Anja Marschall: Hotel Vier Jahreszeiten: Der Glanz des neuen Morgens

Auch der zweite Teil dieser Dilogie um das heute noch existierende Hamburger Luxushotel „Vier Jahreszeiten“ ist wieder historisch fundiert, gut recherchiert und fesselnd geschrieben. Ohne Pathos oder Schwülstigkeit, ohne auf die Tränendrüse zu drücken, erzählt die Autorin hier von der Zeit nach dem Ersten und vor dem / während des Zweiten Weltkrieges.

Die Nationalsozialisten übernehmen nach und nach die Macht, das Leben derer, die diese Ideologie nicht unterstützen oder sich gar offen dagegen aussprechen, wird immer schwerer. So auch für den jungen Hoteldirektor Fritz Haerlin, der inzwischen die Leitung des Hauses von seinem Vater übernommen hat und so weit er kann, versucht, dem Druck von außen standzuhalten. In Luise, der „Göre aus der Gosse“, als die sie (von der missgünstigen Ziehmutter verächtlich so genannt) vor Jahren als Aushilfe in der Wäscherei der Hotels angefangen hat, findet er eine loyale Mitarbeiterin und Freundin, die sich Anerkennung und Respekt der Familie Haerlin und auch der Angestellten im Hotel redlich erarbeitet hat. Luise ist zur zunächst stellvertretenden Hausdame avanciert, als alle männlichen Angestellten des Hauses eingezogen werden, überträgt Fritz ihr die Verantwortung, das Hotel, gemeinsam mit einem weiteren Vertrauten, zu führen.

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Emily Henry: Great Big Beautiful Life

Für Alice Scott ist es ein Traum schlechthin! Schon so ungefähr seit sie lesen kann, schwärmt sie für Margaret Ives und Cosmo Sinclair, deren Ehemann, dessen Platten ihr Vater rauf und runter dudelte. Außerdem hat ihr Vater ihr ein Buch geschenkt, das sich mit dem mondänen Leben der beiden Promis beschäftigt. Alice ist Promi-Reporterin und will unbedingt wirklich bekannt werden. Eine Biografie über Margaret Ives zu schreiben, wäre genau, was ihr dazu verhelfen könnte. Immerhin entstammt Margaret einer der superreichen und ebenso skandalträchtigen amerikanischen Familien. Das Ives-Imperium war im 20. Jahrhundert in allen Schlagzeilen. Dumm nur, dass sie offenbar völlig von der Bildfläche verschwunden ist. Margaret ist abgetaucht und will auch wohl nicht gefunden werden. Das ist Alice völlig gleich. Wozu ist sie Journalistin? Sie wird die Dame schon aufstöbern!

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Beate Maly: Die Trümmerschule: Zeit der Hoffnung

Stella, eine junge Jüdin, kommt 1946 zurück nach Wien, in ihre alte Heimat. Voller Hoffnung und Zuversicht, dort wieder ein Zuhause zu finden, wieder heimisch zu werden und beim Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Stadt mitwirken zu können. Nicht nur mit ihrer Hände Arbeit, viel mehr mit ihrem Wissen und ihren pädagogischen Fähigkeiten. Stella will als Lehrerin den jungen Leuten Wissen vermitteln, sie lehren, frei zu denken und ihre Vorstellungen zu verwirklichen.

Stella hat als einzige aus ihrer Familie den Krieg überlebt. Ihre Eltern sind in Auschwitz ums Leben gekommen, auch Simon, ihr Verlobter, hat den Krieg nicht überlebt. Stella hatte das Glück, das sie manchmal aber im Nachhinein auch als Unglück empfindet, in trübsinnigen Momenten glaubt sie, ihre Familie im Stich gelassen zu haben, dank der Hilfe einer Bekannten, rechtzeitig aus Wien fliehen und in London im Exil leben zu können. Jetzt glaubt sie, es sei an der Zeit und gut, nach Wien zurückzukommen. Bei ihrer Freundin Feli kann sie erst einmal wohnen. Eine eigene Wohnung zu finden, wäre wohl kaum realistisch. Feli ist es auch, die ihr eine Anstellung als Lehrerin am Lindengymnasium verschafft, wo sie selbst als Schulsekretärin arbeitet. Englisch und Deutsch soll Stella unterrichten.

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Rebecca Russ: Der Weg

Ein Thriller zum Dranbleiben! Schon auf den ersten Seiten wird’s spannend und man ist neugierig auf die beiden Protagonistinnen Julia und Nicki, die beste Freundinnen sind, seit sie zusammen in einer Studenten-WG gewohnt haben. In der letzten Zeit hat ihre Freundschaft allerdings ein bisschen gelitten. Julia ist seit Kurzem mit Lars zusammen und lässt sich von ihm ziemlich vereinnahmen. Für Nicki hat sie kaum einen Gedanken übrig gehabt.

Doch jetzt steht Nicki vor der Tür, ganz überraschend, und will mit Julia einen etwas anderen Junggesellinnen-Abschied feiern. Die Leidenschaft für’s Wandern hat sie immer verbunden, und daran will Nicki jetzt ein weiteres Mal anknüpfen. Schon morgen geht der Flieger nach Schweden, es ist alles arrangiert. Die Tickets sind gekauft, ein neues Zwei-Mann-Zelt ebenfalls, die Pension für die erste Nacht ist gebucht. Eine Ausrede lässt Nicki nicht gelten, auch wenn Julia eigentlich im Moment überhaupt keine Zeit hat, eine Woche in der schwedischen Wildnis zu wandern.

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Marie Lacrosse: Montmartre: Licht und Schatten

Wer ein bisschen mehr über das Leben und Künstlerleben während der sogenannten Belle Epoque in Paris erfahren möchte, der wird hier fündig. Auch wenn es „Belle Epoque“ heißt, diese Zeit war keineswegs für alle unbeschwert und sorgenfrei. Marie Lacrosse schildert das Leben im Pariser Viertel Montmartre in dieser Zeit sehr plastisch und durchaus bunt anhand des Schicksals zweier junger Frauen, die beide zufällig am gleichen Tag hier geboren werden. Elise als Tochter einer Wäscherin, die mit dem kargen Lohn für ihre tägliche harte Arbeit sich und ihre beiden Töchter kaum durchbringen kann, würde ihre Freundin Marianne, die Hebamme, die die beiden Kinder zufällig beide auf die Welt gebracht hat, sie nicht unterstützen. Marianne wird auch sowas wie das Bindeglied, da sie für jedes der beiden jungen Mädchen immer eine Vertraute bleibt. Elise wächst in Armut auf den Hügeln des Montmartre auf und erlebt von Kind an, was es heißt, sich seinen Lebensunterhalt hart zu erarbeiten.

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Linus Geschke: Der Trailer

Ein spannender Auftakt zur neuen Thriller-Trilogie um Camp Donkerbloem, einen eigentlich recht schönen, gepflegten Campingplatz in den Ardennen, unweit von Malmedy.

Vor gut vierzehn Jahren ist dort die junge Lisa auf mysteriöse Weise verschwunden. Sie war alleine unterwegs auf einer Reise durch Belgien und wollte auf dem Campingplatz, ein, zwei Nächte bleiben, um sich die beeindruckende Landschaft anzusehen. Sie mietet einen der recht komfortablen Trailer, der schon auf dem dunklen Cover einen etwas bedrückenden Eindruck hinterlässt. Es ist Samstagabend, Lisa will sich eigentlich nur mal auf dem Platz und im Gelände umsehen. Sie kommt nicht zurück. Die Ermittlungen kommen zu keinem Ergebnis und werden dann auch relativ bald eingestellt. Die naheliegende Erklärung scheint zu sein, dass Lisa im nahegelegenen Moor umgekommen sein muss.

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Vincent Kliesch, Sebastian Fitzek: Auris: Puls der Angst

Mit diesem sechsten Band um das ungleiche, aber sehr erfolgreiche Ermittlerduo Jula Ansorge, True-Crime Podcasterin und Prof. Matthias Hegel, Arzt, Psychologe, forensischer Phonetiker mit dem absoluten Gehör, ist die Geschichte dann wohl auserzählt. Dieser letzte Fall ist sehr persönlich. Jula und ihre Familie, aber auch Matthias Hegel stehen mitten im Geschehen. Für Jula bricht eine Welt zusammen, als plötzlich ihre dement-geglaubte Mutter sehr gesund am Krankenbett von Benno auftaucht, der in der Nacht zuvor äußerst brutal niedergeschlagen worden war und jetzt in der Klinik ums Überleben kämpft. Jutta so gesund zu sehen, nachdem sie seit längerer Zeit wegen ihrer vermeintlichen Demenz im Heim untergekommen war, ist für Jula ein Schock. Doch damit nicht genug, muss sie jetzt auch erfahren, dass Benno gar nicht ihr leiblicher Vater ist. Klar, dass Jula da ein paar unangenehme Fragen stellt und quasi als Antwort noch ein paar schwer verdauliche mehr Wahrheiten verarbeiten muss. Jutta, die gar nicht wirklich Jutta heißt, gesteht ihrer Tochter, dass sie in ihrer Jugend ein paar richtig schlimme Dinge getan hat, weshalb sie in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen worden war und den falschen Namen angenommen hat. Jetzt ist anscheinend die Zeit der Rache gekommen.

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Jørn Precht: Die Jungfrau von Orléans

Mit „Die Jungfrau von Orléans“ ist ein weiterer Titel aus der inzwischen langen Reihe „Bedeutende Frauen, die die Welt verändern“ erschienen. Akribisch und bestens recherchiert, vervollständigt mit einer Figurenübersicht, die die Zuordnung erleichtern kann, sowie einer Liste der Quellen und Literaturempfehlungen.

Wer bisher mit dem Leben der Jeanne Darc oder d’Arc, – die Schreibweisen des Nachnamens variieren – nur Bruchstückhaftes verbindet, kann das mit diesem historischen Roman vervollständigen. Angefangen von ihrem Leben als einfaches Bauernmädchen in einem kleinen Dorf bis zu ihrem grausamen Tod auf dem Scheiterhaufen, erzählt der Autor sehr authentisch vom Schicksal der Jeanne, die als Siebzehnjährige ihren göttlichen Visionen, den Stimmen ihrer Heiligen, folgt, um den Thronfolger sicher nach Reims zu geleiten, wo er zum rechtmäßigen König gekrönt werden soll. Was so einfach klingt, ist ein mehr als ambitioniertes Vorhaben, wird Frankreich doch zu dieser Zeit, 1429, seit mehr als hundert Jahren von den Engländern besetzt. Jeanne vertraut auf ihre göttliche Führung, ihren Glauben und ihre Zuversicht. An der Spitze einer Armee aus kampferprobten, hartgesottenen Kriegern macht sie sich in Männerkleidung auf, ihre Mission zu erfüllen, nachdem es ihr endlich gelungen war, den Dauphin zu überzeugen. An ihrer Seite eine Reihe von treuen Gefolgsleuten und Freunden, die sich um ihr Wohlergehen sorgen und ganz klar sehen, welchen Gefahren sich die junge Kämpferin aussetzt.

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Anne Labus: Das alte Kapitänshaus

Angenehmes Klima, malerische Kulisse, leckeres Essen – Sonne, Strand und Meer, was will man eigentlich mehr? Die Kanalinseln sind ja schon ein lockendes Ziel. Kein Wunder, dass sie sich als wunderbare Kulisse für diesen leichten, warmherzigen und unterhaltsamen Roman anbieten. Das Lokalkolorit und die Liebe zu Jersey und Guernsey kommen jedenfalls nicht zu kurz und bieten einen schönen Rahmen für die Geschichte um die drei Schwestern Lilly, Rose und Jasmin, die sich nach dem überraschenden Tod ihrer Mutter vor die Frage gestellt sehen, was mit dem „Alten Kapitänshaus“ geschehen soll. Ihre Mutter hat es viele Jahre mit viel Liebe als kleine private Ferienpension geführt, einen treuen Kundenstamm aufgebaut und sich mit ihrer freundlichen, zugewandten Art einen Namen gemacht.

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Sabine Steck: Mord nach Rezept: Der zweite Fall für Emma Ferrari

Viel italienisches Flair vor ur-bayerischer Dorfkulisse. Schon das Cover veranschaulicht die Stimmung, die einen im Buch erwartet. Emma, Italienerin, die vor über zwanzig Jahren der Liebe wegen nach Himmelsricht gekommen ist, ist seit Kurzem stolze Besitzerin, nicht mehr nur Mieterin, des Hauses, in dem ihr „Alimentari“, ihr exquisiter Feinkostladen mit italienischen Köstlichkeiten Einwohner wie Touristen anlockt und in dem sie mittlerweile auch wohnt. Im Dorf ist sie integriert und angesehen, nicht nur wegen ihres Ladens, auch wegen ihres freundlichen Wesens und ihrer offenen Art. Ihre Freundinnen kommen zum Klönen, Einkaufen, Essen und auch zum Ermitteln, wenn es wieder mal was aufzuklären gibt. Dieser Fall ist schon der zweite, der in Himmelsricht für Aufsehen sorgt und in dem Emma und „ihr Team“ ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Sozusagen vor laufender Kamera ist die Freifrau Isadora von Hohenfels während eines Koch-Events tot umgefallen.

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