Lou Bihl ist selbst Ärztin und hat sich lange intensiv der Betreuung von Krebspatienten gewidmet. Sie weiß also, wovon sie schreibt, wie auch schon in ihren bisherigen Romanen, besonders „Ypsilons Rache“, wo auch das Thema Krebserkrankung eine zentrale Rolle spielte. „Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“ ist für mich der bisher intensivste Roman der Autorin. Emotional, berührend, dennoch sachlich und klar, fundiert, konsequent und kompetent in der Argumentation. Klar und definiert in der Sprache, niemals oberflächlich oder respektlos.
„Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“, sagt Antonia, Marlenes Zwillingsschwester, in einem Gespräch mit Marlene über ihren Entschluss, sich dem Schweizer Sterbehilfeverein Dignitas anzuschließen, um selbst bestimmen zu können, wann sie ihrem Leben ein Ende setzen möchte. Antonia leidet an einer unheilbaren Nervenkrankheit und möchte die Kontrolle über ihr Leben behalten können, solange es geht. Für Marlene ist die Vorstellung, Antonia in die Schweiz zum Sterben zu begleiten, unendlich grausam, auch wenn sie Tonis Entscheidung nachvollziehen kann.
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