Miles Cameron: Artifact Space

Zwar stammt sie aus einer Patrizierfamilie, doch so wirklich viel hat Marca Nbaro diese Tatsache in ihrem jungen Leben bislang nicht gebracht. Nachdem ihre Eltern, zusammen mit den meisten Verwandten, bei einem Piratenüberfall ermordet wurden, hat der DMK sie in ein Waisenhaus gegeben. Eigentlich sind diese dafür da, den Nachwuchs für die Handelsmarine heranzuziehen, de facto aber streicht die Familie, die über die Waisenhäuser wacht, das Geld ein und verkauft die jungen Menschen in die Sklaverei.

Doch nicht mit Nbaro – zwar sorgt der Leiter des Hauses dafür, dass sie die Prüfung versiebt, die Fähigkeiten eines Hackers verdankt sie es dann, dass sie sich dennoch als Fähnrich an Bord der Athen, einem der wenigen, alten Riesenschiffe wiederfindet. Nur diese haben die technische Fähigkeit derartige Distanzen zu überwinden, um in Tradepoint, dem einzigen Außen- und Handelsposten das mehr als lukrativen Geschäft mit den Aliens und deren Xenoglas abzuwickeln.

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Amelie Fried: Der längste Sommer ihres Lebens

Spannungsarmer Roman um drei Frauen und zu viele Themen

Dass sich dieser Roman des Themas Klimawandel annimmt und ein tatsächliches Ereignis rund um die Klimaaktivisten aufgreift, ist noch das Beste daran. Ansonsten bietet er wenig Überraschendes, schablonenartige Figuren und vor allem viele Klischees.

Claudia Berner führt in x-ter Generation ein Autohaus in einer überschaubaren Kleinstadt. Daneben arbeitet sie als Stadträtin und will nun Bürgermeisterin werden. Ihr Mann Martin ist in ihrem Autohaus angestellt und sie hat eigentlich vor, ihn, sollte sie gewählt werden, zum Geschäftsführer zu machen. Claudias Mutter Marianne hat jedoch schon immer Vorbehalte gegen ihren Schwiegersohn und mischt sich immer wieder in die Geschäfte ein.

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Jussi Adler-Olsen: Verraten

Da ist es nun: das große Finale. Der zehnte und letzte Fall für Carl Mørck vom Sonderdezernat Q in Kopenhagen von Jussi Adler-Olsen. Am 21. März 2024 erschien „Verraten“ bei dtv. Hannes Thies übersetzte den Thriller (wie auch die gesamte Reihe) aus dem Dänischen.

Carl Mørck und die Vergangenheit

Und wie zu erwarten, setzt Jussi Adler-Olsen auf „großes Kino“. „Verraten“ wird dem, dies sei schon einmal „verraten“, aber nur teilweise gerecht.

Es ist Weihnachten 2020, Carl Mørck muss ins Gefängnis. Schuld ist der alte Koffer auf dem Dachboden, den sein Kollege Anker Høyer ihm vor Jahren zur Aufbewahrung gab. Nun wird Carl Mørck des Drogenhandels, der Korruption und des Mordes verdächtigt. Im Gefängnis beginnt ein Spießrutenlauf für den Kommissar. Von seinem schwer enttäuschten Chef Marcus Jacobsen, dem Leiter der Mordkommission, kann er keine Unterstützung erwarten.

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Bernardine Evaristo: Zuleika

Grotesk, genial, genreübergreifend. Was Booker-Prize Trägerin Bernardine Evaristo da zu Papier gebracht hat, fordert Lesegewohnheiten heraus und feiert die Fabulierkunst in all ihren Facetten.Zuleika liest sich so, als ob eine Rapperin Aristoteles und Shakespeare zu einem literarischen Stelldichein einladen würde. Die Form des Plots ist in Versen, in Paarzeilen, mit Enjambements (Zeilensprüngen) geschrieben.

Evaristo springt nicht nur durch Genres und Zeilen, sondern durch ganze Geschichtsepochen. Der Roman spielt in London des Jahres 211 n. Christus. Doch Zuleika kommentiert ihre Umgebung so rotzfrech und modern, dass der Plot genauso gut von einer Influencerin im heutigen New York verfasst sein könnte. Ein herausragendes Werk, welches beweist, dass Sprache auch im Zeitalter von ChatGPT noch richtig Spaß machen kann.

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Dani Atkins: Was die Sterne dir schenken

Dani Atkins Romane stehen für gefühlvolle und dramatische Geschichten, in denen Frauen wichtige Entscheidungen für ihr Leben treffen. In ihrem Roman „Was die Sterne dir schenken“ steht die tiefe Verbindung zweier Schwestern im Zentrum, die in der gleichen Petrischale künstlich befruchtet worden sind und im Abstand einiger Jahre zur Welt kamen. Sie fühlen wie Zwillinge und sehen zum Verwechseln ähnlich aus. Trotzdem sind beide in ihrem Wesen grundverschieden.

Die Geschichte beginnt mit Amelias Rettung, bei der zwei Ärzte sie zufällig unterkühlt und leblos am Strand von Somerset finden und zurück ins Leben holen. Als die in New York wohnende Lexi erfährt, dass ihre Schwester auf der Intensivstation liegt, lässt sie alles hinter sich: ihren Partner, den Job beim Verlag und die anstehende Beförderung, für die sie viel geopfert hat.

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Marie-Helene Lafon: Die Quellen

Ein abgelegener Bauernhof in der Auvergne, 1.000 Meter hoch gelegen, Juni 1967. Der Bauer schlägt seine Frau. Jeden Samstag. Am Wochenende hat das Dienstmädchen frei und er legt Hand an seine Ehefrau. Weil sie stinkt, weil sie so fett geworden ist, weil sie bei der Arbeit langsam ist. Ein Grund findet sich immer.

Die Frau ist dreißig Jahre alt und hat drei Kinder. Sie bemüht sich panisch, ihrem Mann alles recht zu mache. Sie wäscht nicht einmal das Geschirr, während er auf dem Sofa sein Mittagsschläfchen hält. Eine einzige geschiedene Frau gibt es im Dorf. Sie wird behandelt wie eine Aussätzige. So will die Bäuerin nicht enden. Stattdessen erstarrt sie in Angst und die Kinder mit ihr. Sie sind schon so groß, sie sehen, was läuft. Während eines Besuches bei ihren Eltern im Dorf beschließt sie von einer Minute auf die andere, nicht mehr mit auf den Hof zu fahren. Auch die Kinder sollen bei ihr bleiben. Als Beweis zeigt sie ihrer Mutter ihren blaugeschlagenen Körper. Daraufhin gibt es im Text eine Zäsur und die Geschichte wird 1974 aus der Sicht des Mannes weitererzählt.

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Anne Pauly: Bevor ich es vergesse

Wer bei dem Titel und der Ankündigung einer Vater-Tochter-Geschichte über das Abschiednehmen an Demenz denkt, was vielleicht naheliegt, der irrt.

Annes Geschichte beginnt am Totenbett ihres Vaters, als sie – gemeinsam mit ihrem Bruder – ins Krankenhaus gerufen wird, nachdem der Vater verstorben ist. Zusammen mit Jean-Francois ist sie gekommen, um die wenigen Habseligkeiten ihres Vaters abzuholen und sich von ihm zu verabschieden. „Die Reusen einholen“, dieser Spruch kommt ihr in der Klinik in den Sinn. Das würde er jetzt wohl gesagt haben, wenn er sie so sähe. An dieser Stelle beginnt so etwas wie ein stummer Monolog, der uns durch diesen leisen, anrührenden Roman trägt. Handlung gibt es kaum, auch wenn man natürlich dabei ist, wenn Anne die Beerdigung vorbereitet, Gespräche mit dem Pfarrer oder Gemeindemitgliedern, mit Nachbarn im Dorf oder mit Verwandten führt, die Formalitäten erledigt, mit denen ihr Bruder sie alleine lässt, aber all das ist eher im Hintergrund. Anne arbeitet auf. Eine Vergangenheit mit ihrem Vater, von dem sie offensichtlich nicht viel weiß. Zen-Buddhismus, orientalische Philosophie, das hat ihn interessiert. Aber er war auch Alkoholiker, häufig gewalttätig.

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Freida McFadden: Sie kann dich hören

Spannend, doch nicht ganz überzeugend: „Sie kann dich hören“ unter der Lupe

Millie ist zurück!

Und damit kehrt FreidaMcFadden mit ihrem neuesten Thriller „Sie kann dich hören“ – der Fortsetzung von „Wenn sie wüsste“ – zurück und entführt uns erneut in das Leben von Millie Calloway. Das Buch beginnt wieder mit einem scheinbar harmlosen Housemaid-Jobangebot, das sich schnell zu einem gefährlichen Spiel entwickelt.

Obwohl dieser Thriller eine großartige Fortsetzung hätte werden können, blieb er für mich letztendlich unauffällig und ließ mich leider unbeeindruckt zurück. Es war definitiv eine kurzweilige Popcorn-Lektüre, aber erfahrene Thriller-Leser wünschen sich vielleicht weniger Handlungserzählung und mehr Raum für eigene Entdeckungsreisen und Enthüllungsjagden (ich gehöre definitiv dazu).

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Sabine Böhne-Di Leo: Die Erfindung der Bundesrepublik

Fesselnder Blick hinter die Kulissen des Parlamentarischen Rates

Wer die Geschichte unseres Landes verfolgt, dem erzählt die Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Professorin Sabine Böhne-Di Leo zunächst mal nichts weltbewegend Neues.

Denn die Ereignisse rund um die Entstehung des Grundgesetzes, um die Gründung der Bundesrepublik vor 75 Jahren, sind grundsätzlich bekannt. Doch die Autorin blickt eben ein wenig hinter die Kulissen, berichtet von streitbaren Politikern, versöhnlichem Humor und vom Einfluss der damaligen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren.

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Christina Henry: Böse Mädchen sterben nicht

Celias Erinnerung beginnt in dem Moment, als sie in der Küche steht und einem kleinen Mädchen ein Schulbrot schmiert. Das Mädchen behauptet, ihre Tochter zu sein. Der fremde Mann, sagt, er sei ihr Mann. Und Celia kann sich an nichts erinnern, an gar nichts vor diesem Moment. Aber eines weiß sie ganz sicher: Sie ist nicht die Person, die die Leute versuchen, aus ihr zu machen. Alles ist eine einzige, große Lüge. Aber wie soll sie das beweisen, wenn sie sich nicht erinnern kann und was haben diese Menschen mit ihr vor?

Allie muss den Ausflug mit ihren Freundinnen ertragen und ist neben deren Partnern das fünfte Rad am Wagen. Aber alles ändert sich, als die einsame Hütte im Wald plötzlich zu einem Horrorfim-Szenario wird.

Maggie muss in einem brutalen Spiel auf Leben und Tod mitmachen, sonst töten ihre Entführer ihre Tochter.

Drei Frauen landen in ihrem ganz persönlichen Albtraum und alles ist miteinander verbunden …

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