Emily Henry: Book Lovers: Die Liebe steckt zwischen den Zeilen

Nora Stephens trägt unter den New Yorker Literaturagenten den Spitznamen „Der Hai.“ Sie ist kontrolliert, angeblich gefühlskalt, tough und erfolgreich. Beruflich. In der Liebe sieht es anders aus. Die Männer an ihrer Seite kommen ihr allesamt abhanden und hinsichtlich Dates schafft es selten ein Kandidat zu mehr als einem. Nora führt Listen, wie Männer sein sollen und kaum einer genügt ihren strengen Kriterien. Geweint hat sie das letzte Mal beim Tod ihrer Mutter.

Wegen Männern pflegt sie nicht zu weinen. Einzig ihre Schwester Libby ist ihr Augenstern. Libby überredet Nora auch dazu, mit ihr vier Wochen Urlaub in dem beschaulichen Städtchen Sunshine Falls in North Carolina zu machen. Sunshine Falls ist der Schauplatz ihres absoluten Lieblingsbuches.

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Tobias Lehmkuhl: Der doppelte Erich: Kästner im Dritten Reich

Die Bücherverbrennung in Nazi-Deutschland ist jedem ein Begriff. Auch das Werk Erich Kästners fiel hier den Flammen der Diktatur zum Opfer – mit einer Ausnahme: Emil und die Detektive, ein einfaches Kinderbuch, das trotz fehlender politischer Positionierung als „undeutsches Gedankengut“ eingestuft wurde, konnte nicht vernichtet werden. Warum? Weil es zu populär war. Ein Verbot dieses geliebten Kinderbuches hätte den Nazis zu sehr geschadet. So eine Macht besaß es und doch war es nur ein einfaches Kinderbuch.

Im Wissen um diesen Fakt habe ich mich sehr auf das Buch gefreut, das verspricht, eine Biografie Kästners zu sein, die sich auf seine Jahre während der Nazi-Zeit fokussiert. Anders als die meisten Künstler, bleibt Kästner in Deutschland, statt ins Ausland zu flüchten – und veröffentlicht weiter unter Pseudonym. Seinen echten Namen kann er kaum nutzen, immerhin hat er vor 1933 Spottgedichte über die Nationalsozialisten verfasst. Was ihn zu seinem Bleiben bewogen hat und welche Teufelspakte er eingehen musste, wie viel Moral einbüßen, das sollen wir hier erfahren.

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Karen Rose: Kaltblütige Lügen

Ähm, … gähn?!

Ein Pageturner zum Nägelkauen? Nope!

Definitiv kein mitreißender Thriller, der vor beißender Spannung vibriert …

Leider entpuppte sich der Auftakt der San-Diego-Thriller-Reihe von Bestseller-Autorin Karen Rose für mich als zäh und langatmig. Seite um Seite habe ich mich gefragt, wo denn die Spannung versteckt ist. Vergeblich suchte ich nach der bedrohlichen Atmosphäre, den Spannungsbögen, den klugen Twists.

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Christian Endres: Die Prinzessinnen: Helden und andere Dämonen

Brauchen Sie Schutz und Hilfe. Sind ihnen vielleicht Gauner, Wegelagerer, Oger oder Kobolde auf der Spur? Dann sind wir ihre Rettung!

Gestatten, dass ich uns vorstelle – wir sind die Prinzessinnen, eine, ach was sage ich, die Schutztruppe schlechthin, die ihnen Ärger vom Hals hält. Dass wir alle von adeliger Herkunft sind, schmälert unsere Kampfkraft beileibe nicht. Nein, zerstückelte Leichen böser Wesen inklusive Untoter und Zauberer säumen unseren Weg. Also zögern sie nicht, schlagen sie zu, engagieren sie uns, ich machen Ihnen auch einen Sonderpreis!

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Stefanie Sargnagel: Iowa: Ein Ausflug nach Amerika

Die österreichische Autorin und Cartoonistin Stefanie Sargnagel (Jahrgang 1986) macht sich 2022 auf den Weg in die Vereinigten Staaten von Amerika. Sie fliegt nach Grinnell in Iowa, um an dem dortigen College „Creative Writing“ zu unterrichten. Begleitet wird sie von ihrer Freundin, der Musikerin Christiane Rösinger. Von dieser Reise und ihrem Aufenthalt berichtet sie in dem Buch „Iowa – Ein Ausflug nach Amerika“, das am 19. Dezember 2023 im Rowohlt (Hundertaugen) Buchverlag erschienen ist.

Im Land der übergewichtigen Flanellhemdträger und -innen

Gleich vorweg: ich glaube, ich bin zu alt für dieses Buch.

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Colleen Cambridge: Der Cocktail Mörder Club

Die Haushälterin von Agatha Christie ermittelt wieder.

Ich habe ein Faible entwickelt für Kriminalromane, die zu einer Zeit spielen, als die Ermittler:innen noch nicht ständig an ihrem Mobiltelefon hingen, ganz einfach, weil es diese zu ihrer Zeit noch nicht gab. Daher habe ich auch schon den Vorgängerband „Die Dreitagemordgesellschaft“ mit großem Vergnügen gelesen.

Was auch vor allem an dem liebenswerten Personal lag, das die Autorin in ihrem Roman erschafft. Allen voran natürlich die Hauptfigur, Phyllida Bright, ihres Zeichens Haushälterin bei der berühmten Agatha Christie. Doch sie ist viel mehr, denn die beiden Frauen sind eng befreundet, was aber außer Agathas Ehemann Max im Haushalt niemandem bekannt ist.

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Riley Sager: Hope’s End

Hope’s End ist der Name eines Landsitzes an der Küste, der ganz langsam verschwindet, weil die Küste bröckelt. Im Jahre 1929 war hier noch richtig Leben, zwei kleine Mädchen tollten durch den Garten, Feste wurden gegeben – bis zu jener Nacht. Lenora Hope ist 17 und ihre Familie ist tot. Vater und Mutter erstochen, die Schwester hängt vom Kronleuchter – und sie wird als Täterin angeklagt.

50 Jahre später ist Lenora nach einem Schlaganfall ein Pflegefall und niemand will als Pfleger in dieses immer noch als Horrorhaus bekannte Anwesen ziehen. Kit hat nicht wirklich eine Wahl, denn sie hat während einer Pflege einen unverzeihlichen Fehler begangen und ist froh, dass ihr überhaupt noch eine Stelle angeboten wird. Also lässt sie sich darauf ein im Herrenhaus einzuziehen.

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Jo Nesbø: Das Nachthaus

Nesbøs Werk im Check: Gute Unterhaltung, weniger Grusel

Ich vermute, die meisten Leser haben zu diesem Buch gegriffen – entweder weil sie von dem atemberaubenden Cover fasziniert und schockverliebt waren oder weil sie Nesbø-Stans sind. In meinem Fall war es definitiv Ersteres.

Natürlich schätze ich Nesbøs durchdachte Herangehensweise an die Story sowie dessen Strukturierung. Für mich bot dieser Roman gute Unterhaltung, war durchaus spannend und solide geschrieben. Es fühlte sich für mich an, als hätte er geschickt einige klassische Elemente neu gedreht und interpretiert, und ich empfinde die zeitgemäße Note und eine gewisse Raffinesse wirklich gelungen.

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National Geographic: Das ultimative Weltreisebuch

Neujahrsvorsatz: Fremde Länder entdecken! Wie könnte man besser in das neue Jahr starten, als in der Überlegung, welche Ziele es dieses Jahr zu bereisen gibt?

„Das Ultimative Weltreisebuch“ versammelt die liebsten Reisen der National Geographic Journalisten in einem umfangreichen Band und verspricht dem Leser „500 Reisen, die Sie nie vergessen werden“. Ganz 500 Reisen sind es nicht – zumindest sind nicht alle davon unvergesslich spektakulär. Beim anfänglichen Blätter irritiert doch, wie präsent die USA mit ehrlich gesagt eher mittelinteressanten Reisezielen sind. Aber gut, da der Verlag seinen Sitz in diesem Land hat, orientiert sich die Zusammenstellung wohl mit diesem als Ausgangspunkt.

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Ildiko von Kürthy: Eine halbe Ewigkeit

Ich muss zugeben, ich hab ein bisschen kramen müssen bis ich „Mondscheintarif“ von Ildiko von Kürthy in einem der ziemlich vielen Bücherregale gefunden hatte, aber „das Haus verliert ja bekanntlich nichts“. 25 Jahre sind halt eine recht lange Zeit, aber es gibt so Romane, die entsorgt man eben nicht. Kurz reinlesen und man ist wieder à jour und mitten im Leben von Cora Hübsch, 30 ¾ Jahre alt und nicht wirklich mit sich und ihrem Leben zufrieden.

Jetzt, 25 Jahre später knüpft „Eine halbe Ewigkeit“ quasi nahtlos an Coras früheres Leben an. Herrlich amüsant, temporeich – manchmal hat man beim Lesen wirklich das Gefühl, einfach mal Luft holen zu müssen! Auch wenn man „Mondscheintarif“ damals vielleicht nicht gelesen hat oder sich nicht mehr erinnert, ist man schon auf den ersten Seiten mittendrin. Ildiko von Kürthy lässt die berühmten Bilder im Kopf von Anfang an entstehen – farbig, bunt, intensiv. Aber auch nachdenklich und berührend.  Eine 25 Jahre ältere Cora, wie sie ihrem früheren Leben ausgerechnet am Altpapiercontainer begegnet und sich in einem lange vergessenen Tagebuch  – eben „Mondscheintarif“, wie sie es damals bezeichnete – verliert.

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