Kristina Hortenbach: Als im Hotel Messmer der Tee ausging

Ein schöner leichter Roman, der uns ins damals schon mondäne Baden-Baden der 1880-er Jahre entführt. Viel Polit-Prominenz, der deutsche Kaiser und Kaiserin Augusta weilen dort ebenso zur Kur wie die österreichische Kaiserin Elisabeth, Sisi, oder der britische Thronfolger Edward und andere erlauchte Persönlichkeiten. Sie alle genießen die ruhige, beschauliche und wohltuende Atmosphäre des relativ kleinen, aber berühmten Kurortes. Ein Roman, geschrieben von einer Autorin, die sich täglich mit den Prominenten der heutigen Zeit beschäftigt, seien es Royals der europäischen Königshäuser oder Stars und Sternchen der Filmbranche.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Anja Marschall: Hotel Vier Jahreszeiten: Der Glanz des neuen Morgens

Auch der zweite Teil dieser Dilogie um das heute noch existierende Hamburger Luxushotel „Vier Jahreszeiten“ ist wieder historisch fundiert, gut recherchiert und fesselnd geschrieben. Ohne Pathos oder Schwülstigkeit, ohne auf die Tränendrüse zu drücken, erzählt die Autorin hier von der Zeit nach dem Ersten und vor dem / während des Zweiten Weltkrieges.

Die Nationalsozialisten übernehmen nach und nach die Macht, das Leben derer, die diese Ideologie nicht unterstützen oder sich gar offen dagegen aussprechen, wird immer schwerer. So auch für den jungen Hoteldirektor Fritz Haerlin, der inzwischen die Leitung des Hauses von seinem Vater übernommen hat und so weit er kann, versucht, dem Druck von außen standzuhalten. In Luise, der „Göre aus der Gosse“, als die sie (von der missgünstigen Ziehmutter verächtlich so genannt) vor Jahren als Aushilfe in der Wäscherei der Hotels angefangen hat, findet er eine loyale Mitarbeiterin und Freundin, die sich Anerkennung und Respekt der Familie Haerlin und auch der Angestellten im Hotel redlich erarbeitet hat. Luise ist zur zunächst stellvertretenden Hausdame avanciert, als alle männlichen Angestellten des Hauses eingezogen werden, überträgt Fritz ihr die Verantwortung, das Hotel, gemeinsam mit einem weiteren Vertrauten, zu führen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Beate Maly: Die Trümmerschule: Zeit der Hoffnung

Stella, eine junge Jüdin, kommt 1946 zurück nach Wien, in ihre alte Heimat. Voller Hoffnung und Zuversicht, dort wieder ein Zuhause zu finden, wieder heimisch zu werden und beim Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Stadt mitwirken zu können. Nicht nur mit ihrer Hände Arbeit, viel mehr mit ihrem Wissen und ihren pädagogischen Fähigkeiten. Stella will als Lehrerin den jungen Leuten Wissen vermitteln, sie lehren, frei zu denken und ihre Vorstellungen zu verwirklichen.

Stella hat als einzige aus ihrer Familie den Krieg überlebt. Ihre Eltern sind in Auschwitz ums Leben gekommen, auch Simon, ihr Verlobter, hat den Krieg nicht überlebt. Stella hatte das Glück, das sie manchmal aber im Nachhinein auch als Unglück empfindet, in trübsinnigen Momenten glaubt sie, ihre Familie im Stich gelassen zu haben, dank der Hilfe einer Bekannten, rechtzeitig aus Wien fliehen und in London im Exil leben zu können. Jetzt glaubt sie, es sei an der Zeit und gut, nach Wien zurückzukommen. Bei ihrer Freundin Feli kann sie erst einmal wohnen. Eine eigene Wohnung zu finden, wäre wohl kaum realistisch. Feli ist es auch, die ihr eine Anstellung als Lehrerin am Lindengymnasium verschafft, wo sie selbst als Schulsekretärin arbeitet. Englisch und Deutsch soll Stella unterrichten.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Marie Lacrosse: Montmartre: Licht und Schatten

Wer ein bisschen mehr über das Leben und Künstlerleben während der sogenannten Belle Epoque in Paris erfahren möchte, der wird hier fündig. Auch wenn es „Belle Epoque“ heißt, diese Zeit war keineswegs für alle unbeschwert und sorgenfrei. Marie Lacrosse schildert das Leben im Pariser Viertel Montmartre in dieser Zeit sehr plastisch und durchaus bunt anhand des Schicksals zweier junger Frauen, die beide zufällig am gleichen Tag hier geboren werden. Elise als Tochter einer Wäscherin, die mit dem kargen Lohn für ihre tägliche harte Arbeit sich und ihre beiden Töchter kaum durchbringen kann, würde ihre Freundin Marianne, die Hebamme, die die beiden Kinder zufällig beide auf die Welt gebracht hat, sie nicht unterstützen. Marianne wird auch sowas wie das Bindeglied, da sie für jedes der beiden jungen Mädchen immer eine Vertraute bleibt. Elise wächst in Armut auf den Hügeln des Montmartre auf und erlebt von Kind an, was es heißt, sich seinen Lebensunterhalt hart zu erarbeiten.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Matthew Reilly: Mister Einsteins Sekretärin

Unsere Hauptfigur, Hanna Fischer, wird Anfang des 20. Jahrhunderts als Tochter einer amerikanischen Mutter und eines deutschen Vaters in Berlin geboren. Sie ist eine neugierige junge Frau, deren größter Wunsch es ist, Physik zu studieren – wie ihre Mutter und ihr Nachbar, der große Albert Einstein.

Als die Nazis ihren Vater auf dem Balkon des Hauses erhängen und ihre Heimat in Flammen aufgeht, sind alle Pläne obsolet. Hanna flieht – von Albert Einstein aufs Schiff gebracht – nach Amerika.

Hier ist sie gezwungen, ihren Traum vom Physikstudium aufzugeben und sich stattdessen an einer renommierten Schule für Sekretärinnen einzuschreiben. Bald schon kommt sie so in die Nähe einiger der interessantesten Menschen der Stadt. Wirtschaftsmagnaten, Prominente, Gangster und ein Agent des Finanzministeriums nutzen ihre Dienste, während sie sich darum bemüht, einen Weg nach Hause zu finden. Doch ist das Deutschland, in das sie zurückkehrt, überhaupt noch ihre Heimat?

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jørn Precht: Die Jungfrau von Orléans

Mit „Die Jungfrau von Orléans“ ist ein weiterer Titel aus der inzwischen langen Reihe „Bedeutende Frauen, die die Welt verändern“ erschienen. Akribisch und bestens recherchiert, vervollständigt mit einer Figurenübersicht, die die Zuordnung erleichtern kann, sowie einer Liste der Quellen und Literaturempfehlungen.

Wer bisher mit dem Leben der Jeanne Darc oder d’Arc, – die Schreibweisen des Nachnamens variieren – nur Bruchstückhaftes verbindet, kann das mit diesem historischen Roman vervollständigen. Angefangen von ihrem Leben als einfaches Bauernmädchen in einem kleinen Dorf bis zu ihrem grausamen Tod auf dem Scheiterhaufen, erzählt der Autor sehr authentisch vom Schicksal der Jeanne, die als Siebzehnjährige ihren göttlichen Visionen, den Stimmen ihrer Heiligen, folgt, um den Thronfolger sicher nach Reims zu geleiten, wo er zum rechtmäßigen König gekrönt werden soll. Was so einfach klingt, ist ein mehr als ambitioniertes Vorhaben, wird Frankreich doch zu dieser Zeit, 1429, seit mehr als hundert Jahren von den Engländern besetzt. Jeanne vertraut auf ihre göttliche Führung, ihren Glauben und ihre Zuversicht. An der Spitze einer Armee aus kampferprobten, hartgesottenen Kriegern macht sie sich in Männerkleidung auf, ihre Mission zu erfüllen, nachdem es ihr endlich gelungen war, den Dauphin zu überzeugen. An ihrer Seite eine Reihe von treuen Gefolgsleuten und Freunden, die sich um ihr Wohlergehen sorgen und ganz klar sehen, welchen Gefahren sich die junge Kämpferin aussetzt.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Michelle Marly: Die Villa in Weimar

Von Marie Seebach hatte ich nichts gehört, bevor ich diesen Roman gelesen habe. Das muss ich zugeben. Dass sie Mitte des 19. Jahrhunderts Deutschlands berühmteste Schauspielerin gewesen ist, wusste ich bis dahin nicht. Als Marie Seebach am 12. August 1897 beerdigt wurde, ließen der deutsche Kaiser und andere Hoheiten Kränze niederlegen, als Beweis ihrer Wertschätzung. Brilliert hat sie wohl vor allem in der Rolle des „Gretchen“ in Goethes Faust. Marie Seebach war über die Grenzen Deutschlands bekannt und berühmt, hatte Engagements an allen wichtigen Theatern, dennoch scheint ihr Ruhm vergänglich.

Ihre Ehe mit dem damals ebenfalls berühmten Tenor und Wagnersänger Albert Niemann dauert nur wenige Jahre. Ihr gemeinsamer Sohn Oscar wird nur 31 Jahre alt, er stirbt an der Schwindsucht. Geblieben ist von Marie Seebach ihre Stiftung, die sie als Heim für alte und mittellose Bühnenkünstler in einer Villa in Weimar eingerichtet hat. Eingeweiht im Oktober 1895, existiert diese Stiftung noch heute. Nicht mehr nur offen für Bühnenkünstler, auch Vertreter anderer Kunstrichtungen sind inzwischen willkommen. Die „Villa in Weimar“ war das erste und wohl noch immer einzige Altersheim dieser Art, das in Deutschland gegründet wurde. Ähnliche Einrichtungen, die bis heute bestehen, sind das Casa Verdi, das in Italien von Giuseppe Verdi für alternde Musiker geschaffen wurde und das Maison des Artistes, das allerdings erst 1952 in Paris gegründet wurde. Die Person der Marie Seebacher und ihre Stiftung sind also historisch belegt, ebenso wie die Vorkommnisse im Stift, die Geschichten der ehemals nur sechs Bewohner.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Christian Hardinghaus: Die Buchhändlerin von Königsberg

Die junge Buchhändlerin Frieda Wehlau erlebt die Bombennächte des 2. Weltkriegs, das Bangen um ihren geliebten Hans an der Front und die Entbehrungen der Nachkriegszeit in ihrer Heimatstadt Königsberg. Sie entdeckt dabei, wie Bücher und ihre Geschichten den Menschen auch in größter Verzweiflung neue Hoffnung schenken können.

Ich habe mir das Buch gekauft, weil meine eigenen Großeltern aus Ostpreußen stammen, ich gern mehr über diesen Landstrich und seine Menschen erfahren wollte und weil ich Bücher, genauso sehr wie die Titelheldin, liebe.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Henrike Engel: Elbnächte: Die Lichter über St. Pauli

Ein gelungener Auftakt zu einer neuen Dilogie, der uns ins Hamburg des Jahres 1913 führt und uns drei Menschen begleiten lässt, die völlig unterschiedlich sind und dennoch einiges gemeinsam haben. Nicht zuletzt, ein neues, selbstbestimmtes Leben zu beginnen.

Louise, die an der Seite ihres Mannes bislang ein unbeschwertes, sorgenfreies Leben geführt hat, muss plötzlich auf sich alleine gestellt zurechtkommen. In einem Hamburger Nobelhotel wird sie eines Morgens sehr unsanft geweckt mit der Nachricht, ihr Mann sei in der Nacht bei einem Duell ums Leben gekommen. Nach dem ersten Schock allerdings zweifelt Louise an der Wahrheit dieser Mitteilung. Das kann nicht sein. Viktor ist mit all seinen Papieren, Wertgegenständen und ihrem Bargeld verschwunden. Louise ist mittellos. Wie soll es für sie weitergehen? Es bleibt ihr nichts anderes übrig als ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Das ist ohne Geld und fremde Hilfe nicht einfach. Ein glücklicher Zufall lässt sie Ella kennenlernen, die in Hamburg „gestrandet“ ist, nachdem ihr eine waghalsige Flucht aus dem Bordell gelungen ist, in dem sie seit Jahren zur Prostitution gezwungen worden war.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Katherina von der Lane: Haribo 02: Goldene Zeiten brechen an

Bonn 1938: Die süßen Produkte der Firma Haribo sind mittlerweile weit über die Grenzen Bonns bekannt. Doch früher als gedacht muss Gertrud das Unternehmen nun ohne ihren Mann führen und dabei hilft ihre nun ihre Tochter, die sogar ihre Familie dafür zurückstellt. So gelingt es, das Geschäft auch in den schwierigen Zeiten am Leben zu erhalten, bis die Söhne aus der Kriegsgefangenschaft entlassen werden. Goldene Zeiten brechen an, als der Goldbär das Licht der Welt erblickt.

Das Buch ist in einem sehr flüssigen, gut lesbaren Stil geschrieben, dadurch wird das Gelesene zu einem Film im Kopf. Ich fand es spannend, wie die Familienmitglieder in dieser schweren Zeit zusammen gewachsen sind. So wird es ein Buch voller Mut, Zusammenhalt in schweren Zeiten und Verlust, aber auch eine Geschichte voller Stärke und moralischen Entscheidungen. Ich habe den zweiten Band der Dilogie genauso gerne gelesen wie den ersten, wenn ich den ersten aber dennoch einen Tick besser fand.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: