Natascha Wodin: Die späten Tage

Manchmal stößt man auf Bücher, bei denen man sich am Ende der Lektüre fragt, warum man nicht schon längst auf diesen Autor/diese Autorin aufmerksam geworden ist. Natascha Wodin gehört für mich zu genau diesen SchriftstellerInnen. Angetan von der dreißigseitigen Leseprobe musste ich dieses Buch unbedingt so schnell wie möglich in den Händen halten und zu Ende lesen, was bis zur letzten Seite angehalten hat.

Natascha Wodin ist Jahrgang 1945 und wurde als Tochter sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth geboren. 1983 erschien ihr erster Roman „Die gläserne Stadt“, auf den zahlreiche weitere Veröffentlichungen samt Auszeichnungen wie dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis, dem Preis der Leipziger Buchmesse und viele weitere Preise folgten.

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Patricia Eckermann, James A. Sullivan: Die mutige Rebellin: Rosa Parks

Es ist vor allem ein Roman, aber es ist auch die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in den amerikanischen Südstaaten, für die der Name „Rosa Parks“ seit inzwischen siebzig Jahren steht. Rosa Parks wurde zum Gesicht der Aktivisten, als sie sich am 1. Dezember 1955 abends im Bus weigerte, ihren Platz für einen Weißen zu räumen. Dieser Widerstand war zwar so nicht geplant, Rosa war einfach müde, hatte einen langen Tag hinter sich und immer wieder die Erniedrigung durch weiße Busfahrer hinnehmen müssen, denen es Spaß machte, ihre Macht gegenüber den schwarzen Fahrgästen auszuspielen. Im Bus durften Schwarze nur in den hinteren Reihen Platz nehmen, sie mussten auf jeden Fall Weißen Platz machen – und sich immer wieder schikanieren lassen.

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Ellen Berg: Immer muss man selber feiern

Inhalt

Die Vorweihnachtszeit beginnt – und damit für Nele und ihre Kinder sämtliche Familientraditionen wie Dekorieren, Plätzchenbacken etc. Sehr zum Verdruss von Neles neuem Freund Nick, denn dem ist der gesamte Trubel zu früh und viel zu viel. Konflikte vorprogrammiert. Das Verschwinden der teuren Weihnachtsgeschenke für die Kinder bringt Nele endgültig an ihre Grenzen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Fiona und Hermine macht sie sich auf die Suche nach dem Pakete-Dieb.

Anmerkung: Inhaltlich knüpft das Buch an Ellen Bergs „Immer muss man selber machen“ an, lässt sich aber auch problemlos als Einzelband lesen.

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Andreas Eschbach: Die Auferstehung

Können Tote wieder auferstehen? Eine junge Frau ist vor vielen Jahren im brasilianischen Regenwald verschwunden und nie zurückgekehrt. Nun taucht sie plötzlich wieder auf. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews – inzwischen erwachsen geworden – kommen auf unterschiedlichen Wegen mit ihrer Rückkehr in Berührung und ziehen in gewohnt detektivischer Manier ihre Schlüsse. Schließlich kreuzen sich ihre Wege, und die drei Freunde von einst müssen sich mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit auseinandersetzen.

Die drei ??? kennt wohl jeder. Inzwischen ist jedoch viel Zeit vergangen, und ihre Freundschaft ist zerbrochen. Auch aus diesem Grund gehen Justus, Peter und Bob der Sache zunächst getrennt auf den Grund. Sie ahnen nicht, dass sie sich dabei in große Gefahr begeben.

Der Nostalgiefaktor ist hier sehr hoch, und tatsächlich gibt es immer wieder klassische Drei-Fragezeichen-Momente. Das Hadern im Kontext des Älterwerdens ist ebenfalls treffend dargestellt, schließlich sind die drei hier bereits in ihren Fünfzigern. Andreas Eschbach präsentiert eine Fortsetzung der Geschichte um die ehemaligen Hobbydetektive, die durchaus glaubwürdig wirkt. Etwas schade fand ich lediglich, dass sie erst so spät wieder zueinanderfinden.

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Alan Moorel: Das Große Wenn: Long London 01

Sie kennen London? Oder meinen Sie eher – Sie glauben, London zu kennen? Nun, dann steht Ihnen eine Überraschung bevor – zumindest, wenn Sie den vorliegenden Roman goutieren.

Alan Moore ist als Verfasser von Comics weltweit ein Begriff, was sage ich, eine Institution. Kürzlich erschien, ebenfalls bei Carcosa, sein Mammutwerk „Jerusalem“ – ein Roman, der an Joyces „Ulysses“ erinnert und der, ob seiner stilistischen wie inhaltlichen Besonderheiten, nicht einfach zu lesen und zu begreifen ist.

Der Auftakt von „Long London“ – in Großbritannien ist der zweite Band über die Abenteuer Dennis Knuckleyards unter dem Titel „I Hear a New World“ für Frühjahr 2026 in Vorbereitung – ist anders. Vielleicht nicht ganz so anspruchsvoll, aber dennoch herausragend, eine Bereicherung und ein Leseerlebnis (das ganz nebenbei von Hannes Riffel kongenial ins Deutsche übertragen wurde).

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Erna Sassen: Such dir keinen besten Freund

Joshua lebt bei seinem Vater, während seine Mutter und ihr neuer Lebenspartner woanders wohnen. Anfangs wurde er in der Hauptschule von den anderen Kindern angegriffen. Er war neu und hatte keine Freunde. Zu seinem Glück kann er viel besser malen, als sich wehren. Ganz unerwartet interessiert sich Sergio für ihn und seine Bilder. Und mit Sergio kommen auch Dylan und Lindsey in Joshuas Leben. Die Schikanen hören auf. Was nicht aufhört, ist seine Begeisterung für Lindsey, die er nicht verstehen kann. Viel zu widersprüchlich ist ihr Auftreten in der Schule. Sie zeigt viel nackte Haut, ist stark geschminkt und flirtet jeden an, um dessen sexuellen Hunger zu wecken. Und wer sich auf Lindsey einlässt, bekommt es mit Dylan zu tun. Dylan schlägt zu, manchmal zu fest. Er verliert die Grenzen aus den Augen. Dabei müsste er es als Kickboxer besser wissen.

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Marie Lacrosse: Montmartre: Traum und Schicksal

Auch der zweite Teil der Dilogie um Valérie Dumas und Elise Lambert gibt wieder einen sehr realistischen, gut recherchierten und fundiert geschilderten Einblick in die Lebensumstände in Paris im ausgehenden 19. Jahrhundert. Diesmal geht der Blick vor allem auf die Situation der Frauen. Zum einen auf jene Frauen, die wie Valérie darum kämpfen, sich als eigenständige Frau und /oder als Künstlerin zu behaupten, was beides gleichermaßen schwierig war. Valérie hatte zwar das Privileg an einer der Akademien eine Ausbildung als Malerin zu absolvieren, die ausnahmsweise auch mal eine Frau in ihre Klasse aufgenommen hat, aber schon mit ihrer Abschlussarbeit musste sie erfahren, dass Frauen keineswegs malen durften, was und wie sie es wollten, sondern einem strengen Diktat unterworfen waren.

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Elisa Hoven: Das Ende der Wahrheit?

Fake News sind in aller Munde und täglich laufen wir Gefahr, auf eine Falschinformation hereinzufallen. Aus verschiedensten Medien werden wir mit KI-gestützten Manipulationen und irreführenden Aussagen überflutet, die aus unterschiedlichen Informationsquellen stammen. Lügen können oft kaum mehr erkannt werden. Sich widersprechende Meinungen entstehen.

So leben wir alle mittlerweile in einer Ära der Unwahrheit. Wem können wir noch vertrauen?

Die Autorin Elisa Hoven ist Professorin für Strafrecht und Direktorin des Instituts für Medienrecht an der Universität Leipzig sowie Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof. Wer, wenn nicht jemand wie sie, könnte über die Thematik Wahrheit oder Falschinformation besser aufklären?

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Annette Moser: Na toll, ein Weihnachtstroll

Die 24 kurzen Kapitel, die wie ein Adventskalenderbuch genutzt werden können, sind so schön, dass man eh ganz sicher mehr als eines jeden Abend beim Schlafengehen lesen möchte, deshalb macht es überhaupt nichts, wenn Sie das Buch nicht pünktlich zum 1. Dezember in Händen hatten.

Die Geschichte um Rübli, den pfiffigen, wichtelkleinen tannen- oder moos – oder irgendwie grünen (grün ist seine Lieblingsfarbe), von den wirren Haaren bis zu den meist dreckigen Zehenspitzen ist so liebevoll getextet und illustriert, dass man am liebsten dranbleiben möchte.

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Joy Williams: Stories 2

Joy Williams (Jahrgang 1944) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin von Rang. Hierzulande ist sie leider nach wie vor nicht so bekannt. 2023 veröffentlichte dtv ihren ersten Band mit Kurzgeschichten auf Deutsch. „Stories“ wurde hochgelobt. Zu ihrem 80. Geburtstag im letzten Jahr erschien dann, ebenfalls bei dtv, ihr Debütroman „In der Gnade“ aus dem Jahre 1973. Joy Williams gilt in Deutschland als späte Entdeckung. Mit „Stories 2“ setzt dtv die Herausgabe von Joy Williams’ Werken fort. Der Erzählband erschien am 16. Oktober 2025 in einer Übersetzung von Julia Wolf.

Joy Williams überzeugt mit „Stories 2“

„Stories 2“ von Joy Williams enthält dreizehn Kurzgeschichten plus eine „anstelle des Vorworts“. Die Originale stammen aus den Jahren 2001, 2015 und 2025. Hatte mich schon ihre erste Sammlung von Erzählungen überzeugt, so kann ich sagen, dass Band 2 die hohen Leseerwartungen ebenfalls erfüllt.

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