Kerri Maniscalco: Hunting Prince Dracula: Audrey Rose 02

Auch der zweite Audrey-Rose-Roman von Kerri Maniscalco besticht durch seine atmosphärische Dichte. Nach ihrem Treffen mit Jack the Ripper kümmern sich die junge Gerichtsmedizin-Studentin Audrey-Rose Wadswarth und ihr So-Gut-Wie-Lover Thomas Cresswell um die Nachfahren von Graf Dracula – und das nirgendwo anders als auf Schloss Bran, das in Rumänien als Draculas Schloss vermarktet wird, obwohl Vlad III., der als Vorbild für den Ober-Vampir gilt, dort nur einmal übernachtet haben soll.

Im Roman, der Ende des 19. Jahrhunderts spielt, ist dort ein gerichtsmedizinisches Lehrinstitut untergebracht, in dem unsere beiden Helden hoffen, angenommen zu werden.

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Shannon Chakraborty: Die Abenteuer der Piratin Amina al-Sirafi

Sie war eine Legende – von Aden bis Mogadischu war sie geachtet, gefürchtet und bekannt. Die Rede ist natürlich von Amina al-Sirafi, legendäre Abenteurerin, Kapitänin, Liebhaberin und Piratin.

Vor Jahren schon hat sie ihr geliebtes Schiff, die Marawati ihrem einstigen Rudergänger überlassen und sich in eine abgelegene Region zurückgezogen. Gebrochen durch den Tod ihres Gefährten, zieht sie hier, zusammen mit ihrer eigenen Mutter ihre Tochter auf. Ein Mädchen, schön und süß, ein Spross aus einer Verbindung mit einem Dschinn – so heißt es zumindest.

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Karen Sander: Der Sturm: Vergraben

„Vergraben“ ist der Auftakt einer neuen kleinen Krimi-Serie, die wie schon die Trilogie „Der Strand“ an der Ostsee angesiedelt ist, genauer, auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Ein schwerer Sturm lässt ein Stück der Klippen abbrechen, dabei werden die Gebeine zweier Menschen zutage gefördert, die wohl schon länger hier verscharrt gewesen sein müssen. Tom Engelhardt, der erst seit Kurzem auf dem Darß als Ermittler tätig ist, erfährt von älteren Kollegen und Einheimischen, dass es vor vielen Jahren, kurz vor der Wende, hier wohl einen Serientäter gegeben hat, der immer junge Pärchen getötet hat. Sind die beiden vor über 30 Jahren seine Opfer gewesen? Der Täter von damals wurde nie gefasst. Die Mordserie endete mit dem Fall der Mauer.

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Zadie Smith: Betrug

Verwirrender Roman mit einer faszinierenden Protagonistin

So sehr ich mich für die Hauptfigur im Roman, die wunderbare Eliza Touchet, begeistern kann, so ratlos lässt mich das Buch ansonsten zurück. Auf mehreren Zeitebenen, in kurzen und sehr kurzen Episoden, in vielen Rückblicken erzählt die Autorin von Ereignissen im 19. Jahrhundert rund um die Schriftsteller Ainsworth, Dickens und deren Kreis.

Eliza Touchet ist die Cousine – oder was auch immer – von William Ainsworth. Sie lebt seit Jahren in seinem Haushalt, erträgt seine Launen und nun auch seine neue, sehr viel jüngere und ungebildete Frau. Eliza ist eine beeindruckende Figur, mit einer ganz besonderen, geradezu mikroskopischen Beobachtungsgabe gesegnet. Diese gestattet es ihr auch nicht, sich selbst falsch zu sehen, falsch einzuschätzen, sich und ihre Rolle.

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Tessa Duncan: Wer das Vergessen stört: Die Canterbury-Fälle 01

Noch vor kurzem hat Lily Brown für die Polizei alte Fälle analysiert. Dann kam das plötzliche Ende ihrer Beziehung zu einem Kollegen und ihr fluchtartiger Ausstieg. Inzwischen sieht ihr Arbeitsalltag ganz anders aus. In einer privaten Praxisgemeinschaft arbeitet sie als Psychologin. Vielleicht will der Neuanfang nicht so recht klappen, weil in ihr noch immer die Herangehensweise einer Polizistin aktiv ist. Ihr analytischer Blick hat schon immer mehr erkannt als ihre früheren Kollegen. Als ihre Patientin Vera angeblich den Freitod gewählt hat, erkennt Lily  – wie schon bei anderen Gelegenheiten – mehr als die Ermittler. Und wie in der Vergangenheit verbittet sich der Ermittlungsleiter jede Einmischung. Denn von einer Frau wie Lily will er aus Prinzip nichts annehmen.

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Ewald Arenz: Der Duft von Schokolade

Pralinésoldat verliebt sich in geheimnisvolle Frau – eine Geschichte wie Karamell

Es geht vor allem um Düfte in diesem Roman aus dem Wien der Kaiserzeit, so dass er, wenn auch gänzlich anders, doch ein wenig an das berühmte „Parfüm“ von Patrick Süßkind erinnert.

Dabei sind die beiden Bücher überhaupt nicht zu vergleichen, es sei denn aufgrund der beiden Geschichten innewohnenden Mystik um Gerüche und Düfte und das, was sie in bestimmten Menschen auslösen.

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Timon Karl Kaleyta: Heilung

Der Protagonist in Timon Karl Kaleytas Roman „Heilung“ leidet an Schlafstörungen und lässt sich von seiner Frau dazu überreden, sich in einer Nobelklinik in den Bergen behandeln zu lassen.

Dort gefällt es ihm aber nicht. Er gerät mit dem Leiter, Professor Trinkl, aneinander und flieht schließlich.
Es gibt gleich mehrere Probleme an diesem Buch. Erstens ist der Held keine Identifikationsfigur. Er wirkt wie ein willenloser Spielball, der sich von anderen herumkommandieren lässt: von seiner Frau, von besagtem Professor, von einer (mutmaßlich) anderen Patientin der Klinik und schließlich von einem alten Freund. Einmal beispielsweise befiehlt ihm der Professor, eine Bären-Mutter zu töten. Warum tut er es, obwohl er es eigentlich gar nicht will?

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Megan Miranda: Der Pfad

Thriller sollten nicht so langatmig sein.

Ich lese die letzte Seite, so wie ich jede einzelne Seite gelesen habe. Dann schlage ich den Deckel des Buches behutsam zu und bin enttäuscht. Einiges hat mich berührt, doch meine literarische Seele wurde nicht wachgekitzelt. Ich wollte diese Geschichte wirklich lieben. Schaut euch nur das Cover an. Auch der vielversprechende Klappentext versprach wahnsinniges Potenzial!

Worum geht’s?

In dem idyllischen Ferienort des kleinen Bergstädtchens Cutter’s Pass in North Carolina, dem Ausgangspunkt für Wanderer auf dem Appalachian Trail, sind in den letzten 25 Jahren sieben Touristen spurlos verschwunden …

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Evelyn Skye: Damsel: Der Pfad des Feuers

Prinzessinnen sollten hübsch, nett und zurückhaltend sein – so zumindest die landläufige Meinung. Nun, Elodie von der kargen, verarmten, ja hungernden Insel Inophe entspricht, zum großen Leidwesen ihrer Stiefmutter, aber auch gar nicht diesen Erwartungen. Sie klettert auf Felsen, fällt auch gerne einmal in eine Felsspalte, reitet wie der Wind über die Dünen und trägt – ein Skandal – Hosen unter ihrem Rock! Damit noch nicht genug, hat sie von den die Insel besuchenden Seefahrern, deren Idiom gelernt, weiß mit ihren Sextanten aus Haarnadeln den Standort zu bestimmen – ich denke, sie sehen das Bild? Ein Wildfang mit dem Herz auf dem rechten Fleck.

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Elias Hirschl: Content

Elias Hirschl, geboren 1994, war 2022 für einige Monate Stadtschreiber in Dortmund. Und tatsächlich finden sich in seinem Roman „Content“ einige Dortmund-spezifische Motive: ein legendärer Stahl-Magnat, den es nie gegeben hat (Karl Hoesch) und ein See, dessen Ufer eine Thomas-Birne ziert.
Im Nachwort bedankt sich der gebürtige Wiener bei der Stadt Dortmund, ohne deren Stipendium der Roman nicht möglich gewesen wäre.

Inhaltlich ist „Content“ eine ungemein witzige Satire auf moderne Internet-Eigenheiten wie die Künstliche Intelligenz ChatGPT oder Soziale Medien wie Instagram, Facebook und Co.
Die namenlose Erzählerin arbeitet in einer Firma namens „Smile Smile“, die quasi fließbandmäßig absurde YouTube-Videos oder Listenartikel („Listicles“) produziert – beispielsweise „Die 13 drogensüchtigsten Filmstars (Nummer 7 ist komplett gestört)“. Seltsamerweise wird davon nie etwas veröffentlicht, was die Erzählerin neugierig macht.

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