Mia Kankimäki: Frauen, an die ich nachts denke

Mit 43 hat Mia Kankimäki eine heftige Krise. Sie ist unverheiratet, kinderlos, Single, ihre Wohnung hat sie verkauft, den Job gekündigt. Bisher hat sie ständig alle an sie gestellten Erwartungen erfüllt, studiert und fleißig gearbeitet. Jetzt fragt sie sich: Ist das der Sinn des Daseins? War das alles? Kommt noch was? Sie hat ein Buch geschrieben. Wird auch das nächste ein Erfolg werden? Wird es überhaupt ein weiteres Buch geben? Darf man bedingungslos seinen Wünschen folgen oder ist es besser, im Mainstream mitzuschwimmen?  Ihr Leben ist aus den Fugen geraten. In zahllosen schlaflosen Nächten denkt sie an historische Frauen, deren Leben nicht in traditionellen Bahnen verlaufen ist, die Grenzen überschritten und ungehörige Dinge getan haben. Alle sind ihren Leidenschaften gefolgt und haben viel dafür in Kauf genommen.

Die bekannteste von ihnen ist wohl Karen Blixen. Auf ihren Spuren fährt Kankimäki nach Kenia und Tansania. Sie verflicht Blixens Lebensgeschichte mit ihren Reiseerlebnissen. Auch nach Japan und nach Florenz fährt sie auf der Suche nach den Spuren besonderer Frauen. Namentlich sind das wie gesagt Karen Blixen, Isabella Bird, Ida Pfeiffer, Mary Kingsley, Alexandra David Néel, Nellie Bly, Yayoi Kusama, Sofanisba Anguissola, Lavinia Fontana, Artemisia Gentileschi. Es handelt sich um Alleinreisende zu Zeiten, in denen es undenkbar war, als Frau um die Welt zu fahren, Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Patrick Tschan: Schmelzwasser

1947 lässt Emilie Reber sich in einem Städtchen am Bodensee nieder, das namentlich nicht genauer bezeichnet wird.  Sie war in Frankreich bei der Resistance und kommt mit den französischen Besatzern nach Deutschland zurück. Der Bodensee erinnert sie an das Meer in Südfrankreich. Mit im Gepäck hat sie die „Bibliothek der Freiheit“, eine Ladung vor der Verbrennung geretteter Bücher, die sie 1939 gemeinsam mit Heinrich Mann in Sicherheit gebracht hat. Entschlossen geht sie daran, eine Leihbibliothek aufzubauen, kombiniert mit einer Buchhandlung. Literatur ist ihr Leben aber das Interesse der Mitmenschen an ihren Büchern hält sich in Grenzen. Man hat gerade den Krieg hinter sich gebracht. Aus dem Städtchen glaubt niemand, irgendeine Schuld auf sich geladen zu haben.

An die Nazi-Jahre will sich keiner mehr erinnern, die Zeiten sind vorbei. Emilie Reber aber möchte die Leute zur Aufarbeitung der Ereignisse animieren, indem sie die „verbotenen“ Bücher lesen und darüber nachdenken, wie die vorgefallenen Gräuel passieren konnten und wie sie Hitler in die Arme gearbeitet haben. Das stößt nicht überall auf Gegenliebe. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Josef Winkler: Die Ukrainerin. Njetotschka Iljaschenko erzählt ihre Geschichte.

Im Sommer 1981 hält es Josef Winkler in Wien nicht mehr aus. Es zieht ihn in die Abgeschiedenheit der Berge. Er quartiert sich bei einer Bergbauernfamilie in Kärnten ein und will dort ein begonnenes Manuskript fertigstellen. Bis Herbst 1982 bleibt er auf dem Unterstarzerhof bei Valentina Steiner und ihrer Familie. Er freundet sich mit der Bäuerin an, schreibt an seinem Text, hilft aber auch tatkräftig am Hof mit. Dabei erfährt er, dass Valentina 1943 aus der Ukraine verschleppt wurde und als Fremdarbeiterin auf den Starzerhof gekommen ist. Später hat sie den Hoferben geheiratet und mit ihm eine Familie gegründet. In vielen Gesprächen erzählt sie Winkler ihre Lebensgeschichte, die ihrer Schwester Lydia und ihrer Mutter Hapka.

Der Autor lässt Valentina, die aus der Ich-Perspektive berichtet und im Text Njetotschka Wassiljewna Iljaschenko heißt, ihre Erinnerungen aufrollen. Dem Leser stockt bei der Lektüre der Atem. Es ist schier unfassbar, was diese Frau mitgemacht hat. Geboren wird sie im Dorf Dubynka am Dnjepr, die Eltern sind fleißige Leute mit bescheidenem Wohlstand, bis die Russen das Land zwangskollektivieren, der Vater nicht der Kolchose beitreten will und deswegen der Familie buchstäblich alles weggenommen wird. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Bianca Blasl & Wilhelm Geiger: Bauer to the people

In diesem Sommer 2022, in dem die Hälfte der Fläche der EU von Dürre oder großer Trockenheit betroffen ist, in dem die Medien von ausgetrockneten Flüssen und verschwundenen Seen berichten, fragt man sich ernstlich: Woher kommt eigentlich unser Essen? Wie geht das vonstatten mit der Lebensmittelproduktion in Österreich (und Deutschland)? Wird es trotz Klimawandel in naher Zukunft für alle genug zu essen geben? Kaum jemand aus den großen Städten kennt einen Bauern persönlich. Bianca Blasl, gelernte Agrarökonomin und vielseitig interessiert, und Wilhelm Geiger, Koch und Sozio-Ökonom, wollten wissen, wer denn die Menschen sind, die die Basisprodukte unsere Nahrungsmittel herstellen, unter welchen Bedingungen sie das tun, was sie dafür bekommen, welcher Einsatz und welcher Aufwand dafür notwendig sind, und, und, und.

Sie wollten hinter die Ku(h)lissen schauen, wie es im Titel schon heißt und sich selbst vor Ort ein Bild machen. Nur mehr zwei Prozent der Erwerbstätigen in Österreich sind Bauern. Blasl und Geiger haben einige von ihnen besucht, sowohl konventionell wirtschaftende Landwirte als auch Bio-Bauern. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ellen Berg: Für immer, oder was?

Laura ist 38, kinderlos und wieder einmal Single. Freunde und Familie machen sich Sorgen, sie selbst ist unglücklich, weil sich „Mr. Right“ einfach nicht einstellen will. Dabei würde sie sehr gerne heiraten und eine Familie gründen. Als selbstständige Floristin stattet sie nur die Hochzeiten anderer mit Blumenschmuck aus und nie ihre eigene. Liegt es am Ende vielleicht an ihr, dass keine Beziehung länger als drei Jahre dauert? Hat sie gravierende Macken? Ist ihr platonischer Freund Skipper der Grund dafür, warum sie keinen Bräutigam findet? Ihre Freundinnen vermitteln ihr Daniel, beruflich, optisch und finanziell ein Traumtyp. Bevor Laura sich allzu sehr auf ihn einlässt, besucht sie binnen einer Woche alle ihre Ex-Freunde, um herauszufinden, warum die Beziehungen mit diesen Männern gescheitert sind. Mit Daniel soll alles, wirklich alles klappen. Sie will nichts falsch machen. Der Kontakt mit ihm über WhatsApp läuft wie am Schnürchen und die Sache sieht eigentlich vielversprechend aus. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Petra Hucke: Vom Gehen und Bleiben

Vischnanca heißt ein kleines Dorf in den Graubündner Alpen. Es klebt an der Flanke des Berges Piz Brunclia und rutscht daran 1,20 Meter pro Jahr ab. Die Bäuerin Ria betrachtet den Berg als boshaftes Monstrum, das versucht, Vischnanca und seine Bewohner loszuwerden, indem es mit Steinen und Geröll nach ihnen wirft. Sie will gegen die Bedrohung ankämpfen.

Ein zweiter Erzählstrang begleitet die Familie Blom aus Duisburg.  Die vier Bloms wandern arglos in das malerische Bergdorf aus und lassen sich in einem der alten Häuser nieder. Niemand hat den Bloms von den Gegebenheiten erzählt. Sie sind geschockt und wissen nicht recht, wie man mit der Situation umgehen soll. Trotzdem versuchen sie, Wurzeln zu schlagen. Gemeinsam mit ihnen lernt man die Leute aus Vischnanca kennen und erfährt von den sozialen und verwandtschaftlichen Verflechtungen in der kleinen Gemeinde. Bald tun sich sowohl in den Hauswänden als auch im dörflichen Zusammenhalt Risse auf. Die Evakuierung hängt wie ein Damoklesschwert über den Bewohnern. Gehen oder bleiben, das ist die große Frage. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Maria Rossbauer: Großstadtbäuerin. Mein Vater, sein Land und ich

Maria Rossbauer lebt mit ihrem Mann und drei kleinen Kindern in Hamburg, als sie der Anruf ihres Vaters erreicht. Er ist Bauer in Niederbayern, 81 Jahre alt und möchte den Hof nicht mehr allein bewirtschaften. Er will ihn übergeben, sich nicht mehr um alles kümmern müssen. Tiere werden wegen des Arbeitsaufwandes und der Rentabilität ohnehin keine mehr gehalten. Maria soll den größten Anteil an Wiesen, Feldern und Wald erben, weil die anderen drei Geschwister zum Teil Geld von den Eltern erhalten und eigene Existenzen gegründet haben. In ihrem Kopf beginnt ein Gedankenkarussell zu rattern. Kann man das Vertrauen des Vaters enttäuschen? Darf man so ein Erbe, so einen Auftrag in den Wind schlagen?

Ihre Eltern haben ihr ganzes Herzblut und ihr gesamtes Leben in den Erhalt des Hofes investiert. Immer hat es sie bekümmert, dass ihre Kinder in der Enge und im Lärm der Stadt aufwachsen müssen. Ganz anders, als sie Kindheit erleben durfte. Sie beschließt, sie will sich der Aufgabe stellen. Bei wiederholten mehrwöchigen Aufenthalten in Niederbayern staunt sie nicht schlecht, was man als Bauer alles können und wissen muss. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Martina Parker: Hamdraht

„Hamdraht“ heißt auf gut Österreichisch so viel wie abgemurkst. Das kurz vorneweg zum Titel dieses „Gartenkrimis“.  Im beschaulichen Burgenland soll demnächst ein exklusives Resort in Betrieb gehen. Es gehört dem Coach und Motivationstrainer Arno Radeschnig und seiner ätherisch schönen Gattin Ophelia. Um der PR ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, wird eine Abordnung der Presse dazu eingeladen, ein paar Tage gratis im Retreat zu verbringen, um sich von dessen Vorzügen zu überzeugen.

Vera Horvath vom „Burgenländischen Boten“ ist ebenso dabei wie ein Herr vom „Kärntner Blatt“, drei weitere Gäste sind anwesend und die berühmte Influencerin und Bloggerin Sky Dujmovits mit Gatten Karel. Eben diese Sky Dujmovits wird plötzlich tot aufgefunden. Sie war im Begriff gewesen, ein Bad in Rotwein zu testen, liegt aber mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Wanne. Jemand hat ihr mehrere Flaschen Grappa ins Rotwein-Wasser gekippt.  Davon wurde sie vermutlich ohnmächtig und dann hat ihr dieser Jemand die Adern geöffnet.

Vera Horvath und ihre umtriebige Mutter recherchieren ohne polizeiliche Genehmigung und sind den Kommissaren oft eine Nasenlänge voraus, was diese ziemlich ärgert.  Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Nicola Förg: Hohe Wogen

Irmi Mangold und ihre Kollegin Kathi Reindl ermitteln in diesem 13. Band der „Alpen-Krimis“ am Starnberger See. Eine 66-jährige Frau wird auf einem SUP, einem Stand-Up-Paddle-Board tot im Wasser treibend aufgefunden. In ihrer Brust steckt ein Fünfzack. Ein Gerät, mit dem Fischer Welse aufspießen. Bei der Toten handelt es sich um die Locationscoutin Elisabeth, „Sissy“, Mühlegger. Sie war beauftragt mit der Suche nach Filmschauplätzen. Irmi Mangold und Kathi Reindl machen sich an die Ermittlungen, die sich allerdings als schwierig erweisen. Sie kommen nicht voran. Sissy Mühlegger wird von allen als im Kern herzensgut, trotzdem aber als übergriffige Dramaqueen beschrieben. Außerdem hat sie nicht gerade wenig Alkohol und chemische Substanzen im Blut. Wurde sie von einem vom Tourismus terrorisierten Einheimischen getötet, weil sie mit ihrem Board unbelehrbar durch den Schilfgürtel und das Vogelschutzgebiet getrampelt ist? Vielleicht von einem Fischer? Oder hat ihr jemand von der Filmcrew den Garaus gemacht? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ildikó von Kürthy: Morgen kann kommen

Es ist ein buntes Völkchen, das sich da in der Villa Ohnsorg einfindet, in der Ohnsorgstraße in Hamburg. Das prächtige Haus gehört Gloria Wilhelmi, Besitzerin eines Buchladens. Bei ihr wohnt Rudi „der gute Sozi“, überzeugt von der SPD und von sanftem Gemüt. In der umgebauten Remis hinter dem Haus lebt Johann, der auch irgendwie mit zum Haushalt gehört. Diese friedliche Gemeinschaft bringt Glorias Schwester Ruth ordentlich durcheinander.

Ruth, 51, kinderlos, verheiratet mit dem Star einer Krimiserie. Sie entdeckt im Drogeriemarkt ein vergessenes Foto, das ihren Gatten in eindeutiger Pose zeigt und ist geschockt. Obendrein hat der ihr erklärt, er brauche eine Ehe-Auszeit, weil Ruth so langweilig und nicht inspirierend sei. Trennen wolle er sich allerdings nicht. Fertig mit den Nerven düst Ruth zu ihrer Schwester Gloria nach Hamburg, um sie nach 15 Jahren Funkstille zu den Vorgängen während ihrer Hochzeit zu befragen. Der Abend damals endete nämlich im Desaster. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: