Melanie Raabe: Der längste Schlaf

Ich kannte und schätzte bisher nur die Thriller von Melanie Raabe und obwohl ich das auch hier erwartet hatte, wurde ich angenehm überrascht. Mara Lux ist eigentlich Deutsche, lebt aber seit Jahren schon in London. Hier gefällt es ihr besser, hier kann sie auch besser forschen. Denn Mara ist Wissenschaftlerin, Schlafforscherin, und das, obwohl es in ihrem Leben bereits viel gibt, das keine Wissenschaft erklären kann. Vor allem ihre Träume, die sie seit ihrer Kindheit hat, sie werden immer wieder wahr. Mara hat alles versucht, um rationale Erklärungen zu finden, aber so richtig will ihr das nicht gelingen.

Eines Tages bekommt Mara eine Villa in einer deutschen Kleinstadt geschenkt, völlig überraschend. Obwohl sie nicht wirklich überzeugt ist, ist Mara doch neugierig, was dahintersteckt. In der Villa angekommen, erwartet sie so manches Mysteriöse und gefangen zwischen logischem Denken und Dingen, die sie einfach nicht wissenschaftlich erklären kann, muss sie sich auf das Geheimnisvolle einlassen, um das Rätsel zu lösen.

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Marissa Meyer: Gilded: Die Versuchung des Goldes

Die Autorin Marissa Meyer hat sich wieder eines Märchens angenommen – und wie! Dieses Mal ist Rumpelstilzchen die Wurzel der Geschichte und „Gilded“ spielt auch nicht in der Zukunft, sondern in einer Märchenwelt. Und doch ist die Geschichte so modern, wie sie nur sein kann.

Serilda lebt in dem Dorf Märchenfeld allein mit ihrem Vater, der die Mühle betreibt. Bereits vor vielen Jahren ritt ihre Mutter mit der Wilden Jagd des Erlkönigs und kehrte nie zurück. Serilda gilt als Träumerin, die gerne Geschichten erzählt, wofür die Kinder in der Schule, in der sie arbeitet, sie lieben. Man sagt, sie sei von einer Göttin gezeichnet. Ihre Geschichtenerzählerei wird ihr eines Nachts zum Verhängnis, als sie dem Erlkönig erzählt, sie könne Stroh zu Gold spinnen, um zwei Waldmenschen zu retten. Prompt entführt er sie auf sein düsteres Schloss voller Geister, damit sie ihm Stroh zu Gold spinnt. Was sie natürlich nicht kann. Sie bekommt Hilfe, nicht von einem garstigen Hutzelmännchen, sondern von einem jungen Mann, der ein Geist und doch anders als die anderen Geister ist. Neben den bekannten Geschenken – Magie funktioniert nicht umsonst – erzählt sie ihm in den Nächten noch eine Geschichte über einen Prinzen und sein Schicksal mit dem Erlkönig.

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Silke Heimes: Who’s to blame

Moritz Brandl ist Deutschlehrer und hat seinen Leistungskurs an einem warmen Sommertagnachmittag für eine Vorbereitung einbestellt. Als alle sitzen, zieht er eine Pistole aus der Tasche und behauptet, sie hätten sein Leben ruiniert und seine Frau in den Suizid getrieben. Ein aufreibender Nachmittag beginnt.

Geschildert werden die Ereignisse in kurzen Kapiteln aus verschiedenen Perspektiven. Der Leser sieht in die Köpfe einiger Schüler, aber auch jemand von den Einsatzkräften kommt zu Wort.

Brandl erfüllt so ziemlich jedes Klischee eines Lehrers aus den 80ern. Ledertasche, Alkoholiker, bemüht und unverstanden. Ist das gut für das Buch oder schlecht? Ich bin nicht sicher und ich glaube, es spielt auch gar keine Rolle, denn um Brandl geht es in diesem Buch gar nicht. Er kommt auch gar nicht zu Wort. Es geht um die Schüler und um ihren Umgang mit der Situation.

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Danielle Trussoni: Invictum: Das zweite Rätsel

Mike Brink kann seit einem Unfall beim Football jedes Rätsel lösen. Wie das bei Genies aber schon mal so ist: Sozial ist er eher unbeholfen. Er hat seine Hündin Connie und einen eingeschränkten Freundeskreis. Dazu zählt auch sein Psychiater. Eines Morgens erhält er eine rätselhaft aufgemachte Einladung des japanischen Kaisers. Er soll das größte Rätsel Japans lösen: die sogenannte Drachenrätselbox. Seit fast 200 Jahren ist es niemandem gelungen, diese Box zu öffnen, die einst ein genialer Rätselboxerfinder erschuf. Viele sind gescheitert, alle dabei gestorben. Zu Mikes Besonderheit gehört es auch, dass er keinem guten Rätsel widerstehen kann.

Die Box an sich ist schon eine Herausforderung. Zu der Zeit, in der sie hergestellt wurde, hatte man keine Hemmungen, mit Giften und wirklich gefährlichen Dingen zu arbeiten. Aber die Box selbst ist nicht das einzige Problem. Als Mike endlich vorankommt, muss er feststellen, dass es nicht jedem Menschen in Japan recht ist, wenn der Kaiser den politisch wertvollen Inhalt der Box erhält. Und auch seine Gegner sind bereit zu töten.

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Heather G. Harris: Glimmer 2: Tod einer Nymphe

Jessica Sharp – genannt Jinx – hat im ersten Band dieser Serie lernen müssen, dass neben ihrer Welt, Norm genannt, noch andere existieren. Hauptsächlich die Anders genannte Parallelwelt, in der Fabelwesen auch Fabelwesen sein dürfen. Den Grundgedanken, dass die beiden Welten Parallelwelten sind, die nebeneinander und übereinander existieren, fand ich schon im ersten Band ziemlich gut. Hier geht die Heather G. Harris noch einen Schritt weiter und verlegt Drogenprobleme ins Anders. Witzig, wie ein oller Patriarch wie der Drache Emory damit umgeht, dass seine Teenies plötzlich Drogen nehmen und auch witzig, wie schnell er sich – auch innerlich – verändern kann, wenn er ins Norm wechselt.

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Kari Vanadis: Secrets of Dublin 2: Gebrochene Flüche

Leslie lebt in einer WG mit ihrer besten Freundin Ciara, einer Hexe, und dem Dämon Nathaniel, der an seinen besseren Tagen als mürrischer Teenager durchgeht und sich zur Bestrafung in ein Oija-Brett verwandelt. Ihre Mutter führt den Antiquitätenladen „Pot of Gold“, natürlicher inklusive magischer Gegenstände und seit dem ersten Band keimt eine zarte Liebe zwischen Leslie und dem halbvampirischen Privatdetektiv Victor auf.

Das sind also die durchaus komplizierten Verhältnisse kurz zusammengefasst, als Ciara, die für ihren Reporterjob wirklich lebt, die Change ihres Lebens erhält. Ein berühmter Duellmagier, der ungefähr den Teenystatus von Taylor Swift hat, bittet sie während eines Interviews um Hilfe  – wobei auch das Interview selbst für Ciara schon einen Karrieresprung bedeutet. Die Familienbanshee ist ihnen erschienen und seine Mutter ist fest davon überzeugt, dass ihr Heulen ihm gilt. Natürlich will Ciara helfen – und Nathaniel und Victor und Leslie. Leslie hat gerade mit ihrem eigenen Fluch zu kämpfen, ein unangenehmer Überrest aus dem ersten Band.

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JP Delaney: Die Erbin

Finn erinnert sich noch allzu gut an seine Kindheit auf Mallorca. Eine Finca hoch oben auf dem Berg, heruntergekommen und von Hippies bevölkert, mit allen Konsequenzen. Irgendwann floh seine Mutter mit ihm und seiner Schwester nach England und er vergaß den ungeliebten Vater beinahe. Jetzt ist dieser gestorben und hinterlässt eine relativ frisch angetraute Frau mit ihrer erwachsenen Tochter. Aber die beiden können die Finca nicht erben, denn sie gehört bereits seit Jahren Finn und seiner Schwester und der Vater hatte nur Wohnrecht. Finn reist nach Mallorca und findet an Stelle der heruntergekommenen Finca ein luxuriös renoviertes Anwesen, mit dem die neue Frau seines Vaters und ihre Tochter bereits Pläne haben. Aber natürlich wäre ihnen klar, dass es ihnen nie gehören würde.

Die Polizei beginnt Fragen zu dem vermeintlichen Unfalltod des Vaters zu stellen und Finn hat immer mehr Mitleid mit den beiden Frauen, die sich als Flüchtlinge erweisen und bereits so viel Geld und Arbeit in die Wiederherstellung der Finca gesteckt haben. Kann er ihnen das wirklich einfach so wegnehmen? Will er das?

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John Ajvide Lindqvist: Signum

Julia Malmros steht die Verfilmung ihrer Krimi-Reihe bevor. Nach der Pleite mit der „Millenium“-Fortsetzung ist das natürlich Balsam auf ihre Seele, aber die Serie ist einfach nur schlecht in ihren Augen und sie darf es noch nicht einmal sagen. Ihre Bücher seien zu realitätsfern, um 1:1 verfilmt zu werden, und deswegen ist ihre Ermittlerin jetzt so ganz anders, als sie sie angelegt hatte. Das trifft Julia tief und wutentbrannt macht sie sich auf die Suche nach neuen Themen. Ausgerechnet in der brandgefährlichen rechten Szene Schwedens wird sie fündig und bringt sich dabei in Gefahr. Außerdem hat sie Schwierigkeiten in ihrer Beziehung mit Kim Ribbling, an der außer Kims abweisender Art auch noch kratzt, dass sie so viele Jahre älter ist als er.

Kimm Ribbling möchte verstehen. Sich selbst, aber auch seine Vergangenheit. Durchgeknallt wie er nun mal ist, entführt er zu diesem Zweck seinen alten Therapeuten Martin Rudbeck in einen eigens dafür eingerichteten Folterkeller, um ihn – nun ja, zu befragen. Warum es ihm Befriedigung verschaffte, Kim zu quälen oder sich brutale Kinderpornos anzusehen. Kim will verstehen und merkt dabei gar nicht, auf welche Ebene er sich selbst herab begibt. Und nicht zu vergessen: Er hat seine Familie schon ermordet, BEVOR er in Therapie kam. Weiterlesen

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Wolf Harlander: Partikel

Müll ist ein Problem, keine Frage. Plastikmüll erst recht. Der zersetzt sich nämlich nicht, sondern zerfällt in winzig kleine Partikel. So klein, dass sie bereits überall sind. Im Wasser, in Nahrungsmitteln, in uns. Ob sie da was anrichten? Vielleicht.

Wolf Harlander beantwortet die Frage mit einem klaren „ja“. Es trifft die zweijährige Zoe, deren Körper mit den Partikeln nicht mehr fertigwerden kann und die einen potenziell tödlichen Krebs entwickelt. Zoe ist die Nichte der Journalistin Melissa, die gerade über eine Hochzeit recherchiert, bei der das Festmahl auch in mindestens einem Fall tödlich endete. Grund: Mikropartikel im Essen. Dass wir ziemlich viel in Plastik verpacken und damit dazu beitragen, ist die eine Seite. Aber es gibt doch den gelben Sack und eigentlich ist das damit doch geregelt – oder?

Die andere Seite ist, dass sich mit illegaler Müllentsorgung recht gut Geld verdienen lässt. Raus aus Europa mit dem Zeug und dann im Meer verklappen oder auf irgendeiner entlegenen Insel entsorgen. Weiterlesen

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Benjamin Cors: Krähentage

Meine Güte, was für ein Ritt. Dieser Thriller lässt wenig aus, eine sehr geheimnisvolle Mordserie, Ermittler – zu einem neuen Team zusammengewürfelt und mit schwerem Gepäck – und am Ende jede Menge unerwartete Aufklärung.

Die Gruppe 4 wurde neu gebildet, extra als Sondereinheit zur Ermittlung für schwere Seriendelikte. Jakob Krogh leitet sie gemeinsam mit der frisch aus Wien in Deutschland eingetroffenen Mila Weiss. Auch Jakob kommt nicht aus der Stadt, in der er ermittelt, er wohnt mit seiner Familie am See und pendelt an den Wochenenden – so es denn möglich ist. Die erste Serie lässt nicht lange auf sich warten, drei Frauen wurden in ihren Wohnungen überfallen und mindestens schwer verletzt. Natürlich will die Presse Ergebnisse, man steht also unter Druck.

Der Leser erfährt sehr schnell etwas über den Täter, was er für sehr viel hält – ist es aber nicht. Überhaupt arbeitet Benjamin Cors seine Protagonisten sehr gut aus, man glaubt als Leser, sie zu kennen und trotzdem sind sie immer wieder für Überraschungen gut. Weiterlesen

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