Thommie Bayer: Gern gesehene Gäste

Thommie Bayer zählt zu jenen Autoren, in deren Romanen man zu Teilen immer irgendeinen Bezug zum Verfasser vermuten kann. Hier nun erfährt man so einige Interna aus dem Literaturbetrieb.

Von folgenden vorangegangenen Romanen sind weitere Besprechungen von Thommie Bayer in unserem Portal zu finden:

Die kurzen und die langen Jahre
Das innere Ausland
Das Glück meiner Mutter
Einer fehlt

Diesmal geht es um den Werdegang des jungen Matteo. Als eher introvertiertes Kind hatte er keine Freunde, obwohl seine Mutter, eine Buchhändlerin, alles versuchte, um ihm Freundschaften zu ebnen. Das Gefühl, Außenseiter zu sein, belastete ihn als Kind. Später konnte er sich gut mit der Situation arrangieren. Zudem fand er früh einen Zugang zu Büchern, womit er Vieles kompensierte.

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Christoph Peters: Entzug

Der deutsche Schriftsteller Christoph Peters (Jahrgang 1966) studierte Malerei und veröffentlichte 1999 seinen ersten Roman „Stadt Land Fluß“. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Am 18. März 2026 erschien im Luchterhand Literaturverlag Christoph Peters’ neuestes Buch „Entzug“ mit einem von ihm gemalten Motiv auf dem Cover.

Mit Alkohol oder …

„Entzug“ von Christoph Peters ist ein autofiktionaler Roman. Der Protagonist ist Schriftsteller und trägt den Namen des Autors: Christoph Peters. Er ist der Ich-Erzähler der Geschichte. Und die hat es in sich. Sie besteht aus zwei Kapiteln. Das erste, kürzere mit dem Titel „Trinken“ ist für mich als Leserin das beeindruckendere. Das zweite Kapitel „Nicht trinken“ beschreibt den „qualifizierten“ Entzug der Hauptfigur in einem Berliner Krankenhaus.

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Alexandra Flint: Mont Lacroix: Longing for Lelibeth

Worum geht es?

Für die angehende Hotelmanagerin Lelibeth ist das prachtvolle Mont Lacroix nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ihr wahres Zuhause. Um ihren Wert im Familienbetrieb endgültig unter Beweis zu stellen, plant sie ein gewagtes Projekt: Die erste exklusive Hochzeit in der Geschichte des Hauses. Doch der Plan gerät ins Wanken, als alle Floristen absagen. Die Rettung – oder der Untergang? Noah Benz. Er ist talentiert, sieht unverschämt gut aus und macht keinen Hehl daraus, dass er von Lelibeths Hochzeitsplänen absolut nichts hält. Während es zwischen den beiden gewaltig knistert, hütet Noah ein Geheimnis, das alles zerstören könnte: Er ist der Sohn des größten Konkurrenten.

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Esther Schüttpelz: Grüne Welle

Eine Frau befindet sich auf dem Heimweg nach einem Kinoabend mit ihrer ältesten Freundin. Durch eine Baustelle verpasst sie die richtige Autobahnauffahrt und fährt einfach immer weiter. Ohne anzuhalten, ohne Plan, ohne funktionierendes Handy. Was ist geschehen, warum wendet die Frau nicht einfach? In diesem außergewöhnlichen Roadtrip entwirft Esther Schüttpelz eine faszinierende Geschichte um eine Frau, die im wahrsten Sinne des Wortes am Scheideweg steht.

Verdichteter Plot mit Sogwirkung
Es gibt Bücher, die entfalten von der ersten Seite an einen gewissen Sog. So ein Buch ist „Grüne Welle“. Dies ist auf die Verdichtung von Raum, Zeit und Handlung zurückzuführen. Der Großteil der Geschichte spielt in einem Auto, die ganze Story umfasst gerade einmal 23 Stunden, aber während dieses Tages tut sich viel – und auch wieder nicht. Die räumliche Bewegung, ganz allein ins Ungewisse zu fahren, setzt in der Frau etwas in Gang. Sie ist gezwungen, sich den Schattenseiten ihres Lebens zu stellen. Von diesen gibt es eine ganze Menge.

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April Dawson: Selling Dreams

Marissa Gallagher ist eine absolute Powerfrau: zielstrebig, willensstark und fest entschlossen, sich in der männerdominierten Immobilienbranche New Yorks durchzusetzen. Ihr größter Dorn im Auge? Calder Bevyn. Er ist nicht nur ihr schärfster Konkurrent und der „Prince Charming“ der Stadt, sondern leitet mit seinen Brüdern auch die prestigeträchtigen Bevyn Estates.

Doch das Blatt wendet sich, als Marissa Calder einen sicher geglaubten Deal vor der Nase wegschnappt. Beeindruckt von ihrem Biss stellt Calders Bruder sie prompt ein. Plötzlich sind die Erzrivalen Kollegen im selben Unternehmen. Während sie sich einen erbitterten Kampf um den Thron der Verkaufszahlen liefern, beginnen die Grenzen zwischen professioneller Rivalität und echtem Herzklopfen gefährlich zu verschwimmen.

Der Schreibstil der Autorin ist herrlich flüssig und bildhaft – ein echter Page-Turner wird das Buch dadurch. Besonders spannend fand ich das Setting. Die Welt der Luxusimmobilien ist ein neues Thema für mich, das mal etwas ganz anderes bietet als der klassische Romance-Einheitsbrei. Durch die wechselnden Erzählperspektiven gewinnen die Charaktere enorm an Tiefe und wirken in ihrem Handeln absolut authentisch.

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Carmen Rohrbach: Der Kernbeißer

„Indem man etwas tut, hilft man sich selbst den Schmerz in eine Form zu kleiden.“ S. 14

Die Reiseschriftstellerin Steffi ist es gewohnt sich allein durchs Leben zu schlagen. Als Forschungsreisende hat sie die Welt gesehen, sie liebt das freie Leben in der Natur und hasst es abhängig zu sein. Als ein aggressiver Brustkrebs bei ihr diagnostiziert wird, droht sie in Hoffnungslosigkeit zu versinken. Der Hoffnung und dem Glück aufs Höchste misstrauend, glaub nur an Aktivität, Kampf und Disziplin. Nicht einmal engsten Freunden oder ihrer eigenen Familie vertraut sie sich an. Ganz auf sich gestellt lässt sie Arztbesuche, Chemotherapie und Bestrahlung über sich ergehen, ja sogar die Auseinandersetzung mit ihren Ängsten und Sorgen macht sie nur mit sich aus. Doch im Bewusstsein des drohenden Todes lassen sich die existenziellen Fragen des Lebens nicht so einfach verdrängen.

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Joey Goebel: Sunset Flip

Produktbild: Sunset Flip

Joey Goebel wagt sich mit „Sunset Flip“ an ein literarisch eher selten behandeltes Thema: den Kampfsport Wrestling. Doch was zunächst nach Nischenstoff klingt, entpuppt sich schnell als klug erzählte Geschichte über Identität, Erfolg – und eine große Liebe, die zunehmend unter Druck gerät.

Im Mittelpunkt steht Auggie Schnuck, der als Wrestler auf der Erfolgsleiter weit nach oben geklettert ist. Karriere, Beziehung, Zukunft – alles scheint sich trotz seines Wunsches, eigentlich Schauspieler werden zu wollen, in die richtige Richtung zu entwickeln. An seiner Seite: Nadine, mit der ihn lange Zeit eine enge, fast unerschütterliche Partnerschaft verbindet. Gerade dieser Erfolg bringt Auggie jedoch ins Wanken. Zunehmend verschwimmen die Grenzen zwischen ihm und seiner Kampffigur „The Aug“ – mit Folgen auch für die Beziehung. Was als stabile Liebe erscheint, wird auf eine harte Probe gestellt.

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Rafik Schami: Das Mosaik der Frauen

Im Zentrum von Rafik Schamis Roman „Das Mosaik der Frauen“ steht Nadim Suri, ein todkranker Syrer im deutschen Exil, der seine Geschichte dem Schriftsteller Said Mardini anvertraut. Kapitel für Kapitel setzt Schami aus den Begegnungen mit Frauen ein literarisches Mosaik zusammen.

Jede Frau steht für eine bestimmte Phase, eine Erfahrung, eine Haltung. Mutter, Geliebte, Gefährtin oder Zufallsbekanntschaft – sie alle prägen Nadims Blick auf die Welt und auf sich selbst. Bemerkenswert ist, dass Schami seine Figuren nicht als bloße Stationen eines Männerlebens anlegt, sondern ihnen Eigenständigkeit und politische wie emotionale Tiefe verleiht. Gerade darin liegt eine der großen Stärken des Romans.

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Dror Mishani: Nicht

Der israelische Autor Dror Mishani, bekannt geworden durch seine Avi-Avraham-Krimireihe, hat einen Liebesroman geschrieben. Und eine Geschichte über einen Mann, der eigentlich alles falsch macht.

Eli, 52, Übersetzer französischer Kriminalromane, erwartet nicht mehr viel vom Leben, lebt eher trübsinnig vor sich hin, nachdem seine Frau gestorben ist. 27 Jahre war er glücklich mit ihr. An eine zweite große Liebe glaubt er nicht. Bis er Lia trifft. Sie spielt Cello in einem Kammerquartett und gibt Kindern Musikunterricht. Sie ist ähnlich zurückhaltend wie Eli, und so entspinnt sich ihre Beziehung zaghaft, aber mit wachsender Zuversicht. Vor allem bei Eli.

Doch dann begeht er einen folgenschweren Fehler und verstrickt sich, statt einfach die Wahrheit zu sagen, bei dem Versuch, seine neue, so verheißungsvolle Liebe zu retten, in ein Geflecht aus Kurzschlusshandlungen und Lügen, das alles gefährdet.

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Timothy Paul: Eine Liebe ohne Sommer

Unter dem Pseudonym Timothy Paul legt der 1970 geborene Timothy Paul Sonnerhüsken seinen ersten Roman vor. Der langjährige Lektor, Programm- und Verlagsleiter kennt die Mechanismen erfolgreicher Unterhaltungsliteratur genau – und wendet sie in „Eine Liebe ohne Sommer“ routiniert an.

Im Mittelpunkt steht Rosa, Ende dreißig, die an einem grauen Regentag dem charismatischen Nikolas begegnet. Es folgt eine intensive Zeit voller Nähe und Leidenschaft. Doch das Glück endet abrupt: Nikolas stirbt bei einem Autounfall. Rosa bleibt nicht nur mit ihrer Trauer zurück, sondern auch mit vielen offenen Fragen. Also beginnt sie zu recherchieren: Eine eifersüchtige Ex-Freundin reagiert mit spitzen Bemerkungen, der beste Freund blockt ab – und ein rätselhaftes Kind bringt zusätzliche Unruhe. Schritt für Schritt kommt Rosa einem Geheimnis auf die Spur, dessen Auflösung überrascht, sich jedoch bekannter Muster bedient.

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