Fergus Craig: Betreutes Morden: Ein Fall für Seniorenkillerin Carol Quinn

Wunderbar skurril, süffisant, stellenweise „very british“, auf jeden Fall sehr unterhaltsam ist dieser leichte Krimi, der uns in die vermeintlich noble Seniorenresidenz Sheldon Oaks führt.

Wer je dachte, das Leben in einer Seniorenresidenz sei nur noch langweilig und trist, der kann sich hier – nicht ganz ernst gemeint – eines Besseren belehren lassen. Sheldon Oaks scheint eine besondere Anziehungskraft zu haben für Menschen, die in ihrem aktiven Berufsleben in irgendeiner Weise mit Kriminalität zu tun hatten. Wie zum Beispiel der ehemalige Kriminalkommissar Geoffrey, der es natürlich nicht lassen kann, den jungen Kollegen mit gut gemeinten Ratschlägen und seiner Erfahrung auf die Nerven zu gehen. Oder Margaret, die einmal Innenministerin gewesen ist und jetzt immer noch über gute Kontakte verfügt, was sich im Laufe der Geschichte als durchaus hilfreich herausstellt, oder Catherine, die ehemalige Pathologin, die mit ihrer langjährigen Erfahrung unterstützt, als es darum geht, einen tragischen Todesfall in Sheldon Oaks aufzuklären. Nicht zu vergessen Carol, die von allen sofort verdächtigt wird, den armen Desmond vom Dach der Residenz gestoßen zu haben, weil sie als die verurteilte Serienmörderin erkannt wird, die sie einmal war.

Dem hat Carol allerdings längst abgeschworen und will eigentlich nach 35 Jahren im Gefängnis in ihrer neuen Wohnung in der Residenz nur noch in Frieden leben und den Rest ihres Lebens auskosten. Bis Desmond zu Tode kommt, ist das auch kein Problem. Carol hat mit Margaret, Catherine, Geoffrey und eben auch Desmond so etwas wie neue Freunde gefunden, mit denen sie sich wohlfühlt und einiges unternimmt. Bis eben zu dem tragischen Zwischenfall, der sich sehr bald als Mord entpuppt. Alle sehen sofort in Carol die Täterin und wenden sich von ihr ab. Somit bleibt ihr nichts anderes übrig, als zu beweisen, dass sie es nicht war, die Desmond und später einen weiteren Menschen ermordet hat. Das wird nicht einfach, zumal sie ja – zunächst – nicht auf die Unterstützung der anderen hoffen kann. Doch Carol ist wild entschlossen, ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Täter zu entlarven.

Sehr unterhaltsam und flott geschrieben, viel britischer Humor und wundervoll dargestellte Charaktere. Ein Cosy Crime, der Spaß macht und darauf hoffen lässt, dass es vielleicht einen weiteren Fall für die Senior/innen geben wird, in dem sie ihre Freundschaft und die gerade erworbenen Fähigkeiten als dann doch erfolgreiches Ermittlerteam erneut unter Beweis stellen können.

Fergus Craig: Betreutes Morden: Ein Fall für Seniorenkillerin Carol Quinn
Aus dem Englischen von Julian Haefs
Aufbau-Taschenbuch, Februar 2026
318 Seiten, Taschenbuch, 16,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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