Anne Labus: Das alte Kapitänshaus: Inselstürme

Ein schöner leichter, mit viel Liebe zur Kanalinsel Jersey geschriebener Roman, der sich wunderbar so „wegliest“. Die handelnden Personen sind uns zum Teil ja schon aus dem ersten Teil der Trilogie, „Inselsehnsucht“, bekannt, neue kommen hinzu. Nicht minder sympathisch und authentisch. Seien es die spanischen Künstler, die eine Woche im „Alten Kapitänshaus“ für Leben und ein bisschen Aufruhr sorgen oder die älteren französischen Herrschaften, die mit ihren Enkeltöchtern Urlaub auf der Insel machen und Jasmin vollauf beschäftigen oder sei es auch der attraktive Architekt Christian, der Jasmin und ihren siebenjährigen, sehr aufgeweckten Sohn Tim im Laufe der Geschichte zu mehr als einem guten Freund wird, der ihnen zur Seite steht, als der Sturm den alten Wintergarten zerstört oder Murad, dem Koch, hilft, sein eigenes Restaurant zu eröffnen.

Die Reihe ist jetzt an Jasmin, der zweiten der drei Brown-Töchter, den letzten Wunsch ihrer viel zu früh plötzlich verstorbenen Mutter zu erfüllen, nachdem Lily bereits vorher ein halbes Jahr lang die Leitung der kleinen, gemütlichen Pension auf der Insel übernommen hatte. Jede der drei Schwestern muss für drei Monate alleine, ohne die Unterstützung der beiden anderen, die Pension führen, die Gäste verwöhnen und die Finanzen im Griff halten, bevor sie dann entscheiden dürfen, was in Zukunft mit dem „Alten Kapitänshaus“, ihrem Elternhaus, geschehen soll, das ihre Mutter nach dem Tod des Vaters in diese inzwischen bekannte und bei den Gästen beliebte, gemütliche Pension umgestaltet hat. Jasmin und Tim gelingt es mit Charme und Improvisationstalent sehr rasch, die Gäste für sich einzunehmen und ihnen den Aufenthalt angenehm und familiär zu gestalten.

Herausforderungen wie das heftige Unwetter, das den vom Vater eigenhändig gebauten, geliebten Wintergarten zerstört, meistern sie mit Hilfe und Unterstützung guter Freunde, und private Herausforderungen, wie den plötzlichen Besuch von Tims Vater Stefan, der ankündigt, wieder ganz nach Jersey ziehen zu wollen und der seine Eltern aus Berlin über Weihnachten eingeladen hat, ihren Enkel zu besuchen und in Jasmins Pension zu wohnen und der außerdem offenbar gerne die Beziehung zu Jasmin wieder aufleben lassen möchte, machen es Jasmin zwar nicht gerade leicht, ein unbeschwertes Leben zu führen, aber auch damit wird sie fertig.

Flüssig geschrieben, leicht zu lesen, locker im Stil und mit viel Jersey-Flair. Auch der zweite Teil der „Jersey-Träume“ macht Spaß und Lust, doch mal auf die Insel zu fahren.

Anne Labus: Das alte Kapitänshaus: Inselstürme
Aufbauverlage, November 2025
368 Seiten, Taschenbuch, 12,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.