Donald Windham: Dog Star

Der Weg, ein Erwachsener zu werden, ist voller Erkenntnisse und neuer Erfahrungen. Bei dem jungen Mann Blackie zu Zeiten der Prohibition in Atlanta sind die Weichen seiner Biografie in weiten Teilen vorbestimmt. Der Vater weit weg, die Mutter Alkoholikerin, Armut, der jüngere Bruder lebt bei zwei alten Damen, die älteste Schwester ist alleinerziehende Mutter und ausgezogen. Unter diesen Rahmenbedingungen möchte Blackie viel früher, als es für sein Alter gut ist, das familiäre Nest verlassen. Zeitweise lebt er auf einer County Farm School für schwer erziehbare Jugendliche. Dort arbeitet Blackie zusammen mit anderen Jungen und muss sich seinen Platz in der Hackordnung erkämpfen.

Hätte er den Einzelgänger Whitey nicht kennengelernt, wäre das Überleben auf dieser Farm deutlich schwerer geworden. Aber mit dem älteren Freund an seiner Seite ist er stark. Blackie lernt, menschliche Schwäche zu verachten. Und dann hat sich Whitey für den Freitod entschieden. Nun ist Blackie auf sich allein gestellt, und er macht das, was er schon früh gelernt hat: Er wird ein Nestflüchter.

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Silvesterspecial 2025

Jedes Jahr lesen wir Rezensentinnen und Rezensenten etliche Bücher. Gute und weniger gute, spannende und langweilige, dramatische, berührende, witzige und traurige, fesselnde, unterhaltsame, informative und interessante. Und immer findet sich darunter dieses eine Buch, das Highlight des Jahres. Das Buch, das besonders im Gedächtnis bleibt, das nachwirkt, aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Diese Bücher, die uns in diesem Jahr 2025 so beeindruckt haben, stellen wir heute am letzten Tag des Jahres vor:

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Peter Huth: Aufsteiger

Auf Felix Licht kommen mehr Veränderungen zu, als er für möglich hält. Sein Chef, der Chefredakteur des Magazins, wird gehen, und Felix soll sein Nachfolger werden. Für diesen Karrieresprung hat er alles gegeben, seine ganze Kraft und all seine Fähigkeiten und vor allen Dingen die sehr enge Zusammenarbeit mit dem neuen Verleger Berg. Eigentlich hat er alles richtig gemacht. Eigentlich.

„Das also, dachte er, … ist die Redaktion der Zukunft. Ein Keller. Keine Reporter mehr, kein Recherchieren, keine Dokumentation. Keine Konferenzen … Kein Teamsport sondern eine Einzeldisziplin. Ein Tisch mit einem Computer, ein paar Mikros, ein Monitor, auf dem die ganze Welt als Hintergrund gefakt werden kann.“ (S. 242)

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Erna Sassen: Such dir keinen besten Freund

Joshua lebt bei seinem Vater, während seine Mutter und ihr neuer Lebenspartner woanders wohnen. Anfangs wurde er in der Hauptschule von den anderen Kindern angegriffen. Er war neu und hatte keine Freunde. Zu seinem Glück kann er viel besser malen, als sich wehren. Ganz unerwartet interessiert sich Sergio für ihn und seine Bilder. Und mit Sergio kommen auch Dylan und Lindsey in Joshuas Leben. Die Schikanen hören auf. Was nicht aufhört, ist seine Begeisterung für Lindsey, die er nicht verstehen kann. Viel zu widersprüchlich ist ihr Auftreten in der Schule. Sie zeigt viel nackte Haut, ist stark geschminkt und flirtet jeden an, um dessen sexuellen Hunger zu wecken. Und wer sich auf Lindsey einlässt, bekommt es mit Dylan zu tun. Dylan schlägt zu, manchmal zu fest. Er verliert die Grenzen aus den Augen. Dabei müsste er es als Kickboxer besser wissen.

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Craig Shreve: African Samurai

Im sechzehnten Jahrhundert lebte Yasuke in Ostafrika. Seine Kindheit verbrachte er tief in den Erzminen. Er wollte immer in seinem Dorf leben, weil dort seine Familie und seine Freunde lebten, während sein Vater regelmäßig auf Reisen ging und weit weg Handel trieb. Ab und zu kamen auch ausländische Händler in sein Dorf, um Eisen gegen Waren einzutauschen.

Eines Tages tauchten andere Ausländer in seinem Dorf auf, die keinen Handel im Sinn hatten. Sie töteten alle Erwachsenen und kleinen Kinder. Die größeren Kinder und Jugendliche wurden gefangen genommen. Yasuke lernte, dass auch Menschen Waren sein konnten. Er wurde eine Ware und an verschiedene Besitzer weitergereicht. Einige lehrten ihn das Kämpfen und Rudern für ihre Kriege in fernen Ländern. Yasuke lernte das Töten und portugiesisch. Bei den Jesuiten kamen die Fächer Latein, Gebete und ein fremder Glaube hinzu.

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Anna Bailey: Unsere letzten wilden Tage

Devall und seine jüngeren Geschwister Cutter und Beau leben dort, wo die Alligatoren zu Hause sind. Es ist ein einsames Hinterland von Louisiana, geprägt von Sumpfgras und Tümpeln sowie Wäldern und Wasserausläufern. Im Sommer wird diese wilde Landschaft so heiß, dass Kadaver auf dem Asphalt gebraten werden. Seit Devall und seine Geschwister viel zu früh Vollwaisen geworden sind, versucht er für den Rest der Familie ihre Lebensgrundlage zu erhalten, in dem er seine ganze Kraft in die Alligatorenfarm der Eltern steckt. Er führt ein extrem hartes und gefährliches Leben, das von vielen Seiten bedroht wird. Aus diesem Grund ist er ebenfalls hart und gefährlich geworden. Für ihn enden die letzten wilden Tage, nachdem er nicht mehr mit seiner Schwester Alligatoren jagen kann.

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Kelly Mullen: Die Einladung: Mord nur für geladene Gäste

Mackinac Island ist ein charmanter Ort, der normalerweise zum Verweilen einlädt. Und Janes mondänes Herrenhaus, das während der Prohibition eine Anlaufstelle für Alkoholschmuggler und Verbrecher war, bietet auch gesetzestreuen Bürgern enormen Luxus und Überraschungen. Diesen geschichtsträchtigen Ort wählte die Autorin Kelly Mullen für ihren Kriminalroman aus. Ganz im Stil einer Agatha Christie finden sich verschiedene bekannte Persönlichkeiten zu einer Party und Auktion ein, um mit entsprechender Kleidung die 1920-er Jahre zu feiern. Nur zwei Inselbewohner sind ebenfalls eingeladen, unter anderem Mimi MacLaine, eine ältere Dame, die ungefragt ihre Enkelin Addie mitbringt.

Mimi hat vor dieser Party Angst. Warum hat die mondäne Jane ihre Einladung mit einer Erpressung versehen? Und warum soll sie bei der Versteigerung ein Artefakt erwerben und sich damit in den Ruin bringen? Mimi hat unter anderem vor Jane Angst, die von ihrem Geheimnis weiß, dessen Offenbarung Mimi ebenfalls ruinieren würde. Und was würde Addie von ihr denken, wenn sie von diesem dunklen Geheimnis erführe?

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Vera Weidenbach: Ada Lovelace: Visionärin und Genie

Die Frauen des Chaos Computer Clubs haben weibliche Vorbilder, erklärt die Autorin Vera Weidenbach im Vorwort ihres Buches. Eine von ihnen ist die Mathematikerin Ada Lovelace, die 1843 das erste Computerprogramm veröffentlicht hat. Ihr Ausgangspunkt war die zweite mechanische Rechenmaschine von Charles Babbage.

Augusta Ada Byron (1815-1852) war die Tochter des Dichters Lord Byron und der Mathematikerin Anna Isabella Wentworth. Kurz nach Adas Geburt zerbrach die Ehe und wurde geschieden. Die Berichte über Lord Byrons Sexualverhalten beendeten seine Karriere. Nur die Scheidung verlief ohne den sonst öffentlichen Pranger.

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Klaus Brinkbäumer: Zeit der Abschiede: Sieben Jahre des Loslassens und Wiederfindens

Der Autor und Journalist Klaus Brinkbäumer hat seinem autobiografischen Buch den Titel Zeit der Abschiede gegeben. Seine Geschichte ist „… eine über Abschied, über Brüche, über den permanenten, täglichen Umbruch, über das Ende, das Sterben, das Leben.“ (S. 71 pdf-Datei)

Als Klaus Brinkbäumer beim letzten Atemzug seiner Mutter nicht da ist, ist er wütend und untröstlich zugleich. Er, das Mutterkind, verliert gleichzeitig ihre uneingeschränkte Liebe und Bestätigung. Nun wird er nicht mehr ihr herzallerliebster Sohn und Held sein. Kann man noch Sohn sein, wenn die Mutter verstorben ist? Kann man sich noch als Sohn fühlen, wenn man am Tag X in die Reihe der ältesten Generation gerückt ist? Wenn zum Beispiel die anderen Lebensrollen wie Ehemann, Vater und Großvater den Alltag bestimmen?

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Gerti Tetzner: Karen W.

1974 erschien der Roman Karen W. von Gerti Tetzner zum ersten Mal in der ehemaligen DDR. Er wurde unter anderem wegen seiner Originalität ein großer Erfolg im In- und Ausland. Die in Thüringen geborene Autorin schreibt Gegenwartsliteratur, in der universelle Themen wie Liebe, Selbstbestimmung, Freiheit in einen gesellschaftlichen und damit indirekt in einen politischen Kontext gesetzt werden.

Karen W.’s Geschichte beschreibt, wie eine Jugendliche als Erste aus ihrem bäuerlichen Dorf die Oberschule besuchen darf, Jura studiert und danach als Rechtsanwältin und Notarin für die Erbschafts- und Grundbuchangelegenheiten der Landbevölkerung zuständig wird. In den 1960-er Jahren findet in der jungen DDR ein gewaltiger Umbruch statt. Einzeleigentum wird in Gemeinschaftseigentum umgewandelt. Darüber hinaus wird unternehmerisches Handeln und Denken unter staatlicher Führung den Genossenschaften zugeordnet. Gemeinwohl steht nun über dem eigenen Wohl. Am Beispiel von Paul, einem eigenverantwortlich arbeitenden Hühnerzüchter, wird sichtbar, wie ein fleißiger, strebsamer Mensch sein Lebenswerk verliert und gesellschaftlich geächtet wird. Sein wirtschaftlicher Erfolg passt nicht zu der angeordneten modernen Massentierhaltung. Also verweigert man ihm die Medikamente, die den Ausbruch einer Infektionskrankheit bei seinen Hühnern verhindern könnte. Als alle Hühner gestorben sind, will ihn die dörfliche Genossenschaft ins Gefängnis bringen.

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