Callie Hart: Brimstone: Königin der Finsternis

Obwohl ich mich dran erinnern kann, dass mir der erste Band „QuickSilver“ von Callie Hart ziemlich gut gefallen hat, konnte mich der zweite nicht wirklich überzeugen. Das World-Building mit den verschiedenen Ebenen hat mich immer wieder den Faden verlieren lassen und die seltsam agierenden Vampire mitten in einer Fae-Welt haben mich irritiert.

Saeris ist inzwischen zur Königin geworden und zu einer Mischung aus Vampir und Fae und damit die Einzige dieser Art. Sie hadert erstaunlich wenig damit, diese Rolle so ganz ohne Vorbereitung einnehmen zu müssen. Ihr „Seelenverwandter“ Kingfisher dagegen hadert die ganze Zeit, um Vergangenes, um Verlorenes und um das Leben ans sich. Dabei gelingt es ihm jedoch als Charakter so blass zu bleiben, dass er selbst hinter den Nebenfiguren zu verschwinden scheint. Unterbrochen wird das Regieren und Hadern dann durch echt übertriebene Sexszenen, die sogar mir, die sowas inzwischen sehr gut überlesen kann, extrem auf die Nerven gegangen sind.

Ein echter Lichtblick war der kleine Fuchs Onyx, den Saeris im ersten Band gegen viele Meinungen gerettet hat und der hier wirklich viel durchmachen muss. Um den hatte ich immer wieder Angst, ein Großteil der humanen Protagonisten war mir hingegen ziemlich egal, was bei einem Romantasy-Buch viel über den Spaß am Lesen aussagt.

Grundsätzlich finde ich den Gedanken an das Quicksilver mit der eigenen Meinung ziemlich gut und bin auch gespannt, als was es sich am Ende herausstellt und wo seine Ziele liegen. Auch die uralte Freundschaft zwischen Kingfisher und seinen Gefährten, die nach und nach an Realität und Ereignissen zerbricht und immer wieder neu aufflammt, wäre spannend und mitreißend, wenn die Charaktere nicht so theoretisch blieben, das sie irgendwie ineinanderfließen und dauernd zur Verwirrung beitragen (Wer war das gleich noch mal und wessen Schwester?). Carrion ist derjenige, der am meisten im Gedächtnis bleibt und zwischendurch wenigstens ein bisschen Witz reinbringt.

Ja, ich werde auch den dritten Band lesen, weil ich wissen will, wie das zu Ende geht, aber überzeugt hat mich die Reihe vor allem mit dem zweiten Band nicht.

Callie Hart: Brimstone – Königin der Finsternis
Aus dem englischen übersetzt von Franca Fritz, Birgit Herbst, Angela Stein
Penguin Verlag, 11 /25,
848 Seiten, gebundenes Buch, 24 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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