Ayla Dade: Wanna be my lover

„Sie tanzt, um zu vergessen. Er kämpft, um zu fühlen.“

Als eine der begabtesten Tänzerinnen, Ophelia, und der ehemalige Navy Seal Maddox an der University aufeinandertreffen, funkt es zwischen ihnen sofort. Beide tragen tiefe Wunden in sich. Doch während eine explosive Nähe zwischen ihnen entsteht, droht Ophelias Vergangenheit das zarte Band zu zerstören…

Meine Meinung: Es fällt mir wirklich schwer, diese Rezension zu schreiben. Alles an diesem Buch deutet im Vorfeld darauf hin, dass es für mich zu einem absoluten Highlight werden könnte. Dass es mich am Ende so gar nicht abholen würde, hätte ich im Leben nicht erwartet. Wenn ich das Buch in wenigen Worten beschreiben müsste, dann wäre es: es war mir einfach zu viel von allem.

Maddox und Ophelia als Protagonistin hätten so viel Potenzial für viele tiefgründige und emotionale Gespräche gehabt. Leider hat die Autorin diesen Platz lieber mit unwichtigen Dingen gefüllt. Das Buch wirft in kürzester Zeit zu viele Charaktere und zu viele verschiedene Themengebiete in den Raum. Zudem fühlt sich das Setting erzwungen an – das ständige Betonen, dass die Geschichte in den Neunzigern spielt, war mir schlichtweg zu viel des Guten. Auch die teilweise sehr vulgäre Sprache hat mich beim Lesen gestört.

Auf den knapp 700 Seiten passiert handlungstechnisch im Grunde fast gar nichts weltbewegendes. Viele Entwicklungen wirken auf mich sehr unrealistisch. Ophelia leidet seit Jahren unter schweren Panikattacken und niemand in ihrem Umfeld fällt es auf – bis Maddox auftaucht, denn dieser bemerkt dies sofort. Ist alles andere als logisch. Auch das Alter der Protagonisten passte für mich in vielen Situationen nicht zu ihren Handlungen und Verhaltensweisen. Auf der einen Seite gab es lustige bunte Sticker Heftchen und auf der anderen Seite kam da der Ex Navy Seal.

Ich mag den Schreibstil der Autorin eigentlich sehr gerne. Hier neigte sie jedoch dazu abzuschweifen. Beschreibungen von Orten und Emotionen wurden oft unnötig in die Länge gezogen. Das führte zu vielen zähen Monologen und abschweifenden Absätzen. Genau durch diese Längen ist mir das Lesen unglaublich schwer gefallen. Noch dazu gab es einfach viel zu viele Dialoge, um wirklich mal eine Handlung reinbringen zu können.

Auch das Ende konnte das Ruder für mich leider nicht mehr herumreißen. Die große Enthüllung am Ende war für mich völlig übertrieben, absolut nicht nachvollziehbar und konnte mich deswegen nicht überzeugen.

Fazit: Eine Geschichte mit einer großartigen Grundidee und viel Potenzial sich zu entwickeln, die sich dann jedoch in zu vielen Längen und einer überladenen Story verliert. Für mich so leider eine Enttäuschung.

Ayla Dade: Wanna be my lover
Penguin Verlag, Juni 2026.
688 Seiten, Paperback, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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