Chris Morton: Deep Sleep 02: The Whisperer

John war Teil des geheimen Projektes „Deep Sleep“. Kinder wurden als Agenten ausgebildet und dann führten sie als Schläfer ein normales Leben, bis sie benötigt und geweckt werden. Während ihres normalen Lebens wissen sie nichts von ihrer Ausbildung und einmal geweckt, kennen sie nur noch ihren Auftrag. John ist es gelungen, sich aus dieser Konditionierung zu lösen, und er arbeitet jetzt zusammen oder im Auftrag des „Whisperers“, um herauszufinden, was die alte Geheimorganisation plant und sie möglichst zu stoppen.

Sein neuer Auftrag führt ihn auf ein Frachtschiff nach Marseille und sehr bald merkt er, dass er bereits von einem feindlichen Agenten verfolgt wird. John muss ich entscheiden: Mit Connor zusammenarbeiten, versuchen ihm zu helfen oder ihn umbringen. Keine leichte Entscheidung.

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Eric Pfeil: Ciao Amore, Ciao

Musikalischer Reiseführer der besonderen Art

Sehnsuchtsland Italien. Ein Land mit 1000 Widersprüchen, denen Eric Pfeil auch mit seinem zweiten Buch nach „Azzurro“ auf musikalischem Wegen nachgeht. Ob die Liebe für Bars, Essen und Mode, der Hang zu großen Gesten, permanentem Hupen oder lautstarker Kommunikation, Italien steht für überschäumende Lebensfreude. Genauso wie für unliebsame Geschichtskapitel vom Faschismus über linksradikale Anschläge bis zu umstrittenen Persönlichkeiten wie Silvio Berlusconi oder Georgia Meloni. Von Mafia bis Gelato, von Sanremo bis Palermo, von Adriano Celentano über Ennio Morriconeund Jovanottibis Calcutta, dieses Buch ist für jeden Italienfan ein Muss! Was sich hier auf Musikfestivals und im TV tut, würden Sie nicht für möglich halten! Stets auf dem Drahtseil des guten Geschmacks tänzelnd, sind manche Darbietungen des Italo-Pop nicht nur Nostalgie, sondern Kult. Die Süße im literarischen Espresso dieses Werkes liegt zweifelsohne in Pfeils humorvoller, lautmalerischer Fabulierkunst. Wer Italien verstehen will, sollte seine Musik verstehen. Eric Pfeil erweist sich hier als überragender Guide und geleitet mit 100 alten und neuen Songs durch Italien.

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Tami Fischer: Pretty Scandalous: Heißer als Rache

Für Sarah bricht eine Welt zusammen, als ihre Zwillingsschwester nach einem Jahr Funkstille mit blauen Flecken übersät und high vor ihrer Haustür auftaucht. Payton wollte sich in New York den Traum vom Architekturstudium erfüllen, doch ihre neuen elitären Freunde haben sie zugrunde gerichtet. Wutentbrannt beschließt Sarah, sich als Payton auszugeben, nach New York zu fahren und den High-Society-Zöglingen das Handwerk zu legen. Sie ahnt nicht, wie sich in New York die Skandale und Geheimnisse häufen und welche Wahrheiten sie erfahren wird. Dann stolpert Sarah auch noch dem attraktiven Monroe in die Arme, dieser könnte weitaus mehr gefährden als nur ihre Rachepläne.

Die ganzen Intrigen, Skandale und vor allem die Wendungen, gepaart mit ein bisschen Spice hier und da, ergeben einen wundervollen Cocktail, der das Buch so gut machten.  Ich war sofort in der Geschichte drinnen und konnte das Buch schwer aus der Hand legen. An einigen Stellen wurde ich sehr überrascht. Man fragt sich während des Lesens mehr als einmal, wer nun die Wahrheit sagt und wen man vertrauen kann.

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Rebekka Eder: Hyazinthenschwestern

Alba Sonntag lebt mit ihren vier Schwestern, mit denen sie allerdings zerstritten ist, auf Gut Boxhagen, nicht weit von Berlin. Jede für sich mit eigenem Anwesen, inmitten riesiger Hyazinthenfelder. Die Familie lebt vom Verkauf der bunten Blumen, aber lediglich Alba lebt für die Anzucht und Veredelung der Blumen, das Gärtnern. Sie drückt sich gerne in der Sprache der Blumen aus, jede Blume und Pflanze hat eine ganz eigene Bedeutung, aber auch jede Farbe einer Blume kann etwas Besonderes ausdrücken. So sagen weiße Hyazinthen etwa: „Ich lieb allein die Gleichgesinnten“, die blauen: „Du bleibst mir ewig eine schmerzliche Erinnerung“, Eisenkraut meint: „Verzeih mir“, die Nelke bedeutet Liebe und Mut. Und so weiter und so fort.

Alba kennt alle Bedeutungen und nutzt sie intensiv zur Kommunikation – nicht nur mit ihren Schwestern. Die Bedeutung der Blumen spielt eine zentrale Rolle in diesem historischen Roman, der uns mitnimmt in eine schwierige, zerstrittene Familie mit einigen dunklen Geheimnissen, über die wir im Laufe der Erzählung dann mehr erfahren. Alba leidet ganz offensichtlich unter diesen

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Bonnie Leben: Eine Bonnie kommt niemals allein: Meine Leben mit dissoziativer Identitätsstörung

Es ist nur so: Die eine Welt möchte von der anderen nichts wissen.

„Wir sind nicht gefährlich oder krank. Wir sind viele, weil andere Menschen gefährlich und krank uns gegenüber waren.” (S. 158 | Delia)

Bonnies Geschichte hat mich sofort berührt, emotional gepackt. Aufgerüttelt.

„Manchmal ist die Gefahr zu verteilt, um sie an der Wurzel vernichten zu können.” (S. 48 | 46)

Sie offenbart faszinierende, erschreckende und vielschichtige Lebensrealitäten. Ihr Werk lässt uns alle tiefe Einblicke in eine Diagnose gewinnen, die für viele nur in schemenhaften Umrissen existiert. Absolut beeindruckend, wie die Bonnies aus all ihren Perspektiven ein tiefschürfendes Verständnis für diese Thematik vermitteln.

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Elizabeth McKenzie: Der Hund des Nordens

Ein turbulenter und schrulliger Unterhaltungsroman, der sich leicht runterlesen lässt – das ist Elizabeth McKenzies „Der Hund des Nordens“. Nicht mehr und nicht weniger.

Penny, die selbst gerade eine Scheidung und einen Jobverlust hinnehmen musste, hilft einigen Verwandten: ihrer unberechenbaren und manchmal fast gemeingefährlichen Oma mitsamt Hausfreund Burt oder auch ihrem 93-jährigen Opa, der mit einer bösartigen neuen Frau zusammenlebt. Insgesamt kommt es alle paar Seiten zu einer neuen Krise, die sie bewältigen muss. Ein gefährlicher Trip in Australien kommt genauso vor wie eine kleine Verliebtheit.

Pluspunkt dieses Romans sind in jedem Fall die exzentrischen Figuren und die sympathische Heldin, der man gerne durch eine turbulente Zeit folgt. Die Handlung allerdings wirkt weit hergeholt und etwas willkürlich zusammengepuzzelt. Sie hat keinen inneren Zusammenhalt. 

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Thomas Ziebula: Evas Rache

Evas Rache ist der vierte und leider auch der letzte Fall des Kriminalhauptkommissars Paul Stainer. Vor ein paar Jahren bekam der Kriegsheimkehrer bei der Leipziger Polizei, der Wächterburg, seine Chance, im Alltag Fuß zu fassen. Er ist einer von den vielen Soldaten, die von den Geschehnissen des Ersten Weltkriegs traumatisiert sind. Und jeder von ihnen muss seinen Platz in einer Gesellschaft finden, die unter der Wirtschaftskrise leidet. Die Inflation zerstört die Reichsmark und ist verantwortlich für die explodierenden Preise.

Recht schnell wird der Außenseiter Paul Stainer befördert, und neue Freundschaften geben ihm besonders nach der Ermordung seiner Frau Halt.

Ohne Widerstand verändern die Nationalsozialisten die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, die auch vor der Wächterburg keinen Halt machen. Kriminelle haben auch 1922 ein leichtes Spiel. In diesem Jahr werden im Raum Leipzig junge Blondinen ermordet, ohne dass Paul Stainer und seine Kollegen eine konkrete Spur zum brutalen Serienmörder finden.

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Richard Schwartz: Die Rovan-Intrige: Die Sax-Chroniken 02

Einst, vor langer, langer Zeit hatte sich die Menschheit ausgehend vom Ursprungsplaneten, der Erde, im All verbreitet, hatte Kolonien gegründet und die Technologie vorangetrieben. Dann erfolgte ein Angriff – keiner weiß, wer damals die Hegemonie attackierte – der die Verbindung der Kolonien zum Heimatplanet unterband. Seitdem hat man vieles vergessen. Technische Errungenschaften gingen verloren, der Lebensstandard fiel rapide, die Kolonialplaneten schafften die Demokratie ab, Diktaturen sprossen aus dem Boden wie Unkraut.

In dieser Welt wuchs sie auf – Sax, eine mittlerweile 19-jährige Frau, die sich zusammen mit ihrem Vormund spezialisiert hatte – sie waren das beste Duo, das die bekannte Welt je gesehen hat – zumindest wenn es darum ging, Leute, die es verdienten, über den Tisch zu ziehen.

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Elke Heidenreich: Altern

Alle wollen alt werden. Niemand will es sein. Ist das nicht absurd?

Heute ist die Sicht auf das Alter nicht mehr ein Warten mehr auf den Tod. Menschen werden nun dank medizinischer und hygienischer Fortschritte immer älter. Andererseits kann dies im negativen Fall natürlich aber auch einen länger zu ertragenden Verfall mit sich bringen.

Elke Heidenreichs Essay über das Alter und das Altern ist sehr persönlich gehalten, indem sie über ihr eigenes Leben nachdenkt. Gleichzeitig verweist sie aber auch auf viele Lebensweisheiten über das Alter(n) von Prominenten oder auch längst Verstorbenen und stellt so weitere Verbindungen zur Literatur- und Kulturgeschichte her.

Im Alter trage man die Konsequenzen für sein gelebtes Leben, sagt die Autorin. Das Gute dabei sei: Man habe alles hinter sich. Das Alter bedeute aber auch, Gelassenheit walten zu lassen. Man müsse alles nicht mehr so ernst nehmen, das meiste sollte man als völlig bedeutungslos betrachten.

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Michela Murgia: Drei Schalen

„Drei Schalen“ ist die letzte der elf Kurzgeschichten im gleichnamigen Band von Michela Murgia.

Alle Geschichten vereint, dass das bislang meist geordnete Leben der jeweiligen Protagonisten eine dramatische Wende erfährt.

Warum es dazu kam, wie die jeweiligen Figuren damit klarkommen, welche Überlegungen und Taten daraus resultieren, in welche Richtungen sich unterschiedliche Lebensentwürfe urplötzlich verändern, davon schreibt Michela Murgia in einer weisen und vor allem direkten, ehrlichen Weitsicht.

Die Protagonisten in den Geschichten stoßen gewissermaßen alle an ihre Grenzen. Es geht um Themen wie Tod, Abschied, Trennung, Krankheit, physische und psychische Belastungen.

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