Raffaella Romagnolo: Wir gehen mal los

Die italienische Schriftstellerin und Lehrerin Raffaella Romagnolo (Jahrgang 1971) hat einen neuen Roman geschrieben. „Wir gehen mal los“ ist am 20. Mai 2026 in einer Übersetzung von Peter Klöss im Diogenes Verlag erschienen.

Eine Familie in Trauer
Ich bin spät dran mit diesem schmalen Buch einer Coming-of-Age-Geschichte. Aber das Lesen hat sich gelohnt. Raffaella Romagnolo erzählt von Amedeo Filiberto Maria Ghisleri, einem sechzehnjährigen Jungen in der Pubertät, dessen Mutter Anna vor einem Jahr bei einem Autounfall gestorben ist. Amedeo verkriecht sich seitdem hinter seinen langen Stirnlocken, hinter Heavy Metal und Videospielen. Amedeo schwänzt die Schule, er liebt seinen Kater Oliver und er mag Lucilla Colombo, seine neue Mitschülerin. Und er vermisst seine Mutter Anna zutiefst. Sein Vater, der Ingenieur Giandomenico Ghisleri, bemüht sich redlich, den Familienalltag mit Routinen zu bewältigen, auch um Amedeos jüngerem Bruder Lorenzo Halt zu geben. Aber Giandomenico befürchtet, den Kontakt zu Amedeo, zu Ame, zu verlieren. Er verordnet ihnen eine Wanderung in den Bergen. Zu zweit auf die 3453 Meter hohe Punta Liberté – und so beginnt Raffaella Romagnolo ihre Geschichte:

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Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer

Caroline Wahl (Jahrgang 1995) ist eine deutsche Schriftstellerin, die mit ihren ersten beiden Büchern („22 Bahnen“ und „Windstärke 17“) große Erfolge erzielt hat. Nun hat sie nach „Die Assistentin“ aus dem Jahr 2025 ihren vierten Roman vorgelegt. „1999 Meter über dem Meer“ ist am 28. August 2026 bei Rowohlt erschienen.

Samara on Tour
Der Inhalt des Romans ist schnell erzählt: Samara aus „Windstärke 17“ wird zur Hauptfigur in „1999 Meter über dem Meer“. Nach einem misslungenen Urlaub auf Bali tritt Samara ihren ersten Job bei einer PR-Agentur in Berlin an. Nicht ohne zuvor von ihrem Vater ein altes Mercedes-Cabrio geschenkt bekommen zu haben. Samara begeistert ihre neue Chefin mit frischen Ideen zu den Werbekampagnen der Influencer und -innen, die die Agentur vertritt. Aber schnell wird ihr klar, dass der Job sie anödet.

Nachdem sie eine Kurzbegegnung mit einem „großen Fisch im Filmbusiness“ hat, der ihr seine Wohnung in St. Moritz für einen Aufenthalt anbietet, setzt Samara sich mit jeder Menge Müllermilch in ihren Mercedes und fährt los. Nach einem Zwischenstopp in Oberstdorf kommt sie in St. Moritz an.

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Emma Cline: In die Schweiz

Die US-amerikanische Schriftstellerin Emma Cline (Jahrgang 1989) hat nach zwei Romanen („The Girls“, „Die Einladung“) und einem Erzählband („Daddy“) ihren dritten Roman mit dem Titel „In die Schweiz“ geschrieben. Das Buch ist am 18. August 2026 im Carl Hanser Verlag erschienen. Nikolaus Stingl hat es aus dem Englischen übersetzt.

David Hastings letzte Reise führt „In die Schweiz“
„Switzy“, so der englische Originaltitel des Romans, steht auf der Longlist zum diesjährigen Booker Prize. Und das, das sei schon vorab gesagt, völlig zurecht.

David Hastings, Mitte siebzig und ehemaliger Finanzvorstand eines großen Unternehmens in den USA, ist auf dem Weg „In die Schweiz“. Mit dem Privatjet seines ehemaligen Geschäftspartners Stearns fliegt er zunächst nach London, um seine Tochter Rebecca und seinen Enkel Rainer zu besuchen und dann weiter zur begleiteten Sterbehilfe nach Zürich, nicht ohne vorher noch seinen alten Schulfreund Tom zu treffen, mit dem er sich nach vielen Jahren aussöhnen möchte. Es ist Davids Abschiedstour, er ist an Demenz erkrankt und wird seinen Verstand verlieren. Sein langjähriger Assistent Cody, von ihm nur „der Junge“ genannt, begleitet ihn.

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Valeria Luiselli: Anfang Mitte Ende

Die Schriftstellerin Valeria Luiselli wurde 1983 in Mexiko geboren. Heute lebt und arbeitet sie in New York. In ihrem letzten Roman „Archiv der verlorenen Kinder“ (2019) beschreibt sie eine amerikanische Mittelklasse-Familie, die  Zeuge eines Flüchtlingsdramas von Kindern aus Zentralamerika und Mexiko wird. Am 14. August 2026 ist ihr neuer Roman „Anfang Mitte Ende“ im Rowohlt Verlag erschienen. Brigitte Jakobeit hat ihn aus dem Englischen übersetzt.

„Anfang Mitte Ende“ gliedert sich in vier Teile, die nach den Mittelmeerwinden Levante, Ponente, Scirocco und Mistral benannt sind. Wobei die ersten drei Teile den Roman bilden und der letzte Teil so etwas wie einen Anhang mit Material (Prima Material) wie Postkarten und Polaroids darstellt. Am Ende des Buches gibt es einen QR-Code hinter dem sich Tonaufnahmen verbergen.

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Ruth-Maria Thomas: Die zweitgrößte Liebe

Ruth-Maria Thomas (Jahrgang 1993) hat ihren zweiten Roman geschrieben. „Die zweitgrößte Liebe“ ist am 30. Juli 2026 bei dtv erschienen.

Mit „Die schönste Version“, ihrem Debüt aus dem Jahr 2024, war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Mit ihrem neuen Buch scheint sie an den Erfolg des Erstlings anzuknüpfen.

Arme Ostdeutsche trifft wohlhabenden Westdeutschen

Mishelle, Shelly genannt, ist pleite. Sie muss ihren Schmuckladen in einer Lausitzer Kleinstadt schließen. Die Corona-Pandemie hatte sie zur Aufnahme von Krediten gezwungen, die sie nicht mehr bedienen kann. Übrig bleiben Schulden. Mishelle beschließt wegzugehen. Sie verabschiedet sich von ihrem Bruder, steigt auf ihre Vespa und fährt Richtung Westen.

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Stephan Thome: Besser als nie

Der deutsche Schriftsteller Stephan Thome wurde 1972 im hessischen Biedenkopf geboren. Heute lebt und arbeitet er in Taipeh (Taiwan).
2009 erschien sein Romandebüt „Grenzgang“ über das real existierende Heimatfest in seiner Geburtsstadt Biedenkopf, die in dem Buch „Bergenstadt“ heißt. Der „Grenzgang“ ist ein jahrhundertealtes Ritual, bei dem ursprünglich die Stadtgrenzen von Biedenkopf kontrolliert wurden.
Der Roman „Grenzgang“ wurde 2013 unter der Regie von Brigitte Maria Bertele verfilmt und gewann den Grimme-Preis. Die Hauptfiguren Thomas Weidmann und Kerstin Werner wurden in dem Film von Lars Eidinger und Claudia Michelsen gespielt.
Am 21. Juli 2026 erschien der neue Roman von Stephan Thome „Besser als nie“ im Suhrkamp Verlag.

Endlich ist wieder „Grenzgang“ in Bergenstadt

Stephan Thome führt die Lesenden von „Besser als nie“ nach siebzehn Jahren wieder an den Schauplatz seines ersten Romans nach Bergenstadt, wo nach neunjähriger (statt siebenjähriger) Pause wegen der Corona-Pandemie endlich wieder der traditionelle „Grenzgang“ stattfinden soll.
Und plötzlich steht die Tradition des Festes in der Diskussion: Linda Preiss, die Schulsozialarbeiterin, hat angeboten, als Reiterin beim Aufmarsch der Gesellschaften auszuhelfen. Und das in der absoluten Männerdomäne. Und dann ist da noch die Figur des „Mohren“, die von den Medien kritisch beleuchtet wird. 

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T. C. Boyle: Das Ende ist nur ein Anfang: Storys

Den US-amerikanischen Schriftsteller T. C. Boyle (Jahrgang 1948) muss man nicht mehr vorstellen. Wir haben viele Bücher von ihm auf unserem Blog besprochen. Im letzten Jahr war es der Roman „No Way Home“.
Am 21. Juli 2026 ist Boyles neuestes Werk „Das Ende ist nur ein Anfang“ bei Hanser in einer Übersetzung von Dirk van Gunsteren erschienen. Darin finden wir zwölf Kurzgeschichten, Storys, von denen einige auf Englisch in verschiedenen amerikanischen Zeitschriften veröffentlicht wurden.

T. C. Boyle überzeugt mit seinen „Storys“ unter dem Titel „Das Ende ist nur ein Anfang“

In seiner unnachahmlichen Art verbindet Boyle Figurenzeichnungen mit aktuellen Kontexten. Politische und gesellschaftliche Themen fließen hier in die Form der Kurzgeschichte ein. Sei es der Klimawandel, die amerikanische Regierung oder der Niedergang der amerikanischen Gesellschaft, Boyle ist überzeugend in der langen und der kurzen Form der Literatur.

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Ronja von Rönne: Alles Liebe

Die deutsche Autorin und Moderatorin Ronja von Rönne (Jahrgang 1992) hat ein neues Buch geschrieben. Auf diesem Blog haben wir zuletzt ihren Roman „Ende in Sicht“ aus dem Jahr 2022 besprochen. Am 2. Juli 2026 veröffentlichte dtv ihren aktuellen Roman mit dem Titel „Alles Liebe“.

Ronja von Rönnes „Alles Liebe“ bietet Erschreckendes über die menschliche Liebe

Schon das Buchcover gibt den Lesenden einen Hinweis darauf, dass nicht alles, was unter dem Deckmantel der Liebe in menschlichen Beziehungen daherkommt, auch Liebe ist. Ein eingeschnürtes dickes und rotes Herz steht für die negativen und sogar schädlichen Formen der Liebe. So erzählt Ronja von Rönne von Menschen, deren Vornamen die Überschriften der Kapitel liefern, in beiläufigem Ton Erschreckendes über die menschliche Liebe.

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Carys Davies: Das Pfarrhaus

Carys Davies ist eine walisische Schriftstellerin, die in Schottland lebt und arbeitet. 2024 erschien ihr Roman „Ein klarer Tag“, nun hat sie ein neues Buch geschrieben. „Das Pfarrhaus“ ist am 10. Juni 2026 im Luchterhand Literaturverlag erschienen. Eva Bonné hat den Roman aus dem Englischen übersetzt.

Hilary Byrd, ein Bibliothekar in Indien

„Das Pfarrhaus“ von Carys Davies ist ein sehr elegant erzählter Roman mit einem englischen Bibliothekar als Hauptfigur. Hilary Byrd ist fünfzig Jahre alt, ledig und in einer Krise. Nach einem Zusammenbruch fliegt er nach Indien. Dort reist er ruhelos durchs Land. Die Hitze, der Lärm und die vielen Menschen setzen ihm zu. Er setzt sich in einen Zug, der in die Berge fährt. Mit ihm im Abteil sitzt ein anglikanischer Pfarrer, der ihm eine Unterkunft in einem kleinen Bungalow der Gemeinde in einem Bergkurort anbietet, in dem normalerweise der Missionar Henry Page aus Kanada wohnt. Byrd ist glücklich über diesen Zufall, über die Kühle und das kleine Haus mit Garten, in dem er sich von Anfang an zu Hause fühlt. Der anglikanische Pfarrer nimmt ihn freundlich auf. „Das Einzige, was ihn störte, war der schwarze Hund.“ Ooly, die Hündin, liegt den ganzen Tag in einem Spülstein im Garten des Bungalows.

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Hans-Ulrich Treichel: Das Karussell

Hans-Ulrich Treichel, 73-jähriger deutscher Schriftsteller, hat einen neuen Roman geschrieben. „Das Karussell“ ist am 19. Mai 2026 im Suhrkamp Verlag erschienen.

„Das Karussell“ von Hans-Ulrich Treichel

In „Das Karussell“ von Hans-Ulrich Treichel begegnen die Leserinnen und Leser Bernhard. Bernhard ist beinahe siebzig Jahre alt und seit einigen Jahren im Ruhestand. Er war Fachhochschulprofessor für Wirtschaftswissenschaften und Politische Philosophie in Berlin. Er lebt im Stadtteil Wilmersdorf, ist von seiner Frau Elisabeth geschieden, mit der er eigentlich alt werden wollte, „aber Elisabeth war ihm nach dreißig Jahren Ehe geradezu abhandengekommen und bei einem anderen Mann gelandet.“  Die Ehe blieb kinderlos.
Bernhard ist gesund und eigentlich zufrieden mit seinem ruhigen Leben, wäre da nicht die kleine Sorge, dass er „eben doch die besten Jahre seines Lebens verschwendete“. Es kommt ihm seine Zeit in Salerno, Süditalien, zu Beginn der 1980er Jahre wieder in den Sinn und er beschließt, nach vierzig Jahren an diesen Ort zu reisen. Er möchte erkunden, wie es seinem ehemaligen Studenten Alfredo, dem Strandbad von Alfredos Vater Luciano und nicht zuletzt Alfredos Kusine Arianna, in die Bernhard ein bisschen verliebt war oder vielleicht noch immer ist, ergangen ist. Und dann ist da noch das Karussell. Ein Kinderkarussell mit Pferden, Delphinen, Schildkröten, dem Mond und einer Kutsche, das Luciano einst kaufte, um es an seinem Strandbad aufzubauen, das aber all die Jahre in einem Schuppen, zerlegt in Einzelteile, auf seine Wiederherstellung und -inbetriebnahme wartet. Bernhard weiß das, weil er all die Jahre mit Alfredo im Schriftkontakt geblieben ist, erst per Brief und Postkarte, später dann via E-Mail.

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