Nun ist es also doch passiert. Die Harrowmores müssen ihr Schloss verlassen. Zwei von ihnen haben es tatsächlich gewagt, mit Arbeit Geld zu verdienen, und das entspricht nicht den Bedingungen der Erbschaft. Nun gut, in zumindest einem Fall ist Livie daran nicht ganz unschuldig gewesen. Der neue aktuelle Herr von Harrowmore ist ein nerviger Australier, aber das ist ganz bestimmt nicht der Grund dafür, dass Livie es irgendwie versäumt hat, ihn vor seinem vielleicht bevorstehenden Tod zu warnen. Die Hölle ist aber ohnehin nicht gut auf sie zu sprechen und so kommt es zu einer „Beförderung“, was in Höllenkreisen selten etwas Gutes bedeutet. Livie findet sich als Todesbotin in Ausbildung wieder, auf Harrowmore zieht eine neue Banshee ein (der sich sehr viel leichter mit seiner neuen Aufgabe abfindet als Livie vor 10 Bänden – aus Gründen). Endlich kann Livie die Qualen nachempfinden, die ihr Vorgesetzter und Geliebter Walt stets durchmacht, wenn einem Harrowmore der Tod droht.
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Sarah Bestgen: Happy End
Isa erlebt den Alptraum jeder Mutter. Ihr Sohn Ben ist plötzlich verschwunden. Aus ihrem Haus, während sie nur kurz im Keller war. Weggelaufen kann er nicht sein, denn er ist erst vier Monate alt. Isa setzt alles in Gang, was man so in Gang setzt, die Polizei sucht den Jungen und versucht zu ermitteln. Trotzdem gibt es keine Spur von ihm. Ein halbes Jahr lang. Dann taucht er plötzlich wieder auf. Nur kann ein zehn Monate altes Kind leider nicht sagen, wo es in der Zwischenzeit war. Isa ist erleichtert, aber je mehr Zeit sie mit Ben verbringt und alles versucht, um die verlorene Zeit nachzuholen, desto mehr Zweifel kommen ihr. War da nicht ein Muttermal? Waren die Augen schon immer so blau? Aber sie will nicht glauben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
WeiterlesenAnders de la Motte: Eisiges Glas
Leonore Askers Kindheit war eher dysfunktional. Aufgewachsen bei einem überzeugten Prepper hat sie sich irgendwann befreit und sich ein eigenes Leben als Kriminalinspektorin aufgebaut. Sie war fest davon überzeugt, niemals wieder zurückzukehren. Aber die Vergangenheit lässt einen Menschen nicht so einfach los. Während sie noch versucht, sich in ihrer neuen Aufgabe als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle – das scheint für die Kriminalfälle ebenso zu gelten wie für die Mitarbeiter – zurechtzufinden, meldet sich ihr Vater bei ihr. Nur wenige Meter von seiner Farm entfernt wurde die Leiche eines Urban Explorers gefunden und er geht – ganz richtig – davon aus, dass er unter Verdacht geraten wird. Leo soll den wahren Täter schnell finden, denn ihr Vater wird sich mit allen Mitteln gegen eine Verhaftung zur Wehr setzen.
WeiterlesenKerstin Gier: Vergissmeinnicht 3: Was die Welt zusammenhält
So ein Finale betrachte ich ja immer mit einem weinenden und einem lachenden Auge – besonders wenn die Trilogie so fesselnd ist, wie diese hier. Jetzt ist er also endlich erschienen, der letzte Band von Vergissmeinnicht. Wir mussten nicht ganz so lange warten wie zwischen dem ersten und dem zweiten Band und dieses Mal gibt es sogar eine kurze Erinnerung an die Vorgänge der ersten beiden Bände. Sehr süß vorgetragen von dem kleinen Dämon Bax.
Mathilda und Quinn sind sich inzwischen schon seit 6 Monaten sehr sicher, dass sie zusammen gehören. Was auch immer Quinn in der Sternentor-Prüfung erwartet, sie wollen es gemeinsam durchstehen. Sie erzählen abwechselnd, wie die Geschichte weitergeht. Zunächst soll aber der große Schulball anstehen, organisiert von niemand geringerem als Johanna Bogen, ehemals bekannt als Jean d’Arc. Die hat sich nicht lumpen lassen und alles was Welt und Saum zu bieten haben angeheuert. Dumm nur, dass im Saum gerade eine Strafaktion stattfindet, die unter anderem das berühmte Musikorchester betrifft, das auf dem Schulball spielen soll.
WeiterlesenM.W. Craven: Der Zögling
Als letztes Jahr „Der Botaniker“ herauskam, war die Washington-Poe-Reihe von M.W. Craven plötzlich erfolgreich in Deutschland. Das scheint vor einigen Jahren anders gewesen zu sein, denn damals ist der erste Band bei Weltbild unter dem Titel „Flammen der Vergeltung“ erschienen und es scheint bei diesem ersten Band geblieben zu sein. Schon als ich den „Botaniker“ gelesen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie diese Ermittlungstruppe angefangen hat. Droemer hat mit „Der Zögling“ jetzt den ersten Band wieder aufgelegt (der zweite folgt im Januar 2025).
Und der Anfang der Reihe ist genauso gut, wie ich erwartet hatte. Ein Serienmörder foltert und verbrennt seine Opfer. Bei dem letzten Opfer ist der Name „Washington Poe“ eingeritzt worden und so wendet man sich an den eigentlich suspendierten Detektiv und bittet ihn, doch Klarheit in den Fall zu bringen.
WeiterlesenSilvesterspecial 2024

Wie in jedem Jahr gab es auch 2024 wieder Bücher, die uns Rezensentinnen und Rezensenten besonders gut gefielen. Bücher, die aus dem Üblichen hervortreten, weil sie berühren, weil sie unterhalten, weil sie ausgesprochen spannend sind oder sehr witzig, ausnehmend gut geschrieben oder schlicht etwas Besonderes.
Diese Bücher, die uns mehr als andere beeindruckten, sind es, die wir am Ende des Jahres immer noch in guter Erinnerung haben. Aus diesem Grund stellen wir sie im Special zu Silvester noch einmal vor.
WeiterlesenFreida McFadden: Sie wird dich finden
Es sind einige Jahre vergangen, seit Millie die Häuser anderer Leute putzte und dabei immer wieder auf Dramen stieß. Sie hat den italienischen Gärtner inzwischen geheiratet, zwei Kinder bekommen und gerade sind die beiden so weit, dass sie in ihr erstes eigenes Haus ziehen können. Sie haben nur zwei Nachbarn – Freida McFadden hält ihre Protagonistenzahl angenehm überschaubar – aber die haben es irgendwie in sich. Die eine ist verwitwet, hält ihren kleinen Sohn wortwörtlich an der kurzen Leine und erweist sich als Helikoptermami. Die andere hat keine Kinder, will keine Kinder, mag keine Kinder und schmeißt sich an Millies Mann Enzo heran. Beide begrüßen Millie und ihre Familie oberflächlich freundlich und jede warnt Millie vor der jeweils anderen.
WeiterlesenGenoveva Dimova: Tage einer Hexe
12 Tage sind es zu jedem Jahreswechsel. 12 Tage, in denen die kleine Stadt Chernograd von Monstern überrollt wird. Die Bewohner sind es gewohnt, bereits seit Jahren können sie die Stadt aufgrund einer Mauer nicht verlassen und fast jeder hat mindestens einen Verwandten oder Freund während der „schmutzigen Tage“ verloren. Die Hexe Kosara hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Monsterjägerin die Menschen der Stadt zu beschützen. Sie selbst hält sich für eine höchstens mittelmäßige Hexe, die dem Zaren der Monster, dem Zmey, nicht widerstehen konnte und jedes Jahr wieder nicht kann.
Aber stur, wie sie ist, versucht sie es von Neuem jedes Jahr und dieses Jahr führt das dazu, dass sie ihren Schatten verliert. Eine Katastrophe für eine Hexe, denn es raubt ihr ihre Kräfte und bedeutet über kurz oder lang – ihn ihrem Fall eher kurz – ihren Tod. Außerdem landet sie bei dieser überhasteten Aktion im sicheren Belgograd – der Stadt hinter der Mauer und muss sich dort mit einem durchaus seltsamen Ermittler zusammentun, um überhaupt zurückzukommen und eine Chance zu haben, ihren Schatten wiederzubekommen.
WeiterlesenVolker Kutscher: Rath
Jetzt ist er also da, der letzte Band der Reihe um den gebürtigen Kölner Kommissar Gereon Rath. Er heißt ganz einfach nur „Rath“ und Volker Kutscher hat bereits sehr deutlich gemacht, dass es keine weiteren Bände mehr geben wird. Auf der einen Seite finde ich das gut, ich möchte Gereon weder bei den amerikanischen Truppen erleben noch ihm beim hilflosen Mitfiebern über den Großen Teich während des Zweiten Weltkrieges zuschauen. Auf der anderen Seite finde ich es schade. Zum einen natürlich, weil die Bücher wirklich gut waren, zum anderen aber auch, weil viele Schicksale noch in der Luft hängen. Aber vielleicht ist das auch eine Aussage: Sehr vielen Menschen stand ein Schicksal bevor, dass sie sich 1938 noch nicht einmal hätten ausmalen können.
Gereon ist in Köln bei Adenauer untergekommen und wartet mehr oder weniger auf den Tod seines Vaters. Noch immer ist er ein gesuchter Verbrecher in Deutschland. Charlotte ist in Berlin und kommt während ihrer Tätigkeit für Böhm einer Sache auf die Spur, die auch ihren Pflegesohn Fritze betrifft. Der bekommt eine recht große Rolle in diesem Roman und darf zeigen, dass er bei aller Verehrung für die HJ durchaus noch in der Lage ist, selber zu denken. Einmal im Monat trifft sich das Ehepaar Rath in einem Hotelzimmer in Hannover – eine für beide unbefriedigende Situation.
WeiterlesenElla Berman: Das Comeback
Grace lebte einen Traum – eigentlich. Mit 13 Jahren wurde die Britin auf dem Schulhof entdeckt und nach Los Angeles geholt. Ihre ganze Familie siedelte mit ihr nach Amerika, aber sie sieht sie trotzdem kaum. Denn ihre ersten Filme werden volle Erfolge, sie ist viel beschäftigt und hat jede Menge Freunde. Ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihrer Karriere entscheidet sie sich dafür, das alles hinter sich zu lassen. Ohne jemandem auch nur ein Wort zu sagen, zieht sie zu ihren Eltern nach Anaheim und lebt dort beinahe ein Jahr mehr oder weniger unerkannt. Dann entscheidet sie sich dafür, zurückzukehren, aber es soll niemals wieder so werden, wie es einmal war.
Das Buch beginnt mit einem Unfall. Dann zeigt Ella Berman uns Grace bei ihren Eltern und warum sie zurück nach LA geht. Grace erzählt uns die Geschichte aus ihrer Sicht – unterbrochen immer wieder von Rückblenden, wie es so weit kommen konnte.
Es war Able, der sie einst entdeckte, der sie förderte und einen erfolgreichen Film nach dem anderen mit ihr produzierte. Aber es war auch Able, der sie manipulierte, ihr jedes Selbstbewusstsein raubte und sie auch sexuell missbrauchte – was erschütternderweise nicht der schlimmste Teil des Missbrauchs war.
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