Serilda war gezwungen, den Erlkönig zu heiraten. Um Gild zu retten, um die Seelen der toten Dorfkinder zu retten, um ihr ungeborenes Kind zu beschützen. Aber die Gefahr ist längst noch nicht vorüber und die Guten in dieser Märchenadaption haben auch noch nicht aufgegeben.
Eine der ganz großen Stärken dieses Buches ist, dass es das alte Märchen vom Rumpelstilzchen komplett auf den Kopf stellt. Schon im ersten Buch war Gild – der Goldspinner – alles andere als ein böser Waldgeist. Ja, er wollte Serildas Erstgeborenes als Lohn für die dritte Nacht, aber sogar das soll sich noch als Segen erweisen. Der König ist hier kein ahnungsloser, verliebter Narr, sondern der Erlkönig himself, sozusagen das personifizierte Böse. Und Serilda war zwar eine ahnungslose Müllerstochter, als Erlkönigin findet sich jedoch schnell in eine machtvollere Rolle. Überhaupt spielen machtvolle Frauen in dieser Märchenadaption eine sehr viel größere und positivere Rolle als sie es bei den Brüdern Grimm taten. Da gibt es nicht nur Serilda, sondern auch die echte Prinzessin – ja Gilds hilflose kleine Schwester aus dem ersten Band, die mit den Monstern in ihrer Burg so ganz eigene Sachen anstellt. Da gibt es die ehemalige Leiterin der königlichen Garde, die Gild einst das Kämpfen lehrte und als Geist daran verzweifelt, ihre Schutzbefohlenen nicht retten zu können. Sie hat als vom Erlkönig Unterworfene nicht viele Möglichkeiten, aber die nutzt sie.
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