Ronja von Rönne: Alles Liebe

Die deutsche Autorin und Moderatorin Ronja von Rönne (Jahrgang 1992) hat ein neues Buch geschrieben. Auf diesem Blog haben wir zuletzt ihren Roman „Ende in Sicht“ aus dem Jahr 2022 besprochen. Am 2. Juli 2026 veröffentlichte dtv ihren aktuellen Roman mit dem Titel „Alles Liebe“.

Ronja von Rönnes „Alles Liebe“ bietet Erschreckendes über die menschliche Liebe

Schon das Buchcover gibt den Lesenden einen Hinweis darauf, dass nicht alles, was unter dem Deckmantel der Liebe in menschlichen Beziehungen daherkommt, auch Liebe ist. Ein eingeschnürtes dickes und rotes Herz steht für die negativen und sogar schädlichen Formen der Liebe. So erzählt Ronja von Rönne von Menschen, deren Vornamen die Überschriften der Kapitel liefern, in beiläufigem Ton Erschreckendes über die menschliche Liebe.

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Carys Davies: Das Pfarrhaus

Carys Davies ist eine walisische Schriftstellerin, die in Schottland lebt und arbeitet. 2024 erschien ihr Roman „Ein klarer Tag“, nun hat sie ein neues Buch geschrieben. „Das Pfarrhaus“ ist am 10. Juni 2026 im Luchterhand Literaturverlag erschienen. Eva Bonné hat den Roman aus dem Englischen übersetzt.

Hilary Byrd, ein Bibliothekar in Indien

„Das Pfarrhaus“ von Carys Davies ist ein sehr elegant erzählter Roman mit einem englischen Bibliothekar als Hauptfigur. Hilary Byrd ist fünfzig Jahre alt, ledig und in einer Krise. Nach einem Zusammenbruch fliegt er nach Indien. Dort reist er ruhelos durchs Land. Die Hitze, der Lärm und die vielen Menschen setzen ihm zu. Er setzt sich in einen Zug, der in die Berge fährt. Mit ihm im Abteil sitzt ein anglikanischer Pfarrer, der ihm eine Unterkunft in einem kleinen Bungalow der Gemeinde in einem Bergkurort anbietet, in dem normalerweise der Missionar Henry Page aus Kanada wohnt. Byrd ist glücklich über diesen Zufall, über die Kühle und das kleine Haus mit Garten, in dem er sich von Anfang an zu Hause fühlt. Der anglikanische Pfarrer nimmt ihn freundlich auf. „Das Einzige, was ihn störte, war der schwarze Hund.“ Ooly, die Hündin, liegt den ganzen Tag in einem Spülstein im Garten des Bungalows.

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Hans-Ulrich Treichel: Das Karussell

Hans-Ulrich Treichel, 73-jähriger deutscher Schriftsteller, hat einen neuen Roman geschrieben. „Das Karussell“ ist am 19. Mai 2026 im Suhrkamp Verlag erschienen.

„Das Karussell“ von Hans-Ulrich Treichel

In „Das Karussell“ von Hans-Ulrich Treichel begegnen die Leserinnen und Leser Bernhard. Bernhard ist beinahe siebzig Jahre alt und seit einigen Jahren im Ruhestand. Er war Fachhochschulprofessor für Wirtschaftswissenschaften und Politische Philosophie in Berlin. Er lebt im Stadtteil Wilmersdorf, ist von seiner Frau Elisabeth geschieden, mit der er eigentlich alt werden wollte, „aber Elisabeth war ihm nach dreißig Jahren Ehe geradezu abhandengekommen und bei einem anderen Mann gelandet.“  Die Ehe blieb kinderlos.
Bernhard ist gesund und eigentlich zufrieden mit seinem ruhigen Leben, wäre da nicht die kleine Sorge, dass er „eben doch die besten Jahre seines Lebens verschwendete“. Es kommt ihm seine Zeit in Salerno, Süditalien, zu Beginn der 1980er Jahre wieder in den Sinn und er beschließt, nach vierzig Jahren an diesen Ort zu reisen. Er möchte erkunden, wie es seinem ehemaligen Studenten Alfredo, dem Strandbad von Alfredos Vater Luciano und nicht zuletzt Alfredos Kusine Arianna, in die Bernhard ein bisschen verliebt war oder vielleicht noch immer ist, ergangen ist. Und dann ist da noch das Karussell. Ein Kinderkarussell mit Pferden, Delphinen, Schildkröten, dem Mond und einer Kutsche, das Luciano einst kaufte, um es an seinem Strandbad aufzubauen, das aber all die Jahre in einem Schuppen, zerlegt in Einzelteile, auf seine Wiederherstellung und -inbetriebnahme wartet. Bernhard weiß das, weil er all die Jahre mit Alfredo im Schriftkontakt geblieben ist, erst per Brief und Postkarte, später dann via E-Mail.

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Karine Tuil: Die Liebeshungrigen

Die französische Schriftstellerin Karine Tuil (Jahrgang 1972) wurde für ihren Roman „Menschliche Dinge“ aus dem Jahr 2020 mit dem Prix Goncourt des Lyceens ausgezeichnet. Am 15. Mai 2026 ist ihr neuestes Werk mit dem Titel „Die Liebeshungrigen“ in einer Übersetzung von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch bei dtv erschienen.

Der Roman „Die Liebeshungrigen“ von Karine Tuil ist umwerfend

Der ehemalige Präsident von Frankreich, Dan Lehman, bläst Trübsal. Er ist nach seiner Abwahl zwölf Monate zuvor nicht mehr wichtig. Er schluckt Beruhigungsmittel, trinkt und muss sich eingestehen, dass seine zweite Ehe mit der deutschen Schauspielerin Hilda Müller gescheitert ist. Einzig seine Tochter Anna und sein Hund Nabucco scheinen ihm noch Zuneigung und Treue entgegen zu bringen, die Lehman mit echter Liebe und Herzenswärme erwidert.
Während sich der ehemalige Staatspräsident zunehmend in Selbstmitleid und Alkohol ergeht, ergattert Hilda die Hauptrolle in einem Film, der auf einem Buch von Lehmans Ex-Frau Marianne basiert. Der Film soll bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigt werden. Und im Glanz und Glitter an der Côte d’Azur eskaliert die Situation.

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Philippa Perry: Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient

Philippa Perry (Jahrgang 1957), die britische Psychotherapeutin und Autorin des Erziehungsratgebers „Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen“ aus dem Jahr 2020, hat sich an einem Krimi versucht. Mit „Die Therapeutin und ihre Mörder – Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ debütiert sie in diesem Genre. Das Buch ist am 7. Mai 2026 bei Ullstein erschienen. Elke Link hat es aus dem Englischen übersetzt.

„Die Therapeutin und ihre Mörder“ von Philippa Perry ist very British und ein wenig Old School

Dr. Patricia Philipps ist Psychotherapeutin und lebt, nachdem sie London verlassen hat, mit ihrem Kater Dave in Westlinke, einem kleinen Dorf in Südengland. Ihre Klienten empfängt sie in einem umgebauten Schäferwagen, der im Garten ihres Cottages steht. Eines Tages wird einer ihrer Klienten, Henry Clayton, Anfang dreißig, unterhalb der Klippen von Birling Gap tot an den Kieselstrand gespült. Die Polizei von Westlinke, bestehend aus Detective Sergeant Amanda Stevens und Police Constable Barry Footer, vermutet, dass Clayton Selbstmord begangen hat. Der Küstenabschnitt am Beachy Head und den Seven Sisters zieht immer wieder suizidgefährdete Menschen an. Pat und ihr Nachbar und Freund Prichard Knowles glauben nicht an diese Theorie. Für sie ist Henry ermordet worden. Sie beginnen zu ermitteln. Dabei geraten unterschiedliche Personen, allen voran Henrys Freund Derek, in den Fokus ihrer Nachforschungen.

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Debra Curtis: Die Gesetze von Liebe und Logik

Die US-Amerikanerin Debra Curtis hat ihren ersten Roman geschrieben. Das Buch mit dem Titel „Die Gesetze von Liebe und Logik“ erschien am 7. Mai 2026 bei den Ullstein Buchverlagen. Der Roman wurde von Susanne Höbel aus dem Englischen übersetzt.

Debra Curtis’ Geschichte von Lilys großer Liebe

„Die Gesetze von Liebe und Logik“ von Debra Curtis, einer emeritierten Professorin für Anthropologie, ist ein Unterhaltungsroman, in dem es um Liebe, Verlust, Sehnsucht und Familie geht. In drei Teilen nimmt Debra Curtis ihre Lesenden mit in die Jahre 1967 bis 2007 und die Geschichte von Lily Webb. Lily und ihre Schwester Jane wachsen behütet auf. Ihr Vater Martin arbeitet als Lehrer in einem Klosterinternat für Jungen und Carol, die Mutter, bezeichnet sich als Feministin und Katholikin. Als die Geschwister dreizehn und elf Jahre alt sind, stirbt die Mutter an Brustkrebs.

Sehr kleinteilig (monatsweise) erzählt Curtis von Lilys erster Liebe in Portsmouth, Rhode Island, zu einem Mitschüler und Football-Spieler, den sie immer nur als „der Junge“ bezeichnet:
„Als der Junge mit seiner Mannschaft aufs Feld lief, hielt er den Blick geradeaus gerichtet. Es war ein frischer Vormittag im Herbst. Die Stadtbewohner waren gekommen, um ihm bei seinem letzten Match zuzusehen, selbst diejenigen, deren eigene Kinder längst die Highschool verlassen hatten. In warme Decken gehüllt und an den Maschendrahtzaun gelehnt wollten sie miterleben, wie in ihrer Heimatstadt ein Held gekürt wurde.“ (S. 62/63)

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Katrin de Vries: Die kleinste größte Welt

Katrin de Vries ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie wurde 1959 in Ostfriesland geboren und lebt auch heute dort. 2024 erschien ihr Buch „Ein Garten offenbart sich“. Nun veröffentlichte dtv am 15. Mai 2026 ihren ersten Roman mit dem Titel „Die kleinste größte Welt“.

Deutschland 1959: Vom Leben und Arbeiten in einem ostfriesischen Dorf

Schauplatz der Geschichte ist ein kleines Dorf nahe der niederländischen Grenze in Ostfriesland: Die achtzehnjährige Lieske bringt ihr Kind 1959 zu Hause zur Welt. Die Hebamme Geeske Diddens und der Landarzt Dr. Wessels stehen ihr zur Seite. Das Mädchen Greta wird gesund geboren und wächst fortan meist unter der Obhut ihrer Großeltern auf. Ihre Eltern Lieske und Dieter müssen arbeiten. Sie in der Fabrik, er in der Malerfirma seines Vaters.
Die Hebamme Geeske ist seit ihrer Ausbildung Dorfhebamme und begleitet schon Jahrzehnte Frauen bei der Geburt. Inzwischen ist sie Witwe und kinderlos geblieben. Sie schreibt regelmäßig mit ihrer Freundin und Kollegin Käthe, die in der nahen Kleinstadt wohnt und arbeitet.

Das Wirtschaftswunder beginnt

Durch Geeskes Augen beschreibt Katrin de Vries das Leben in der Nachkriegszeit auf dem Dorf und die Veränderungen im Laufe der Zeit. Greta wächst behütet auf. Sie hat mit Großvater Klaas und Großmutter Janna liebevolle Großeltern. Das geht nicht allen Kindern so, weiß die Hebamme, die sich in den Dorfhaushalten auskennt.
Aber auch Geeske muss sich an die Veränderungen und den Fortschritt gewöhnen. Denn in den Krankenhäusern werden Geburtsstationen eingerichtet, die Frauen gehen zur Entbindung immer öfter dorthin. Supermärkte entstehen, die Leute fahren Auto und kaufen Fernsehgeräte, Kühlschränke und Waschmaschinen.

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Christoph Peters: Entzug

Der deutsche Schriftsteller Christoph Peters (Jahrgang 1966) studierte Malerei und veröffentlichte 1999 seinen ersten Roman „Stadt Land Fluß“. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Am 18. März 2026 erschien im Luchterhand Literaturverlag Christoph Peters’ neuestes Buch „Entzug“ mit einem von ihm gemalten Motiv auf dem Cover.

Mit Alkohol oder …

„Entzug“ von Christoph Peters ist ein autofiktionaler Roman. Der Protagonist ist Schriftsteller und trägt den Namen des Autors: Christoph Peters. Er ist der Ich-Erzähler der Geschichte. Und die hat es in sich. Sie besteht aus zwei Kapiteln. Das erste, kürzere mit dem Titel „Trinken“ ist für mich als Leserin das beeindruckendere. Das zweite Kapitel „Nicht trinken“ beschreibt den „qualifizierten“ Entzug der Hauptfigur in einem Berliner Krankenhaus.

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Ali Smith: Gliff

Die Schriftstellerin Ali Smith wurde 1962 in Schottland geboren. Aktuell lebt und arbeitet sie in Cambridge. Ihr Jahreszeitenquartett („Herbst“, „Winter“, „Frühling“ und „Sommer“), das in den Jahren 2019 bis 2021 erschienen ist, wurde sehr gut besprochen. 2023 veröffentlichte sie den Roman „Gefährten“. Nun ist am 16. April 2026 Ali Smiths neues Buch unter dem Titel „Gliff“ im Luchterhand Literaturverlag erschienen. Stefanie Jacobs übersetzte es aus dem Englischen.

Ali Smith erzählt von einer „schönen neuen Welt“

„Gliff“ von Ali Smith spielt in Großbritannien in naher Zukunft. Aber es ist nicht das Großbritannien, das wir von heute kennen. Großbritannien ist ein Überwachungsstaat geworden, wie er schon in Aldous Huxleys „Brave New World“ aus dem Jahre 1932 beschrieben wurde. Dazu finden sich auch in „Gliff“ Verweise. Smith erzählt in ihrer unnachahmlichen, unkonventionellen Weise und Sprache von den Geschwistern Briar und Rose, die von ihrer Mutter getrennt werden und ihr Haus verlassen müssen. Sie verstecken sich in einem leerstehenden Gebäude und entdecken eine Wiese mit Pferden. Rose freundet sich mit einem der Pferde, einem grauen Wallach, an. Sie nennt ihn „Gliff“. Dann schlüpfen sie bei Menschen unter, die in einer ehemaligen Schule leben. Es handelt sich um eine zusammengewürfelte Gruppe, die Widerstand gegen den Staat leistet und für andere Lebensbedingungen kämpft.

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Elizabeth Strout: Erzähl mir alles

Die US-amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Strout (Jahrgang 1956) erhielt 2009 den Pulitzer Prize for Fiction für ihren Roman „Olive Kitteridge“. Am 18. März 2026 erschien ihr neuer Roman mit dem Titel „Erzähl mir alles“ im Luchterhand Literaturverlag. Sabine Roth übersetzte ihn ins Deutsche.

Crosby in Maine forever

Elizabeth Strout führt uns in „Erzähl mir alles“ wieder nach Maine in den fiktiven Ort Crosby. Die Schriftstellerin Lucy Barton ist mit ihrem Ex-Mann William hierher zurückgekehrt. Nun unternimmt sie lange Spaziergänge mit dem Anwalt Robert (Bob) Burgess, auf denen sie sich über „das Leben“ unterhalten. Außerdem besucht sie die inzwischen 90-jährige Olive Kitteridge im Seniorenheim, wobei sie sich gegenseitig Geschichten erzählen.

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