Cecilia Davidsson, Alex Haridi, Maya Jönsson: Die Mumins und der verbotene Park

Es ist Mittsommernacht. Ganz nach skandinavischem Brauch sind Mumin, der Schnupferich und die Kleine Mü unterwegs, um neun Blumen zu sammeln, denn legt man diese in dieser Nacht unter das Kopfkissen, werden die Träume wahr. Doch was ist das? Plötzlich stehen sie vor dem Eingang zu einem Park. „Betreten verboten“ steht da, und das ist bei Weitem nicht alles, was in dem seltsamen Park verboten ist, wie sie bald herausfinden müssen: Man darf nicht im Sand buddeln, nicht laut lachen, den Rasen nicht betreten und keine Pfeife rauchen.

Die drei sind davon wenig angetan und fassen einen Entschluss: Weg mit den Verboten!

Die Mumins von Tove Jansson sind eine Institution; dieses Bilderbuch, das sich an einer Erzählung der Autorin orientiert, versucht, die Magie der herzerwärmenden Troll-Geschichten wieder aufleben zu lassen. Die Illustrationen sind großartig, stark in der Ausdruckskraft, lustig und detailliert; Maya Jönsson bleibt bewundernswert authentisch an den Originalzeichnungen und erschafft trotzdem etwas ganz Eigenes. Davidsson und Haridi hingegen meistern den schriftstellerischen Part des Bilderbuches nicht ganz so souverän.

Was als niedliche Geschichte beginnt, die alte Leser nostalgisch werden lässt und junge Zuhörer zu verzaubern vermag, entwickelt sich schnell zu einer relativ zweifelhaften Moral, in der sich die geliebten Charaktere von Tove Jansson nicht so richtig wiederfinden lassen. Ob man dem eigenen Kind beibringen möchte, dass alle Verbote am besten ignoriert werden, oder nicht, sei der Erziehungsmethode des Einzelnen überlassen; was jedoch unschön hervorsticht, ist die Art, wie diese Verbote missachtet werden. Der Parkwächter, ein Hemul, der nichts lieber tut, als sich Verbote auszudenken und den ganzen Tag an Verbotsschildern zu basteln, ist zwar als negative Figur gezeichnet, tut einem aber trotzdem ziemlich leid, als die Freundesgruppe ihn aus seinem eigenen Park vertreibt und aus den Verbotstafeln ein Mittsommerfeuer entzündet.

Die Illustrationen retten das Ganze, machen es trotz der etwas eigenwilligen Geschichte zu einem wunderschönen Kinderbuch, das sicher das Potenzial hat, nostalgische Eltern wie neugierige Kinder zu begeistern. Am Ende bleibt auch der Hemul nicht ohne sein Happy End und der strenge Park voller Verbote wird zu einem Ort der Freude.

Cecilia Davidsson, Alex Haridi, Maya Jönsson: Die Mumins und der verbotene Park.
Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer.
Urachhaus, Februar 2026.
40 Seiten, gebundene Ausgabe, 20,00€.

Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.

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