässt. Dank der sympathischen und liebevoll gezeichneten Charaktere der Beamten auf beiden Seiten der Grenze: zum einen Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Kollege Florian Huber auf deutscher Seite und Kommissar Bernhard Krammer vom LKA Tirol mit seiner Kollegin Rosa, die auch mal fünf gerade sein lassen, um in einer Ermittlung weiterzukommen. Bernhard hat sich damit in letzter Zeit den ein oder anderen Rüffel eingefangen, das stört ihn aber nicht weiter. Seit Kurzem wissen Bernhard und Alexa außerdem, dass sie Vater und Tochter sind, behalten das aber möglichst für sich; lediglich Rosa weiß Bescheid und unterstützt auch den ein oder anderen väterlichen Alleingang, wenn Bernhard meint, Alexa beistehen zu müssen. Dass er sich ab und zu auch in ihr Privatleben einmischt, missbilligt Rosa zwar, aber verhindern kann sie es nicht. Die Vaterrolle ist eben noch recht neu und entsprechend ungewohnt.

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Linus Geschke: Das Camp

Spannend, packend, neugierig machend auf die Fortsetzung, dank eines – wie schon im ersten Teil – offenen Endes. Tolle, starke Charaktere mit Ecken, Kanten und einem weichen Kern.

Im zweiten Teil der „Donkerbloem-Trilogie“, „Das Camp“, steht die Hamburger Kriminalkommissarin Frieda Stahnke im Mittelpunkt, die schon im ersten Teil, „Der Trailer“, eine wichtige Rolle gespielt hat. Die schrecklichen Ereignisse, die sie damals nach Camp Donkerbloem geführt hatten, wo sie auch den eigensinnigen Kölner Barbesitzer Wout, der nach wie vor gerne auch mal ein paar „kleine Geschäfte“ nebenher macht, seine Untermieterin Kathinka, IT-lerin, die nach wie vor versucht, den Mord an ihrer Schwester Julia endlich aufzuklären, und Tayfun, den ehemaligen Boxer und Wouts guten Freund, kennengelernt hat, sind zwar Vergangenheit, aber vergessen hat sie keiner der vier.

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Susanne Lieder: In der Liebe wollen wir frei sein

Gerade mal gut fünfzig Jahre sind im Rückblick keine lange Zeit, aber wenn man sich in Erinnerung ruft, was sich in den letzten 50, 55 Jahren gerade für Frauen alles verändert hat, könnte man meinen, man rede von einem lange vergangenen Jahrhundert. Bis Mitte der 1970er-Jahre durften Frauen ja eigentlich kaum etwas selbstständig und alleine für sich entscheiden. Sei es, ein Konto eröffnen, einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, den Führerschein machen, Verträge abzuschließen – all das musste vom Vater oder Ehemann genehmigt werden. Als 1971 in Paris eine viel beachtete Demonstration stattfand, bei der sich Frauen dazu bekannten, abgetrieben zu haben, kam ein Stein ins Rollen.

Die Journalistin Alice Schwarzer, die damals als Korrespondentin in Frankreich gearbeitet hat, hatte sich dieses Themas angenommen und diese Demonstration initiiert. In der Folge erschien ein ebenso aufrüttelnder Artikel von ihr zu diesem Thema im „Stern“. Das Titelblatt mit den Fotos von prominenten und anderen Frauen, die offen erklärten „Wir haben abgetrieben“ und sich damit strafbar machten, haben viele bestimmt noch in Erinnerung.

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Steve Barlow, Steve Skidmore, Wendy Tan Shiau Wei: Romeo und Julia

Die Liebesgeschichte von Romeo und Julia kennt sicher jeder. Vielleicht nicht im Detail, aber doch in groben Zügen. Gelesen aus eigenem Interesse, als LeDie Liebesgeschichte von Romeo und Julia kennt sicher jeder. Vielleicht nicht im Detail, aber doch in groben Zügen. Gelesen aus eigenem Interesse, als Lektüre im Englischunterricht oder mal im Theater gesehen. „Romeo und Julia“ zählt immerhin zu den bekanntesten Stücken von William Shakespeare. Diese weltberühmte, 500 Jahre alte Liebesgeschichte um zwei junge Leute, die sich unsterblich ineinander verlieben und deren Familien aufs Heftigste verfeindet sind, ist jetzt neu aufgelegt worden – als wirklich gut gemachte, eindrückliche Graphic Novel. In sehr eindrücklichen, realistischen, teilweise auch düsteren Bildern wird die tragische Geschichte ihrer zum Scheitern verurteilten Liebe auf moderne Art nacherzählt und sehr anschaulich dargestellt.

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Patricia Grob: Wellen, Sittich und ein Mord: Tante Tilli ermittelt

Tante Tilli hat sich inzwischen in dem kleinen Ort an der dänischen Ostseeküste akklimatisiert. Sie fühlt sich wohl in der kleinen Pension, deren Besitzerin mittlerweile eine Freundin geworden ist, und mit Jacob Jakobsen, den sie zunächst als etwas grummeligen Reisebüromitarbeiter kennengelernt hatte und der inzwischen ihr Freund und Partner ist. Die Pension, an die Jakobsen sie vor ein paar Monaten verwiesen hatte, als Tilli zufällig und eher unfreiwillig in dem Ort gestrandet war, weil sie in den falschen Flieger gestiegen ist, ist ihr zu einem neuen Zuhause geworden. Sie fühlt sich hier angekommen und würde gerne bleiben. Doch in wenigen Wochen läuft ihr Touristenvisum ab, dann wird sie wohl zurück nach Sachsen müssen. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit, und Tilli hat nicht vor, sich jetzt schon mit Dingen zu beschäftigen, die noch in der Zukunft liegen.

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