Oliver Vogel et.al.(HG): Worte in finsteren Zeiten

Die Sammlung „Worte in finsteren Zeiten“ ist im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine und den Überfall der Hamas auf Israel entstanden.

Vielen Menschen fehlt die Zuversicht in einer sich gewandelten, unberechenbarer gewordenen Zeit gegen Terror und Gewalt. Die vier Herausgeber dieses Buches wollen mit hoffnungsvollen Texten Licht in eine dunkler gewordene Welt bringen.

Kann Literatur Mut machen und Halt geben?

Viele Autor:Innen und Personen des öffentlichen Lebens haben sich dieser Aufgabe gestellt und nach entsprechenden Gedichten, Romanauszügen, Interviews, Briefen, Notizen, Tagebucheinträgen gesucht, die zur Entstehung dieses Buch innerhalb nur einer Woche beigetragen haben.

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Patricia Grob: Lobster, Mord und Meeresrauschen: Tante Tilli ermittelt

Tante Tilli ist einem gleich sympathisch! Herrlich, wie sie ihren „um ihr Wohl besorgten“ Neffen abblitzen lässt. Er will sie ins Seniorenheim stecken? So ein Quatsch!! Tilli ist zwar schon 70, aber topfit und vor allem keineswegs tüddelig! Also: Tilli muss handeln! Der liebe Neffe kommt mit schöner Regelmäßigkeit an jedem letzten Sonntag im Monat – fällt ihm schwer genug, wie Tilli weiß! Sie hat also einen Monat Zeit. Eine Reise ist die Lösung! Schnell entschlossen, flott gebucht und morgen schon angetreten! Nur dumm, dass Tilli ins falsche Flugzeug steigt und in Aarhus landet, statt wie geplant in Las Vegas. So ein Mist aber auch! Okay, was soll’s – dann ist sie nun halt in Dänemark. Nur für eine Nacht!

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Barbara Kingsolver: Demon Copperhead

Pulitzer Prize für Literatur 2023

Die US-amerikanische Schriftstellerin Barbara Kingsolver (Jahrgang 1955) hat Umweltwissenschaft und Biologie studiert. 2023 erhielt sie gemeinsam mit Hernan Diaz (für seinen Roman „Treue“) den Pulitzer Prize for Fiction für ihren Roman „Demon Copperhead“. Heute, am 15. Februar 2024, erscheint ihr Roman bei dtv als deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Dirk van Gunsteren.

Barbara Kingsolver, David Copperfield und Appalachia

Mit „Demon Copperhead“ von Barbara Kingsolver fängt mein Literaturjahr 2024 gleich mit einem großen Knall an. Trotz seiner beinahe 900 Seiten liest sich das Buch mit Leichtigkeit und Vergnügen. Und dabei handelt es sich um die Geschichte eines Jungen, der wahrlich nicht mit den besten Lebens- und Glückschancen gesegnet ist. Inspiriert durch Charles Dickens’ „David Copperfield“ hat Barbara Kingsolver ihren appalachischen Roman geschrieben. Kingsolver stammt aus Appalachia, einer Region in den USA, die sich über mehrere Bundesstaaten (Georgia, Tennessee, North Carolina, Virginia, Kentucky, Pennsylvania) erstreckt.

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Akram El-Bahay: Die verschollenen Meister: Magische Bilder 01

Seit seiner Geburt ist der inzwischen 20-jährige Art ein Einzelgänger. Menschen, die ihm auf den Straßen von Paris begegnen, zucken, angesichts seiner etwas dunkleren Hautfarbe erst einmal kurz, aber merklich vor ihm zurück, an diese Kränkung hat und wird er sich nie gewöhnen.

Nur ein einziges Mal in seinem Leben hat ein Mensch ihn von Anfang an so genommen, wie er ist – Monsieur Rufus hat ihm vom Fleck weg eine Chance gegeben und ihn, den Studenten der Fotografie, als Helfer für seinen kleinen Laden, in dem er Fotografien verkauft, eingestellt.

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Natalie Haynes: Die Kinder der Jokaste

Bekannte Sagen, zeitgemäß interpretiert: Keine macht das so gekonnt, so überraschend, so mitreißend, wie die in Cambridge studierte Altphilologin Natalie Haynes. Auch in ihrem dritten Roman erzählt sie ein bekanntes antikes Stück aus der weiblichen Sicht nach. Wie nötig dieser Perspektivwechsel ist, beweist allein schon der Titel. Sagt Ihnen der Name Jokaste etwas? Nein? Vielleicht klingelt es beim Namen Ödipus? Na bitte! Jokaste ist die Königin von Theben, die Ehefrau und vermeintliche Mutter des Ödipus (nachdem der gleichnamige „Komplex“ benannt wurde). Obwohl sie in dem Konflikt eine ebenso große, wenn nicht sogar noch größere Rolle spielt, kennt die Leserschaft meist nur die männliche Sichtweise des vermeintlichen Helden. Bis jetzt.

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Kristina Fritz: Die Wolkengucker

Modernes Märchen mit liebenswerten Mitwirkenden

Ein bisschen arg süßlich ist er ja schon, der neue Roman der deutschen Autorin, die hier unter einem ihrer vielen Pseudonyme schreibt. Die Geschichte um die Menschen, die sich zum Wolkengucken treffen und schnell zu einer Gruppe von Freunden werden, ist berührend, doch eben auch ziemlich kitschig und das Ende lässt sich früh erahnen.

Dennoch macht es Freude, von Matt und seiner kleinen Tochter Mia zu lesen, die um ihre verstorbene Frau bzw. Mutter trauern, von Wilma, der fast 90-jährigen, steinreichen Villenbesitzerin, die um ihre kürzlich verstorbene beste Freundin trauert, von Ayla, Wilmas Putzfrau, die sie von besagter Freundin geerbt hat und von Ferdinand, Wilmas Nachbarn.

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Joy Williams: In der Gnade

Happy Birthday Joy Williams!

Heute feiert die US-amerikanische Schriftstellerin Joy Williams ihren 80. Geburtstag. Rechtzeitig dazu bringt die dtv Verlagsgesellschaft ihren im Original bereits 1973 erschienenen Debütroman „State of Grace“ erstmals auf Deutsch unter dem Titel „In der Gnade“ heraus. Julia Wolf hat ihn aus dem Englischen übersetzt. Im letzten Jahr wurde Joy Williams für ihre „Stories“ (ebenfalls bei dtv) in Deutschland u.a. von Thea Dorn im „Literarischen Quartett“ und in der Süddeutschen Zeitung als Entdeckung gefeiert. Da ist die Spannung auf ein weiteres Stück Literatur von Joy Williams groß. Und so viel sei verraten, die Leserinnen und Leser von „In der Gnade“ werden nicht enttäuscht.

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Rebecca Maria Salentin: Iron Woman

Der Begriff Iron Woman wird meistens mit dem Triathlon verbunden, bei dem man zum Beispiel auf Hawaii unter schwierigsten Bedingungen so schnell wie möglich schwimmt, läuft und Fahrrad fährt. In Anlehnung an diesen Wettkampf bräuchte man für die herausragende Leistung der Leipziger Autorin Rebecca Maria Salentin einen neuen Begriff. Geplagt von diversen Erkrankungen und der fehlenden Fähigkeit, ein Fahrrad zu reparieren, gelingt ihr eine extreme Tour. In ihrer Einleitung schreibt sie, bisher habe nur ein Mann offiziell die gesamte Strecke des Iron Curtain Trails an einem Stück bezwungen.

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Killen McNeill: Lore und die letzten Tage

Romane, die in den 1950-er oder 1960-er Jahren spielen, sind gerade sehr modern. „Lore und die letzten Tage“ von Killen McNeill reiht sich in diese Texte ein.

2022 ist Lore Jungkunz 92 Jahre alt. Anlässlich einer Gedenkfeier für Opfer der letzten Kriegstage kommen Erinnerungen an die Jahre 1944 und 1945 in ihr hoch. Lore wohnt damals mit Mutter und Großmutter in Nürnberg. Sie wird als Erntehelferin zum Bauernpaar Waigandtnach Seilar abkommandiert, einem idyllischen Bauerndörfchen, von Nürnberg aus mit dem Zug erreichbar. Die Weigandts schließen die tüchtige Lore, die sich kein Blatt vor den Mund nimmt, schnell ins Herz. In Seilar begegnet Lore auch dem Hitlerjungen Anton.

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Stephanie Bishop: Der Jahrestag

Glückliche Ehe oder Abhängigkeitsverhältnis? Unglück oder Mord?

Selten ist man beim Lesen so nah dran an der Protagonistin, die hier auch die Ich-Erzählerin ist. So nah, ja fast in ihr drin und damit in ihren Gefühlen. Das macht diesen Roman so besonders und gleichzeitig auch so schwierig, will man sich nicht zu sehr hineinziehen lassen.

Die Schriftstellering J.B. Blackwood ist inzwischen sehr erfolgreich, soll sogar in Kürze mit einem renommierten Preis ausgezeichnet werden. Ihr Mann Patrick, der einiges älter ist als sie, ist hingegen eher auf dem absteigenden Ast, sein Erfolg ist rückläufig. Kennengelernt hat sich das Paar, als er ihr Professor an der Hochschule war.

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