Catherine Cowles: Fragile: Niemand kennt dich so wie ich

Rhodes kehrt nach Sparrow Falls zurück, um das Haus ihrer Kindheit zu renovieren – jenen Ort, an dem ein verheerendes Feuer einst ihre Familie auslöschte. Doch schon bald merkt sie, dass die Vergangenheit noch lange nicht begraben ist. Seltsame Unfälle, beunruhigende Botschaften und das nagende Gefühl, beobachtet zu werden, lassen sie zweifeln: War das Feuer wirklich nur ein tragischer Unfall?

Auf der Baustelle trifft sie auf Anson Hunt, den besten Freund ihres Stiefbruders. Er ist verschlossen, wachsam – und ganz offensichtlich nicht erfreut darüber, dass sie ihm ständig über den Weg läuft. Dennoch entwickelt sich zwischen ihnen eine unleugbare Spannung, auch wenn Anson beharrlich Distanz wahrt. Als die Bedrohungen eskalieren und Rhodes’ Leben in Gefahr gerät, steht ausgerechnet er an ihrer Seite. Widerstrebend beginnt sie, ihm zu vertrauen, denn Anson scheint mehr zu wissen, als er preisgibt.

Während Rhodes den Schatten ihrer Vergangenheit nachgeht, zieht sich die Schlinge um sie immer enger zu. Jemand in Sparrow Falls will um jeden Preis verhindern, dass sie die Wahrheit aufdeckt – und dieser Jemand hat sie schon immer im Blick gehabt. Still, geduldig, verborgen in der Dunkelheit. Nun ist er bereit, ein tödliches Spiel zu beenden, das längst begonnen hat.

Obwohl ich den Einstieg etwas holprig fand, entwickelte sich das Buch für mich zu einem absoluten Highlight. Es treten viele Charaktere auf, die ich zunächst sortieren musste. Doch sobald ich richtig in der Geschichte angekommen war, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Spannung nahm stetig zu, und die Autorin lockert die Handlung immer wieder mit einer Prise Humor auf, was für eine angenehme Abwechslung sorgt.

Die Geschichte rund um Rhodes hat mir mehr als einmal das Herz gebrochen. Es war schmerzhaft mitzuerleben, wie glücklich sie mit ihrer Familie war – und wie ihr dieses Glück durch das Feuer so abrupt genommen wurde. Besonders bewundert habe ich ihre Stärke: Trotz allem stellt sie sich ihren Traumata und lässt sich von Panikattacken nicht unterkriegen. Ihre optimistische Art trotz dieses schweren Verlusts ist beeindruckend und inspirierend.

Anson ist ihr komplettes Gegenteil, und ich brauchte eine Weile, um ihn richtig einschätzen zu können. Er lebt sehr zurückgezogen, und erst nach und nach wird klar, warum. In seinem früheren Job als FBI-Agent ist etwas geschehen, das ihn zur Flucht gezwungen hat. Dadurch war für mich gut nachvollziehbar, weshalb er sich so schwer damit tut, die Anziehung zwischen ihm und Rhodes zuzulassen.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gefallen. Er ist flüssig, ohne störende Wortwiederholungen, und lässt sich angenehm lesen. Auch das Setting ist atmosphärisch beschrieben, ebenso die Charaktere, die man im Laufe der Geschichte allesamt ins Herz schließt.

Die Romanze zwischen Anson und Rhodes entwickelt sich angenehm langsam. Lange Zeit glaubt man sogar, dass es überhaupt keine geben wird, da Anson zwar will, sich aber immer wieder einredet, nicht zu können – was gegen Ende zwar verständlich, aber stellenweise auch etwas nervig wurde.

Die Überraschung am Ende ist sehr gelungen und nicht leicht vorherzusehen.

Ich habe das Buch sehr geliebt und hoffe auf weitere Bände dieser Reihe.

Catherine Cowles: Fragile: Niemand kennt dich so wie ich.
Aus dem Englischen übersetzt von Patricia Woitynek.
Cove-Verlag, Juli 2025.
464 Seiten, Paperback, 17,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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