Ashley Audrain: Das Geflüster

Die kanadische Autorin Ashley Audrain (Jahrgang 1982) schrieb in ihrem 2021 auf Deutsch erschienen Debütroman „Der Verdacht“ über eine Mutter, die ihre neugeborene Tochter ablehnt. Nun veröffentlichte der Penguin-Verlag am 24. April 2024 ihren zweiten Roman „Das Geflüster“. Aus dem Englischen übersetzt wurde er von Lotta Rüegger und Holger Wolandt.

Zu diesem Roman haben unsere Rezensenten Sabine Sürder und Olivia Grove ganz unterschiedliche Meinungen. Wir veröffentlichen hier beide. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung in den Kommentaren unten mit.

Sabine Sürders Besprechung fällt so aus:

Gossip im Großstadt-Viertel

Im Buch finden wir vier Frauen aus einem früher von Portugiesen bevorzugtem Viertel einer US-amerikanischen Großstadt. Whitney, Blair, Rebecca und Mara leben mit ihren Ehemännern in kleineren oder größeren Häusern mit oder ohne Kinder.

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Jussi Adler-Olsen: Verraten

Da ist es nun: das große Finale. Der zehnte und letzte Fall für Carl Mørck vom Sonderdezernat Q in Kopenhagen von Jussi Adler-Olsen. Am 21. März 2024 erschien „Verraten“ bei dtv. Hannes Thies übersetzte den Thriller (wie auch die gesamte Reihe) aus dem Dänischen.

Carl Mørck und die Vergangenheit

Und wie zu erwarten, setzt Jussi Adler-Olsen auf „großes Kino“. „Verraten“ wird dem, dies sei schon einmal „verraten“, aber nur teilweise gerecht.

Es ist Weihnachten 2020, Carl Mørck muss ins Gefängnis. Schuld ist der alte Koffer auf dem Dachboden, den sein Kollege Anker Høyer ihm vor Jahren zur Aufbewahrung gab. Nun wird Carl Mørck des Drogenhandels, der Korruption und des Mordes verdächtigt. Im Gefängnis beginnt ein Spießrutenlauf für den Kommissar. Von seinem schwer enttäuschten Chef Marcus Jacobsen, dem Leiter der Mordkommission, kann er keine Unterstützung erwarten.

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George Saunders: Tag der Befreiung

Der US-Amerikaner George Saunders (Jahrgang 1958) erhielt 2017 für seinen Debütroman „Lincoln im Bardo“ den Man Booker Prize. Auch sein letztes Buch „Bei Regen im Teich schwimmen“ aus dem Jahr 2022 über die Geschichten russischer Schriftsteller wurde ein Bestseller. Am 13. März 2024 erschienen nun im Luchterhand Literaturverlag neun neue Stories von Saunders unter dem Titel „Tag der Befreiung“. Frank Heibert übersetzte sie aus dem amerikanischen Englisch.

Befreiung ist nicht gleich Freiheit

Die titelgebende Geschichte „Tag der Befreiung“ ist die längste und auch verstörendste Story in diesem Buch. Saunders erzählt von Menschen, die ihrer Identität beraubt wurden, künstlich mit Wissen versorgt werden und zum „Künden“ an Wänden fixiert werden. Wenn sie sprechen, ohne dass es ihnen erlaubt ist, riskieren sie eine Strafe.

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Martin Becker: Die Arbeiter

Der deutsche Autor Martin Becker (Jahrgang 1982) hat ein autofiktionales Buch mit dem Titel „Die Arbeiter“ geschrieben. Der Luchterhand Literatur Verlag veröffentlichte es am 13. März 2024 in seinem Frühjahrsprogramm.

Tag für Tag Maloche und einmal im Jahr Nordsee

In „Die Arbeiter“ erzählt Martin Becker die Geschichte einer Familie, die vom Ruhrgebiet in eine sauerländische Kleinstadt gezogen ist und in einem mit Krediten finanzierten Reihenhaus lebt. Der Vater arbeitet im Bergbau, die Mutter verdient sich als Näherin ein Zubrot. Sie haben vier Kinder. Eins davon, Lisbeth, die Älteste, ist adoptiert und sitzt im Rollstuhl. Dann sind da noch Kristof und Uta. Und der Ich-Erzähler Martinus, der „Kurze“ und das jüngste Kind in der Familie.

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Donal Ryan: Seltsame Blüten

Der irische Schriftsteller Donal Ryan (Jahrgang 1976) hat mit „Seltsame Blüten“ sein fünftes Buch geschrieben. Es ist am 21. Februar 2024 im Diogenes Verlag erschienen. Übersetzt wurde es von Anna-Nina Kroll. Mit seinem letzten Buch „Die Stille des Meeres“ aus dem Jahre 2021 stand Ryan auf der Longlist des Man Booker Prize.

„Seltsame Blüten“ im grünen Irland

In „Seltsame Blüten“ versetzt Donal Ryan die Lesenden ins Irland der 1970er Jahre. Die Familie Gladney, Paddy, Kit und ihre Tochter Mary, leben in einem Cottage einer kleinen Gemeinde im County Tipperary. Paddy arbeitet als Briefträger und kümmert sich als Knecht außerdem um die Ländereien und das Vieh der Familie Jackman, auf deren Land sie wohnen. Kit macht die Buchhaltung für ein paar Kaufleute aus der Gegend. Mary, genannt Moll, ist ein ruhiges und angepasstes Mädchen. Doch mit zwanzig Jahren verschwindet sie plötzlich. Für ihre Eltern bricht die Welt zusammen.

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Barbara Kingsolver: Demon Copperhead

Pulitzer Prize für Literatur 2023

Die US-amerikanische Schriftstellerin Barbara Kingsolver (Jahrgang 1955) hat Umweltwissenschaft und Biologie studiert. 2023 erhielt sie gemeinsam mit Hernan Diaz (für seinen Roman „Treue“) den Pulitzer Prize for Fiction für ihren Roman „Demon Copperhead“. Heute, am 15. Februar 2024, erscheint ihr Roman bei dtv als deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Dirk van Gunsteren.

Barbara Kingsolver, David Copperfield und Appalachia

Mit „Demon Copperhead“ von Barbara Kingsolver fängt mein Literaturjahr 2024 gleich mit einem großen Knall an. Trotz seiner beinahe 900 Seiten liest sich das Buch mit Leichtigkeit und Vergnügen. Und dabei handelt es sich um die Geschichte eines Jungen, der wahrlich nicht mit den besten Lebens- und Glückschancen gesegnet ist. Inspiriert durch Charles Dickens’ „David Copperfield“ hat Barbara Kingsolver ihren appalachischen Roman geschrieben. Kingsolver stammt aus Appalachia, einer Region in den USA, die sich über mehrere Bundesstaaten (Georgia, Tennessee, North Carolina, Virginia, Kentucky, Pennsylvania) erstreckt.

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Joy Williams: In der Gnade

Happy Birthday Joy Williams!

Heute feiert die US-amerikanische Schriftstellerin Joy Williams ihren 80. Geburtstag. Rechtzeitig dazu bringt die dtv Verlagsgesellschaft ihren im Original bereits 1973 erschienenen Debütroman „State of Grace“ erstmals auf Deutsch unter dem Titel „In der Gnade“ heraus. Julia Wolf hat ihn aus dem Englischen übersetzt. Im letzten Jahr wurde Joy Williams für ihre „Stories“ (ebenfalls bei dtv) in Deutschland u.a. von Thea Dorn im „Literarischen Quartett“ und in der Süddeutschen Zeitung als Entdeckung gefeiert. Da ist die Spannung auf ein weiteres Stück Literatur von Joy Williams groß. Und so viel sei verraten, die Leserinnen und Leser von „In der Gnade“ werden nicht enttäuscht.

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Stefanie Sargnagel: Iowa: Ein Ausflug nach Amerika

Die österreichische Autorin und Cartoonistin Stefanie Sargnagel (Jahrgang 1986) macht sich 2022 auf den Weg in die Vereinigten Staaten von Amerika. Sie fliegt nach Grinnell in Iowa, um an dem dortigen College „Creative Writing“ zu unterrichten. Begleitet wird sie von ihrer Freundin, der Musikerin Christiane Rösinger. Von dieser Reise und ihrem Aufenthalt berichtet sie in dem Buch „Iowa – Ein Ausflug nach Amerika“, das am 19. Dezember 2023 im Rowohlt (Hundertaugen) Buchverlag erschienen ist.

Im Land der übergewichtigen Flanellhemdträger und -innen

Gleich vorweg: ich glaube, ich bin zu alt für dieses Buch.

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Silvesterspecial 2023

Im Laufe eines Jahres erscheinen unzählige Bücher von berühmten Autorinnen oder noch unbekannten Autoren. Darunter finden sich dann immer wieder ganz besonders berührende, unterhaltsame, fesselnde, interessante oder dramatische Bücher, die lesens- und empfehlenswert sind.

Aus den vielen Büchern, die die Rezensentinnen und Rezensenten der Leselust in den vergangenen zwölf Monaten gelesen und besprochen haben, sind es diese, die sie im Jahr 2023 besonders begeisterten:

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Bernhard Schlink: Das späte Leben

Der deutsche Jurist und Schriftsteller Bernhard Schlink (Jahrgang 1944) schreibt Erzählungen und Romane. Darunter auch ab Ende der 1980er Jahre eine Kriminalroman-Trilogie mit dem Privatdetektiv Gerhard Selb („Selbs Justiz“, „Selbs Betrug“ und „Selbs Mord“), für die ich hier gerne eine Leseempfehlung ausspreche. International bekannt wurde Schlink durch seinen Roman „Der Vorleser“ (1995), der 2008 mit Kate Winslet und David Kross verfilmt wurde. Am 13. Dezember 2023 erschien im Diogenes Verlag Bernhard Schlinks neuester Roman „Das späte Leben“.

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