Hannah Richell: Das Wochenende

Eigentlich doch eine schöne Idee: die alten Studienfreunde und ihre Familien einzuladen über ein langes Wochenende. Man hat sich lange nicht gesehen. Max und Annie haben vor einiger Zeit ihr renommiertes Architekturbüro in London aufgegeben, um mit ihrem 12-jährigen Adoptivsohn Kip in Cornwall, in der Natur, ein neues Leben anzufangen. Ihr neues Projekt ist ein luxuriöser Campingplatz, den sie an diesem Wochenende ihren Freunden vorstellen wollen. Kira, Dominic, Jim und Suze haben zu Studienzeiten mit Max und Annie in einer gemeinsamen WG gewohnt, sind seitdem befreundet.

Außerdem sind natürlich Tanya und Fred eingeladen, – die zweite Frau von Dominic und Kiras neuer Partner. Ebenso selbstverständlich die Kinder. Schon am ersten Abend gibt es Streit am Lagerfeuer. Phoebe, die jüngste Tochter von Dom, hat Kip ein Marshmallow geklaut, was diesen aus der Fassung bringt. Kip ist besonders. Er ist Fremden gegenüber scheu, in sich gekehrt, zurückgezogen und kann mit Unvorhergesehenem nicht gut umgehen. Seit sechs Jahren lebt er bei Max und Annie. Endlich Pflegeeltern, die ihm wirklich das Gefühl geben, willkommen zu sein und zu ihnen zu gehören. Als die Situation eskaliert, weil Dominic ausrastet, verschließt sich Kip total.

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Charlotte Inden: Im Warten sind wir wundervoll

Ein anrührender Roman, der viel mehr ist als eine simple Liebesgeschichte. Wir erfahren hier eine ganze Menge über die Lebensumstände in Deutschland in der Nachkriegszeit mit all ihren Problemen und Nöten. Wir erfahren auch, welche Hürden junge Frauen überwinden mussten, denen es „passiert ist“, sich in einen amerikanischen Soldaten zu verlieben und ihn heiraten zu wollen. Das war nicht erlaubt. Viele Frauen mussten deshalb alleine zurückbleiben. Manchmal bereits verheiratet – was ebenfalls verboten war und bestraft wurde -, manchmal sogar mit Kind. Bis der sogenannte „war-bride-act“ erlassen wurde, der es den Frauen, die mit einem GI verlobt waren, gestattete, ihm in die USA zu folgen. Der Act galt allerdings nur befristet bis zum 31.12.1948.

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Stephan R. Meier: Toxic

Ein Plot, wie er erschreckender kaum sein könnte. Die Vorstellung, dass jemand einen Anschlag mit einem Nervengift plant, um Millionen Menschen gleichzeitig und geräuschlos zu töten, ist so gruselig, dass man sie am liebsten gar nicht weiterdenken möchte. Und dennoch ist es absolut im Bereich des Möglichen, des Realistischen, dass so etwas geschehen könnte. In diesem Thriller geht es um einen geplanten Anschlag mit einem absolut tödlichen Nervengift, das in die Wasserversorgung einiger Großstädte eingeleitet werden soll.

Ziel ist es, sechs Millionen Deutsche zu töten, – als Vergeltung für den Holocaust. Geplant wird alles von Oligarchen, politischen Größen, die vor nichts zurückschrecken, um ihre Rache in die Tat umzusetzen. Ausführen soll das Ganze „Lupus“ – der angeblich gefährlichste Auftragsattentäter der Welt. Mit richtigem Namen Boris, Russe und Bruder eines der mächtigsten, reichsten und einflussreichsten Männer in Russland. Bislang hat „Lupus“ eine makellose Erfolgsbilanz. Das soll möglichst auch so bleiben. Alles läuft unter dem Radar, alle Beteiligten wissen nur, was sie wissen müssen – „Lupus“ arbeitet nicht mit Amateuren. Seit Jahren schon ist ihm die BND-Agentin und Zielfahnderin Meredith auf den Fersen, allerdings bislang ohne Erfolg. In monatelangen schmerzhaften Experimenten hat Boris seine DNA verändert, sonstige Spuren hinterlässt er selbstverständlich sowieso nicht.

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Andreas Winkelmann: Mord im Himmelreich

Es stimmt. Ein „ganz anderer Winkelmann“ erwartet uns da. Sein erster Cosy-Krimi ist ganz anders als alles, was man bisher von ihm gelesen hat. Witzig, amüsant, locker geschrieben und gut „in einem Rutsch“ zu lesen. Seine Liebe zur Natur, seine eigenen Erfahrungen als Camper, als jemand, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, machen es ihm einfach, sich in das Leben auf einem Campingplatz reinzudenken. Dass es dort lustige, witzige, vielleicht auch traurige Geschichten gibt, die man gut erzählen kann, liegt nahe, dass aber ein Camper eine Leiche an Land zieht, die unter ein Stand-Up-Paddleboard geschnürt ist, ist dann doch sicher eher der Fantasie eines Autors entsprungen.

Gerade erst auf dem Campingplatz „Himmelreich“ angekommen, noch gar nicht richtig eingerichtet, wird der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus von einer wild gestikulierten Dame am Seeufer zu Hilfe gerufen. Nicht ihr soll er allerdings helfen, sondern einem kleinen Hund, der auf einem Board sitzend auf dem Wasser treibt. Was will er machen? Kupernikus hat keine Wahl. Also los, auch wenn er nicht so ein begeisterter Schwimmer ist.

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Stefanie Hansen: Für immer und ein Jahr

Man könnte ja meinen, Romane über das Sterben, Verlust, Trauer etc. gebe es inzwischen wie Sand am Meer. Stefanie Hansen hat dennoch einen weiteren geschrieben, der das Thema nochmal ein bisschen anders angeht.

Jan bleibt ziemlich verzweifelt zurück, als seine Frau Kaya viel zu jung an Krebs gestorben ist. Monatelang hat Jan Kaya begleitet, ihre Ängste geteilt, ihre Schmerzen versucht zu lindern, sich auf ihr Sterben vorbereitet. Sollte man meinen. Aber geht das überhaupt? Ist der Tod dann nicht immer doch „plötzlich“? Mit dem Verstand kann man sich vielleicht darauf einstellen, einen geliebten Menschen loslassen zu müssen – das Herz macht da nicht mit. Und blöde Sprüche wie: „die Zeit heilt alle Wunde“ oder „du wirst darüber hinwegkommen“ machen irgendwie alles nur schlimmer. So auch für Jan, der für seine beiden Kinder, Lina und Finn, da sein muss, seine Aufträge als Tischler erledigen muss und sehen muss, wie sie den Alltag ohne Kaya, ohne Ehefrau und Mutter bewältigen, sich neu organisieren.

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Carsten Henn: Der Buchspazierer

Eigentlich fangen ja alle Märchen mit „es war einmal“ an  –  dieses nicht. Und dennoch ist es ein Roman wie ein Märchen. Ein Roman von Freundschaft, der Kraft und dem Wert der Bücher, von Einsamkeit und Lebensfreude. Schon die edle Aufmachung des neu aufgelegten kleinen Buches macht Lust, es in die Hand zu nehmen und darin zu schmökern. Und dann hängenzubleiben in der Geschichte um den alternden Buchhändler aus Leidenschaft, Carl Kollhoff, der in „seiner Buchhandlung“ immer unglücklicher wird, weil Sabine, die Tochter seines Freundes Gustav und ehemaligen Besitzers der Buchhandlung, jetzt dort Chefin ist und alles anders machen möchte.

Carl möchte sie am liebsten entlassen, aber dazu ist er bei den Kunden wie bei den Mitarbeitern zu beliebt. Sie traut sich – noch – nicht. Aber sie macht ihm das Leben schwer. Carls private Auslieferungen sind ihr ein Dorn im Auge. Jeden Abend nach Geschäftsschluss packt Carl ein paar vorbestellte Bücher in seinen Rucksack und liefert sie aus an Stammkunden, die ihm lieb geworden sind.

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Arno Strobel, Ingo Bott: Gegenspieler

Ich stelle es mir nach wie vor nicht so ganz einfach vor, wenn zwei jeweils erfolgreiche Autoren, gleich welchen Genres, sich entschließen, gemeinsam einen Krimi oder Roman oder so zu schreiben. Da muss doch einer zurückstecken? Oder sollte das wirklich gleichberechtigt und ohne Konkurrenzdenken klappen? Egal wie – hier hat’s prima funktioniert. Sowohl Arno Strobel als auch Ingo Bott sind ja keine Unbekannten, wenn es um gute Krimis geht.

Dass sie ihre Ermittler Max Bischoff, Fallanalytiker und Dozent an der Uni, bekannt als „Mörderfinder“, nachdem er den offiziellen Polizeidienst als Kriminalhauptkommissar beim KK 11 in Düsseldorf quittiert hat und Anton Pirlo, Strafverteidiger mit Ecken und Kanten, ein bisschen Sonderling, ein bisschen Genie, aber auf jeden Fall unkonventionell, ebenfalls Düsseldorf, jetzt zu einem Team werden lassen, bzw. es zumindest versuchen, ist eine, wie ich finde, klasse Idee.

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Eva Maria Bast: Queen Mum

Der Roman beleuchtet zwar nur einen kurzen Abschnitt ihrer Biographie – von der Zeit kurz bevor ihr Ehemann Albert die Krone übernehmen musste bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Dennoch vermittelt er einen guten Eindruck von der Frau, die wir als „Queen Mum“ erinnern.  Sie muss eine starke, interessante Frau gewesen sein. Die meisten wissen wahrscheinlich so ungefähr ein bisschen was über sie. Die Mutter von Queen Elizabeth II. eben, und vielleicht noch, dass sie ganz gerne Gin gemocht, auf allen Fotos, die es von ihr gibt, immer freundlich gelächelt hat und noch nicht so sehr lange tot ist.

Na ja, gestorben ist Elizabeth-Angela Marguerite Bowes Lyon am 30. März 2002 – ist doch schon einige Zeit her. Geboren wurde sie im August 1900. Bei den Briten war Queen Mum äußerst beliebt, lange Zeit war sie das beliebteste Mitglied der Royal Family, sie galt als immer gut gelaunt, sympathisch und unverwüstlich. Sechzehn Jahre lang saß sie an der Seite ihres Mannes, King George VI., auf dem britischen Thron.

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Lisa Graf: Lindt & Sprüngli: Zwei Familien, eine Leidenschaft

Leuchtendes Rot und Gold, eine edle Packung, die wohl grade geöffnet wird – schon das ansprechende Cover duftet irgendwie nach Schokolade, macht Lust auf Naschen! Und dann auch noch das Rezept in der Kladde! Tarte au chocolat! Erst backen oder erst lesen?

Akribisch recherchiert, historisch absolut wasserdicht, sowohl was wichtige Persönlichkeiten wie den Österreicher Johannes Baur angeht, der damals u.a. sein berühmtes Hotel „Baur au Lac“ hat bauen lassen. Von der Zürcher Gesellschaft belächelt, weil sie nicht glauben konnten, dass er „mit sowas, außerhalb der Stadt“ erfolgreich sein könnte, wie auch der Stadtgeschichte oder der politischen Gegebenheiten. Noch dazu äußerst fesselnd und flüssig geschrieben. Emotional berührend. Das ist kurz zusammengefasst der erste Teil der Geschichte um die berühmte Confiserie Lindt & Sprüngli in Zürich.

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Ruth Kvarnström-Jones: Stockholm: Die fabelhaften Frauen des Grand Hôtel

Das Grand Hôtel in Stockholm zählt auch heute noch zu den besten im Land. Das heutige 5-Sterne-Hotel wurde 1874 eröffnet und feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Toplage, direkt am Wasser, Blick auf den Königlichen Palast und die Altstadt zeichnen es auch heute noch aus. In ihrem Roman, der auf historischen Fakten basiert, erzählt uns die Autorin einiges über die wechselvolle Geschichte des Nobelhotels aber auch der Frauen, die es mit zu dem gemacht haben, was es heute noch ist. 1902 wird Wilhelmina Skogh vom damaligen Vorstand des Hotels gebeten, die Geschäftsleitung zu übernehmen und das Hotel aus der finanziellen Schieflage zu führen.

Keine leichte Entscheidung für die Herren, die sich damit einer Frau „ausliefern“. „Es gibt nichts Schlimmeres als eine Frau, die weiß, das sie recht hat“, heißt es an einer Stelle, als es darum geht, die Bedingungen zu akzeptieren, unter denen Wilhelmina Skogh bereit wäre, die Geschäftsleitung zu übernehmen. Um die finanzielle Lage des Hotels zu verbessern, will Wilhelmina einige Veränderungen vornehmen. Zum Beispiel das Restaurant des Hotels auch attraktiv machen für Einheimische.

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