Jane Campbell: Bei aller Liebe

Drei Menschen, miteinander in Liebe verstrickt, blicken auf ihr Leben zurück

In ihrer Kurzgeschichtensammlung „Kleine Kratzer“ brachte Jane Campbell vieles genial auf den Punkt, blickte in menschliche Seelen, in Frauenseelen, die mit ihren bisherigen Leben hadern. Diese Kurzgeschichten haben mich sehr beeindruckt.

Hier nun legt die Autorin einen Roman vor, der sich ähnlich mit dem vergangenen Leben der Protagonisten beschäftigt. Mit Lebenslügen, mit Geheimnissen, Verschweigen, mit falschen Wahrheiten und falschen Gefühlen.

Es geht um Agnes, deren Tochter kurz vor ihrer Hochzeit steht. Eingeladen zur Feier ist auch Agnes‘ Onkel, der sie nach dem Tod ihrer Eltern aufzog, der mehr über sie und ihren wahren Vater wusste, als er ihr je verriet. Eingeladen ist auch Joseph, Agnes‘ Therapeut, der sie mehr liebt, als zwischen Arzt und Patientin erlaubt ist.

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Kate Dramis: The Curse of Saints

Mögen Sie Geschichten über rivalisierende Königreiche, Spione in einem archaischen Umfeld, mächtige sich aufopfernde Götter, jede Menge religiöse oder politische Intrigen, viele Affinitäten (magische Gaben) und eine Prophezeiung darf naturgemäß auch nicht fehlen?

Nun, dann offeriert der Piper-Verlag ihnen einen entsprechenden Auftaktband einer neuen Fantasy-Trilogie.

Kate Dramis Debütroman startet mit Aya, unserer weiblichen Hauptfigur – die Dritte der Königin, ihre Augen, wie sie als Spionin im Auftrag der Krone genannt wird, die plötzlich und unerwartet etwas Besonderes an sich entdeckt. Eigentlich haben die Götter entschieden, dass ein jeder ihrer Untertanen nur eine Affinität ihr oder sein Eigen nennen darf, doch dann werden in unserer Protagonistin Kräfte geweckt, die gar unerhört sind.

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Christina Henry: Das flüsternde Haus

Die US-amerikanische Autorin Christina Henry ist bekannt für ihre dunklen Märchen-Adaptionen aus „Peter Pan“, „Rotkäppchen“, „Rapunzel“ oder „Alice im Wunderland“.

Nun schickt sie ihre Protagonistin Harry in ein Spukhaus. Es gehört dem berühmten Horrorfilm-Regisseur Javier Castello, der allerlei Requisiten aus seinen alten Filmen sammelt. Harry arbeitet dort als Putzhilfe. Schon bald beginnt eines der dort ausgestellten Kostüme ein Eigenleben zu führen …

„Das flüsternde Haus“ – so heißt dieser Gespenster-Roman – beginnt als durchaus interessante flockig-leichte Unterhaltung, die sich leicht runterlesen lässt, weist aber im weiteren Verlauf deutliche Längen auf.

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Lauren Asher: Love Unwritten: Lakefront Billionaires 02

Im zweiten Band dieser Reihe geht es um Milliardär Rafael Lopes und dessen Kindermädchen Ellie Sinclair. Die Beiden verbindet nur eines und das ist der Sohn von Rafael. Im Alltag gehen sich die Beiden seit acht Monaten aus dem Weg, doch dies geht nicht mehr, nachdem sie in einem gemeinsamen Urlaub notgedrungen miteinander Zeit verbringen müssen. Die schon lange dagewesenen Gefühle kochen langsam über, aber Ellie ist der Meinung, es geht nicht eine Beziehung mit ihrem Chef einzugehen und außerdem hat Rafael sich nach der unschönen Scheidung geschworen, sein Herz um jeden Preis zu schützen …

Das Buch kann unabhängig von dem ersten Buch dieser Reihe gelesen werden, genauso habe ich es auch gemacht. Es erwartet einen hier eine herzerwärmende Liebesgeschichte, durch die man förmlich fliegt.

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Uli Breé: Klapperstorch: Liesl von der Post 02

Im zweiten Band der „Liesl von der Post“ -Reihe mit dem Titel „Klapperstorch“ verwickelt Autor Uli Breé die Postbeamtin Liesl wieder in dubiose Kriminalfälle, die auf den ersten Blick gar keine zu sein scheinen. Der Schlagerstar und Volksmusiktycoon Adam Möschl feiert seinen fünfundsechzigsten Geburtstag. Liesl arbeitet bei der Party in seinem Fertigteil-Schlösschen als Kellnerin und folgt ihm in seine Privatgemächer, weil er ihr etwas zeigen will. Als sie aus diesen wieder auftaucht, wundert sich ihre Freundin Barbara, dass Liesl plötzlich die Haare anders trägt. Haben Adam und Liesel etwa … ??

Barbara ist fassungslos. Liesl will sich zu diesem Vorfall, der vielleicht einer ist oder auch nicht, ihrer Freundin gegenüber nicht äußern. Dastut ihrer Freundschaft nicht gut, weil Barbara sich bezüglich ihrer Beziehung zum feschen Postenkommandanten Liesl gegenüber bedeckt hält. Adams Frau jedenfalls wirft ihren Gatten wegen des vermuteten Techtelmechtels mit Liesl aus dem Haus. Der wohnt darauf in seinem alten Wohnmobil in einem Steinbruch. Dort stürzt er samt Fahrzeug über einen Abgrund und verbrennt.

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Theres Lundén, Johannes Wätterbäck: Mit Kaltanbau zu grünen Wundern

Mit der Übernahme eines Landstücks, beschlossen Theres Lundén und Johannes Wätterbäck, es mit der Selbstversorgung zu probieren – und das so umweltfreundlich wie möglich. Für die Selbstversorgung muss jedoch das ganze Jahr über geerntet werden können, was nur mit teuren beheizten Gewächshäusern möglich ist, die viel Strom fressen und Wärme ausstoßen – oder so zumindest könnte man denken, bevor man dieses Buch gelesen hat.

Unterstützt von inspirierenden Bildern und leicht verständlichen Praxistipps, erläutern die Autoren in diesem Buch, wie man seinen Garten das ganze Jahr über nutzen kann und das komplett ohne Heizsystem. Dabei wird sich an der Natur orientiert, Setzkästen mit Schnee bedeckt und Kohl erst bei eisigen Temperaturen geerntet. Der Einklang mit der Natur scheint für die Autoren am Ende sogar so ergiebig zu sein, dass die vierköpfige Familie mit zwei Kindern aus dem eigenen Garten leben kann. Was als Hobbyprojekt begann, ist heute für sie ein Lebensinhalt.

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Otto Jägersberg: Abendblätter

Kurz und knackig auf den Punkt gebracht, aber mit viel Tiefgang. Abendblätter ist eine Mischung von Kurzgeschichten und Alltagsbeobachtungen, die bisweilen bis auf die Größe von Aphorismen verdichtet sind. In 134 Kapiteln verpackt Otto Jägersberg Buchtipps und Dichter, historische Anekdoten, Einblicke in seine Heimat im Schwarzwald und Kurioses aus dem Bereich des Zwischenmenschlichen. Keine Lust auf fette Schmöker? Dann ist diese Kürzest-Literatur, die Ihr Gehirnschmalz auf Trab hält und Ihnen dabei so manches Grinsen entlocken wird, genau das Richtige!

Die Zahnpasta als Metapher fürs Leben

Morgens beim Zähneputzen geht es los. Protagonistin Brigitte vergleicht ihr Leben mit der wurmartigen Geschmeidigkeit, mit welcher die Zahnpasta aus der Tube gedrückt wird. „So ist mein Leben, dachte sie. Da dreht einer, und ich gehe auf, ich gleite in den Tag. Wer aber dreht an ihr? Ihr Mann, die Kinder, Gott?“. Mit solchen Gedanken wird selbst ein bloßes Bad zum Blick in den Abgrund des Alltags. Mit nur sieben Sätzen schafft Jägersberg Szenen, die sich beim Lesen festsetzen. Sie muten harmlos an, bis sich der bittersüße Beigeschmack an die Oberfläche bahnt.

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Amy Neff: Warte auf mich am Meer

Evelyn Myers ist Mitte 70 als bei ihr Parkinson diagnostiziert wird. Eine fiese Krankheit. Die Ärzte erklären ihr außerdem, dass die Krankheit bei ihr besonders schnell verlaufe. Sie hat nicht mehr lange zu leben. Für Joseph, ihren Mann, mit dem sie seit gut sechzig Jahren zusammen ist – sie sind schon als Nachbarskinder groß geworden, haben sich später ineinander verliebt – ist die Vorstellung, ohne Evelyn weiterleben zu müssen, unerträglich. Die beiden beschließen, ihrem gemeinsamen Leben ein gemeinsames Ende zu setzen. Nächstes Jahr im Juni. Noch recht lange halten sie die Krankheit wie auch ihren Plan vor ihren drei Kindern und ihren Enkeln geheim.

Sie wollen sie nicht in Verzweiflung stürzen. Sie wissen genau, dass Jane, Thomas und Violet versuchen würden, sie von ihrem Beschluss abzubringen. Sie würden es nicht verstehen. Sie würden nicht damit klarkommen, auf ein bestimmtes Datum hinzuleben und zu wissen, dass sie an diesem Tag X beide Eltern verlieren würden. Aber auf Dauer lässt sich Evelyns sich merklich verschlechternder Zustand nicht verheimlichen. „Wir müssen einen Weg finden, uns zu verabschieden“, sagt Evelyn. Es kommt, wie erwartet. Tränen, Verzweiflung, Versuche, die Eltern umzustimmen, Vorwürfe, rationale Argumente. Evelyn und Joseph lassen sich nicht umstimmen.

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Ulrike Haidacher: Malibu Orange

Überraschend unterhaltsam: Satire meets Tragikomödie

„Malibu Orange“ verwebt BFFs, Burnout und toxische Dynamiken zu einer spritzigen und tiefgründigen Lektüre.

Ulrike Haidacher versteht es, gezielt zu übertreiben und ihre Protagonisten gnadenlos ins Chaos zu stürzen. Mit bissig scharfem Blick entlarvt sie Phrasen und Glaubenssätze, bis nichts mehr heilig ist.

 „[…], also heutzutage ist es so, wenn du dir in der Früh denkst, ah, heute habe ich keine Lust zu arbeiten, dann hat das sicher irgendeinen Namen, es hat sicher irgendeinen englischen Namen mit „Syndrom“ am Ende […]“ (S. 82)

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Luca D´Andrea: In Zeiten des Todes

Dieser Thriller basiert auf einer wahren Begebenheit!

Ein Serienmörder bleibt jahrelang unentdeckt. Bis an einem kalten Winterabend die Leiche einer jungen Prostituierten gefunden wird. Der neue Commissario Luther Krupp übernimmt die Ermittlungen. Er will sich nicht an die korrupten Gesetze der Polizei halten. Doch dann stößt er auf die blutige Spur des Monsters von Bozen und gerät immer tiefer in die Schattenseiten der Justiz.

Dadurch, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert (das echte Monster von Bozen tötete im Zeitraum von sieben Jahren fünf Frauen) ist das Lesen umso erschreckender, wie auch echter. Der Autor selbst wurde in Bozen geboren und kennt diese Stadt in Südtirol deshalb sehr genau, wie auch sicherlich die Thematik des echten Falles des Monsters von Bozen.

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