Emiko Jean: Mika im echten Leben

Adoptiertes Mädchen trifft ihre leibliche Mutter – Ein Roman, der sich verzettelt

Mika ist Mitte Dreißig, als eines Tages ihr Telefon klingelt. Am Apparat ist ihre 16-jährige Tochter Penny, die sie sofort nach ihrer Geburt zur Adoption freigab. Penny möchte ihre Mutter kennenlernen, ein Wunsch, den Mika teilt und so wird, nach weiteren längeren Telefonaten, ein Treffen vereinbart.

Das Problem ist nur, dass Mika ihrer Tochter ihr eigenes Leben in strahlenden Farben beschreibt, während es in Wirklichkeit grau und chaotisch ist. Mika hat gerade, zum wiederholten Mal, ihren Job verloren, ihre Beziehung ging schon vor längerer Zeit in die Brüche, ihre Mutter ist ein Drachen und auch sonst bekommt sie wenig auf die Reihe.

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Castle Freeman: Treue Seele

Castle Freeman hat ein neues Buch geschrieben. Nachdem fast auf den Tag genau im letzten Jahr „Ein Mann mit vielen Talenten“ erschienen ist, veröffentlichte der Carl Hanser Verlag nun am 24. Juli 2023 den neuen Roman mit dem Titel „Treue Seele“. Dirk van Gunsteren liefert wieder die deutsche Übersetzung dazu.

Porter Conway kommt auf seiner Tour zur Volkszählung 1990  in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Vermont zur Sägemühle von Arthur Bennett. Dort öffnet ihm die 15-jährige Lucy, Arthurs Tochter, die Tür. Porter, genannt Port, ist überrascht über die „kleine Hinterwaldschönheit“. Allerdings lehnt ihr Vater die Befragung mit schroffen Worten ab, wirft Port von seinem Grundstück, und Lucy schmeißt das Formular weg.

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Ute Mank: Elternhaus

Die drei Schwestern Sanne, Petra und Gitti sind mit dem Älterwerden ihrer Eltern konfrontiert. Aufgewachsen sind die drei in einem „schmalen Haus“, das in einer Siedlungsstraße in einer Kleinstadt liegt. Die Eltern haben es sich vom Mund abgespart, der Vater hat es mit eigenen Händen (mit-)gebaut, die Mutter hat es jahrzehntelang aufopfernd geputzt, gepflegt und betreut. Sanne wohnt mit Mann und zwei erwachsenen Kindern dem Elternhaus am nächsten. Es gehört mittlerweile ihr.

Sie wird von Vater und Mutter daher auch ständig gerufen, wenn etwas nicht funktioniert und sie mit diesem oder jenem nicht zurechtkommen. Sannes Sohn ist bereits von zuhause ausgezogen, die Tochter Lisa wagt den Sprung in eine andere Stadt, ihr Mann Uwe und sie werden einander zunehmend fremd. Trotzdem kümmert Sanne sich sehr um die Eltern und beschließt, sie in eine altersgerechte Wohnung zu übersiedeln und das Elternhaus zu verkaufen. Ein Unterfangen, das sie körperlich aber auch mental ungeheuer fordert.

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Antoine Laurain: Das Glück im Sternbild Zebra

Roman auf zwei Zeitebenen um die Liebe, um Träume und den Glauben an sich selbst

Der französische Autor bleibt sich auch im neuen Roman treu. Die warmherzige und berührende Geschichte, die so fernab vom Mainstream ist, lädt zum Träumen ein, weckt den Glauben an Märchen und an Glück.

Der Immobilienmakler Xavier, der sich noch nicht so recht an sein Leben als geschiedener Mann gewöhnt hat, kommt eines Tages zu einem alten Teleskop. Er behält es, auch um damit seinen Sohn, der ihn regelmäßig besucht, zu unterhalten.

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Tess Gunty: Der Kaninchenstall

Die 30-jährige US-Amerikanerin Tess Gunty ist die Gewinnerin des National Book Award for Fiction 2022. Der mit 10.000 US-Dollar dotierte Preis wird seit 1950 jährlich vergeben. Mit ihrem Roman „The Rabbit Hutch“ wurde Guntys Debüt ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Los Angeles. Am 6. Juli 2023 veröffentlichte der Verlag Kiepenheuer & Witsch Tess Guntys Roman unter dem deutschen Titel „Der Kaninchenstall“. Sophie Zeitz übersetzte ihn aus dem Englischen.

Tiffany Watkins lebt in Vacca Vale, Indiana, in einem Apartmenthaus mit dem Namen La Lapinière Affordable Housing Complex. Vacca Vale ist eine Stadt im Rust Belt der Vereinigten Staaten von Amerika. Früher wurden hier Zorn-Autos hergestellt.

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Sibylle Baillon: Wie Spuren am See – Die Erbin

Erster Eindruck

Obwohl ich Kriminalromane lieber lese und schreibe als Liebesromane, hat mich Sibylle Baillons „Wie Spuren am See – Die Erbin“ vom ersten Kapitel an magisch angezogen. Ein sympathisch blumiger Schreibstil offenbart die Gefühle der Protagonistin Isabella, in der sich Leserin und Leser sofort wiederfinden können. So beflügeln ihre Gedanken und die Dialoge die Fantasie, die unweigerlich der Handlung vorauseilt. Gelegentliche Widersprüche zwischen einer aus Gewohnheit vorbestimmten Absicht und der spontan entgegengesetzt getroffenen Entscheidung verführen durch sanfte Ironie zum Schmunzeln.

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Stine Pilgaard: Meine Mutter sagt

Stine Pilgaards Debutroman „Meine Mutter sagt“ erschien in Dänemark unter dem Originaltitel „Min mor siger“ bereits 2012 und machte die junge Autorin zunächst im eigenen Land bekannt. Inzwischen liegt die gelungene deutsche Übersetzung, erschienen im Kanon Verlag, vor und parallel dazu die von Caroline Peters gelesene Hörbuchfassung.

Die Handlung ist schnell erzählt. Die namenlose Ich-Erzählerin wird von ihrer Liebsten unversehens vor die Tür gesetzt. Das bringt verschiedene Probleme mit sich. Am einfachsten ist noch die Wohnungsfrage zu lösen – sie zieht zu ihrem Vater und seiner Frau. Viel schwieriger ist es, mit dem Schmerz, der Wut und der Hilflosigkeit umzugehen. Außerdem sitzt die Masterarbeit in der Warteschleife und die Protagonistin hofft auf eine zündende Idee. Weiterlesen

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Andrea De Carlo: Das Traumtheater

Lassen Sie sich von dem lieblichen Titel und dem chillig anmutenden Cover keinesfalls täuschen. In diesem Roman erwartet Sie eine bitterböse, genial überzeichnete Gesellschaftssatire. Die wunderbar schrägen Charaktere sind selten Herr bzw. Frau der Lage. Getrieben von Geltungssucht, Gier, Komplexen und anderen niederen Beweggründen sorgt die Entdeckung eines antiken Theaters unter den ProtagonistInnen für eine Schlammschlacht erster Güte. Denn jeder will die archäologische Sensation für eigene Zwecke nutzen. Trashige Fernsehmoderatoren und großspurige Politiker stehen sich diesbezüglich in nichts nach. Dazu packt der Autor noch jede Menge italienisches Lokalkolorit und lässt die Emotionen in Grandezza-Manier hochkochen. Excellente!

Archäologischer Fund mit ungeahnten Folgen

Die 25-jährige Veronica del Muciaro arbeitet als rasende Reporterin für eine Trash-Sendung im Fernsehen. Als sie in einem Restaurant fast an einem Stück Brioche erstickt, eilt ihr ein gutaussehender Fremder zu Hilfe. Die penetrante Veronica muss den Vorfall sofort auf Social Media ausschlachten und verwickelt ihren Retter in ein Gespräch. In diesem stellt sich heraus, dass der Herr nicht nur ein waschechter Marchese ist, sondern auf seinem adligen Grundstück auch noch ein antikes Theater ausgegraben hat, von dem bislang noch niemand weiß. Weiterlesen

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Philipp Oehmke: Schönwald

Der Leiter des New Yorker Spiegel-Büros Philipp Oehmke seziert in seinem Debütroman „Schönwald“ eine Hamburger Familie. Mindestens vier der fünf Schönwalds tragen Geheimnisse, Lebenslügen oder falsche Entscheidungen in der Vergangenheit mit sich herum, die sie belasten und bei denen es ihnen immer schwerer fällt, sie noch länger zu verbergen. Grundproblem der Familienmitglieder ist seit Langem, dass sie nicht miteinander sprechen. Sohn Chris beispielsweise ist schon lange kein Professor mehr, obwohl er als solcher als das leuchtende Aushängeschild der Familie gilt, und Mutter Ruth hat bei einer lange zurückliegenden mehrwöchigen Auszeit in Hamburg nicht nur versucht, eine universitäre Laufbahn einzuschlagen. All das verschweigen sie konsequent. Weiterlesen

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Rafik Schami: Mein Sternzeichen ist der Regenbogen

„Mein Sternzeichen ist der Regenbogen“ von Rafik Schami ist ein Buch, dass Ihnen ein Dauerschmunzeln aufs Gesicht zaubern wird! Niemand schreibt so charmant, gewitzt, herzlich und intelligent über die Katastrophen und Kuriositäten des Alltags wie Rafik Schami. Ganz egal, ob es sich um die Missverständnisse zwischen Männern und Frauen handelt oder ob verschiedene Kulturen aufeinandertreffen: Die Fettnäpfchen oder vielmehr Sprengstofffallen des gesellschaftlichen Miteinanders lauern überall. Mal bricht der orientalische Märchenerzähler in den Geschichten hervor, mal betrachten wir die Geschichten aus den Augen der Pfälzer Frohnatur. Der in Syrien aufgewachsene und 1971 nach Deutschland emigrierte Rafik Schami brilliert mit seinem literarischen Facettenreichtum. Seine Geschichten sind von einem optimistischen, humanistischen Grundtenor durchzogen. Selbst wenn er Themen wie den Tod oder das Ende einer Liebe abhandelt. Ein Buch, das man in die Arme schließen und nie wieder zuklappen möchte! Weiterlesen

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