Gabriela Kasperski: Tödlicher Rheinfall: Ein Fall für Libby Andersch

Wo Libby Andersch ist, ist bestimmt auch was im Schwange. Oder umgekehrt: Wo was passiert ist, ist Libby, die pfiffige Rentnerin, nicht weit. Diesmal schließt sie sich einem Klassenausflug ihres so genannten Zieh-Enkels Noah an und reist nach Diessenhofen, wo sie mit ihrem Chor einen Auftritt im ehemaligen Katharinenkloster hat. Diese kleine Reise verbindet sie mit einem Ausflug zum Rheinfall, wo sie zuletzt vor vielen Jahren gewesen ist.

Bei einer Rundfahrt lernt sie die junge Schottin Alison Luke kennen, die zufällig auch in der gleichen Pension wie Libby abgestiegen ist. Mit ihr verabredet sie sich für einen Karaoke-Abend in einer kleinen Bar im recht überschaubaren Ort, von dessen einstigem Glanz nicht mehr viel zu spüren ist. Hotels geschlossen, verwahrlost, Geschäfte gibt es keine mehr, lediglich die kleine, gemütliche Pension bietet Touristen Unterkunft. Libby und Alison verbringen einen netten Abend zusammen, den sie auf dem Zimmer mit einem guten Gespräch und einem Absacker beenden. Bei diesem Gespräch erzählt Alison, dass sie gar nicht nur als Touristin unterwegs ist, sondern weil ihre schottische Großmutter ihr Besitz am Rhein vermacht hat. Am nächsten Morgen ist nicht nur Alison verschwunden, auch der Besitzer der Bar wird tot aufgefunden. Angeblich Selbstmord. Libby, die sich auch mit Willy, dem Barbesitzer, unterhalten hatte, kann sich nicht vorstellen, dass er sich das Leben genommen haben soll.

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Cynthia Ellingsen: Das Haus der Erinnerung

Mit Evie und ihrer Enkelin Rainey machen wir hier nicht nur eine Zeitreise, sondern auch eine Reise von den USA nach Irland, wo die inzwischen 93-jährige Evie aufgewachsen ist. Nachdem sie gerade eine schwere Erkrankung überstanden hat, bittet sie ihre Enkelin, mit ihr in ihre frühere Heimat zu reisen. Sie möchte noch einmal in das Dorf ihrer Kindheit, vielleicht das ein oder andere klären und Abschied nehmen. Die Krankheit hat Evie vor Augen geführt, dass ihr vielleicht nicht mehr allzu viel Zeit bleibt, deshalb drängt sie auf eine schnelle Abreise. Rainey, die zwar gerade ein ziemlich großes Problem mit ihrer Firma hat, das sie unbedingt lösen muss, kann ihrer Großmutter diesen innigen Wunsch nicht abschlagen und bucht die Flüge.

Evies ehemaliges Elternhaus ist inzwischen ein liebevoll geführtes Bed & Breakfast, in dem sie von der Wirtin herzlich aufgenommen werden. Viele der älteren Dorfbewohner, die sich noch an Evie und ihre Familie erinnern können, begegnen den beiden allerdings eher ablehnend und misstrauisch. Warum das so ist und warum Evie bisher so wenig von ihrer Jugend erzählt hat, hofft Rainey während der Tage in Aisling herauszufinden. Evie lebt merklich auf, seit sie wieder „zuhause“ ist, aber sie ist noch immer sehr verschwiegen. Erst ein Bündel alter Briefe, die der Hauptgrund waren, warum sie diese beschwerliche Reise in ihrem Alter unbedingt machen wollte, bringt sie dazu, Rainey von früher zu erzählen. Gespräche im Pub oder mit Grady, dem Bruder der Pensionswirtin, tragen weitere Puzzleteile bei.

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Miriam Georg: Sturmland

Dass Cora unglücklich ist, braucht man eigentlich gar nicht zu betonen. Schon nach wenigen Seiten in diesem neuen Nordsee-Roman ist klar, hier stimmt was ganz und gar nicht. Was das aber ist, wird nicht erklärt. Erst nach und nach im Laufe der stellenweise durchaus tragischen Geschichte wird dem Leser klar, was Cora durchgemacht haben muss. Immer eher zwischen den Zeilen als konkret angesprochen, was natürlich unbedingt zur Spannung beiträgt und uns als Leser neugierig macht, wissen zu wollen, wer sich eigentlich wirklich hinter Cora Kröger – wie sie sich nennt – verbirgt.

Den Namen Kröger hat sie angenommen, um einigermaßen sicher zu sein, dass man sie nicht finden wird. Ihre Heimatstadt Hamburg hat die Reederstochter ziemlich überraschend verlassen, um eine Stelle als Gouvernante und Hauslehrerin bei der Tochter eines Architekten anzunehmen, der der Gesundheit seiner Tochter zuliebe eine Stelle auf Norderney angenommen hat, wo er den Ausbau des Conversationshauses betreuen soll. Die zehnjährige Emmi leidet an Schwindsucht, vom Aufenthalt auf der Nordsee-Insel erhofft sich Alexander Klaasen Besserung. Cora hat zwar keinerlei Referenzen als Lehrerin, aber Alexander stellt sie ein, weil sie ihm einen vertrauenswürdigen, zuverlässigen Eindruck macht und aus gutem Hause zu stammen scheint. Über ihre Herkunft oder Vergangenheit redet sie nicht. Alexander fragt auch nicht wirklich nach. Ihm ist es wichtig, dass Emmi sich gut mit Cora versteht und der Aufenthalt auf der Insel für Emmi so angenehm wie möglich sein wird, wenn sie schon von zu Hause weg muss. Cora ist gebildet, belesen, an Naturwissenschaften interessiert und findet in Emmi eine interessierte, intelligente und aufmerksame Schülerin, mit der es Spaß macht, Stoff zu vermitteln. Manchmal auch mehr als in den Lehrbüchern steht.

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Caren Benedikt: Schlosshotel Fuschl

Ein Jahr lang dürfen wir uns in diesem neuen Roman von Caren Benedikt in zwei wunderschönen Hotels in und in der Nähe von Salzburg aufhalten, die es auch heute noch gibt. Zum einen der „Goldene Hirsch“ in der Stadt Salzburg selbst, dann das „Schlosshotel Fuschl“ am Fuschlsee, nicht weit von Salzburg entfernt. Gemeinsam mit der Familie der Theresa von Reuschenberg, der beide Hotels gehören und die sie mit Liebe zum Detail und sehr viel Leidenschaft führt, erleben wir ein recht turbulentes Jahr – geschäftlich wie privat. Es ist gerade alles ziemlich chaotisch im „Goldenen Hirsch“, Theresa weiß manchmal nicht, wo ihr der Kopf steht.

Die Salzburger Festspiele laufen, Hotel und Restaurant sind ausgebucht, die High Society geht hier ein und aus. Am Fuschlsee laufen die Dreharbeiten zum ersten „Sissi“-Film, das Schlosshotel dient als Kulisse für Schloss Possenhofen, wo die spätere Kaiserin Sissi aufgewachsen ist. Es ist also genug zu tun für Theresa und ihre Mitarbeiter. Gleichzeitig ist die gesamte Familie in den Hotelbetrieb eingebunden. Theresas Mann Paul, ehemaliger Tennis- und Skichampion, unterrichtet die Gäste im Sommer im Tennis, im Winter im Skilaufen. Sophia und Marie, die Töchter, werden im Service, als Zimmermädchen und wo es sonst gerade Not tut, eingespannt. Sophia soll, wenn es nach Theresa geht, einmal die Leitung der Hotels übernehmen, Marie studiert am Mozarteum, sie wird nur in ihrer Freizeit eingebunden, was zwischen den Schwestern häufiger mal zu Spannungen führt. Theresas Pläne sind jedoch nicht die ihrer Kinder.

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Ralf Langroth: Schwarzer Samstag

Herbst 1962, die Kuba-Krise sorgt für Angst und Unruhe unter der deutschen Bevölkerung. Die Menschen haben Angst vor einem Einmarsch der Sowjets oder gar einem Atomschlag. Das ist der Rahmen, in dem der fünfte Teil der Reihe um BKA-Mann Philipp Gerber und die Politikjournalistin Eva Herden spielt. Während Philipp in Hamburg gegen eine Organisation ermittelt, die Waffen nach Kuba liefert, wird Eva, die inzwischen beim Bonner Büro des „Spiegel“ arbeitet, nach Kuba geschickt, um vor Ort für eine Reportage zu recherchieren. Eva gerät dabei ins Visier genau der Organisation, gegen die Philipp ermittelt und begibt sich mehrfach in Lebensgefahr. Philipp gerät in Hamburg mitten ins Kiez-Milieu und in die Spiegel-Affäre um Franz-Josef Strauß und Rudolf Augstein, die zu einer der größten innenpolitischen Krisen der BRD wurde.

Was den Leser in diesem präzise recherchierten Thriller erwartet, ist wieder eine sehr lebendige, realistische Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten Anfang der 1960er Jahre.

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Katharina Herzog: A Taste of Cornwall: Ein Rezept für Herzklopfen

Der Abschluss der dreiteiligen Cornwall-Reihe. Wieder mit liebenswerten Protagonisten, die wir zum Teil ja schon aus den beiden ersten Bänden kennen. Wieder mit viel Lokalkolorit, auch wenn der kleine Küstenort Port Haven ja fiktiv ist, so ist er doch angelehnt an den Fischerort Port Isaac an der Westküste von Cornwall. Idyllisch, beschaulich, malerisch mit engen Gassen und kleinen weißen Häusern, wo jeder jeden kennt. In Port Haven ist das nicht anders und offenbar schreckt das „Neubürger“ keineswegs ab, sondern sie fühlen sich recht bald heimisch. So ging es im ersten Band der Restaurantkritikerin Sophie, die in Port Haven die Chance bekam, um ihren Job bei einem Foodmagazin zu kämpfen und eine etwas verwahrloste Kneipe zu einem beliebten Restaurant mit gehobener Küche zu machen, im zweiten ging es um Annabelle, ein Model, dem Sophie mit ihrer vernichtenden Kritik damals den Start als Gastronomin gründlich versaut hatte und die ausgerechnet in Port Haven gelandet ist, um an einem Casting teilzunehmen – und dort hängen geblieben ist. Der Liebe wegen.

Ob das auch für Lucia gilt, die ebenfalls in Port Haven eine Auszeit von ihrem hektischen Leben in London, aber auch von ihrer Beziehung macht, erzählt Band 3. Natürlich geht es auch hier wieder um gutes Essen, um einen Wettbewerb im Kochen. Das „Great Dinner Cook-off“ ist eine Idee von zwei Damen des Gemeinderates, die den kleinen Ort noch ein bisschen bekannter machen wollen und deshalb Prominente suchen, die in Port Haven wohnen und an diesem öffentlichen Kochwettbewerb teilnehmen. Vier Paare sollen es sein, darunter eben auch Lucia, die einen erfolgreichen Foodblog hat und damit eben prominent ist, auch wenn ihr Blog grade etwas brachliegt, weil Lucia die Beziehungsauszeit mit Marco, ihrem bisherigen Freund und Geschäftspartner verarbeiten muss. Gemeinsam mit Lucia, so haben sich Tanya und Maude das gedacht, soll Liam, Fußballprofi und Lucias nerviger Nachbar, ein Team bilden. Das Problem dabei ist, die beiden können sich nicht ausstehen und Liam hat überhaupt keine Ahnung vom Kochen. So weit, so schlecht. Aber Tanya und Maude lassen nicht locker, und die Berater der beiden Kandidaten finden, das sei eine großartige PR-Aktion. Push für Lucias Blog und die Chance für Liam, zu beweisen, dass er sich nach seiner Eskapade, die ihn beinahe die Zukunft im Arsenal-Team gekostet hat, nicht nur von seiner Verletzung erholt hat, sondern auch sein Leben ändert.

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Silvia Trippolt: Küchengeflüster: Die verborgene Zutat der Liebe

Ein wunderbar leichter Roman über das harte Leben in der Gastronomie. Wer schon mal „gekellnert“ hat, kann das bestätigen. Der Ton ist rau, die Arbeit hart und vor allem meistens dann, wenn andere eben frei haben. Wer nur von außen draufschaut, sieht das nicht unbedingt und macht gerne auch mal den Fehler, eben oberflächlich zu urteilen. Genau wie die Protagonistin im Roman, die unter einem Pseudonym ihre „Tischnotizen“ in einer Food-Zeitschrift veröffentlicht und mit den Gastronomen und Restaurantbesitzern nicht selten ziemlich hart ins Gericht geht. „Emil Fürst“, so das Pseudonym, ist denn auch bekannt für seine Scharfzüngigkeit und harten Worte, in der Gastroszene eher gefürchtet. Tilda, die junge Journalistin, die hinter dem Pseudonym steckt, ist wohl mehrfach über das Ziel einer gerechten Kritik hinausgeschossen und hat sich zuletzt richtig Ärger eingehandelt. Einmal, als sie „den Italiener“, den eine ehemalige Schauspielerin, eine „Promi-Quereinsteigerin“, eröffnet hat, ziemlich schlecht hat wegkommen lassen, – damit ist sie bei ihrem Chef, Heinrich Setten, dann noch einigermaßen milde davon gekommen. Er hat lediglich die Zusage von ihr verlangt, den nächsten Text erst von ihm absegnen zu lassen, bevor sie ihn in Druck gibt. Okay, mit einem Rüffel und dieser Auflage kann sie leben. Allerdings hält sie sich nur bedingt an die Abmachung. Sie legt den Text über ihren Besuch im Sterne-Restaurant „Wolf“ zwar vor, aber nachdem Heinrich sein Okay gegeben hat, „peppt“ sie ihn noch ein bisschen auf. Und das bricht ihr dann beinahe das Genick. Rena Wolf, die Restaurantbesitzerin, erscheint persönlich in der Redaktion und macht ihrem Ärger Luft. Der Text sei niederträchtig, widerwärtig und fies, Tilda unterscheide nicht zwischen Tatsachenbehauptungen und Werturteilen. Das sei unzulässig. Leider stimmt Heinrich dem zu, statt Tilda zu verteidigen. Aber statt Tilda zu verklagen, hat sich Rena Wolf eine ganz andere Strafe für sie ausgedacht. Tilda soll drei Monate lang in ihrem Restaurant arbeiten, um selbst zu erfahren, was da geleistet wird und wie hart die Arbeit ist. Danach kann sie dann über ihre arrogante Kritik nachdenken. Tildas Chef stimmt diesem Vorschlag unbedingt zu und stellt Tilda vor die Wahl, entweder das Angebot anzunehmen und, getarnt als Foodbloggerin, im „Wolf“ zu lernen, was Gastro bedeutet oder sie ist ihren Job los.

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Katja Maybach: Zwei Frauen

Ein interessanter Roman über die Freundschaft zweier Frauen aus ganz unterschiedlichen Welten. Eine Freundschaft, die ihr jeweiliges Leben prägt und verändert.

Hannah und Julie sind beide noch sehr jung, Anfang zwanzig, als sie sich zufällig in der Kanzlei von Julies Ehemann begegnen. Der Anwalt und Notar regelt die Überschreibung des elterlichen Hofes auf Hannah, nachdem ihr Bruder nach dem Tod des Vaters beschlossen hat, eigene Wege zu gehen und das Handwerk des Schusters zu erlernen. Er hat kein Interesse am Hof, steht Hannah aber natürlich zur Seite, wenn sie ihn braucht. Hannah kann zum Beispiel weder lesen noch schreiben. Im Dorf wird die Entscheidung des Bruders, Hannah den Hof zu überlassen, als Skandal betrachtet. Es geht einfach nicht an, dass eine Frau alleine einen Hof bewirtschaftet und alle Entscheidungen trifft. Anfang des 20. Jahrhunderts undenkbar! Vor allem eben in einem kleinen Dorf.

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Anett Diell: Das Zimmermädchen vom Adlon

Die Goldenen Zwanziger Jahre in Berlin – das ist der Rahmen, in den „Das Zimmermädchen vom Adlon“ uns entführt. Die Zeit der Weimarer Republik war geprägt durch politische und soziale Probleme, Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg, Arbeitslosigkeit und Hunger. Dazu kam eine seit 1914 ständig steigende Inflation, die 1923 schließlich zu einer Hyperinflation führte, bei der ein Brot schon mal eine Milliarde Mark kosten konnte. Erst mit Einführung der Rentenmark konnte die Inflation gestoppt werden.

In dieser Zeit wird Irabella Keller, genannt Ira, 1921 Zimmermädchen im damals schon berühmten Hotel Adlon. Das war immer ihr Traum, jetzt wird er wahr. Mit ihrer offenen, freundlichen Art wird die zupackende Ira bald zum „frischen Wind“ im Hotel, beliebt bei Kolleginnen und Kollegen ebenso wie bald auch bei Hedda Adlon, der zweiten Ehefrau von Louis Adlon, dem Generaldirektor. Hedda entdeckt, dass in Ira viel mehr steckt als ein gewissenhaftes Zimmermädchen, dem nichts zu viel ist. Sie bittet sie bald um Rat und Ideen, die beiden freunden sich an, soweit Irabella das zulässt. Ira ist eine starke junge Frau, die auf ihrer Eigenständigkeit beharrt, die sich nicht abhängig machen will von nichts und niemandem, die sich verschließt, wenn man ihr zu nahe kommt und nur sehr wenige Menschen ihre wirklichen Freunde nennt.

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Lea Gerstenberger: Der Gesang des Falken

Ein historischer Roman, der einen guten und durchaus interessanten Einblick gibt in das höfische Leben in Frankreich zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als Anne Boleyn als etwa 12-jährige junge Adlige als Ehrenmädchen an den französischen Hof kommt und sich dort sehr bald positiv hervortut.

Der Covertext hebt Anne Boleyn zwar als bedeutend hervor: „Anne Boleyn schrieb in England Geschichte. Doch ihr Charakter wurde in Frankreich geformt.“, im Roman selbst spielt sie zwar eine wichtige Rolle, aber eher eine Nebenrolle neben Marcelle de Saint-Séverin, der Tochter des Großstallmeisters, die ebenfalls als Ehrenmädchen im Hofstaat der späteren Königin lebt.

Ich hatte erwartet, ein bisschen mehr über den Weg der Anne Boleyn vom französischen Hof, den sie 1522 verlassen musste, um in England Hofdame am Tudor-Hof zu werden, bis hin zu ihrer Vermählung mit König Heinrich VIII., dessen zweite Ehefrau sie wurde und der sie wegen Hochverrats und vorgeblichen Ehebruchs am 19. Mai 1536 enthaupten ließ. Davon erfährt man in diesem Roman leider nichts. Insofern fand ich den Satz auf dem Cover etwas unzutreffend.

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