Dieses Hörbuch verdanke ich einem Versehen. Übereifrig hatte ich das Buch sofort bei der ersten Gelegenheit vorbestellt und dabei die englische Ausgabe erwischt. Nebenbei bemerkt ist mir dabei aufgefallen, wie unglaublich sprachgewaltig der Altmeister im Original ist, aber es ist halt auch anstrengend, wenn der Autor so viele Wörter kennt, die ich erst nachschlagen muss. Also hab ich zum Hörbuch gegriffen, David Nathan ist das Zuhören ja ohnehin immer Wert.
WeiterlesenKrimi & Thriller
Rita Falk: Steckerlfischfiasko
Eberhofer ermittelt wieder – doch der Fall gerät erneut in den Hintergrund
Es stand zu befürchten und dennoch konnte ich nicht widerstehen: ein neuer Eberhofer muss sein. Doch wie schon im Vorgängerband, so stehen auch diesmal die Familie und die Befindlichkeiten des Franz Eberhofer im Mittelpunkt und der Kriminalfall, den er aufklären soll, wird zur Nebensache.
In Niederkaltenkirchen gibt es neuerdings einen Golfplatz, was natürlich die üblichen Verdächtigen auf den Plan ruft, wie die besten Freunde von Franz, den Simmerl und den Heizungspfuscher Flötzinger. Letzterer durfte im Clubhaus die sanitären Anlagen gestalten und nun findet man just dort eine Leiche, nämlich den Vereinschef. Erschlagen mit einem Golfschläger.
WeiterlesenKatrine Engberg: Glutspur
Fast bis zum Ende laufen drei Erzählstränge in KatrineEngbergs neuem Krimi um Privatermittlerin Liv Jensen parallel. Klar, dass es zwischen den drei Fällen, um die es geht, Schnittstellen geben muss, aber nicht nur Liv muss lange recherchieren, bis sie die Verbindungen sieht, auch als Leser sieht man lange nicht, was die Fälle um den Mord an einem Journalisten, den Selbstmord eines Häftlings und den Mord an einer Museumsmitarbeiterin verbindet.
Zwischen den einzelnen Fällen liegen Jahre, die Opfer kannten sich nicht und haben offensichtlich auch keinerlei Gemeinsamkeiten. Auch warum Liv nun wirklich den Polizeidienst quittiert hat und jetzt als Privatermittlerin arbeiten will, wird nicht ganz klar. So ganz hat sie die Verbindungen zum alten Job allerdings noch nicht gekappt, noch laufen die Geschäfte als Selbstständige nicht so gut. Als ihr alter Freund und Kollege Petter sie also bittet, einen alten Fall wieder aufzurollen, um vielleicht doch noch neue Fakten und Ergebnisse aufzudecken, denkt Liv nicht lange nach.
WeiterlesenMichael Kobr: Sonne über Gudhjem
Lennart Ipsen übersiedelt auf die Insel Bornholm. Er ist Däne, 47 Jahre alt, geschieden und Vater zweier Töchter. Lange Zeit hat er für Interpol in Kopenhagen gearbeitet, war in Lyon und Brüssel im Einsatz, bis ihn ein Burn-Out außer Gefecht gesetzt hat. Jetzt will er wieder in seinen Beruf einsteigen, gemächlicher, überschaubarer und auf Bornholm. Dort passiert kurz nach seinem Eintreffen gleich ein Mord. Ein alleinstehender Bauer, spezialisiert auf Schweinezucht und Schinkenherstellung, wird in seiner Räucherkammer tot aufgefunden. Ipsen macht sich mit seinen Kolleginnen Britta Blomdal und Tao Nguyen an die Aufklärung des Falles.
WeiterlesenMichael Tsokos: Mit kalter Präzision
Wer was über Rechtsmedizin lernen will, ist hier richtig. Wer Berlinkolorit liebt, ist hier auch richtig. Ein spannender Thriller? Ja, auch. Aber wer starke, eingängliche Protagonisten sucht, die im Gedächtnis bleiben ist hier eher nicht richtig.
Sabine Yao, Gerichtsmedizinerin aus Berlin in ihrem ersten eigenen Fall. Eine zierliche Deutsch-Chinesin mit einer ganzen Menge Energie und festem Willen. Die braucht sie in diesem Fall auch. Die Frau eines bekannten Chirurgen wurde ermordet, ihr Mann hat ein nicht zu widerlegendes Alibi für die Tatzeit. Die Tatzeit? Irgendwas stimmt da nicht, die Totenstarre passt nicht zur berechneten Tatzeit. Berechnet von zwei verschiedenen Gerichtsmedizinern unabhängig voneinander. Muss also richtig sein.
WeiterlesenMarcel Huwyler: Frau Morgenstern und der Abgrund
Die Auftragskillerin ermittelt wieder – spannend, skurril, unübertroffen
Noch immer sind Violetta Morgenstern und ihr Freund und Kollege Miguel Schlunegger gleichzeitig Jäger und Gejagte. Sie sind Auftragskiller, Detektive und werden gleichzeitig von ihrem früheren Arbeitgeber gesucht.
Hier hilft der Hinweis, dass man gut daran tut, die Vorgängerbände zu kennen, um in diesem neuen Roman alle Zusammenhänge verstehen zu können. Auch wenn hin und wieder Erklärungen oder Rückblicke eingeflochten sind, entsteht einfach auch mehr Spannung, wenn man weiß, was vorher geschah.
WeiterlesenTove Alsterdal: Blinde Tunnel
Es sollte ein Neubeginn werden.
„Die Leute sagen, man müsse im Jetzt leben, aber das ist unmöglich. Das Jetzt gibt es nicht. Es verschwindet in jeder Sekunde. Immer wenn ich versucht habe, im Jetzt zu sein, hat mich die Vergangenheit eingeholt.“ (S.18)
Das schwedische Ehepaar Daniel und Sonja haben nach persönlichen Rückschlägen beschlossen, nach Tschechien auszuwandern. Das Paar im mittleren Alter sucht im ehemaligen Sudetenland eine Perspektive für ihre Ehe, die letzten Berufsjahre und einen Ausweg aus dem festgefahrenen Leben voller Zweifel und Hader.
WeiterlesenSebastian Fitzek: Die Einladung
Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Was ist Einbildung? – Diese Frage treibt auf Dauer nicht nur Marla, die Protagonistin, um, sondern früher oder später auch den Leser.
Überhaupt Marla. Ist sie nur verwirrt? Oder macht sie allen was vor? Kann sie eigentlich selbst einschätzen, was Realität oder Fiktion ist? Auf jeden Fall ist sie stark traumatisiert seit ihrer Kindheit durch einen Vater, der sie – wie er später in einem Abschiedsbrief schreibt – begehrt, aber sie nie angerührt hat und der an diesem Begehren später zerbricht und Selbstmord begeht. Ihr Leben lang fühlt Marla sich verfolgt, sieht Schatten, wo (angeblich?) keine sind, fühlt sich beobachtet, obwohl niemand in ihrer Nähe ist. Sie ist gesichtsblind, gleicht diese mangelnde Fähigkeit aber durch genaues Beobachten und Wahrnehmen, was anderen entgeht mehr als aus. Das macht sie zu einer wertvollen Beraterin des LKA, auch ohne jede polizeiliche Ausbildung. Ihre Mentorin beim LKA scheint ihre einzige Vertraute und Freundin, die einzige, die Marlas Probleme und Nöte versteht.
WeiterlesenSarah Kempfle: Übung macht den Mörder
Sinnloser Krimi mit selten dummer Heldin – ein missglückter Roman
Klassischer Fall von völlig daneben liegendem Klappentext. Dieser verspricht „einen Mordsspaß“, den ich bei der Lektüre jedoch leider überhaupt nicht erlebt habe.
Dazu ist die gesamte Handlung zu unsinnig, die Protagonistin zu dumm, die Spannung zu gering, die Figuren zu platt. Und der Täter zu deutlich erkennbar.
Isa ist Lehrerin in einer Kleinstadt, wo vor kurzem die Leiche der Zahnarztgattin gefunden wurde. Isa ist außerdem Tochter einer übergriffigen Mutter, Schwester einer durch einen Unfall versehrten Schwester und Freundin einer sehr blassen Kollegin.
WeiterlesenAndreas Izquierdo: Kein guter Mann
Ein Mann namens Walter spielt den Weihnachtsgott – liebenswert, lesenswert
Ein wenig erinnert dieser neue Roman von Andreas Izquierdo, der wie immer ein Garant für gute und fesselnde Geschichten ist, an das berühmte Buch „Ein Mann namens Ove“ von Frederik Beckmann. Und doch ist er anders, ist Walter nicht Ove. Walter, der sich einem kleinen Jungen gegenüber als Gott ausgibt.
Und das kommt so: Walter ist Briefträger. Der seit vielen Jahren jeden Tag die gleiche Runde zu gehen hat und so seine „Kunden“ sehr gut kennt, die netten und die weniger netten. Walter ist sehr einsam, seine Frau hat ihn schon vor langer Zeit verlassen, sein Sohn fast ebenso lange keinen Kontakt mehr zu ihm und auch seine Tochter, die in einer gefährlichen Beziehung lebt, besucht ihn nur ab und zu.
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