C. K. McDonnell: Religt my Fire

„Relight my Fire“, der vierte Teil der Stranger-Times-Serie von C. K. McDonnell, richtet sich erneut an die Fans skurrilen britischen Humors und abgedrehter Geschichten. Die Stranger Times ist eine Zeitung, die sich auf mysteriöse Ereignisse spezialisiert hat (wie etwa: Turin und Glasgow sind durch ein Wurmloch miteinander verbunden, durch das die Bewohner immer wieder unversehens in die jeweils andere Stadt katapultiert werden). Genauso skurril wie die Zeitung und ihr Stoff ist ihre Belegschaft – mit ihrem cholerischen Chefredakteur Vincent Banecroft an der Spitze.

McDonnells Geschichte knüpft nahtlos an die Ereignisse des dritten Teils an. Deshalb empfiehlt es sich für Neueinsteiger der Reihe unbedingt, zuerst die Vorgänger-Bände zu lesen.

Die Handlung beginnt mit einem Mann, der auf einem Hochhausdach steht und unter Drogeneinfluss davon überzeugt ist, fliegen zu können. Das gelingt sogar zunächst. Dann jedoch verliert er den Kampf gegen die Schwerkraft und knallt unten aufs Pflaster. Dummerweise spaziert dort gerade Stella, ein Mitglied aus der Stranger-Times-Crew mit Superkräften, vorbei. Eigentlich wollte sie möglichst unauffällig leben …

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Lionel Shriver: Lass uns doch noch etwas bleiben

Dieses überaus intelligente und gleichzeitig urkomische Buch  handelt vom Altern und den damit verbundenen Ausgestaltungen und Möglichkeiten, die das Leben dafür bereithält.

Die Ausgangsbasis dieses Romans liest sich wie aus dem Alltag gegriffen. Jeder kennt mehr oder weniger Lebensverhältnisse alter, dementer Menschen, die man sich für das eigene Altern nicht vorstellen mag. Lionel Shriver durchdenkt diese hochbrisante Thematik scharfsinnig und dabei federleicht in immer wieder neuen Varianten.

Die beiden Figuren, um die sich alles dreht, sind das Londoner Ehepaar Wilkinson. Kay und ihr Mann Cyril sind beide Anfang Fünfzig und gut situiert. Während Cyril sich in der Vergangenheit fast ausschließlich seinem Arztberuf widmen konnte, hat die Innenarchitektin Kay ihre Mutter bei der Pflege des dementen Vaters unterstützt. An Kays fünfzigsten Geburtstag stirbt der Vater, was bei allen Familienmitgliedern Befreiung und Erleichterung auslöst. Gleichzeitig ist dies ein guter Anlass für die Wilkinsons, sich über das eigene nahende Altern Gedanken zu machen.

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Stella Benson: Zauberhafte Aussichten (1919)

1918, während des Ersten Weltkriegs, wird London von den Deutschen bombardiert. Die Menschen (Lebende und Verstorbene) suchen Schutz, unter anderem in unterirdischen Bunkern. In diesem Klima der Angst und Unsicherheit soll jeder in der Bevölkerung seinen Beitrag leisten. Die Hexe Angela gibt ihr gesamtes Geld für Kriegsanleihen her. Als sie später hungert, sieht sie sich gezwungen, ein Brötchen zu stehlen. Auf ihre ganz persönliche Weise kämpft sie auch über den Wolken mit einer gegnerischen Hexe, während unter ihr die Kampfflieger über London kreisen.

Auch Sarah Brown leistet ihren Beitrag, in dem sie für eine Wohltätigkeitsorganisation arbeitet. Die unerwartete Begegnung mit der Hexe verzaubert nicht nur sie, sondern verändert auch das Leben der anderen Damen und des Vorsitzenden im Wohltätigkeitskomitee. Und damit sind die „zauberhaften“ Aussichten noch lange nicht vorbei.

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T.H. Campbell: Tote Hunde weckt man nicht

Eigentlich will Sara im beschaulichen Sidbury an der englischen Jurassic Coast nur einen Cold Case lösen – einen Unfall mit Fahrerflucht, bei dem der Ehemann ihrer Nachbarin ums Leben gekommen ist. Doch dann wird die Sekretärin des Dorfamtes entführt und wenig später tot im Dartmoor aufgefunden. Sara, Miss Spinster und Bobby werden in die Ermittlungen hineingezogen.
Geisterhafte Lichter, ein Unsichtbarer, der nachts um Saras Haus schleicht, unterirdische Gänge und Steinkreise aus längst vergangenen Zeiten halten Sara und ihre Freunde auf Trab und sie begeben sich wieder in Gefahr. Denn eines ist sicher: Tote Hunde weckt man nicht.

Es ist bereits der vierte Band, in dem ich Sara bei ihren Abenteuern begleiten darf. Hierbei sollte man erwähnen, dass man die Bücher unabhängig voneinander lesen kann, aber ich finde es dennoch wichtig in der richtigen Reihenfolge zu lesen, damit man mehr über die einzelnen Charaktere erfährt. Außerdem ziehen sich verschiedene Themen durch alle Bücher durch, wie zum Beispiel, dass Sara Angst um den Verlust ihres Häuschens hat.

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Sadie Jones: Aufs Land

Sadie Jones (Jahrgang 1967) ist Drehbuchautorin. Sie hat mehrere Romane geschrieben. Ihr neuester mit dem Titel „Aufs Land“ ist am 26. Juni 2024 in einer Übersetzung von Katrin Segerer im Penguin Verlag erschienen.

Amy und Lan

Die Geschichte von Amy, Lan und ihren Familien beginnt an Halloween 2005 und endet im Frühling 2010. Zu Beginn sind die beiden Kinder, aus deren Perspektiven Sadie Jones abwechselnd erzählt, sieben Jahre alt und leben auf dem Bauernhof Frith in einem fiktiven Dorf im Westen Englands. Die Familien Harriet und Adam Connell, Gail und Jim Honey und Rani und Martin Hodge, allesamt Stadtmenschen, haben den Hof renoviert und versuchen sich nun als Landwirte.  Die Freundin Em und der psychisch kranke Finbar wohnen ebenfalls auf dem Gelände. Dazu mehrere Hunde, Katzen, Hühner, Ziegen und das Kalb Gabriella Weihnacht.

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Jason Rekulak: Schlafenszeit

Fesselnder, paranormaler Mysterythriller mit Suchtfaktor – kritisch beleuchtet!

Follow the white rabbit …

Da es innerhalb dieses Genres ein ganz schönes Auf und Ab gibt und dieser Thriller gehypt wird, musste ich natürlich schauen: Was steckt dahinter?

Mallory stand kurz vor einem Sportstipendium, als eine Tragödie ihr Leben zerstörte und sie in die OxyContin-Abhängigkeit trieb. Nach 18 Monaten Abstinenz wagt sie jetzt einen Neuanfang und nimmt einen neuen Job als Kindermädchen für den fünfjährigen Teddy in einem wohlhabenden Vorort an.

Ja, „Schlafenszeit“ ist ein Pageturner, doch mir fehlte der ultimative Drive, der mich so richtig an den Seiten kleben lässt.

Unter dem Lob von Stephen King prangt auf dem Cover: „Albträume erwachen, wenn diese Tür sich schließt“.

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Helene Bockhorst: Der Supergaul

Und es ist doch ein Pferderoman und eine Liebesgeschichte und ein Krimi und …

Bei dieser Geschichte, die die für ihre Kurzgeschichten mehrfach ausgezeichnete Autorin hier erzählt, weiß man manchmal nicht, ob man lachen soll oder den Kopf schütteln.

Berenice nennt sich selbst Tierkommunikatorin und kann – angeblich – insbesondere mit Pferden sprechen. Oder vielmehr deren Gedanken lesen. Das lässt sie sich gut entlohnen von all jenen Pferdebesitzern, die sich um ihre Tiere sorgen und nicht mehr weiter wissen, wenn das Pferd nicht mehr laufen möchte, nichts mehr frisst oder ansonsten irgendwie bockig ist oder traurig guckt oder ähnliches.

Natürlich ist das alles irgendwie Betrug, was ihr der örtliche Tierarzt auch ständig unter die Nase reibt. Und genauso natürlich ist es dieser Tierarzt, der Berenice ständig im Kopf herumgeht, weil er nun mal sehr gut aussieht und sehr nett und sympathisch ist.

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Kiersten White: Das Dunkle in mir: Die Eroberer-Trilogie 01

Willkommen in Siebenbürgen Mitte des 15. Jahrhunderts. Das Osmanische Reich mit dem in Edirne regierenden Sultan Murad II hat seine Macht bis weit den Nord-Osten ausgedehnt. Auch die Walachei, damals unter der Herrschaft Vlad Draculs, steht unter der Aufsicht des Osmanischen Reiches.

Im Mittelpunkt der Ereignisse steht ein Geschwisterpaar – Kinder von Vlad Dracul. Da wäre zum einen der jüngste Sohn Radu, ein körperlich schwacher Geistesmensch, der sich später dem islamischen Glauben zuwendet. Und seine ältere Schwester Dragwyla, wahrlich keine Schönheit, aber brutal, stark, effizient, intelligent und mit ihrer Rolle, aus politischen Gründen verheiratet zu werden, absolut nicht einverstanden.

Als Vlad Dracul vor der Machtübernahme seines älteren Sohnes zum Sultan flieht, werden seine beiden Kinder, wie es Usus ist, für die Unterstützung des Osmanen bei der Rückeroberung der Herrschaft, als Geiseln im Reich zurückbehalten. Sie lernen Mehmet, den Sohn des Sultans kennen, reisen mit diesem in die von ihm regierte Stadt Amasya. Hier lernt die junge Frau von den Janitscharen das Kämpfen, die Brutalität des Herrschens hat ihr vorher bereits der Sultan an seinem Hof demonstriert. Innerlich wird sie getrieben von dem unbändigen Wunsch nach Rache und Freiheit – so beginnt ein steiniger, schmerzhafter Weg, auf dem sie bestialischer sein muss, als ihre Gegner, um letztlich zu obsiegen …

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Jan Beinßen: Der Sommermordclub

Die Mitglieder des Mordclubs sind wieder einmal zum Urlaub zusammengekommen. Der Mordclub, das ist eine Gruppe Senioren, die früher im polizeilichen Dienst Verbrecher verfolgt haben und nun ihren Ruhestand genießen wollen. Und wo ginge das besser, als in einer Villa an der Amalfiküste? Als eine Bekannte sie einlädt, macht die Gruppe sich auf Zeit am Pool und Dolce Vita gefasst – bis in eben diesem Pool eine Leiche schwimmt und alles danach aussieht, als wolle jemand die Ex-Ermittler aus dem Weg räumen.

Die ehemaligen Profis müssen selbst ans Werk, nachdem die Polizei alles als Unfall abtut. Wer könnte es auf sie abgesehen haben? Die Liste der Verdächtigen wird sehr, sehr lang und die Zeit rennt, denn es bleibt nicht bei diesem ersten Anschlag …

Nach „Der Wintermordclub“ treffen wir unsere Lieblingsermittler in Rente nun auch im zweiten Band wieder. Wer gerade eine Lektüre für den Sommerurlaub (eventuell ja auch nach Italien?) sucht, braucht aber kein Vorwissen; die Ermittler werden zu Beginn alle noch einmal vorgestellt und die Geschichte baut nur bedingt auf den bisherigen Ereignissen auf.

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Julia Phillips: Cascadia

Sam, die Protagonistin, lebt gemeinsam mit ihrer Schwester Elena und ihrer Mutter auf der Insel San Juan im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die genaue geografische Lage der Insel samt Fährpassage ist am Buchbeginn auf einem Landkartenausschnitt British Columbias zu ersehen, was für den Textinhalt interessant und aufschlussreich ist.

Die schwer erkrankte Mutter der beiden jungen Frauen liegt die meiste Zeit im Bett und muss sich von ihren Töchtern versorgen lassen.

Die jüngere Schwester Sam arbeitet auf einer Fähre. Dort ist sie mit reichen Urlaubern konfrontiert, deren Allüren sie immer wieder frustrieren, da sie selbst ein ganz anderes, armseligeres Leben führen muss und wie ihre Schwester nie genügend Geld zur Verfügung hat. Die ältere Elena arbeitet in einem Golfclub. Beiden Mädchen blieb es trotz Highschoolabschluss verwehrt, einen lukrativeren, besseren Job zu bekommen. Doch Elena und Sam haben einen gemeinsamen Plan. Solange die Mutter noch lebt, ist es für die Töchter eine Ehrensache, deren Versorgung weiter zu leisten. Sobald ihre Mutter gestorben ist, wollen sie das Haus, das einst die Großmutter für die Familie erbauen ließ, um dadurch den Grundstein für eine abgesicherte Existenz in der Mitte der Gesellschaft zu legen, verkaufen. Sie erträumen sich, später irgendwo auf dem Festland zu leben, um dort mit dem Erlös des Hauses endlich ein besseres Leben führen zu können.

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