Zodiac ist eine Parallelwelt, in der das Sternzeichen über die magische Fähigkeit bestimmt. Jupiter findet auf dem Jahrmarkt ein Amulett, das sie kurze Zeit später tief in diese Welt zieht und nicht mehr loslassen möchte. Es beginnt die Flucht vor Intrigen, Geheimnissen und der eigenen Vergangenheit. Und hinter jeder Ecke lauert der Tod, ohne Hoffnung, jemandem trauen zu können. Oder ist da Nox?
„Wer Antworten bei den Sternen sucht, darf die Wahrheit nicht fürchten.“ (~ House of Zodiac, Band 1)
Und die Wahrheit ist, dass mich dieses Buch in seinen Bann gezogen hat und nicht mehr loslassen wird, bis der zweite Teil übernimmt! Eine Welt, in der das Sternzeichen über magische Fähigkeiten bestimmt? Großartige Idee! Ich glaube, bisher hat sich nur ein kleiner Teil von Zodiac – einer Parallelwelt – gezeigt, aber definitiv Lust auf mehr gemacht. Sie hat sich wesentlich düsterer gezeigt, als ich erwartet hatte, das ändert jedoch nichts am komplexen Weltenbau mit vielen Legenden und Geheimnissen, die es noch aufzudecken gilt.
Schon der Prolog hat gezeigt, was die Handlung bereithält: Spannung, Kämpfe, Magie. Die Geschichte hat mitten in der Handlung gestartet und mich ab da nicht mehr losgelassen, auch wenn es dann etwas ruhiger wurde. Lange dachte ich, zumindest in Ansätzen zu verstehen, was passiert – die letzten Seiten haben mir das Gegenteil bewiesen. Wer unvorhergesehene Plotttwists mag, ist mit diesem Buch ausreichend bedient!
Auch die Charaktere mag ich sehr gern – oder eben nicht – Jupiter war mir von Anfang an sympathisch, Nox ebenfalls. Das einzige, was mich bei den beiden irritiert hat, war, dass Nox ein jahrelang ausgebildeter Krieger ist, Jupiter überhaupt nicht, sie aber ähnlich gut mit einigen Kreaturen und Umständen zurechtkam. Das verwirrt mich, tut dem Buch aber in keinster Weise weh.
Etwas, was mir besonders gefallen hat, sind die Frequenzen zwischen den Kapiteln. Das waren Tagebucheinträge, Nachrichten, alles Mögliche. Und sie haben mit wenigen Worten die Welt um weitere Geschehnisse bereichert. Die alles habe ich verstanden – es war immerhin der erste Band – aber die Abschnitte haben kurze Einblicke aus der Sicht anderer Charaktere abseits der Protagonisten gebracht. Das hat mir unglaublich gut gefallen.
Ebenfalls sehr mochte ich die Sprachverwendung. Bei Nicole Böhm habe ich immer das Gefühl, jedes Wort wäre wichtig und ich dürfte nichts verpassen. Manche Abschnitte wirken sehr poetisch, und auch wenn sie manchmal mehr Verwirrung stiften als Klarheit schaffen, sind doch immer wunderschön zu lesen, und irgendwann ergeben sie mit Sicherheit Sinn. Denn ich finde, es wirkt, als wäre kein Detail zufällig gewählt.
Deshalb freue ich mich riesig auf die Fortsetzung und spreche eine große Empfehlung für alle Fantasyfans, die Lust auf einen komplexen Weltenbau und sympathische Charaktere haben.
Nicole Böhm: House of Zodiac: Sternenstaub.
Blanvalet, November 2025.
Taschenbuch, 17 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Sanya Lehmann.
