Sarah Brown: Katzen und ihre geheime Sprache

Sie sind die beliebtesten Haustiere Deutschlands. Rund 15,7 Millionen Katzen teilen hierzulande das Sofa mit ihren Zweibeinern. Auf dem Weg dorthin mussten Katzen über sich selbst hinauswachsen: Katzen haben im Gegensatz zu Hunden, deren Vorfahren bereits in sozialen Rudeln lebten, eine gewaltige kommunikative Metamorphose hinter sich. Sie entwickelten sich von den solitär lebenden Einzelgängern, die überwiegend aus der Distanz über Duftmarken kommunizierten bis hin zu den miauenden, schnurrenden Fellknäueln von heute. Katzen haben nicht nur für den Menschen neue Signale entwickelt, sondern auch für ihre eigene Spezies. Und das machen perfekt! Beispiel: Ihr Miauen bewegt sich auf einer Frequenz von 604 Hertz und ist damit nahezu identisch mit der Frequenz von Babyweinen. Wildkatzen wie Ozelot oder Jaguar können sogar die Rufe von Vögeln nachahmen, um sie anzulocken. Sie sind ein Erfolgsbeispiel der Evolution, ein Meister der Anpassung. Das macht Mut und begeistert. Ganz egal, ob man ein Fan der grazilen Samtpfoten ist oder nicht.

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Ashley Audrain: Das Geflüster

Die kanadische Autorin Ashley Audrain (Jahrgang 1982) schrieb in ihrem 2021 auf Deutsch erschienen Debütroman „Der Verdacht“ über eine Mutter, die ihre neugeborene Tochter ablehnt. Nun veröffentlichte der Penguin-Verlag am 24. April 2024 ihren zweiten Roman „Das Geflüster“. Aus dem Englischen übersetzt wurde er von Lotta Rüegger und Holger Wolandt.

Zu diesem Roman haben unsere Rezensenten Sabine Sürder und Olivia Grove ganz unterschiedliche Meinungen. Wir veröffentlichen hier beide. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung in den Kommentaren unten mit.

Sabine Sürders Besprechung fällt so aus:

Gossip im Großstadt-Viertel

Im Buch finden wir vier Frauen aus einem früher von Portugiesen bevorzugtem Viertel einer US-amerikanischen Großstadt. Whitney, Blair, Rebecca und Mara leben mit ihren Ehemännern in kleineren oder größeren Häusern mit oder ohne Kinder.

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Susanne Popp: Loreley: Die Frau am Fluss

Keine Angst, es ist kein weiterer Mythos um den sagenumwobenen Felsen oberhalb des Rheins, den wir da vor uns haben.

Die berühmte Loreley bildet sozusagen den Rahmen, in dem sich die Geschichte um Juliane, genannt Julie und Johann abspielt. Gleichzeitig ist sie aber auch Schauplatz eines traurigen Höhepunktes der Romanze zwischen beiden. Auch wenn Susanne Popp nicht den Anspruch erhebt, einen historischen Roman geschrieben zu haben, so orientiert sie sich doch an den Fakten der Zeit und gibt einen guten Einblick in das Leben der Menschen am Rhein im 19. Jahrhundert.

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Werner Rohner: Das Märchen vom Meerchen

Der wunderbare Titel „Das Märchen vom Meerchen“ verspricht eine wundervolle Geschichte, die sicherlich viele neugierig machen dürfte. Worum geht es hier?

Man stelle sich einen schattigen Parkplatz vor einem großen Einkaufszentrum vor. Und ganz am Rand, unter einer Baumkrone lebt eine Pfütze. „Sie war mal größer oder kleiner, mal tiefer oder fast ausgetrocknet – je nach Wetter und Witterung.“ (S. 1)

Als eines Tages ein weitgereister Regentropfen der kleinen Pfütze erzählt, er käme vom Meer, da ist ihre Neugier geweckt. Da will sie auch hin. Sie will auch groß und schön und blau und tief sein wie das Meer.

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Trude Teige: Und Großvater atmete mit den Wellen

Prequel zum Vorgängerroman – schmonzettenartige Geschichte um Liebe und Kriegsgefangenschaft

Das ist so oft das Problem mit dem Anschließen wollen an vorigen Erfolg: Es gelingt eben nicht immer. In dem letztes Jahr erschienenen Band erzählte Trude Teige die Geschichte von Tekla, ihrer Tochter Lilla und ihrer Enkelin Juni. Jener Roman war spannend und vor allem berichtete er von einem unbekannten Stück Historie aus dem zweiten Weltkrieg und der Zeit danach.

Nun, so laut Vor- und Nachwort, möchte Juni uns von ihrem Großvater Konrad erzählen, von seinen Erlebnissen in Asien während des Krieges. Er gerät erst in Seenot, gelangt halb tot an Land, kommt ins Krankenhaus und begegnet dort der Krankenschwester Sigrid. Schließlich geraten beide in japanische Gefangenschaft, wie auch Konrads Bruder Sverre.

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Karen Sander: Der Sturm: Verachtet

Wo Sander draufsteht, ist auch Sander drin. Stimmt auch diesmal wieder, wenn sie uns wieder mitnimmt zu den Ermittlungen auf dem Darß.

Tom Engelhardt und sein Team sind noch immer mit dem Fall der beiden Skelette befasst, die bei einer Sturmflut am Kliff freigelegt worden waren. Noch ist die Identität der Toten nicht geklärt. Auch eine CD, die bei den Skeletten gefunden worden war, konnte bisher nicht entschlüsselt werden. Mascha Krieger, Kryptologin vom LKA in Schwerin ist es bisher nicht gelungen an die gespeicherten Daten zu kommen. Sie geht nicht ganz legale Wege, um weiterzukommen, aber das sind sowohl ihr Chef in Schwerin als auch Tom Engelhardt bereits gewohnt. Ebenso wie Mascha die Standpauken in Kauf nimmt, die sie sich mit ihren Alleingängen oft einhandelt. Bisher hatte sie ja auch immer Erfolg und damit im Nachhinein oft eine Rechtfertigung. So auch diesmal, denn nachdem sie die Daten auf der CD auslesen konnten, nimmt der Fall eine völlig neue Wendung. Gleichzeitig zum Fall der Skelette vom Kliff müssen sich die Kollegen aber noch mit mindestens einem weiteren Fall beschäftigen, in den Mascha auch ganz persönlich verwickelt ist. Es geht um einen Stalker, der junge Frauen bedroht.

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Laurie Forest: Black Witch: Prophezeiung

Elloren Gardner ist gerade einmal drei Jahre alt, als ihr Onkel, bei dem sie und ihre Brüder aufwachsen, sie alleine mit in den Wald nimmt. Auf einer einsamen Lichtung drückt er ihr einen Holzstab in die Hand, stellt eine Kerze auf, die sie anvisieren soll, und dann darf sie einige merkwürdige Wörter wiederholen. Das nächste, an das sie sich erinnert, ist die Flucht mit ihrem Onkel vor dem den Wald verzehrenden Feuer. Ihr Onkel bläut ihr ein, nur ja niemanden von dem Vorfall zu erzählen.

Jahre später, sie ist 17, kommt ihre Tante ins einsam gelegene Dorf. Sie, die einzige Frau im hohen Rat, will ihre Nichte verwinden (vermählen) – möglichst mit einem der jungen, aufstrebenden Magier des Ratnachwuchses. Einst, drei Generationen ist es her, hat Ellorens Großmutter, die schwarze Hexe Carnissa den Reichskrieg mit ihren sagenumwobenen Kräften für die Gardnerier entscheiden – jetzt soll ihre Enkelin, zur Zementierung der Macht des Rates, beitragen. Obwohl sie ihrer Großmutter äußerlich gleicht, hat sie ein Manko – sie hat – offiziell zumindest – keine magischen Fähigkeiten.

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Naoise Dolan: Das glückliche Paar

Wenn zwei ihre Hochzeit feiern, hört man häufig den Satz vom schönsten Tag im Leben. Kann es danach nur noch weniger schön werden, wenn das junge Ehepaar nach vorne schaut? Bei dem ungleichen Paar Celine und Luke gab es in der dreijährigen Beziehung schöne und glückliche Momente. Der bindungsscheue Luke glaubt, inzwischen sei er so weit, ein Verlobter und Bräutigam zu werden. Und Celine glaubt, in ihrem Pianistinnenleben könne es auch einen Platz für Luke geben.

Die irische Autorin Naoise Dolan studierte in Dublin und Oxford englische Literatur. Ihr Debüt „Aufregende Zeiten“ wurde international ein Erfolg und für diverse Preise nominiert. Mit ihrem zweiten Roman spielt die inzwischen in Berlin wohnende Autorin mit dem Thema Beziehung zwischen zwei Menschen. Kann ein glückliches Paar in der heutigen Zeit funktionieren, wenn alte Rollenbilder nicht passen wollen und das verbindlich Unverbindliche den Alltag bestimmt? Das alte Model Mann – Frau, Patriarch – Mutter steht für ein Abhängigkeitsverhältnis, das der freien Entfaltung und Karriere entgegenwirkt.

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Nicola Förg: Zornige Söhne

Kommissarin Irmi Mangold und ihre Kollegen ermitteln wieder. Im 15. Band der „Alpenkrimi“-Reihe von Nicola Förg wird einmal mehr gemordet. Das Opfer heißt Joshua Heiligensetzer, wurde zweiundzwanzig Jahre alt und durch einen Schuss ins Herz getötet. Der junge Mann bewachte bei Nacht eine Baustelle, an der seine Tante einen Hausumbau durchführen lässt. Es hat in der Gegend Baumaterial-Diebstähle gegeben. Joshua sollte verhindern, dass am Haus seiner Tante etwas gestohlen wird. Irmi und ihre Kollegin Kathi machen sich an die Arbeit.

Sie finden heraus, dass sich der junge Mann im Internet mit seinem Vater, einem berühmten Schriftsteller „gebattled“ hat. Sie haben sich heftige Wortgefechte über aktuelle Themen geliefert wie die Klimakrise oder auch darüber, dass die Vätergeneration, die sogenannten „Boomer“, geboren zwischen 1957 und 1969, den Planeten zugrunde konsumiert haben und es immer noch tun. Eine große Fan- oder Hatergemeinde, je nach Perspektive, hat die Vorgänge kommentiert. Joshuas Eltern haben sich schon vor längerer Zeit getrennt. Hat der Vater seinen Sohn getötet?

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Anne Lück: Versprich mir morgen

Mit „Versprich mir morgen“ hat Anne Lück ihre sogenannte „Berlin-in-Love-Dilogie“ gestartet – und wie ich finde, durchaus erfolgreich.

Von Anfang an ist man mitten dabei, wenn Alica – die zentrale Figur in diesem New-adult-Roman  –  ziemlich hart auf dem Boden der Tatsachen landet, der keineswegs federt, sondern ihr alles abverlangt, was sie zu geben bereit ist. Alica steht das Leben offen, sie hat ihr Abitur in der Tasche, kommt aus einem Elternhaus, in dem Geld keine Rolle spielt, ein Studium an jeder renommierten Universität der Welt stünde ihr offen. Ihr Vater wünscht sich nichts mehr als sie in die Welt hinaus ziehen zu lassen und an einer Elite-Uni den Grundstein zu einer tollen Karriere legen zu sehen. Ihr Vater! Alica wünscht sich das alles nicht. Sie will eine Krankenpflege-Ausbildung machen und glücklich damit werden, Menschen zu helfen.

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