Ein altes Schloss in Ostfriesland, gut in Stand gesetzt, aber nicht gerade ein einfach zu unterhaltendes Häuschen. Drei Schwestern mit ihren jeweils eigenen Biografien und Problemen, ein Testament mit einer bindenden Klausel, die die Schwestern zwingt, zunächst einmal drei Monate gemeinsam auf Schloss Süderholt zu leben, bevor sie entscheiden dürfen, was mit dem Erbe, das ihr Großvater Jörn ihnen zugedacht hat, in Zukunft geschehen soll. Einzig Levke hat von Anfang an eine Vorstellung davon, was sie aus dem Schloss gerne machen würde. Eine Eventagentur soll daraus werden, wenn es nach Levke geht. Doch das ist nicht so einfach umzusetzen. Theo, der Gutachter, den die Behörde zunächst geschickt hat, kommt zu dem Schluss, dass die Vorgaben, die die Denkmalschutz- und die Baubehörde zur Auflage machen, gut umzusetzen sind. Ein neuer, von der Behörde geschickter, sehr eifriger Gutachter kommt allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis. Er unterstellt Theo außerdem, befangen zu sein, weil er mit Levke befreundet ist. Alleine kann Levke die neuen Bedingungen auf keinen Fall erfüllen, sie braucht die Unterstützung ihrer Schwestern.
Beide sagen ihr das zu. Sowohl Ebba als auch Marie haben ihre Einstellung zu Süderholt nämlich inzwischen ebenfalls geändert. Ebba, die, weil sie schon zu lange weg ist, ihren gut dotierten Job bei der Bank in Boston verloren hat, könnte sich ein Leben in Süderholt vorstellen, weil sie noch immer Gefühle hat für Cord, den jungen Anwalt, den sie nach Jahren bei der Testamentseröffnung wiedergetroffen hat und der, was weder er noch Ebbas Schwestern wussten, der Vater ihrer kleinen Tochter ist. Marie wiederum hat sich in den Wattführer Noah verliebt. Noah scheint ein Geheimnis zu umgeben, weshalb er Marie gegenüber sehr zurückhaltend reagiert, obwohl auch er sich verliebt hat. Doch nicht nur Noah scheint ein Geheimnis zu hüten, auch das Schloss selbst hat offenbar eine Vergangenheit, die den Schwestern bisher verborgen bleibt.
Eine sehr gut erzählte Geschichte von Familie, Zusammenhalt, Vergangenheitsbewältigung und – natürlich – Liebe. Sympathische Charaktere, ein schönes Ambiente. Flüssig geschrieben und locker zu lesen. Man muss den ersten Teil der Trilogie nicht unbedingt gelesen haben, um mitzukommen. Die Geschichte baut sich gut und verständlich auf, macht mit dem offenen Schluss allerdings neugierig auf den dritten Teil, der im Frühsommer erscheinen wird. Wer wissen möchte, wie es mit Schloss Süderholt und dem Geheimnis, das es umgibt, weitergeht, sollte dann weiterlesen.
Liv Helland: Die Schloss-Schwestern: Dünen Sommer Liebe
Rowohlt, März 2026
320 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.
