Mona ist eine der Auserwählten für die zweite Staffel der Reality-TV-Show Celebrity Cache. Zusammen mit fünf anderen wird sie in Finnland an einer GPS-Schnitzeljagd teilnehmen, deren gut versteckte Hinweise und Challenges zu 100.000 Euro führen. Aber weder das Geld noch der Ruhm treiben Mona an. Sie will herausfinden, was sich hinter der Kulisse der Reality-Show abspielt, denn ihre Freundin Fine nahm an der ersten Staffel teil und ist seitdem nicht mehr dieselbe. Um die dunklen Machenschaften aufzudecken, ist Mona (fast) jedes Mittel recht. Nur mit Samu rechnet sie nicht, als sie einen Tag vor Drehbeginn nach Helsinki fliegt. Aus einem harmlosen Flirt wird eine heiße Nacht. Dann stellt sich heraus, dass auch Samu an der Show teilnimmt – und um jeden Preis gewinnen will. Wie Mona scheint er eine eigene Mission zu verfolgen …
Das Buch thematisiert Gewalt gegen Frauen und zeigt, wie diese Gewalt meist verheimlicht oder verdrängt wird. Deshalb fand ich es besonders wichtig, dass dieses Buch das Thema aufgreift und zeigt, dass diese Gewalt nicht nur körperlich, sondern auch psychisch einiges mit sich bringt. Betroffene tragen es lange mit sich herum, manche schweigen sogar ihr Leben lang.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mona, sie möchte herausfinden, was mit Fine geschah, nachdem diese so stark verändert von einer Teilnahme an einer Reality-TV-Show zurückkehrte. Was Mona dann erlebt, ließ mir mehr als einmal den Atem stocken. Die junge Frau ist sympathisch und nahbar, auch wenn sie zu Anfang des Buches noch ein wenig hilflos wirkt. Im Laufe der Geschichte wuchs sie allerdings über sich hinaus und legte eine extrem starke Entwicklung zutage. Sie gibt nicht auf, ehe sie die Wahrheit herausgefunden hat. Auch die anderen Teilnehmerinnen der Show wurden gut dargestellt, weshalb die Geschichte noch intensiver wurde. Dabei entstanden auch Freundschaften, und es wird klar, wie wichtig Frauenfreundschaften sein können.
Die Autorin schreibt emotional und riss mich schon vom Anfang der Geschichte an mit sich. Sie schreibt bildhaft, und manche ihrer Sätze bringen einen zum Nachdenken. Sie setzt so viele Emotionen in das Schreiben, dass beim Lesen alles so intensiv wird, dass man das Buch nicht wieder aus der Hand legen will. Hinzu kommt, dass sie auch einen etwas leichteren Romance-Anteil in ihre Geschichte brachte; da konnte man mal ein wenig von der krassen Thematik abschalten und herunterkommen.
Fazit: Ein wichtiges Thema wird in dem Buch behandelt, und es lässt einen so schnell nicht los. Mich hat es mehr als vom Hocker gerissen. Eine klare Empfehlung.
Justine Pust: Was die Nacht nie vergisst
Knaur, Dezember 2025.
496 Seiten, Taschenbuch, 16,00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.
