Eva Garcia Saenz: Aquitania: Das Blut der Könige

Der Roman um die Jugendjahre der berühmten Königin Eleonore oder Alionore von Aquitanien beginnt etwas schwerfällig. Es ist nicht ganz einfach in die Geschichte hineinzukommen, aber es lohnt sich. Ist der Leser einmal im Fluß angekommen, wird er tiefer und tiefer und immer schneller in die Geschichte hineingesogen.

Als 1137 der Herzog von Aquitanien tot aufgefunden wird, endet die Kindheit Eleonores schnell. Die junge Frau, mehr noch ein Mädchen, schmiedet einen Plan, um Aquitanien zu bewahren. Sie will den Sohn des französischen Königs, den sie für den Drahtzieher am Mord ihres Vaters hält, heiraten und so die französische und die aquitanische Krone vereinigen. Aber sie hat den Plan gemacht, ohne den Sohn überhaupt zu kennen und Louis erweist sich als ganz anderer Mann, als sie erwartet hatte. Er hatte nie damit gerechnet, König zu werden, wollte sein Leben aus tiefster Überzeugung Gott weihen. Und plötzlich ist er König und sie Königin, weil das Leben im Mittelalter mit den Menschen spielen konnte. Weiterlesen

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Arno Strobel: Fake

Patrick Dostert erzählt uns seine Geschichte. Eines Tages standen Polizeibeamte vor seiner Tür und beschuldigten ihn, eine Frau misshandelt und getötet zu haben. Es muss sich um einen Irrtum handeln, schließlich war Patrick am fraglichen Abend mit einem Kunden essen und ist überhaupt unschuldig. Doch der Kunde ist nicht aufzufinden, die chinesische Firma scheint nicht zu existieren. Es tauchen Videos auf, die ihn zeigen, wie er eine Frau auf der Straße beschimpft, wieder beteuert er seine Unschuld, besteht auf Gutachten, es scheint seine Stimme zu sein, aber das kann nicht sein.

Patrick erzählt uns eine Geschichte, die Geschichte eines Mannes, der mit immer weiteren Beweisen immer weiter in die Enge getrieben wird. Digitale Beweise in der Hauptsache. Arno Strobel spielt dabei sehr geschickt mit dem, was der Leser zu wissen glaubt und damit sind wir bei dem, was der Titel des Buches schon impliziert. Fake-News. Sie begegnen uns heute auf Schritt und Tritt. Gegeben hat es sie schon immer, schon die katholische Kirche hat im Mittelalter laut und gerne Geschichten verbreitet, auch in alteuropäischer Geschichte ist bekannt, dass Darstellungen grundsätzlich und immer mit der Geschichte des Erstellers gelesen werden sollen, Quellenanalyse ist so ziemlich das Erste, was einem dort eingebläut wird. Weiterlesen

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Royce Buckingham: Im Zweifel für das Monster

Daniel Becker ist Anwalt in Seattle. Erfolgreich – gerade bereitet er sich auf einen großen Fall vor, der im die Partnerschaft in der Kanzlei einbringen soll. Er ist geschieden und hat eine Teenagertochter, für die er alles tun würde. Daniel steht also mehr oder weniger fest im Leben, aber er hat auch eine Vergangenheit. Einst war er ein kleiner Junge, der sich wie die meisten kleinen Jungen vor dem Monster unter seinem Bett fürchtete.

Genau dieses Monster besucht ihn eines Nachts auf seinem Hausboot. Aber es will ihn nicht erschrecken, es will seine Hilfe. Als Anwalt. Denn das Monster ist des Mordes an einem kleinen Mädchen verdächtig. Das an sich wäre in der Monsterwelt noch nicht unbedingt ein Verbrechen, aber die Umstände des Todes könnten dazu führen, dass die Menschenwelt Kenntnis von der Monsterwelt erhält. Und das ist unverzeihlich. Das Monster benötigt einen Anwalt.

Hauptsächlich um das Monster loszuwerden, lässt sich Daniel auf eine einmalige Verteidigung vor Gericht ein. Das bringt ihm drei Dinge ein: er vernachlässigt seine eigentlich Fall in der Kanzlei, er muss den wahren Mörder finden und weitere Monster möchten seine Hilfe. Weiterlesen

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Stephen King: Fairy Tale

Charlie verliert seine Mutter sehr früh. Sein Vater ergibt sich dem Suff und Charlie schließt einen Pakt mit Gott: Wenn sein Vater aufhört zu saufen, wird er gute Taten tun. Eine Gelegenheit ergibt sich, als er 17 ist, ein unbeliebter Nachbar hat sich das Bein gebrochen und hätte seine uralte Hündin nicht bebellt, hätte Charlie ihn niemals gefunden. Charlie erfüllt seinen Pakt mit Gott und lernt den alten Mann und vor allem die Hündin Radar schätzen. Als der alte Mann stirbt, ist auch Radar nicht weit davon entfernt, aber es gibt da eine Geschichte und eine Scheune, die Charlie hinterlassen wurden. Und hier fängt das Märchen an. Charlie gelangt auf der Suche nach der geheimnisvollen Sonnenuhr, die verjüngen kann, in die Anderwelt. Es handel sich um ein märchenhaftes Königreich, aber hey, wir lesen King, natürlich liegt darauf gerade ein Fluch. Das Interessante an Charlies Heldenreise hier ist, dass es zwar eine wie aus dem Lehrbuch ist (Held, Ziel, Widerstand, Wachsen), dass er dabei aber ein Held völlig wider Willen ist. Charlies Ziel war es nie, das Königreich vom Fluch zu befreien, das war es noch nicht mal in der Mitte, als er schon einige Bewohner kennen gelernt hatte. Weiterlesen

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Anna Fleck: Meeresglühen 02: Wiedersehen in Atlantis

#Ella ist am Ende des ersten Bandes zurück an die Oberfläche gekehrt. Es war ihre eigene Entscheidung, aber glücklich ist sie damit nicht. Zu sehr vermisst sie Aris. Bis er nach einem Jahr plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht. Sie kehrt zurück nach Atlantis, aber Atlantis befindet sich im Krieg. Es ist Aris, auf dem die Verantwortung liegt, diesen Krieg zu beenden und zunächst ahnt Ella nur, wie er das bewerkstelligen soll. Als ihre Ahnung bestätigt wird, stellt sie das vor eine neue furchtbare Entscheidung.

Auch der zweite Band der Trilogie hat ein wundervolles Cover, das mit seiner Farbgebung und seiner Reliefstruktur gleich an eine Unterwasserlandschaft denken lässt. Aber auch der Inhalt hat mir gefallen. Ella hat sich endlich mal weiterentwickelt und hier sind es vor allem die Nebencharaktere, die mir ans Herz gewachsen sind und die Anna Fleck genauso liebevoll ausgearbeitet hat, sie das Setting und die Hauptprotagonisten. Weiterlesen

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Rebecca Gablé: Drachenbanner

Es geht zurück nach Waringham. Endlich. Und in diesem Band findet Rebecca Gablé auch wieder den Erzählfluss, den ich bei ihr so liebe. Und trotzdem ist dieser and doch anders als die anderen. Denn diesmal spielt nicht ein Mitglied des Adels die Hauptrolle – auch kein gefallenes – sondern ein Leibeigener. Unfrei geboren, vollkommen abhängig von seinem Lehensherrn, der in diesem Fall ein eher böser Waringham ist, fällt es Bedric von Anfang an schwer, sich mit seinem Schicksal abzufinden. Das Leben hat es ihm auch nicht einfach gemacht. Seine Mutter war die Amme der Adela von Waringham und da die meisten Waringham – außer dem aktuellen – eigentlich gute Herren sind, wächst er in den ersten Jahren auf der Burg beinahe gleichberechtigt mit seiner Ziehschwester auf. Das bedeutet, er kennt die andere Seite und mag sich mit seiner so gar nicht abfinden. Nach dem Tod seines Vaters hatte er die Summe für seine Freilassung schon zusammen, aber sie wird ihm gestohlen. Das ist zu viel, er flieht nach London, um „nah einem Jahr und einem Tag“ frei zu sein. Kein einfaches Vorhaben, aber in diesem Fall erfolgreich. Und dann lernt er Simon de Montfort kennen. Er ist der Schwager des Königs, aber hat für einen Adeligen geradezu unziemliche Gedanken über Gleichberechtigung und Mitsprache. Dass der König eine Fehlentscheidung nach der anderen trifft, schadet seiner Sache nicht gerade. Weiterlesen

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Ivar Leon Menger: Als das Böse kam

Die sechzehnjährige Juno lebt mit ihrem kleinen Bruder Boy und ihren Eltern auf einer Insel in einem schwedischen See. Niemand darf wissen, dass sie dort sind, denn ihr Vater hat vor Jahren etwas getan, das dem Leser erscheint wie eine Aussage gegen die Mafia und seitdem versteckt sich die Familie. Der einzige Kontakt ist der Postbote Ole, der aber die Kinder auch niemals sehen darf. Es gibt einen Fluchtkeller und Pläne für den Notfall. Juno ist mit dieser Geschichte aufgewachsen und hat sie niemals bezweifelt. Stets war sie gehorsam und dass Ole sie eines Tages sieht, ist wirklich nur ein Versehen.

Dann taucht eines Nachts Luca auf. Luca klingt für den Leser eher italienisch, wer ist dieser Geheimnisvolle, der eine ganz andere Geschichte andeutet und Juno in den Unterlagen ihrer Eltern wühlen lässt?

So beim einfachen Durchlesen fand ich das Buch, dass der Verlag als Thriller beschreibt, durchaus spannend. Ich fand es auch nachvollziehbar, wie der Autor sich langsam aber sicher an die Wahrheit heranarbeitet. Der brutale Verlauf kurz vor dem Ende ließ mich dann allerdings völlig unbefriedigt zurück. Weiterlesen

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Ralf Günther: Arzt der Hoffnung

Robert Koch ist bereits anerkannter Stabsarzt, als er 1892 nach Hamburg geschickt wird. Eine Krankheit breitet sich aus, aber niemand in Hamburg will hören, dass es sich dabei um eine Seuche handelt. Die Cholera greift um sich und Koch bekommt aus Berlin den Auftrag, diese einzudämmen und am besten zu besiegen. Keine leichte Aufgabe, möchte sich die Stadtregierung von Hamburg doch am besten gar nichts von Berlin vorschreiben lassen und eine Abriegelung hat ja auch Konsequenzen. „Die Wirtschaft, die Wirtschaft“, glaubt man sie jammern zu hören.

Ralf Günther nimmt den Leser an die Hand und führt ihn in den Personen von Robert Koch und seiner Geliebten Hedwig durch das Hamburg der Sattelzeit. An der Seite von Koch erleben wir eine sture Bürokratie, eine immer verzweifelter werdende Suche nach der Ursache, nach der Quelle, aber auch Diskussionen um Maßnahmen, die weder von der Bürokratie noch von den Menschen so richtig angenommen werden mögen. An der Seite von Hedwig erleben wir die Auswirkungen auch auf die einfachen Menschen. Weiterlesen

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Stephanie Wrobel: Willkommen in Wisewood

Sie ist eine missbrauchte Tochter, sie ist Lady Fearless. Sie hat etwas geschaffen und etwas vernichtet.

Natalie sucht ihre kleine Schwester Kit. Kit hat sich vor dem Leben auf eine Insel mit einer Kommune geflüchtet und doch hat sie Nat eine E-Mail geschrieben. Ist es ein Hilferuf? Nat macht sich auf den Weg auf die Insel, um sich selbst ein Bild zu machen. Was sie vorfindet, verwirrt sie, kein Körperkontakt, keine Elektronik und sagt ihr eigentlich jeder hier die Wahrheit, auch wenn alle behaupten, der reinen Wahrheit verpflichtet zu sein.

Stephanie Wrobel erzählt die Geschichte in mehreren Zeitebenen und aus drei Perspektiven: Nat, Kit und noch einer, von der nicht von Anfang an klar ist, wem sie gehört. Es erzählt ein Mädchen mit einem mehr als strengen Vater, der sie immer wieder vor Aufgaben stellt, für die es wichtige Punkte gibt. Weniger als 15 Punkte am Tag bedeutet, nicht schlafen gehen zu dürfen. Die Aufgaben können alles mögliche sinnvolle und sinnlose enthalten. Es kann einfach sein, wie ein Punkt für eine gute Note, aber auch fast unmöglich, wie 3 Minuten die Luft anhalten oder die eigene Schwester fast ertränken. Weiterlesen

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Hjorth & Rosenfeldt: Die Früchte, die man erntet

Eine Kleinstadt in Schweden. Jeder kennt jeden. Es gab kleine und große Katastrophen in den letzten Jahren. Jetzt folgt eine nach der anderen. Immer Morde, immer aus dem Hinterhalt, immer direkt durch die Stirn geschossen.

Nachdem Torkel seine ganz persönliche Tragödie durchleben musste und seine Alkoholsucht nicht mehr verbergen konnte, ist er verrentet und Vanja leitet die Reichsmordkommission. Es ist ihre erste große Ermittlung und sie steht gewaltig unter Druck. Denn sie haben überhaupt keine Spur. Noch nicht einmal einen Hinweis auf ein Motiv. Obwohl die Stadt so klein ist, scheint es zwischen den Opfern keinen Zusammenhang zu geben. Selbst der allerkleinste, verzweifelt an den Haaren herbei gezogene, Hinweis auf eine Übereinstimmung verläuft bei dem nächsten Mord im Sande. Vanja ist verzweifelt genug, ihren Vater Sebastian um Rat zu fragen. Mit Hilfe von Vanjas kleiner Tochter, die Enkelin, die Sebastian abgöttisch liebt und zu der er sich den Zugang auf keinen Fall verbauen will, hat sich das seltsame Verhältnis von Vater und Tochter einigermaßen normalisiert und auch Sebastians Beziehung zu Ursula verläuft in ruhigen Bahnen. Das Einzige, was ihn ein wenig in der Spur schlingern lässt, ist sein neuer Patient Tim, der wie er seine Familie beim Tsunami in Thailand verloren hat und dessen Geheimnis den echt fiesen Cliffhanger am Ende des Buches bildet. Weiterlesen

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