John Brownlow: Seventeen

Bei den Geheimdiensten gibt es zahlreiche Abteilungen. Darunter auch private Firmen, die jenseits der Legalität agieren. Seventeen ist einer dieser freischaffenden Mitarbeiter, der im Kreis der Auftragskiller zu den Besten zählt. Seventeen alias Jones hat vor Jahren Sixteen abgelöst, nachdem dieser spurlos verschwunden ist. Sein legendärer Ruf ist jedoch wie ein ständiger Schatten geblieben.

Im Laufe der Jahre hat Seventeen so viel Geld verdient, dass es für den Rest seines Lebens reichen dürfte. Sein Arbeitgeber will ihn jedoch nicht gehen lassen. Er gibt ihm in Berlin einen Auftrag, der mit einem spontanen weiteren Job gekoppelt ist. Kurz darauf will ihn jemand umbringen.

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Michael Kröchert: Wasserläufer

Alissa sagt zu Rio: „… Du willst als Fotograf arbeiten, … du willst frei sein, willst auf einem Floß leben, willst Kinder, willst Berlin, … willst all das auf einmal. Das zerreißt dich doch.“ (S. 185/1186)

Das Thema Lebensplanung wird für Rio umso schwieriger, je älter er wird. Für ihn ist die Aussicht, mit Alissa eine Familie zu gründen, alles andere als einfach. Denn das verbindlich Unverbindliche in seinem Charakter schenkte ihm bisher ein Maximum an Freiheit. Als Alissa in Frankfurt ihre Dissertation zu Ende zu schreiben will, verlässt auch Rio ihre gemeinsame Wohnung.

Bei seiner Tante baut er ein Floß, auf dem er für die nächsten Wochen wie ein Eremit leben will. Die Seen in Brandenburg werden seine vorübergehende Heimat. Rio hat an alles gedacht, bis er spürt, dass der Rückzug in die Natur genauso schief gehen könnte wie sein Vorhaben, Entscheidungen zu treffen.

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Tilman Spreckelsen: Das Nordseekind

Wer sich dem Menschen Theodor Storm annähern möchte, findet in den historischen Kriminalromanen von Tilman Spreckelsen eine Fundgrube von Hintergrundgeschichten. In seinem aktuellen Roman hat der Anwalt Theodor Storm zu seiner Cousine Constanze eine feste Beziehung aufgebaut, aus der wenig später eine langjährige und vermutlich glückliche Ehe entstehen wird. Seine juristische Karriere ist ebenfalls in den Anfängen, denn in seiner Heimatstadt Husum hat er sich selbständig gemacht und freut sich – mehr oder weniger – über die langsam anwachsende Zahl von Aufträgen. Unter anderem erscheint Enna, eine junge Frau, in Begleitung eines älteren Herren. Enna glaubt, sie sei Elisabeth van Ovens, die im Alter von drei Jahren verschollene Enkelin der Katharina van Ovens und damit auch Erbin eines großen Vermögens.

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Anthony McCarten: Going Zero

Kaitlyn hat sich in „Going Zero“ von Anthony McCarten auf ein gefährliches „Spiel“ eingelassen. Mit neun anderen Freiwilligen wird sie für 30 Tage gejagt. Vorher haben sich alle Zehn damit einverstanden erklärt, all ihre persönlichen Daten freizugeben. Und wer nach dem Ablauf von 30 Tagen nicht aufgespürt wird, gewinnt drei Millionen Dollar.

Das Spiel heißt Going Zero und bedeutet für die Freiwilligen den vollständigen Verzicht auf das Internet und ein Abtauchen vom normalen Leben, während ein Softwarekonzern mit allen Tricks der Datenanalyse und Überwachungstechniken ihr komplettes Leben ausspioniert.

Die Jagd nach Menschen

wurde in der Vergangenheit schon häufig medial verarbeitet. Mal wurden Verbrecher und Terroristen gejagt, oder die Jagd unterhielt ein großes Publikum. Wer erfolgreich floh, gewann in solchen Fällen seine Freiheit oder eine fette Prämie.

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Tonio Schachinger: Echtzeitalter

Till sieht bei der Besichtigung des Wiener Internats Marianum nicht nur die großzügige Anlage, das pompöse Gebäude und die Nebengebäude oder die zahlreichen Sportstätten. Was er ganz bewusst wahrnimmt, sind die Mauern, die das Gelände umschließen. Für die luxusverwöhnten Kinder sind diese Mauern nur Kulisse, für Till bilden sie eine unüberwindbare Grenze, die ihm bis zum Matura die Freiheit nehmen wird. Seine Schulzeit wird eine Gefangenschaft, die viele Ängste erzeugt. Till ist wie alle anderen Klassenkameraden der 1b dem Klassenvorstand Dolinar und seinen Lauen ausgeliefert. Und hierbei spielt es keine Rolle, ob die Eltern reich und einflussreich sind oder über die bescheidenen Mittel seiner alleinerziehenden Mutter verfügen.

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Dror Mishani: Die Möglichkeit eines Verbrechens

Inspektor Avi Abraham kommt im Roman „Die Möglichkeit eines Verbrechens“ von Dror Mishani aus einem langen Urlaub zurück. In Brüssel hat er sich verliebt und den unglücklich verlaufenden letzten Fall verarbeitet, bei dem die Leiche des verschwundenen Jungen nicht mehr gefunden werden konnte. Kaum ist er zu Hause, sind die Gedanken zum vergangenen Fall wieder präsent, ohne dass Avi etwas dagegen unternehmen kann.

Sein neuer Chef und der von der Kollegin verfasste Bericht über Avis Ermittlungsfehler führen dem Urlaubsheimkehrer vor Augen, dass sein Ruf mindestens einen Kratzer bekommen hat. Seine Kollegin weist ihn darauf hin, eine schnelle Klärung des aktuellen Falles sei für ihn hilfreich, damit niemand mehr über die Vergangenheit spricht.

Wie so oft ist auch der neue Fall mehr, als der erste Augenschein vermuten lässt. Er beginnt mit der Bombenattrappe in der Nähe eines Kindergartens und Drohanrufen, die von der Kindergartenleiterin geleugnet werden.

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Astrid Ruppert: Hundert Himmel

Für den Zilpzalp Zio ist die Geschichte der hundert Himmel zunächst nur eine Geschichte, die im Frühling für den Jungvogel ganz weit weg ist. Er lebt im Jetzt und begeistert sich jeden Tag für das frische Grün, die Knospen und Düfte der ersten Blumen. Seine Freunde Zack und Zett dagegen lieben das Wetteifern bei ihren Flugübungen, um herauszufinden, wer von ihnen am schnellsten ist. Die ersten Wochen im Frühling sind für Zio wie ein Rausch.

Er lernt so viel kennen und lieben und weiß nicht mehr, wie er sein Glück verarbeiten soll, bis ihm der Gedanke kommt, mehr als die Töne Zilp und Zalp zu flöten, die ihm und den seinen den Namen gegeben haben. Jetzt fällt Zio in der Vogelschar der Zilpzalps immer mehr auf. Statt wie die anderen zu fliegen und seine Künste mit anderen zu messen, verweilt er an seinen Lieblingsplätzen und betrachtet die Schönheit der Natur, um diese zu besingen. Und dann kommt der Tag, an dem er unwiderruflich zum Außenseiter geworden ist, einer mit dem die meisten nichts mehr zu tun haben wollen.

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Flynn Berry: Northern Spy: Die Jagd

Wenn Tessa in Belfast unterwegs ist, schaut sie nach Menschen, die sich verdächtig benehmen. Ständig rechnet sie mit einem terroristischen Angriff. Und bevor sie mit ihrem Auto fahren will, sucht sie den Unterboden nach Bomben ab. Wie Tessa leben alle Nordiren in ständiger Angst. Schon immer hat sie sich für Politik interessiert und wurde aus diesem Grund Journalistin, die bei der BBC politische Sendungen macht. Nach Feierabend kümmert sich die Alleinerziehende um ihren Säugling. Ihr Kampf im Alltag bedeutet neben der ständigen Sorge um ihren Sohn Finn viel Organisation und die Angst vor Fehlinterpretation.

Völlig unerwartet bricht ihr fragiles Leben auseinander, als ihre „unpolitische“ Schwester Marian bei einem Anschlag gefilmt wird und die IRA sich hierfür bekennt. Allein der Gedanke, dass „… Meine Schwester weiß, wie man eine Waffe lädt, wie man Sprengstoffe transportiert und wie man mit bloßen Händen kämpft.“ (S. 181) macht Tessa fassungslos. Wie konnte sie nur so blind gewesen sein?

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Alexandra Flint: Kein Horizont zu weit

Leni (Helena) und Raffael sind Inselkinder und leben dort, wo andere Urlaub machen, auf Sylt. Till, Lenis großer Bruder, hat in Raffael seinen besten Freund gefunden, und Leni ist von Anfang an in ihrer Nähe. Es dauert lange, bis sie ihre Gefühle für Raffael einordnen kann. Und so ähnlich empfindet Raffael. An dem Abend, an dem sie endlich ihre Gefühle offenbaren, verliert Raffael durch einen Brand seine halbe Familie. Nur seine Mutter überlebt. Kurz darauf verlassen sie die Insel, um bei seinem Onkel zu wohnen. Seit diesem Tag muss Leni mit Raffaels Schweigen und Abwesenheit klarkommen.

Mit Liebeskummer wird sie erwachsen und lernt im väterlichen Betrieb, Schiffe zu bauen. Fünf lange Jahre dauert es, bis das Hotel von Raffaels Eltern wieder aufgebaut wird. Und mit den Baumaßnahmen verändert sich auch für Leni einiges. Unter anderem sieht sie Raffael wieder. Wie früher pocht ihr gebrochenes Herz, und widersprüchliche Gefühle zu dem fremd gewordenen Raffael verwirren sie.

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Maurice Höfgen: Teuer!

Das Drama heißt Inflation. Es befinden sich verschiedene Interessenvertreter auf der schwarzen Bühne. Vorhang auf, Spot an für den 1. Akt: Es treten auf:
Die EZB, die stabile Preise bei 2% Inflation will. Die Banken, die solvente Schuldner wollen. Die Schuldner/Investoren, die Gewinnmaximierung wollen, um ihre Konkurrenten im Preiskrieg zu besiegen. Die Politiker, die sich für die nächste Wahl gut präsentieren wollen. Und eine Handvoll Bürger, hinten links, die Frieden und genug Geld für ihr Leben verdienen wollen.

2. Akt: Eskalation. Großes Geld frisst kleines Geld.

3. Akt: Im Wirtschaftskrieg fallen die Grenzen. Für die Gegner gibt es kein Erbarmen. Aus Prinzip werden keine Gefangenen gemacht.

4. Akt: Das Massaker. Die Überlebenden zahlen die Reparationskosten.
5. Akt: Die Inflation wächst.
6. Akt: Abzug der Interessenvertreter. Es bleiben die Bürger. „Weil der Markt nicht regelt, muss der Staat den Notfall planen.“ (S. 198)

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